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Wem nützt eine Nation von Idioten?

Von W. Beswitjelnow,  Blagoweschtschensk am Amur

Übersetzung Franz Neumeier

Auf Kommunisten-online am 22. August 2011 – „Ich denke, also bin ich“ – so lautet ein Ausspruch des berühmten Philosophen Kant. Das ist bekannt und unbestreitbar. Doch kann man überhaupt existieren, wenn zwar das Denken funktioniert, aber dieses Denken unfrei und – wenn man so will – kontrolliert ist? Kann der Mensch überhaupt existieren, wenn er zwar richtig analysiert, bewertet und seine Schlußfolgerungen zieht, sich aber an seine Vergangenheit nicht erinnert, nicht einmal an die jüngste Vergangenheit? Offensichtlich gehören für die Mehrheit der Menschen solche Begriffe wie „völlige Bewußtseinskontrolle“ oder „Psychoaggression” ins Reich der Phantasie. Doch was man bis vor 20-30 Jahren noch für unmöglich hielt, ist heute Realität. Und keiner ist davor gefeit, in die Kategorie der Menschen zu gelangen, die beeinflußt werden, und mit denen man Versuche anstellt.

Viele Menschen geraten heute in unvorhergesehene Situationen, und sie verlieren sich darin. Sie sind zwar davon überzeugt, mit Verstand zu handeln, doch in Wirklichkeit stehen sie einfach nur unter Psychokontrolle. Jeder beliebige Staat ist daran interessiert, daß seine Bürger sich loyal verhalten, daß sie leicht zu lenken sind und bspw. nicht bestrebt sind, eine Umverteilung des Eigentums vorzunehmen oder eine Revolution anzuzetteln. Es ist sehr bequem, wenn der Staat das Volk im Griff hat, wenn er schwarz für weiß erklären kann, und Kacke für ein Butterbrot.

Der Informationskrieg unter Ausnutzung psychologischer Waffen bildet einen höllischen Cocktail, mit Hilfe dessen man die Menschen ihres Verstandes berauben und ihr Gedächtnis löschen kann. Und wozu brauchen die Technologen das? Es ist doch besser, sich gehorsame Sklaven zu halten, in denen ein Programm installiert ist, das den Willen bis zu einem bestimmten Grade unterdrückt. Der so erzogene Commis wird von selbst exakt nach jenen Vorgaben handeln, die in ihm eingebaut wurden. Nehmen wir zum Beispiel einen Duma-Abgeordneten, den höchsten Beamten und hören wir jenen Unsinn an, den sie oft ins zentrale Fernsehen hineintragen. Wer käme da nicht auf den Gedanken, daß sie programmiert sind?

Schon in der Blütezeit der UdSSR beanspruchten alternative Medizin, Spiritismus und Hypnose das Interesse der Menschen. Die Methoden zur Steuerung des menschlichen Gehirnes wurde nicht nur hinter den verschlossenen Türen der Forschungsinstitute weiterentwickelt, sondern auch in den riesigen Stadien, in Konzertsälen und sogar vor den Bildschirmen der Fernsehgeräte, wo beispielsweise Tschumak und Kaschpirowski das ganze Land beeinflußten. Es war ein weit verbreitetes Experiment zur Senkung der Hemmschwelle eines ganzen Landes. Doch die Versuche von Wissenschaftlern und Journalisten, in anderen Ländern ähnliche Erfahrungen zu finden, blieben erfolglos. Und jetzt ist klar warum!

Rußland, „das Land der unerschrockenen Idioten“, hat sich plötzlich für Parapsychologie und Spiritismus, für Hypnose und Okkultismus geöffnet. Mit riesigem Erfolg trat Kaschpirowski im Fernsehen auf. Über ihn wurden Dokumentarfilme gedreht … und erst zehn Jahre nach diesem irrsinnigen Rummel traten Leute vor die Kamera, die diese Versuche faschistisch nannten. Doch wie groß war das Vertrauen!

Sehr bekannt war auch Alan Tschumak. Seine Fernsehauftritte verfolgten Millionen von Zuschauern. Fast in jeder Familie saß jemand mit eigens für die Übungen vorbereitetem Wasser auf der Bank. Sie wuschen sich mit diesem Wasser, verwendeten es gegen Krankheiten und für den Tee … Und wenn der Verkauf von „geweihten“ Zeitungen mitgeteilt wurde, bildete sich eine lange Schlange von Heilungsbedürftigen.

Eine Kommission des Ministeriums für Gesundheitswesen, die mit großer Verspätung geschaffen wurde, um die Folgen der „Arbeit“ der Fernsehmedien sorgfältig zu studieren, kam zu dem Schluß:

„Die Demonstrationen A. Kaschpirowskis und A. Tschumaks und einer Reihe anderer Spiritisten mit telegener Einwirkung auf Menschen durch das Fernsehen hat gezeigt, daß der psychophysische Zustand eines Menschen vor dem Fernsehbildschirm ein Faktor ist, der durch das Fernsehen vielfach gesteigert wird, und der letztlich auf das Unterbewußtsein des Zuschauers wirkt. Es deponiert in ihm ein bestimmtes Programm, das jederzeit abgerufen werden kann. Nachdem der Zuschauer einen bestimmten Menschen im Fernsehen gehört und gesehen hat, entsteht in seinem Unterbewußtsein unwillkürlich eine Handlungsmatrix, die eine weitere Einwirkung gewährleistet, selbst dann, wenn der Zuschauer den visuellen Kontakt zu dem Objekt verloren hat.“

Politikwissenschaftler und Spezialisten auf dem Gebiet der Sozialpsychologie erklärten, daß das Programmieren mittels eines gegebenen Algorithmus (durch sogenannte mentale Prägungen) das Eintreten eines besonderen Zustandes des „eingeschränkten Bewußtseins” provoziert, bei dem der Mensch die Kontrolle über sein Verhalten verliert und sich einem bestimmten kodierten Programm unterwirft.

Das optimale Objekt mentaler Prägungen ist die Bevölkerung großer Städte. Dazu trägt bei:

die hohe Stufe der Abhängigkeit der Bewohner der Mehrmillionenstädte von den Massenmedien;

das Vorhandensein des vollen Komplexes der ständig einwirkenden technischen Mittel der Massenkommunikation;

die objektive psychologische Affinität ihrer Bewohner zur Wahrnehmung kodierter Texte (bedingt durch das ständig hohe Niveau nervlicher Anspannung, das besonders für Großstädte charakteristisch ist).

Wozu wurden diese „Heiler“ ins Fernsehen gebracht? Ich denke, zu einem Hauptziel – um die Bereitschaft der Menschen zur Aufnahme dieser neuen Strömungen zu testen. Und was sollte damit erreicht werden? Es wurde das Niveau der Suggestibilität der Bevölkerung bestimmt und den Zuschauern die künftige Richtung aufgezeigt.

Dienen nun die berüchtigten, geheimnisvollen Psychoinstrumente, die sozusagen aus dem Nichts hervorkommen und auf die Psyche des Menschen einwirken, als Strafmaßnahme, oder dienen sie militärischen Zwecken? Die Hersteller hatten von Anfang an nicht nur humane Ziele. Erst im Ergebnis der Zerstörung des Landes wurde das Geheimnis offenbar.

Nach den mir vorliegenden Informationen wurden bis 1991 in einer der psychiatrischen Kliniken Moskaus an stationären Patienten eine sehr starke Beeinflussung des Bewußtseins vorgenommen. Übrigens wurden auch während des sog. Putsches und sofort danach Psychowaffen eingesetzt. Diese Waffen wurden in dem Buch von Korjakow „Boris Jelzin – vom Aufgang bis zum Untergang“ erwähnt. Vieles, vieles ist rätselhaft.

Offensichtlich wurden viele Menschen in hohen Funktionen unter dem Vorwand einer medizinischen Untersuchung programmiert. Sofort nach der Veränderung der Lage schloß sich dem ein Programm der Selbstvernichtung an. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die „Kremltablette“ auf die Zerstörung der Psyche ihres Inhabers ausgerichtet war. Wir erinnern uns: nach dem Putsch ereigneten sich eine ganze Reihe mysteriöser Selbstmorde (Pugo, Marschall Achromejew, der Hauptparteikassenwart Krutschina) … vor allem in den Provinzen gab es sehr viele Selbstmorde.

Die Vernichtung des Menschen mittels der neuen Waffe geschieht nicht direkt, sondern in Verbindung mit Informationen: Computer, Fernseher, Mobiltelefon. Die Arbeit ist auf einem Höhepunkt. Sowohl russische als auch amerikanische Spezialisten erklären, daß diese Waffe nicht tödlich ist, sondern nur „leicht“ und „immobilisierend“ wirkt.

Können Sie sich vorstellen, wenn gegen Sie zum Beispiel Laserwaffen oder Infraschall eingesetzt werden? Werden Sie das überleben? Daran bestehen große Zweifel. Ja, wir gehen nicht gewaschen und gekämmt in diese neue Gesellschaft, wo für Gestern für Heute ausgegeben wird, die Nacht für den Tag, und weiß für schwarz. Denkende Menschen, selbständige Persönlichkeiten werden für diese neue Weltordnung nicht gebraucht. Das meiste wird uns heute eingeflößt. Wenn im Fernsehen gesagt wird, daß man “Hip” anstatt “Hop” kaufen soll, so werden wir es kaufen und uns darüber freuen, daß wir die richtige Wahl getroffen haben. Wir haben genau eine solche Meinung, wie sie uns von Presse und Fernsehen vermittelt ist, genauer gesagt, von denen die hinter der Presse und dem Fernsehen stehen. Heute gibt es Flachbildschirme und Digitalrundfunk. Die Menge der beeinflußten und stark manipulierten Menschen ist von 35 % (in 1978) auf 85 % (in 1999) angestiegen.

Früher wurde uns auch das Gehirn verkleistert, aber die meisten waren sich dessen bewußt. Doch heute werden die Menschen noch stärker manipuliert, und sie sind der Überzeugung, die reine Wahrheit gesagt zu bekommen…

Und das ist alles erst der Anfang. Man muß die geistige Freiheit erst lernen, nicht hereinzufallen auf die schönen Bezeichnungen, Schaufenster und Etiketten. Fangen wir also mit Tatsachen an, und alles bekommt den richtigen Platz. Der erwachsene Mensch muß lernen zu analysieren, mit Fakten zu arbeiten, sich nicht von Gefühlen hinreißen zu lassen, und er muß vorsichtig sein. Und dann wird in seinem Bewußtsein niemals der Befehl ertönen, seinen Nachbarn zu vernichten, vom Balkon zu werfen oder sich selbst zu vergessen. Der Kampf um den Menschen setzt sich fort.

W. Beswitjelnow,  Blagoweschtschensk am Amur

http://bolshevick-arhiv.narod.ru/BZ/gazeta_BZ_005.htm#4

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