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Aktuell
aus dem Wahlkampf der venezolanischen Genossen
DA
KOMMT DER BÖSE WOLF ... DER KOMMUNISMUS!
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas,
4. Juli 2010, Tribuna Popular TP. (auf Kommunisten-online am 14. Juli
2010) – Die Verzweiflung der Konterrevolution, ihr Bestreben nach
Finden einer Botschaft zur Motivierung des sich noch nicht mit der
revolutionären Zukunft identifizierenden Teils der Bevölkerung, führt
sie dazu, auf alte und unnütze Hirngespinste zurückzugreifen. Das
neueste dieser Hirngespinste ist die Wiederauflage der uralten Platte
vom „Castro-Kommunismus“, „Chávez ist Kommunist“, „Chávez
will uns zum Kommunismus bringen“, „Die Kommunen sind
Kommunismus“.
Von
den Tatsachen her gibt es einen beachtlichen Teil des venezolanischen
Volkes, welcher trotz seiner objektiven Bedürfnisse und seiner Stellung
in den Produktionsverhältnissen nicht mit dem befreienden Anliegen der
Revolution verbunden sein will und auf jede sonstige Art und Weise
weiterlebt, ohne seine Rolle zusammen mit den anderen Teilen der Massen
des arbeitenden Volkes zu spielen. Die Botschaft und die Glaubwürdigkeit
der Revolution und ihrer Führungspersönlichkeiten haben bisher noch
immer nicht vermocht, diesen Teil des Volkes zu überzeugen. Es muss
unter den Kräften des revolutionären Prozesses und auch mit ihnen darüber
aufgeklärt werden, dass die gemeinhin verwendete Bezeichnung
„Opposition“ nicht die komplexe und vielschichtige Wirklichkeit des
gegenwärtigen politischen Prozesses in Venezuela widerspiegelt. Wir
selbst verwenden diesen vereinfachten und gleichsetzenden Begriff
„Opposition“ oft in unseren Reden und Vorträgen.
Die
Pseudo-Führer der Konterrevolution im Dienste als Söldner einer ausländischen
Macht sind nicht gleichsetzbar und haben nicht dieselben Ziele wie jener
Teil des Volkes, jenen Arbeitern, die auch vom herrschenden
kapitalistischen System ausgebeutet werden. Deswegen gilt es, auch an
sie heranzukommen, und zwar von Mensch zu Mensch, an diesen Teil des
Volkes, mit einer aufklärenden Botschaft, um sie für die
tiefgreifenden strategischen revolutionären Anliegen zu gewinnen.
Wir
haben verschiedene Fehler gemacht, vor allem bezüglich der Klarheit über
die Haupt- und Grundwidersprüche des revolutionären Prozesses in
Venezuela, was dazu geführt hat, dass wir die überwältigende Mehrheit
des Volkes noch nicht an unserer Seite haben. Der heutige
Hauptwiderspruch ist zwischen den Interessen der venezolanischen Nation
nach Befreiung und den Interessen des transnationalen Kapitals mit
seinem imperialistischen Bedürfnis nach Vorherrschaft. Der strategische
Grundwiderspruch ist zwischen den Interessen jedes im Ergebnis seiner
lebendigen Arbeit einen Mehrwert erzeugenden Lohnarbeiters und den
Ausbeuterinteressen der sich diesen Mehrwert aneignenden Bourgeoisie,
der kapitalistischen Klasse.
Darum
müssen wir im Rahmen der politischen, ideologischen und Massenschlacht
des laufenden Wahlkampfes diese Realität in den naturgegebenen Räumen
des Volkes, in den Fabriken, in den Betrieben, in den Ortschaften, in
den Siedlungen, in den Universitäten erklären und diskutieren. Das
Ausbleiben einer aufklärenden Diskussion im eigentlichen Schoß der
Massen hat es verschiedenen Verwirrung stiftenden und reformistischen
Gruppen der Konterrevolution erleichtert, bei jenem uns noch abseits
stehenden Teil des Volkes zu punkten.
Darum
haben wir Kommunisten eine erhöhte Verantwortung in dieser Schlacht.
Dies vor allem dann, wenn versucht wird, die abgedroschene schon 50
Jahre alten Reden vom „Castro-Kommunismus“ als Form eines Angriffs
auf die bolivarische Revolution und ihren höchsten Vertreter, Präsident
Chávez, zu schwingen
Wir
als Mitglieder der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) mit ihren 80
Jahren Leben als Organisation bekennen uns dazu, dass die lichte Zukunft
der Menschheit in der kommunistischen Gesellschaft liegt, für deren
Aufbau etliche Generationen und weltweit günstige Bedingungen gebraucht
werden. Keines der gegenwärtig angenommenen oder in der
Nationalversammlung debattierten Gesetze kann „kommunistisch“ sein.
Das Grundkonzept selbst des Kommunismus stellt den Kommunismus als eine
Gesellschaft dar, zu welcher die Menschheit über einen langandauernden
historischen Prozess gelangt, welcher die Notwendigkeit des Staates als
historische gesellschaftliche Gestalt mit all seinen Funktionen, allen
Einrichtungen und Normen für die Unterdrückung der einen Klasse durch
die andere oder einiger Klassen über die anderen abschafft.
Nein,
Chávez ist kein Kommunist. Dies bestätigen wir Kommunisten.
Nein,
Chávez will uns nicht zum Kommunismus „bringen“. Wir selbst sagen
dies.
Nein,
die Kommunen sind weder Kommunismus noch Sowjets der UdSSR. Das sagen
wir klar.
Hugo
Chávez ist eine glühende antiimperialistische Führungspersönlichkeit.
Er hat den schwierigen und langen Weg des konsequenten Marxismus
begonnen, und er hat eine wichtige Erwartungsrolle für unser Volk
ausgefüllt.
Die
Kommunistische Partei Venezuelas hat seit über acht Jahrzehnten die
Fahnen der Einheit, die Fahnen des breiten patriotischen,
antiimperialistischen, antioligarchischen, antimonopolistischen,
demokratischen Volksbündnisses hochgehalten. Auf der Tagesordnung
stehen Gesetze, bei denen in der Nationalversammlung in Gesetzen
voranzukommen ist, und welche auf die Befreiung von allen Formen der
imperialistischen Vorherrschaft gerichtet sind, um so zu helfen, die
Bedingungen für eine sozialistische Perspektive der venezolanischen
Revolution hervorzubringen.
Das
ist die Verpflichtung der Partei des Roten Hahns.
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org/ |