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Bolivien:
Geschehnisse sind auch ein
lateinamerikanisches Problem ...
DER
PUTSCH MARSCHIERT. NICHT NACHGEBEN.
AUF
ZUM VOLKSWIDERSTAND!
von
José Justiniano Lijerón, ehemaliges Mitglied der COB-Gewerkschaft
Boliviens
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Für
Tribuna Popular TP / 12. September 2008.-
All der von der US-Politik geleitete und deren
einheimischen Strohleuten in Gestalt von "Bürgerkomitees" und
oppositionellen Provinzpräfekten blind befolgte Aufruhr wird dank
moderner Technik life und direkt in alle Welt als Fernsehsendung übertragen,
was im gesteigerten Interesse der Hintermänner ist. Der ganzen Welt
soll vor Augen geführt werden, was die Völker erwartet, die das Haupt
in Verteidigung ihrer Naturreichtümer und ihrer nationalen Würde
erheben.
Das
alles ist nicht neu. Es ist einfach die Wiederauflage des Politikschemas
des Nordens gegenüber Regierungen, die nicht völlig unterwürfig sind,
die sich nicht der über Unterjochungsapparate wie IWF, Weltbank und
sonstigen Interventionsorganisationen aufgezwungenen Politik
unterwerfen.
Die
Gewaltakte und das Massaker an unbewaffneten Bauern im Departamento*
Pando geschehen und werden weiterhin in unserem Land geschehen. Das sind
nicht nur "radikale Gruppen", wie die Rechtspresse sagt.
Genausowenig sind das "Besetzungen von staatlichen
Einrichtungen". In klarer spanischer Sprache formulieren wir: Das
sind PARAMILITÄRISCHE GRUPPEN ZUSAMMEN MIT ARBEITSLOSEN BENGELCHEN,
welche die Anweisungen von denen ausführen, die ihnen dafür ihre Löhne
zahlen. Lohnzahler sind die Gringos** mittels der transnationalen Banken
und Konzerne sowie Provinzpräfekten und Bürgerlichen, die heute
Vertreter der bolivianischen Rechtskräfte sind.
Und
wie offenbar ist, besetzen sie nicht die Einrichtungen, sondern sie stürmen
und plündern sie. Dabei rauben sie alles, was sie wegschleppen können.
Den Rest stecken sie in Brand. Und jetzt morden sie. Mag sein, dass dies
faschistischer Vandalismus eines marschierenden Putsches genannt wird,
als was es von der Regierung und dem Volke angeprangert worden ist.
Für
jetzt sind die Antworten der Regierung auf diese schwerwiegenden
Ereignisse sanft, um nicht zu sagen nichtig gewesen. Da gibt es eine überforderte
öffentliche Verwaltung und Militärpolizei. Da reicht es nur dafür
aus, auf die Aggressionen zu antworten, solange die Zuteilung an
chemischem Material dies möglich macht. Und bei ihrem "Zurückweichen"
führen sie an, dass ihre Zahl kleiner als jene der Demonstranten ist.
Und sie beenden ihre Tätigkeit, wenn sie angegriffen werden. Einige von
ihnen erliegen ihrer technischen Unzulänglichkeit. Andere von ihnen
erliegen ihrer Komplizenschaft mit den Kommandostellen. Dies alles
geschieht gerade im Lande.
Die
andere Antwort der Regierung auf diese Ereignisse war die Erklärung des
US-Botschafters zur persona non-grata in unserem Lande. Was zweifellos
ganz wichtig ist, denn es enthüllt grundsätzlich die bestehenden
Verbindungen dieses Botschafters mit den Verschwörern. Ansonsten ist
das keine sonderlich gute Politik seitens der Regierung, denn bald wird
der nächste Botschafter aus den USA anreisen.
Auf
Seiten des Volkes wollen wir keine Toten. Aber ebensowenig wollen wir
das Wesen der neoliberalen Politik des "LASS SIE ALLE MAL MACHEN,
LASS DAS MAL GESCHEHEN". Es geht die Stunde des Aufschreis des
gerade mehr oder weniger geordneten Volkes dergestalt gerade vorbei. Was
anderes wäre es, wenn das Volk sich erheben würde wie im Jahr 1952,
wie im Wasserkrieg von Cochabamba, wie in den Ereignissen des Septembers
und Oktobers 2003, wo nicht ein Stein auf dem anderen geblieben war, wo
das Volk in Verteidigung der Demokratie eine wahrhaft revolutionäre
Demokratie zu erreichen schaffte.
Die
Geschichte wird zu richten haben darüber, wer der Verantwortlichste
dieser Geschehnisse derzeit ist. Über die Hintermänner und Handlungsträger
des Aufruhrs. Und über jene, die sich neutralisiert mit den Gesetzen
geben. Über das Volk. Ich würde sagen, beide.
Genosse
Präsident, revolutionäres Volk: Dies ist die Stunde, weiter
voranzuschreiten mit den Gesetzen nach vorne und mit der Kraft, die uns
das Recht als Mehrheiten in diesem Lande gibt. Dies ist nicht die Stunde
der Nachgiebigkeit. Dies ist die Stunde, die Strassen zu gewinnen, die
Rechtskräfte und ihre Putschtruppen zu besiegen und zurückzuschlagen,
als Gedenken an unsere für die Revolution und für Allende Gefallenen.
Lasst
uns nach vorne schreiten. DER PUTSCH MARSCHIERT. WIR MÜSSEN IHN
STOPPEN.
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org/index.php?option=com_content&task=view&id=3413&Itemid=1
Anmerkungen:
*
Departamento bezeichnet eine Verwaltungseinheit wie Provinz, Bezirk
**
Gringos ist eine populäre verächtliche Bezeichnung für weisshäutige
Yankees
(Hervorhebungen
vom Verfasser jenes Artikels, d.h. wie im Originaltext) |