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BRASILIEN
PROTESTIERT GEGEN OBAMA-BESUCH
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Havanna,
16. März 2011, Cubadebate /auf Kommunisten-online am 18. März 2011) .-
Die gesamte politisch linksgerichtete Bewegung Brasiliens
ruft gemeinsam mit vielen gesellschaftlichen Kräften und bisher
mindestens einem Vertreter der regierenden Partei der Arbeiter (PT) zur
Organisierung einer Großdemonstration gegen den Brasilienbesuch des
US-Präsidenten Barack Obama am kommenden Wochenende auf. Der
Massenprotest ist für Sonntag vorgesehen, wo Obama vorhat, auf dem
Plaza Cinelandia im Zentrum von Rio de Janeiro eine Rede an das
brasilianische Volk zu halten. Im Aufruf zur Massendemonstration im
Internet wird der US-Regierungschef zur „persona non grata in
Brasilien“ erklärt. Zur Begründung heißt es u.a.: „Er verfolgt
eine kriegstreiberische Orientierung des Besetzens von Ländern und
Angreifens von Völkern im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus.“
„Wir
sagen, dass Obama eine persona non grata in Brasilien ist, weil wir als
Lateinamerikaner wissen, dass die US-Politik sich hinsichtlich
Lateinamerika nicht verändert hat. Wir akzeptieren nicht die
Aufrecherhaltung der Blockade gegen Kuba, die Provokationen gegen
Venezuela, Nikaragua, Bolivien und Ekuador“, hebt die Mitteilung
hervor, welche den US-Präsidenten auch dafür anprangert, den Putsch
zum Sturz des Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, unterstützt zu
haben.
„Die
USA haben nie damit aufgehört, ihre Vorherrschaft über unsere Länder
zu errichten und betrachten unseren Kontinent weiterhin als ihre
Einflusssphäre.“ Des Weiteren wird hervorgehoben, dass die Regierung
von Obama ihre Unterstützung für „die Politik des Völkermords des
israelischen zionistischen Staates am palästinensischen Volk“ bekräftigte
und ihre militärische Besetzung im Irak und in Afghanistan aufrechterhält.
Bei
der brasilianischen Regierung sorgte dieser Protestaufruf für
Besorgnis. Dies insbesondere deshalb, weil unter den Unterzeichnern des
Aufrufs mit Indalecio Wanderley, dem Sekretär für Politische
Organisation und Volksbewegungen der Regierungspartei in Rio ein
Regierungsmitglied der Präsidentin Dilma Roussef vertreten ist.
Die
politische Leitartiklerin der Tageszeitung „Folha de Sao Paulo“,
Renata Lo Prete, erklärte heute, dass die Meldung in den Reihen der
Regierungsanhängerschaft „Aufregung hervorbrachte“ und den
Gouverneur von Rio, Sergio Cabral, dazu bewegte, an seinen Verbündeten
von der PT zu zweifeln. „Was ist das?“ Sind sie verrückt
geworden?“, hatte dieser Politiker von der Partei der Brasilianischen
Demokratischen Bewegung (PMDB), der wichtigsten Unterstützerpartei der
Regierung, gefragt.
Zu
den Unterzeichnern gehört auch die Gewerkschaft Central Unica de
Trabajadores (CUT), welche als „Gewerkschaftsarm der PT“ angesehen
wird. Wobei Führungsfunktionäre dieser Gewerkschaft äußerten, dass
sie den von den linksgerichteten Bewegungen erarbeiteten Aufruf zum
Massenprotest nicht unterstützt haben.
„Die
CUT ist nicht für und nicht gegen den Besuch von Obama. Wir halten ihn
nicht für eine persona non grata. Die CUT ist aber sehr wohl gegen die
militärischen Einmischungen der Vereinigten Staaten. Das sind
Interventionen, die die Demokratie verletzen“, sagte die Sekretärin für
Öffentlichkeitsarbeit der Gewerkschaftsorganisation, Rosane Bertott,
gegenüber der Tageszeitung „O Globo“.
(Mit
Information von DPA)
Quelle:
http://cuba.cubadebate.cu/
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