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Abschied
von Marcelino Camacho
Quelle:
redglobe
Auf
Kommunisten-onlinde am 5. November 2010 – Die spanische und
internationale Arbeiterbewegung trauert um Marcelino Camacho, den
Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden der Comisiones Obreras, des
heute grössten spanischen Gewerkschaftsbundes. Der 92jährige war vor
wenigen Tagen ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem sich sein
Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert hatte. Erste Meldungen über
sein Ableben wurden noch dementiert, heute morgen musste die
Kommunistische Partei Spaniens (PCE), der Camacho bis zuletzt angehört,
seinen Tod bekanntgeben. Die Partei gab eine Sonderausgabe ihres
normalerweise monatlich erscheinenden Parteiorgans Mundo Obrero heraus,
das seinem Andenken gewidmet ist.
In
dem Nachruf seiner Partei heisst es, Camacho habe zu den besten
Kommunisten Spaniens und den wichtigsten Gewerkschaftsführern des 20.
Jahrhunderts gehört und sei ein Beispiel für den Kampf um Freiheit,
Gleichheit und Arbeiterrechte. Der erste Generalsekretär der im Kampf
der Arbeiterbewegung gegen die Franco-Diktatur entstandenen
Arbeiterkommissionen war auch Parlamentsabgeordneter der PCE nach der
ersten freien Wahl, gab sein Mandat aber auf, als er die Unterstützung
seiner Partei für ein mit anderen Parteien ausgehandeltes Arbeitsgesetz
nicht mittragen konnte.
Marcelino
Camacho wurde am 21. Januar 1918 in Osma la Rasa geboren. 1935 wurde er
Mitglied der Kommunistischen Partei und kämpfte auf der Seite der
Republikaner gegen die Franco-Putschisten. Von den Faschisten verhaftet
wurde er zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt und im Konzentrationslager
Reus (Tarragona) inhaftiert. Im Dezember 1943 gelang ihm die Flucht aus
einem Arbeitslager nach Französisch-Marokko. Die französischen
Kolonialherren verhafteten ihn und brachten in nach Oran in Algerien. Dort
lernte er seine spätere Frau Josefa Samper kennen, eine junge
Kommunistin, die sich für die Rettung der spanischen Flüchtlinge und für
die Unterstützung der Widerstandsbewegung in Spanien engagierte.
Am
18. Juli 1957 kehrte das Paar mit seinen beiden Kindern nach Spanien zurück,
entschlossen, den Kampf gegen den Faschismus fortzusetzen. Camacho
verdiente den Lebensunterhalt für seine Familie als Metallarbeiter und
versuchte jede Gelegenheit auszunutzen, um den Kampf gegen das Regime zu
organisieren und die Lebensbedingungen der Arbeiter zu verbessern. 1964
organisierte er in Madrid die erste Metallarbeiterkommission, die erste ständige
Arbeiterkommission und der Ursprung des heutigen Gewerkschaftsbundes.
Nach
mehrfachen Festnahmen wurde Camacho am 1. März 1967 gemeinsam mit anderen
Kollegen der CCOO verhaftet. Die Gewerkschafter wurden im berühmten
Prozess 1001 zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt, aus dem er erst
durch die Amnestie nach dem Tod Francos entlassen wurde. Doch durch den
Prozess und die Haft war er zu einem weltweiten Symbol für den Kampf
gegen den Faschismus geworden.
Als
sich die Arbeiterkommissionen 1976 zu einem Gewerkschaftsbund
zusammenschlossen, wurde er zu ihrem ersten Generalsekretär gewählt.
Unter seiner Führung wuchsen die CCOO zum stärksten Gewerkschaftsbund
Spaniens heran, 1987 trat er aus Altersgründen von diesem Amt zurück und
veröffentlichte 1990 seine Memoiren: Ich bekenne, ich habe gekämpft.
redglobe |