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Zeitung
„Correos del Orinoco“ in Venezuela
HUGO
CHAVEZ SCHREIBT LEITARTIKEL
von
Hugo Chávez Frías
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
1.
DIE HÄHNE UND DAS FRÜHSTÜCK
Havanna,
17. August 2011, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 19- August 2011)
– Es ist jetzt 5 Uhr morgens. Wie an jedem Tag nach meiner
erneuten Rückkehr wache ich auf. Ich habe hier zwei gute Hähne im Hof
bei der Palmenhütte. Und sie haben schon zu krähen begonnen. Einer ist
ein großer Hahn mit prächtigem Schwanzgefieder. Er heißt Fidel. Und
der andere Hahn ist ein angriffslustiger Zampano. Er heißt Chávez. Er
wurde hier im Präsidentenpalast Miraflores geboren und ist der Sohn von
Fidel.
In
der Ferne höre ich die Fanfare meiner Truppen. Und sofort kommen mir
Erinnerungen meines Lebens in der Kaserne in den Sinn. Heute ist
Dienstag, der 16. August. Und hier geht dieser Kampf weiter, der mich plötzlich
überraschte. Gut, ich habe hier meinen heutigen Zeitplan vor mir.
Fidel
hat recht. Ich soll es nicht übertreiben. Pepe Mujica hat recht: Man muß
sich auch mal zurücknehmen und die Kräfte gut einteilen, die man hat.
So dass ich mich früh hinlegte und heute ausgeschlafen in den Morgen
komme. Ich soll nicht die Auswirkung der Chemotherapie auf die
Produktion der weißen und roten Blutkörperchen vergessen. Und ich habe
die Verpflichtung, meinen Arbeitsrhythmus den diesbezüglichen Kreisläufen
anzupassen, um weiter „auf dieser neuen Treppe bis auf meinen höchsten
Berg zu steigen“.
Das
heutige Frühstück ist ein guter Fororo* mit einem sättigenden Perico**
und einigen ausgezeichneten kleinen Maiskolben wie in Barinas,
zubereitet von meiner geliebten Mutter. Dank an Elena! Ich nehme an
Gewicht zu und erhole mich weiter von den Körpermaßen her. Die
Physiotherapie ist mir für 10 Uhr verordnet, Lauftraining
eingeschlossen.
Jetzt
schaue ich erst mal in die Zeitungen, auf die Erdölpreise und in andere
Papiere. Aha, es ist schon 6:30 Uhr. Und da steht auch schon meine
Krankenschwester mit dem ersten Medikament für diesen Morgen. Ich lese
die Correo del Orinoco (die beste Zeitung von allen) und erinnere mich
daran, dass ich ihre Redaktionsleiterin Vanessa Davies gebeten habe,
diese Aufzeichnungen zu veröffentlichen.
2.
DIE VOLKSMACHT
Heute
möchte ich von hier aus an meine Genossinnen und Genossen und Kameraden
von der Sozialistischen Partei, der Regierung und das ganze
Venezolanische Volk in seinen unterschiedlichsten Strömungen,
Bewegungen und Organisationsformen ausrufen: „DAS SCHICKSAL DER
REVOLUTION LIEGT IN DER ORGANISATION UND MOBILISIERUNG DES VOLKES!!
Aber
diese Organisierung und Mobilisierung muß notwendigerweise die Geburt
eines neuen revolutionären Rechtswesens hervorbringen, die wiederum
eine revolutionäre Volksstaatlichkeit hervorbringt, welche das Wachsen
und die Festigung der Volksmacht ermöglicht.
Ein
gutes Beispiel dafür geben die bereits angenommenen Gesetze der
Kommunalwirtschaft ab. Haben wir nicht gesehen, wie umtriebig die
Oligarchie und ihre Wortführer reagierten? Ah, aber jetzt kommen wir
und die Langsamkeit, um diese Gesetze umzusetzen. Genau hier ist die
PSUV verpflichtet, zur Avantgarde des Volkes zu werden und dabei auch
zusammen mit dem Volk ihre eigene Regierung zu kritisieren. Dabei auch
Zwang und Druck auf die Behörden ausüben, auf die Regierungsbeamten
und die Bürokraten einwirken, Vorschläge und Anregungen vorlegen. Eben
durchsetzen, dass das neue revolutionäre Rechtswesen sich erfüllt!!
Bei
all dem ist es hier gut, auf eine Idee zu vertrauen, die ich aus Havanna
vom Genossen Stellvertreter des Präsidenten Elias Jaua vernommen habe:
„Das Volk muß die revolutionäre Regierung kritisieren, aber es muß
seine revolutionäre Regierung begleiten und unterstützen“...
3.
DIE PSUV ENTFALTET SICH ...
Ich
sehe, dass der Prozess der Anwerbung der Avantgarde-Kämpfer unserer
Sozialistischen Partei gut vorankommt. Gut so! Um die
Avantgarde-Patrouillen zu bilden und den Einsatz auf dem Feld des
politischen Kampfes zu beginnen. Jede Avantgarde-Patrouille muß ihren
politischen Geltungsbereich gebietsmäßig abgrenzen, um ihre
Strategischen und Taktischen Kampfpläne auszuarbeiten: den
Gesellschaftsplan, den Wirtschaftsplan, den Politischen Plan, den
Kulturplan, usw. für ihren festgelegten geographischen Bereich und
Aktionsradius. Es ist klar, dass dieser Prozess gemäß den Zeitplänen
und Planungen der Leitungsgremien entwickelt werden muß. Nichts
geschieht außerhalb des Plans! Wissenschaftliche Planung und
koordinierte konkrete Ausführung sind erforderlich für das Vorankommen
bei der Bildung der Neuen Historischen Hegemonie.
Ah!
Und niemand möge auch nur für einen Moment vergessen, dass wir im
Aufbau vorankommen müssen, an jedem Tag und an jedem Ort, sowohl bei
der geistigen und liebevollen Grundlage des Sozialismus wie auch bei
seiner entsprechenden materiellen Basis. Schon jener großartige
Revolutionär Christus sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot
allein.“ Und unser Bolívar sagte: „Moral und Licht sind unsere
ersten Bedürfnisse“...
4.
„DER CRISTINAZO“***
Was
für ein gewaltiger Sieg war der Sieg von Cristina, jener Cristina von
den argentinischen Patrioten! Wir haben gestern abends eine Weile darüber
gesprochen, und ich habe ihr im Namen unseres gesamten Volkes dazu
gratuliert. Das ist wirklich ein „Cristinazo“ gewesen. Und es wird
der große K:O-Schlag kommen, welchen wir dieser vaterlandslosen
Lakaien-Opposition 2012 versetzen werden, hier im Bolivarischen
Venezuela! ES IST DAS NEUE SÜDAMERIKA, ES IST DIE NEUE WELT, DIE SICH
ERHOBEN HAT UND SCHON „DIE BREITEN ALLEEN“ AUFZEIGT.
5.
DIE HÄHNE UND DAS JAHR 2031
Unterdessen
ist schon die Sonne an diesem Morgen in Caracas aufgegangen. Fidel und
Chávez krähen unablässig. Und ich mache weiter, mit diesem tollen
Team in meiner Begleitung, da bin ich in meiner Rückkehr im Übergang...
Auf
zu meinem höchsten Berggipfel: 2031!
Unabhängigkeit
und sozialistische Heimat!
Wir
werden leben und wir werden siegen!
* *
*
Veröffentlicht
in der Zeitung Correo del Orinoco, Mittwoch 17. August
2011
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/
Anmerkungen:
*
Das Wort hört sich lecker an, aber dieses venezolanische eiweißreiche
Diätnahrungsmittel ist nicht unbedingt als lecker zu bezeichnen. Seit
der Kolonialzeit hat es allerdings als Stärkungsmittel für die armen
Leute überdauert. Die Zubereitung erfolgt aus geröstetem Maismehl und
braunem Zucker. Das Mehl wird in Wasser mit dem Zucker oder braunen
Zucker vermengt und auf dem Feuer gelöst und mit einem Holzlöffel so
lange gerührt, bis da eine einheitliche Masse entsteht. Dann wird die
Temperatur des Herdes gesenkt und Milch zugegeben, um der Speise
Geschmack zu verleihen.
**
Im Volk verbreitete Frühstücksspeise in Venezuela, bestehend aus Rührei
mit Zwiebeln, Tomaten und Pfeffer. Sein Name Perico bezieht sich auf den
vielfarbigen Wellensittich. Gern gegessen mit Brot oder in die Arepas
genannten Maisbrötchen gefüllt.
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Cristina Fernández de Kirchner ist Präsidentin Argentiniens
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