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Arbeiter in irischer Hafenstadt kämpfen gegen Betriebsschließung

Fabrik in Cork besetzt

Von Christian Bunke, Manchester

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek vom 11. Januar 2012 (auf Kommunisten-online am 14. Januar 2012) – In der Verpackungsfabrik Vita Cortex halten 32 Beschäftigte seit Weihnachten ihre Fabrik in der irischen Hafenstadt Cork besetzt. Ausgelöst wurde die Besetzung durch die kurz vor Weihnachten verkündeten Schließungspläne. Nun fordern die Beschäftigten die Kompensationszahlungen die ihnen rechtlich zustehen, vom Besitzer der Firma aber nicht gezahlt werden. Die Firma schuldet den Arbeitern Geld in Höhe von über einer Million Euro.

Jack Ronan, der Besitzer der Firma, behauptet, kein Geld für die Zahlungen zu haben. Allerdings deckte die Gewerkschaft SIPTU ein weitreichendes Firmennetz auf. Teile seines Kapitals werden von der irischen Bad Bank NAMA verwaltet, die sich weigert, es freizugeben. In Dublin besitzt Ronan eine weitere Fabrik unter dem Firmennamen Vita Cortex, jedoch gehen die Profite dieser und anderer Firmen auf getrennte Konten. Auf diese Weise versucht er, sich von seinen Zahlungsverpflichtungen zu entziehen. Das hindert Ronan nicht daran, den Besetzern über die Medien zu drohen. Wenn die Besetzung weiter gehe, so erzählte er der BBC, würde sich das negativ auf die Beschäftigten der Vita Cortex Fabrik in Dublin auswirken. In Cork wollen die Arbeiter ihr Geld sehen, eher wollen sie die Fabrik nicht verlassen. Eine Sprecherin der Gewerkschaft SIPTU erklärte: »Uns beunruhigt außerdem, daß im vergangenen Jahr eine Summe von über 500.000 Euro Entschädigungszahlungen an Führungskräfte der Firma gezahlt wurde. Keine solche Summe ließ sich offenbar für die 32 Beschäftigten finden, die zusammen 850 Jahre für die Firma gearbeitet haben. Statt dessen sollen Arbeiter die Kosten für Jack Ronans wirtschaftliches Fehlverhalten tragen. Es ist Zeit für ihn zu lernen, daß die Menschen nicht länger ein Gesetz für die Reichen und eins für die Armen akzeptieren werden.«

Die Fabrikbesetzung löste in Cork eine Welle der Solidarität aus. Hunderte demonstrierten am 3. Januar, um den Besetzern ihre Unterstützung zu zeigen. Irland steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Hoffnung der entlassenen Arbeiter auf einen neuen Job geht gegen Null. Auch aus Ländern wie den USA und Australien kommen Solidaritätsbotschaften. Der Arbeitskampf schlägt auch in der irischen Diaspora Wellen.

Für das Jahr 2012 rechnet man in Irland mit 40.000 weiteren Stellenverlusten im privaten Sektor. 1930 Firmen machten 2011 dicht, 20 Prozent mehr als 2010. Auch vor diesem Hintergrund hat die Besetzung Bedeutung, denn es ist die erste größere Widerstandsaktion gegen die Arbeitsplatzvernichtung.

Christian Bunke, Manchester

Mittwoch 11. Januar 2012

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