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Krankenbetreuung statt Kriegsverbrechen - Kuba statt Kanonen-Imperialismus

BEWEGENDER ABSCHIED KUBANISCHER ÄRZTE IN CHILE

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Havanna, 19. November 2010, Cubadebate. (auf Kommunisten-online vom 22. November 2010) – Rührung, Tränen, viel Anerkennung. Dies war der Geist, in welchem die Verabschiedung der kubanischen Ärztebrigade Henry Reeve beim Gesundheitsdienst Ñuble und im Krankenhaus-Klinikum Herminda Martín in Chillán im südlichen Zentralchile erfolgte. Die internationalistischen kubanischen Ärzte der Brigade kehren in ihre Heimat Kuba zurück und werden anschließend eine neue Mission humanitärer Hilfe durchführen.

In Chillán kam die kubanische Ärztebrigade am 16. März 2010 an. Sie sollte die täglichen klinischen Aufgaben unterstützen und die Zahl verfügbarer Krankenbetten erhöhen. Unter den 34 Fachkräften sind Ärzte, Krankenschwestern, Medizintechniker, ein Psychiater und administratives Personal.

Der Beitrag des kubanischen Gesundheitskollektivs in Chillán umfaßte demzufolge 1.285 chirurgische Eingriffe und 29.000 fachmedizinische Behandlungen. Nimmt man das in der Stadt Rancagua eingerichtete Krankenhaus hinzu, erhöht sich diese Zahl auf über 3.000 chirurgische Eingriffe und 79.000 fachärtzliche Behandlungen.

Bei der Verabschiedung gab es allein Worte der Anerkennung und des Dankes: „Wir alle kennen den Beitrag dieser Fachkräfte des Gesundheitswesens für Ñuble in diesen Monaten. Wir sind Zeugen der Aufopferung und des Engagements, den die kubanischen Kollegen in dieser ganzen Zeit hier zeigten. Ihre Solidarität und Wärme haben uns diese Zeit vieler Anforderungen und ständiger Herausforderungen sehr erleichtert. Es ist nicht einfach, nach einem Sturz wieder aufzustehen. Daher bedankt man sich, wenn wir auf Freunde rechnen, die uns in schweren Momenten die Hand reichen. Das Vorbild unserer kubanischen Freunde soll uns bei den noch vor uns stehenden Aufgaben inspirieren“, so der Leiter des Gesundheitsdienstes von Ñuble, Dr. Jaime Guzmán.

En tanto, el Dr. Juan Carlos Andux, jefe de la brigada médica recordó con emoción lo transcurrido estos 8 meses.

Der Leiter des Klinik-Krankenhauses Herminda Martín, Dr. Rodrigo Avendaño, hob den Beitrag der Brigade in den besonders schwierigen Momenten hervor: „Wir verabschieden die Brigade Henry Reeve mit großer Liebenswürdigkeit, weil ihre Mitarbeit ganz ausschlaggebend für uns war. Erstens in der wichtigen Hilfsarbeit in den Tagen nach dem Erdbeben. Dann mit ihrer Hilfe bei der Bewältigung der langen Wartelisten von Patienten mit komplizierten Problemen. Da wurden über tausend chirurgische Eingriffe vorgenommen. Acht Monate lang arbeiteten wir unter Ausnahmebedingungen zusammen. Dies ermöglichte uns, die Kultur der kubanischen Kollegen kennenzulernen und Fachkenntnisse auszutauschen, was in einem Klima der Kameradschaft und Solidarität erfolgte, wie es die Regierung Kubas unserem Land gegenüber und insbesondere Chillán gegenüber demonstrierte“.

Auch Dr. Juan Carlos Andux als Leiter der kubanischen Ärztebrigade erinnert bewegt an das Erlebte jener 8 Monate: Wir kamen am Flughafen von Santiago de Chile an, als er noch für den regulären Flugverkehr geschlossen war. So organisierten wir das erste Feldhospital in Chile, das erste wieder arbeitende Krankenhaus in Rancagua und seit dem 16. März hier in Chillán. Und wie es ausschaut, werden wir die letzten Helfer sein, die wieder abfahren. Für uns ist dies eine unvergeßliche Erfahrung, mit den chilenischen Berufskollegen Erfahrungen ausgetauscht zu haben und mit dem Volk die Liebe und Herzlichkeit geteilt zu haben. Wir sind hergekommen, um zu teilen, was wir haben. Kuba gibt nicht, was es mal eben übrig hat. Kuba teilt, was es hat. Wir sahen das schreckliche Erdbeben von Haiti, welches das Leben von 250.000 Menschen in nur 10 Minuten kostete. Und wir zögerten nicht, hierher zu kommen und unsere Hilfe dem Brudervolk von Chile anzubieten. Uns vereinen viele freundschaftliche Kontakte“.

Dr. Andux erinnerte auch daran, dass Kuba zu Hilfe kam, als Chile 1960 vom Erdbeben in Valdivia erschüttert wurde: „50 Jahre danach kommen wir wieder zurück zu diesem Brudervolk, wegen des Erdbebens vom 27. Februar. Wir werden dem chilenischen Volk immer für die Wärme und Herzlichkeit danken, die es uns angedeihen ließ.“

In Santiago de Chile suchte der Vorsitzende des Zivilschutzkomitees von Chillán, Nelson Videla, das Gesundheitsministerium auf. Dort übergab er 5000 Unterschriften der Menschen in Chillán mit der Bitte, dass die kubanische Ärztedelegation noch weiterhin in der Stadt bleibt.

Die Brigade Henry Reeve richtete ein Feldhospital in der Hauptstadt der Provinz Ñuble ein, weil das Erdbeben das Hochhaus mit den chirurgischen Abteilungen des Krankenhauses Herminda Martín völlig zerstört hatte.

Chillán heißt in der Sprache der Mapuches „Sitz der Sonne“ und ist eine Stadt im Süden Zentralchiles sowie die Provinzhauptstadt der Provinz Ñuble.

Auf einer Massenveranstaltung verabschiedeten die Bürger Rancaguas die kubanische Ärztebrigade „Henry Reeve“.

In der Stadt Rancagua wurden die kubanischen Internationalisten am Samstag im Gymnasium Hermógenes Lizana von Rancagua verabschiedet. Die Menschen fanden bewegende Worte dafür, dass die kubanischen Ärzte bereits wenige Stunden nach Ausbruch des Erdbebens in Chile eingetroffen waren. Hunderte Menschen erschienen, zumeist einfache Leute aus den Wohngebieten, aber auch Vertreter der Behörden der Region. Sie alle brachten ihre Dankbarkeit gegenüber dem kubanischen Fachkräfte-Kontingent zum Ausdruck und würdigten den Humanismus, die Solidarität und den Internationalismus der zu Verabschiedenden.

Anwesend waren die Gouverneurin von Cachapoal, Marie Jeanne Lyon, der Bürgermeister von Rancagua, Eduardo Soto, der Unterstaatssekretär für Hilfsnetze, Dr. Luis Castillo, die Botschafterin der Republik Kuba in Chile, Ileana Díaz-Argüelles, der Leiter der internationallistischen Ärztebrigade, Dr. Juan Carlos Andux, der Leiter der kubanischen Ärztebrigade in Rancagua, Dr. Carlos Pérez usw.

Die chilenischen Redner zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der vertretenen medizinischen Fachrichtungen in der kubanischen Ärztebrigade, dass sie ihre Logistik wie Zelte, Instrumente, Ausrüstung, Medikamente mit sich führten und neun Monate lang fachärztliche Leistungen auf hohem Niveau anboten, dabei weit weg von ihren Familien und ihrer Heimat tätig waren, in der Region vor Ort über 50.000 fachärztliche Behandlungen und über 1700 chirurgische Eingriffe durchführten. Dafür gab es größten Dank.

Der Bürgermeister von Rancagua, Eduardo Soto, übergab den kubanischen Ärzten die Schlüssel der Stadt als Symbol größten Dankes an das kubanische Volk. In seiner Rede betonte er, dass die kubanischen Ärzte die Herzen der Menschen in Rancagua gewonnen hätten. Dies nicht nur durch die konkrete fachärztliche Hilfe für so viele Menschen, sondern durch die Art, in welcher diese Hilfe erfolgte: „Sie haben uns einen Beweis an Solidarität geliefert, die alle ideologischen Barrieren und geografischen Entfernungen überwindet. Das Herz der ganzen Stadt Rancagua ist bei einer Reihe von Treffen dabei gewesen, welche es in diesen neun Monaten zumeist ganz spontan und aus Dank heraus gegeben hat. Die Übergabe unserer Stadtschlüssel an Sie drückt unsere allerhöchste Wertschätzung aus, verbunden mit der Hoffnung, dass Sie bald wiederkommen mögen.“

Es sei daran erinnert, dass die Brigade Henry Reeve auf den Einsatz in schlimmsten Katastrophengebieten spezialisiert ist. Sie entstand als Teil eines Angebots humanitärer Hilfe der kubanischen Ärzteschaft in Vertretung des Volkes von Kuba an die USA zwecks Einsatz zur Bewältigung der Folgen des Hurrikans Katrina in New Orleans.

Der Name der Brigade, Henry Reeve, geht auf einen New Yorker Patrioten zurück, welcher für die Unabhängigkeit Kubas kämpfte und starb.

Nach dem Erdbeben 2005 in Pakistan reisten die Fachkräfte dieser Brigade sofort in jene Katastrophenregion und half dort unter unsäglich harten klimatischen und sozialen Bedingungen.

Im Januar 201 reisten sie nach Haiti in den Einsatz nach dem dortigen Erdbeben.

Der kubanische Arzt Dr. Carlos Pérez formulierte in seiner Erwiderung auf die Dankesworte: „Uns bleibt die Befriedigung darüber, hier unsere Aufgaben erfüllt zu haben. Darüber hinaus bleibt uns die Liebe der Menschen von Rancagua, die Liebe des chilenischen Volkes ganz allgemein für die Arbeit, die wir hier geleistet haben. Es war eine außerordentlich große Arbeit. Und wir haben wohl nicht alles geschafft, was wir schaffen wollten. Aber es war eine große Leistung, mit viel Herz aller beteiligter Mediziner, die da nach dem Erdbeben zusammengearbeitet haben. Es ist ein ganz starker Kontakt aufgebaut worden. Und diese Verabschiedung hat das gezeigt. Darüber hinaus gab es viele bewegende Momente, in denen die Menschen uns ihre Dankbarkeit und ihr Herz zeigten (...) Die Stadtschlüssel der chilenischen Stadt Rancagua zu erhalten, ist uns eine Ehre, ein Privileg, eine Anerkennung unserer Brigade-Arbeit und erfüllt uns alle mit Stolz.“

Quelle:

http://www.cubadebate.cu/n

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