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 „Ja zum Kosmos – Nein zu astronomischen Preiserhöhungen!“

Kommunisten riefen zur Protestkundgebung – zehntausende Moskauer kamen

Quelle:  http://kprf.ru/actions/90502.html

Übersetzung:  Maxim Stoljarow

Auf Kommunisten-online am 19. April 2011 – Am 16. April fand in Moskau eine Protestkundgebung gegen die volksfeindliche sozial-ökonomische Politik der Einführung des Jugendstrafrechts, einer universellen elektronischen Registrierkarte, gegen eine Erhöhung der Preise und der Bahntarife statt.

Unter den Teilnehmern des Meetings, das von den Kommunisten Moskaus und des Moskauer  Gebietes organisiert worden war, befanden sich auch Vertreter der gesellschaftlichen Organisationen und patriotischen Vereinigungen.

Die Aktion stand unter der Losung:

«Ja zum Kosmos, aber Nein zu den kosmischen Preiserhöhungen!»

«Nein zur volksfeindlichen Politik mit der Einführung des Jugendstrafrechts, Nein zur Überwachung mittels einer universellen elektronischen Registrierkarte!»

An diesem ersten Tag mit wirklichem Frühlingswetter kamen mehr 10.000 Menschen, um  «Nein!» zu sagen gegen die verlogenen Ansprüche der «Medwedew-Clique». Es waren Menschen, die sich ernsthaft Sorgen machen um die Zukunft ihrer Kinder und ihres Landes. Ungeachtet der Absperrungen, die von finsteren blickenden OMON-Leuten aufgestellt wurden, kam im Verlaufe der Aktion bei den Versammelten Kampfstimmung auf, die sich bemerkbar machte bei der einmütigen Unterstützung der erklärten Forderungen und der aktiven Teilnahme zur Ausfüllung eines Bulletins für ein Referendum, das von der kommunistischen Partei angeregt wurde.

Die Kundgebung wurde eröffnet vom Sekretär des Moskauer Stadtkomitees der KPRF, Alexander Potapow, der das Wort dem stellvertretenden Vorsitzenden des ZK der KPRF, dem Abgeordneten der Staatsduma, Wladimir Kaschin, übergab. Er stellte die Frage des volksfeindlichen und egoistischen Wesens der russischen Staatsmacht in den Mittelpunkt: «Heute führen wir in Moskau eine gesamtrussische Protestaktion durch gegen den politischen Kurs, welcher schon seit 20 Jahren auf unserer Erde realisiert wird. Zwanzig Jahre werden wir geknechtet. Man knechtet die absolute Mehrheit unseres Volkes. Das Elend, das alle und jeden erfaßt, und das schon unerträglich wurde: 80% der Bürger unseres Landes leben von der Hand in den Mund. Es gibt kaum ein Eckchen, wo man reich werden kann. Bei einem sagenhaften Preis für das Barrel Erdöl rauben sie unser Land schonungslos aus, von  der großen Rechnung bleibt nichts für das Volk und den Staat übrig.»

«Im vorigen Jahr wurden pro Kopf etwa 3 Tonnen Erdöl gefördert», führte Kaschin aus,  «und davon flossen 19 Trillionen Rubel in die Taschen der 500 Oligarchen. Und wir, die übrigen 142 Millionen der Bevölkerung erhielten 10 Trillionen Rubel für unseren Staatshaushalt. Was ist das für ein Staatshaushalt? 1 Trillion 300 Milliarden für die Armee, 1 Trillion für die Miliz, 1 Trillion für den Zivilschutz, 1 Trillion für staatliche Aufwendungen, und 1 Trillion 600 Milliarden werden verteilt. Und für uns bleiben ein paar Groschen.»

W.I.Kaschin betonte, daß einer der Hauptartikel der Verfassung lautet, daß das Volk die einzige Quelle der Macht ist. Er wandte sich an die Teilnehmer der Kundgebung mit der Bitte, über die Rechtmäßigkeit der staatlichen Politik der Partei «Vereinigtes Rußland» nachzudenken: «Hat das Volk den Oligarchen wirklich das Recht auf die Macht gegeben? Hat es ihnen wirklich das Recht zu einer solchen Militärreform, zu einer Bildungsreform gegeben? Gab es ihnen wirklich das Recht auf die Vernichtung der Landwirtschaft? Denken Sie sich darüber nach. Es wird gegenwärtig nur 15-20 % des industriellen Potentials genutzt, das bei uns im Jahr 1990 vorhanden war. Wovon ernähren wir uns? 50% der Waren importieren wir aus dem Ausland.»

«Die Bauer sind gezwungen zu schuften, und sie erhalten dafür keinen Ersatz. Nur 10% vom Einzelhandelspreis bekommen die Bauer für ihr Blut und ihren Schweiß. Und die unersättlichen Oligarchen schrauben die Preise nach unten und kassieren 900 %. Ist das wirklich gerecht? Hat wirklich das Volk der Regierung und dem Präsidenten dazu das Recht erteilt? Warum geschieht das? Weil in der Duma dieselben Milliardäre sitzen, die sich unser Land, den Wald und die Gewässer angeeignet haben», führte Wladimir Kaschin seinen Gedanken fort.

 Der stellvertretende Vorsitzende des ZK der KPRF sprach auch über das Problem des Alkoholismus in der Bevölkerung. Er sagte, daß in jedem Jahr etwa 40.000 Menschen durch selbstgebrannten Wodka umkommen. In den letzten 20 Jahren der Oligarchen-Macht sind so 800.000 Mensch umgekommen. Dabei geht durchschnittlich 1% der Akzise des Alkohols an den Staatshaushalt.

«Sie alle wollen, daß wir die Grundlagen unseres Staates zerstören», schlußfolgerte W.I.Kaschin über die Politik der Regierung.

 Noch ein anderes Thema sprach Wladimir Kaschin an. Es ist das Gesetz «Über die Polizei»: «Niemals werden wir uns an Ihre Polizisten gewöhnen. Wir wissen aus der Geschichte, daß während der faschistischen Invasion auf dem sowjetischen Gebiet eine Polizei gegründet wurde. Wir müssen unsere sowjetische Miliz, die in den Kämpfen unsere Heimat schützte, bewahren und nicht die Polizei erneuern, die dieser Heimat knechtete».

W.I.Kaschin benannte auch die Notwendigkeit der Verbesserung des Systems des sozialen Schutzes der Militärangehörigen und der Mitarbeiter der Staatsorgane. Er ist davon überzeugt, was man der Bezeichnungen nicht ändern muß. Man muß diesen Menschen ein angemessenes Gehalt zahlen und eine Wohnung geben. Es ist auch sehr wichtig, das verlorene Ansehen der Armee und der Miliz wiederherzustellen.

Dann wandte sich auch der erste Sekretär des Moskauer Stadtkomitees der KPRF, der Abgeordnete der Staatsduma, Waleri Raschkin, an die Protestierenden: «Es haben sich hier die unterschiedlichsten Menschen versammelt. Sie haben sich versammelt, weil sie spüren, daß in unser Haus und in jede Wohnung die Not eingezogen ist, weil sie verstanden haben, daß man jetzt nicht gleichgültig sein darf. Erinnern wir uns an das Jahr 1941, als das faschistische Hitler-Deutschland unser Land überfiel. Sie haben uns überfallen, um unser Land zu erobern, unsere Reichtümer und Eigentum in Besitz zu nehmen. Sie haben die UdSSR überfallen, um unsere russische Nation, unsere Traditionen und unsere Kultur zu zerstören. Sind haben uns überfallen, um das russische Volk zu zerstören. Vor zwanzig Jahren sind die Oligarchie und das Kapital gekommen und haben die Sowjetunion zerstört. Jetzt machen sie und ihre Helfershelfer mittels der Gesetzgebung von «Einheitliches Rußland» dasselbe, was Hitler im Jahre 1941 mit Waffengewalt tat».

«Schon zwanzig Jahre nehmen sie dem Volk alles ab und teilen es unter sich auf. Sie haben ein Gesetz über Grund und Boden aufgestellt, haben den Bauern das Land enteignet, haben die Sowchosen und Kolchosen zerstört und haben sie unter sich aufgeteilt. Sie ein Waldgesetzbuch aufgestellt und haben den Menschen die Waldreichtümer enteignet. Was denken Sie, wohin diese Reichtümer gekommen sind? Und sie haben sogar verboten das Kinder unsere Beere sammeln. Sie haben das Wassergesetzbuch erstellt und haben uns die Teiche, Sees und Flüsse enteignet, bis hin zu den Meeren. Man darf schon nicht mit dem Korb umsonst Pilze sammeln gehen. Jetzt sind in allen Städten die Menschen aufgefordert, auf die Straße zu gehen, sich gegen diese Gesetze zu empören», sagte Waleri Raschkin. (...)

Im Ergebnis der Kundgebung wurde eine Resolution verlesen, die vom Studenten der Moskauer Hochschule von Wladimir Obuchovski verfaßt wurde.

 Darin sind die folgenden Forderungen dargelegt:

 Wir fordern, die Erhöhung der Preise und der Tarife zu beenden, die Naturschätze zu nationalisieren, die Vorschläge des Antikrisenprogramms der kommunistischen Partei zu realisieren;

 Wir fordern, die Preise für Lebensmittel, Medikamente und die notwendigsten Waren unter feste staatliche Kontrolle zu nehmen;

Wir fordern, das Jugendstrafrecht und die universelle elektronischen Karte nicht zuzulassen;

Wir fordern, ein unverzügliches Ende der volksfeindlichen sozial-ökonomischen Politik.

Das Programm der KPRF ist ein Programm des Volkes! Unsere Sache ist gerecht!

Im Verlauf der Kundgebung überreichte W.I. Kaschin auf der Tribüne den jungen Kommunisten aus dem Gebiet Moskaus feierlich die Parteibücher.

Quelle:  http://kprf.ru/actions/90502.html

Übersetzung:  Maxim Stoljarow

Fotos:  Sergej Sergejew

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