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Gedanken
von Fidel / 25. November 2010
Die
Rede von Hugo Chávez
von
Fidel Castro
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Auf
Kommunisten-online am 1. Dezember 2010 – Eine ungewöhnliche
Beratung hat im Capitol der USA zwischen einer Gruppe von
Parlamentariern der faschistisch-reaktionären Kräfte jenes Landes und
Führungspersönlichkeiten der oligarchischen und putschbereiten
reaktionären Kräfte Lateinamerikas stattgefunden. Dort wurde die
Zerschlagung der Regierungen von Venezuela, Bolivien, Ekuador und
Nikaragua besprochen.
Dieses
Ereignis geschah nur wenige Tage vor dem Treffen der
Verteidigungsminister der Länder der Hemisphäre in Santa Cruz
(Bolivien), auf dem der bolivianische Präsident Evo Morales am 22.
November 2010 ganz energisch seinen Austritt aus der Runde erklärte.
Bei
all dem ging es nicht um eine verleumderische Medienkampagne, wie sie ja
in der imperialistischen Politik ganz üblich ist, sondern um ein
verschwörerisches Handeln, das mit Sicherheit zu einem unvermeidlichen
Blutbad in Venezuela führen sollte.
Aus
meiner langjährigen Lebenserfahrung heraus hege ich nicht den
geringsten Zweifel, was in Venezuela geschehen würde, wenn Chávez
ermordet wird. Da müßte nicht einmal von einem früheren Mordplan
gegen den Präsidenten ausgegangen werden. Es würde reichen, einen
Geistesgestörten einzusetzen, einen Drogenabhängigen, oder die vom
Drogengeschäft in den Ländern Lateinamerikas losgetretene Gewalttätigkeit,
um in Venezuela ein ganz schlimmes Problem zu schaffen. Betrachten wir
die Tatsache unter politischem Blickwinkel, würden die Aktivitäten und
das übliche Treiben der reaktionären Oligarchie als Besitzer der von
den USA angeleiteten und finanzierten mächtigen Massenmedien
unvermeidlich zu blutigen Auseinandersetzungen in den Straßen
Venezuelas führen, wie es deutlich die Absichten der venezolanischen
Opposition sind, welche vor aller Augen Haßstimmungen erzeugt und
Gewalthandlungen ausführt.
Guillermo
Zuloaga, Besitzer eines gegen die Bolivarische Revolution arbeitenden
Fernsehkanals und Flüchtigen vor der venezolanischen Justiz, ist einer
der Verschwörer, die an der Beratung mit den US-Kongreßmitgliedern
teilnahmen. Diese Beratung wurde von Connie Mack und Ileana Ros-Lehtinen
einberufen. Ileana Ros-Lehtinen ist kubanischer Herkunft und von der
Abstammung her Angehörige des Batista-Clans. Sie ist unserem
kubanischen Volk bekannt als „grausame Wölfin“. Dies infolge ihrer
Ablehnung im Fall des entführten kubanischen Kindes Elían González
und ihrer Wühltätigkeit gegen die Auslieferung des Kindes an seinen
Vater. Die republikanische Kongreßabgeordnete ist ein Symbol des Hasses
und der Feindschaft gegen Kuba, Venezuela, Bolivien und die anderen Länder
der ALBA. Es ist so gut wie völlig sicher, dass der US-Kongreß sie zur
Vorsitzenden des Außenpolitischen Ausschusses des Repräsentantenhauses
wählen wird. Sie unterstützte das Putschregime in Honduras, welches
die Mehrheit der Länder auf dem amerikanischen Kontinent ablehnen.
Die
Bolivarische Regierung von Venezuela steht vor einer schwerwiegenden und
provokatorischen Bedrohung. Das war ein wirklich heikles Thema. Ich
fragte mich, was für eine Reaktion seitens Chávez erfolgen würde. Die
erste energische Antwort kam von Evo Morales in seiner glänzenden und
leidenschaftlichen Rede, die unser Volk heute schon kennt. Vor zwei
Tagen, am 23. November 2010, wurde verkündet, dass Chávez das Thema
auf der Vollversammlung erörtern würde.
Die
Vollversammlung wurde für 17 Uhr einberufen und begann beinahe pünktlich.
Die dort vorgetragenen Reden waren heftig und konkret. Alles lief in
kaum zwei Stunden und einigen Minuten ab.
Chávez
begann damit, die Namen von etlichen anwesenden Personen zu erwähnen.
Und nach einem Witz über die neue Karate-Weltmeisterschaft und dem
Spiel zwischen den beiden Profi-Mannschaften im Baseball ging er
zusehends auf die Materie ein:
„
... ich werde mich wirklich, wirklich, wirklich ganz kurz fassen. Es ist
gesagt worden, sagt es mir, dieses Dokument, welches der Abgeordnete Roy
verlesen hat, Dank an Roy, Roy Daza, für dieses Vorlesen, dieses
Dokument, nicht nur zur Verteidigung von Venezuela, wie es hier schon
gesagt worden ist, Evo sagte es. Nein, wir gehen an die Verteidigung der
Heimat der Menschheit. Man könnte sagen, sogar an die Verteidigung der
Möglichkeit einer Menschheit.
(...)
Ich habe einige Bücher mitgebracht. (...) Dies war dasselbe Exemplar,
schon etwas abgenutzt, welches ich dort in den Vereinten Nationen
vorlegte. Chomsky, Hybris – Die endgültige Sicherung der globalen
Vormachtstellung der USA. Ich empfehle derzeit dieses Buch weiter: Die
imperialistische Strategie der Vereinigten Staaten, Noam Chomsky. Evo
erwähnte es. Und er erinnerte uns an diesen Großen des kritischen
Denkens, des schöpferischen Denkens, der Philosophie, des Kampfes für
die Menschheit.
(...)
Hier habe ich die Fortsetzung davon, Mißglückte Staaten. Den Machtmißbrauch
und den Angriff auf die Demokratie. Hier spricht Chomsky von nicht mehr
und nicht weniger als davon, dass der erste mißglückte Staat auf der
Welt der US-Staat ist. Ein mißglückter Staat. Eine wirkliche Bedrohung
für den gesamten Planeten, für die ganze Welt, für die Gattung
Mensch.
(...)
Hier ist ein Teil des Interviews, der Gespräche, wo Chomsky ganz mutig,
objektiv und großartig Betrachtungen hinsichtlich Lateinamerika und
Venezuela anstellt, unseren revolutionären Prozeß verteidigt, unser
Volk verteidigt. Das Recht verteidigt, welches wir haben und ausüben,
über unseren eigenen Entwicklungsweg zu bestimmen. Wie alle Völker der
Welt dieses Selbstbestimmungsrecht haben. Und der US-Imperialismus
erkennt dieses Recht nicht an und will es nicht anerkennen.
(...)
Im Capitol der USA selbst, - ich glaube, so nennt man es -, in
diesem selbigen Washington trifft man sich und wird ein
Terroristengipfel veranstaltet. Ein Gipfel, eine Ganovenrunde, wie die
Argentinier es nennen würden, und auch wir Venezolaner sprechen von
einer Ganovenrunde. Eine wahre Zusammenrottung von Verbrechern, Betrügern,
Terroristen, Übeltätern. Sie machen Absprachen untereinander. Und darüber
hinaus werden sie beflügelt von 'angesehenen' Figuren des
Establishments, vom Establishment also. Nicht nur von den Gruppierungen
der äußerst reaktionären Kräfte der Republikaner in den USA, sondern
auch von der Demokratischen Partei der USA. Und sie starten, wie es
schon hier Evo und Roy in dem schönen von ihm hier verlesenen Dokument
sagten, einem Staatsdokument, einem nationalen Dokument, ganz offen
einen Angriff gegen Venezuela, gegen die Länder und die Völker des
Bolivarischen Bündnisses ALBA.
(...)
Wir grüßen von hier aus Evo Morales, den tapferen Freund und Genossen,
und das Volk von Bolivien. Wir grüßen von hier aus Rafael Correa, den
tapferen Freund und Genossen, und das Volk von Ekuador. Wir grüßen von
hier aus Daniel Ortega, den Comandante und Präsidenten und tapferen
Freund und Genossen, und das Volk von Nikaragua. Wir grüßen von hier
aus Fidel Castro und Raúl Castro und jenes tapfere kubanische Volk.
Wir
grüßen von hier aus alle Völker der Karibik, Roosevelt Skerrit und
das Volk von Dominica mit seinen tapferen Führungspersönlichkeiten.
San Vicente und die Grenadinen, Ralph Goncalves, Spencer, die Völker
der ALBA, des Bolivarischen Bündnisses, ihre Regierungen, unsere
Regierungen, und natürlich das mutige Volk von Venezuela, unsere
Verpflichtung und unseren Aufruf zur Einheit und zum weiteren Kampf für
die Zukunft der Heimat, für die Unabhängigkeit, deren originale
Urkunde, und das sagte schon unsere Präsidentin Cilia, hier vorliegt,
mit dieser originalen Urkunde von vor 200 Jahren.
(...)
Wir gehen bereits in das Jahr 2011. Bereiten wir uns darauf aus allen
Gesichtspunkten vor: seelisch, politisch, moralisch. Um diese 200 Jahre
des ersten Kongresses zu begehen, jener ersten Verfassung, der ersten
Lateinamerikas, jener Geburt der Ersten Republik, der Geburt der
venezolanischen Heimat. Viel mehr als der 5. Juli ist das ganze Jahr
2011 und der Beginn des revolutionären Kampfes um die Unabhängigkeit
unter Befehl von anfangs Miranda, dann Bolívar und den großen Männern
und Frauen, die uns die Heimat gaben.
(...)
Das Dokument, welches Roy Daza verlesen hat, beginnt mit einem Spruch
von Bolívar aus dem Brief an den Agenten Irving, einen US-Agenten, der
hierher kam, um jene Schiffe einzufordern, die Bolívar und seine
Truppen am Orinoco beschlagnahmten, weil die USA ihnen Waffen und
Versorgungsgüter sandten.
(...)
Es ist nicht neu, Evo. Es ist nicht neu all das, was du anprangerst
hier, dass sie Millionen Dollar schicken, logistische Unterstützung
leisten. Nein. Seit damals schon schickte die Regierung der USA Waffen
und Ausrüstung an die imperialistischen Truppen aus Spanien. Und das
ist namhaft. So faßt es teils jener gute kubanische Schriftsteller
Francisco Pividal in einem anderen Buch zusammen, welches ich uns ständig
empfehle: Bolívar, Vorläufer des Antiimperialismus. Das liest man auf
ein Mal durch. Und es gibt eine Sammlung von hier außergewöhnlichen
Zitaten. Du hast schon eines gebracht.
(...)
Aber in einigen Teilen aus einigen dieser Briefe von Bolívar an Irving,
ich glaube im letzten von ihm geschickten, als Irving ihn schon mit
Gewalteinsatz bedrohte, sagt Bolívar ihm: 'Ich werde mich nicht
provozieren lassen und nicht diese Sprache sprechen. Ich will Ihnen nur
das Eine sagen, Herr Irving.' Und dort steht das geschrieben, ich werde
es umschreiben. Denn das ist der Gedanke, das ist die Würde unseres
Vaters Bolívar, die sich durchsetzt. Was in diesem Saal voller Zauber,
voller Symbole, voller Heimat, voller Träume, voller Hoffnung, voller Würde
etwas bedeutet. Bolívar sagte ihm: Wissen Sie, Herr Irving, das mehr
als die Hälfte oder die Hälfte, es war 1819, bereits ein Jahrzehnt
voll Krieg auf Leben und Tod war vergangen, oder fast die Hälfte aller
Venezolaner und Venezolanerinnen waren gestorben im Kampf gegen das
spanische Imperium, die andere Hälfte derer dort verbliebenen, wir
waren voller Angst , diesen Weg weiterzugehen, wenn Venezuela sich mit
der ganzen Welt in die Auseinandersetzung begeben müßte wegen seiner
Unabhängigkeit, wegen seiner Würde.
(...)
Dies war, dies ist Bolívar. Und hier sind wir, seine Söhne und seine Töchter,
María, bereit zu genau demselben. Möge die Welt es wissen, wir sind zu
genau demselben bereit. Wenn das US-Imperium mit seiner Stärke, über
die wir nicht lachen, nein, denn wir müssen sie sehr ernst nehmen,
genau wie es uns Eva empfiehlt ... wenn das US-Imperium mit seiner Stärke
beschließt anzugreifen, weiterhin anzugreifen und offen Venezuela
anzugreifen, um diese Revolution zu stoppen zu versuchen, dann sind wir
hier bereit, genau dasselbe zu tun: Alle für diese Heimat und ihre Würde
zu sterben!
Es
muß gefragt werden: Jener Terroristengipfel in Washington, einige
Venezolaner, Bolivarianer, Völkermörder - wie fragte sich doch gestern
gleich ein guter Journalist in einem Interview - es wäre gut zu wissen,
welchen Paß diese Verbrecher derzeit benutzen, von wo aus sie
einreisten, wenn etliche von ihnen auf dem roten Index von INTERPOL
stehen. Ganz leicht gemacht kamen sie an, und sie kommen an. Sie
spazieren durch die Straßen von Washington, ihnen gegenüber gibt man
sich gastfreundlich. Darum hat Noam Chomsky recht. Ich wiederhole es mit
Noam Chomsky: Der US-Staat ist ein mißglückter Staat, welcher außerhalb
des internationalen Rechts agiert, absolut niemanden respektiert und
sich mit dem Recht ausgestattet fühlt, alles zu machen, ohne sich vor
jemandem dafür verantworten zu müssen. Er ist nicht nur eine Gefahr für
Venezuela und für die Völker der Welt, sondern für sein eigenes Volk.
Ein Volk, welches ständig von diesem antidemokratischen Staat
angegriffen wird.
(...)
Paßt mal auf, hier fast eine Zusammenfassung. Wikileaks ist euch ein
Begriff, richtig?
Was
wird diese faschistische Repräsentantin sagen, die uns, Evo, Correa und
mich, Straßenräuber nennt? Eine Straßenräuberin ist doch sie selbst.
Sie ist eine Straßenräuberin. Denn sehr wohl kann ein venezolanisches
Gericht die Auslieferung dieser Straßenräuberin beantragen, und zwar
wegen des Begehens von Verbrechen und Verschwörung und vielen weiteren
Dingen gegen die Souveränität unseres Landes. Sie ist eine Straßenräuberin.
Sie der Welt vorzuführen, bleibt noch übrig zu tun. Und auch die
anderen Straßenräuber.
Was
werden diese Straßenräuber darüber zum Beispiel sagen?
Ich
lese es vor: Was wird das US-Parlament über diese Meldungen, über
diese Dokumente sagen, die geheimgehalten waren und jetzt auf dieser
Seite Wikileaks veröffentlicht worden sind? Was wird Wikileaks
bedeuten? So wie Chávez Candanga.
(...)
Am 15. März 2010 machte Wiki Candanga einen Bericht des
US-Verteidigungsministeriums publik. Darin ging es um verschiedene
geheime Einspeisungen via Internet im Zusammenhang mit US-Interessen. Es
wurden verschiedene Wege vorgeschlagen, um dies kaltzustellen: Mit einem
Video von Morden an Journalisten. Ich habe hier einige der Dokumente.
Sie sind öffentlich. Man sollte sehen, ob irgendeine Behörde in den
USA eine Initiative angesichts dieser Verbrechen oder dieser mutmaßlichen
Verbrechen ergreift. Stimmt's? Ich bin kein US-Richter, um dies zu
bestimmen. Es geht um mutmaßliche schwerwiegende Straftaten, begangen
von Bürgern seines Landes, Zivilpersonen, Militärangehörigen, von
seiner Regierung.
(...)
Ich lese vor: Am 5. April 2010 veröffentlichte Wikileaks ein Video, in
dem man sieht, wie US-Soldaten den Reuters-Reporter Namir Noor-Eldeen,
seinen Assistenten und neun weitere Personen ermorden. Man sieht
deutlich, dass niemand der Anwesenden Anstalten machte, den Hubschrauber
des Typs Apache anzugreifen, von dem aus auf sie geschossen wird. Obwohl
die Agentur Reuters bei vielen Gelegenheiten um das Video bat, wurde es
ihr vorenthalten, bis dann Wikileaks an dieses unveröffentlichte Video
kam, welches den militärischen Apparat der USA Schach setzte.
Gut,
Schach setzen ist eine Redensart. Oder nicht? Zumindest moralisch.
Ein
Mal mehr: Was werden die Vereinten Nationen sagen? Was würde denn
geschehen, wenn dies in einigen Ländern der ALBA sich ereignen würde?
Was würde geschehen? Was würde die OAS sagen? Was würde der
UN-Sicherheitsrat sagen? Was der Menschenrechtsrat? Was würde der
traurig zu erlebende Internationale Menschenrechtsgerichtshof sagen?
Wozu sehen wir die Doppelzüngigkeit, mit der da die Menschenrechte
gemessen werden, die Achtung des Lebens, der Terrorismus und alle diese
Dinge?
Die
Tagebücher des Krieges von Afghanistan wurden am 25. Juli 2010 auch veröffentlicht.
Zeugnisse des Irak-Kriegs. Schaut mal auf diesen Satz: 'Am 22. Oktober
2010', vor wenigen Tagen also, 'macht Wikileaks auf seiner Website eine
Dokumentensammlung genannt Dokumente des Irak-Kriegs und seiner
Besetzung vom 1. Januar 2004 bis zum 32. Dezember 2009 öffentlich.
Darin unter anderem die systematische Anwendung der Folterungen, die
Zahl von 109.032 Toten in Irak, davon 61.081 Zivilpersonen, 63%.
23.984 'als Aufständische etikettierte Feinde', 15.196
'sogenannte aus dem Gastgeberland'.
Was
für Manieren, ein Land zu besuchen!
Und
3.771 getötete 'Freunde', aus den Koalitionsstreitkräften. Die
Dokumente offenbaren, dass täglich 31 Zivilpersonen durchschnittlich in
einem Zeitraum von sechs Jahren umkamen'.
Wer
untersucht das mal? Wer wird dafür zur Verantwortung gezogen? Nein, das
ist das Imperium. Das ist der mißglückte US-Staat.
Ich
lese diesen Satz vor: 'Diese Dokumente, die chronologisch und nach
Kategorien angeordnet sind, beschreiben todbringende militärische
Handlungen, die die Armee der Vereinigten Staaten betreffen, einschließlich
der Zahl ermordeter, verletzter und gefangengenommener Menschen im
Ergebnis besagter Handlungen, sowie die genaue geografische
Lokalisierung jedes Ereignisses. Außerdem führt es im Detail die darin
verwickelten militärischen Einheiten und die verwendeten Waffen auf.'
Also hinreichende Angaben für eine Untersuchung.
(...)
Was wird der Kongreß der USA darüber sagen? Wir haben dort unseren
Botschafter in Washigton. Bist du Botschafter noch dort? Ja, du bist
Botschafter. Wie wir von dort wissen, ist gar nichts gesagt worden.
Stimmt's?
Dort
sagt man: 'Die Mehrzahl der Einträge des Tagebuchs wurden von Soldaten
und Angehörigen der Geheimdienste geschrieben, die die über Funk übertragenen
Berichte von der Kampffront abhörten. Von den Koalitionsstreitkräften
verursachte zivile Opfer. Gleichzeitig', so sagt man dort, 'ist an das
Licht gekommen eine große Zahl von Angriffen und Toten als Ergebnis der
Schüsse der Truppen auf unbewaffnete Autofahrer und wegen der Furcht,
dass diese Autofahrer Selbstmord-Terroristen sind.
(...)
Ein Bericht listet detailliert auf, wie ein Kind ermordet wurde und ein
weiteres verletzt wurde, als das Auto, in dem sie reisten, von den
Truppen beschossen wurde. Als Entschädigung für diesen Angriff wurden
an ihre Familienangehörigen 100.000 Afghanis für das tote Kind
gezahlt, 1600 Euro'.
Der
Kapitalismus zahlt 20.000 Afghani, 335 Euro pro Verletzten und 10.000
Afghani, 167 Euro, für das Fahrzeug. Und über all das informiert man
in den Berichten, seitens der Redaktion, über 'kleine Tragödien',
'kleine Tragödien'.
Das
ist die große Bedrohung, die größte heute auf dem Planeten durchlebte
Bedrohung.
(...)
Das US-Imperium ist zweifelsfrei in einer Phase des politischen,
wirtschaftlichen und vor allem ethischen Niedergangs. Aber wer kann
seine große militärische Stärke übersehen, welche in Kombination
dieser Faktoren ihn als mächtigstes Imperium der Geschichte der Erde zu
einer viel größeren Gefahr für unsere Völker werden läßt. Was
bleibt uns da übrig? Das ist auch schon gesagt worden: Einheit, Einheit
und nochmals Einheit.
Wird
der US-Kongreß ab Januar ein äußerst reaktionärer Kongreß sein?
Gut, ab 5. Januar muß das venezolanische Parlament ein äußerst
linksstehendes Parlament sein.
(...)
Ich mache einen Aufruf an alle vom Volk, von den demokratischen
Massenbewegungen des Volkes, den Parteien der Revolution gewählten
Abgeordneten, eine große Verpflichtung ab 5. Januar einzugehen.
In
Wirklichkeit hat es das noch nie gegeben, und Eva erinnert uns daran.
Wie soll das laufen? Hier wird uns weiterhin ermöglicht, dass wir diese
Verfassung haben - zu welchen Kosten, wievielen Jahren des Kampfes,
wieviel Schweiß, wieviel Blut, wievielen Anstrengungen? Auch wenn das
ganz klar etabliert ist, auch hier in der ersten Verfassung, der ersten
Urkunde der Unabhängigkeit und unserer ersten Verfassung: Wir sind ein
souveränes Land. Dies auch auf die Gefahr hin, dass sie uns wieder 'die
dumme Heimat' oder 'die dumme Revolution' nennen. Oder wenn wir viel
populärer sein wollen mit dem Wort 'die idiotische Revolution'.
Wie
sol das laufen? Wenn wir weiterhin zulassen, dass politische Parteien,
Nichtregierungsorganisationen, Persönlichkeiten der Konterrevolution
weiterhin mit Millionen und Abermillionen an Dollars aus dem US-Imperium
finanziert werden, hier herum agieren und Gebrauch machen von der völligen
Freiheit, unsere Verfassung zu mißbrauchen und zu verletzen und
versuchen, das Land zu destabilisieren? Ich will, dass ein sehr
tiefgreifendes Gesetz gemacht wird, um dies zu verhindern.
Das
muß die Form sein, wie wir uns verpflichten, auf die imperiale
Aggression zu antworten, auf die imperiale Bedrohung zu antworten. Wir
radikalisieren unsere Standpunkte. Wir schwächen gar nichts ab. Wir
passen Standpunkte an. Wir machen den Weg frei. Wir festigen die
revolutionäre Einheit. Nicht nur ein Parlament, noch viel weiter
linksstehend, noch viel radikaler linksstehend. Wir brauchen eine
Regierung, die noch viel radikaler linksstehend ist. Streitkräfte,
General Rangel, den oberkommandierenden General, den wir befördern
werden letztendlich am Samstag, dem 27. November, dem Tag der
Luftstreitkräfte, noch viel radikaler revolutionär, zusammen mit dem
Volk.
(...)
Es darf in unseren Reihen keinen Platz mehr geben für Zivilpersonen und
Militärangehörige zwischen den Farben. Nein, nur eine einzige Linie:
die Revolution radikalisieren!
Und
dies muß diese heimatfeindliche flegelhafte Bourgeoisie zu spüren
bekommen, sie muß es verspüren. Diese venezolanische Bourgeoisie,
schamlos und heimatfeindlich wie sie ist, muß zu spüren bekommen, muß
erfahren, dass es nicht kostenlos abgeht, dass da einer ihrer
herausragenden Vertreter zu eben jenem Kongreß des Imperiums geht, um
über Venezuela herzufallen. Und dass er hier weiterhin einen
Fernsehkanal hat. Und so schon wegen der Art, - und so schon wegen der
Art! Die venezolanische Bourgeoisie muß wissen, dass der Angriff gegen
das Volk sie teuer zu stehen kommt, und das hier nicht im Spaziergang
abläuft.
Ich
erinnere hier an José Vicente Rangel, an Maduro und den Genossen, Danke
dafür, uns zu begleiten, - als in der Regierung Betancourt sie ohne
vorheriges Urteil oder Anklage sogar inhaftiert waren, die Abgeordneten
der Linksparteien. Ohne jeden Beweis steckten sie sie ins Gefängnis,
nahmen sie ihnen die parlamentarische Immunität.
Innerhalb
weniger Wochen wird in diesen Raum eine Gruppe von Parlamentariern der
äußerst reaktionären Kräfte kommen. Gut, man muß sie nur daran
erinnern, dass es hier eine Verfassung gibt. So, wie seinerzeit in deren
Moment die Kommunistische Partei von Venezuela illegalisiert wurde, und
viele andere Parteien, und man sich bei vielen Abgeordneten über die
parlamentarische Immunität hinwegsetzte, ganz ohne Beweise gegen sie, während
andere in die Berge gingen wie der großartige Fabricio Ojeda, der
seinen Parlamentarierstatus widerrief und in die Berge ging, um sein
Blut für die Revolution und für das Volk zu geben. Ich stelle mir vor,
dass dieses würdige Parlament mit seiner Mehrheit aus Vertretern der Kräfte
des Volkes nicht akzeptiert, dass hier die Kraft der äußerst reaktionären
Konterrevolution versucht, die verfassungsmäßige Ordnung zu
untergraben. Ich nehme an, dass der Staat, und da bin ich mir sicher,
dass der Staat all seine Instrumente zur Verteidigung der Verfassung und
des Gesetzes gegenüber den Angriffen aktivieren wird, die nicht auf
sich warten lassen werden.
(...)
Zum Schluß, zur Bedrohung ... Wie nannten sie die Zusammenrottung der
Terroristen? 'Bedrohung in den Anden', ach nein? Nicolas? Gefahr in den
Anden, das klingt wie der Titel eines Films. Gefahr in den Anden. Gefahr
in der Welt, davor sollte man warnen, oder besser noch alarmieren, denn
die Gefahr ist weltweit.
Gerade
jetzt gibt es eine Lage, in diesen Momenten, dort auf der Halbinsel
Korea. Als ich hierher kam, da waren die Meldungen noch konfus. Wie ja
auch die Versenkung jenes Schiffs aus Südkorea konfus war, der Cheonan.
Aber anschließend kamen Beweise hervor, dass dieses Schiff von den
Vereinigten Staaten versenkt worden war. Jetzt auf einer kleinen Insel,
auf jender durch das US-Imperium geteilten, angegriffenen, jahrelang
verwüsteten Halbinsel, gibt es eine Lage voller Spannungen mit einigen
Bomben, einigen Toten und einigen Verletzten.
(...)
Fidel Castro hat einige Monate lang vor den großen Risiken eines
Atomkriegs gewarnt. Vor kurzem war ich mal wieder bei ihm. Und er erklärte
mir, er entwickelte seine Gedanken vor mir - wir kennen uns schon
ziemlich gut, klar, es gibt nichts besseres als das Gespräch - und er
sagte mir: 'Chávez, irgendein kleiner Schuß dort in jener Zone voller
Massenvernichtungswaffen, voller Atomwaffen, kann einen Krieg lostreten,
der erst einmal konventionell geführt werden kann ...'. Aber Fidel ist
überzeugt, dass der Krieg dann direkt in einen Atomkrieg übergeht, der
das Ende der Gattung Mensch bedeuten kann. Somit steckt die Gefahr nicht
in den Anden, Ihr Haifische aus Washington. Die Gefahr ist weltweit.
(...)
Hier in Venezuela, wie Eva sagte, wurde ein Licht angezündet, und in
Lateinamerika wurde ein weiteres angezündet, dann noch eines und noch
weitere. Wir können heute sagen: Nicht Venezuela, nein. Lateinamerika
ist der Kontinent der Hoffnung. Und das US-Imperium kann die Tore der
Hoffnung nicht schließen.
(...)
Uns Venezolanern und Venezolanerinnen fiel immer zu, aus irgendeinem
Grund, oder aus irgendwelchen Gründen in den verschiedenen
Jahrhunderten an der Spitze dieser Kämfpe zu stehen, und zwar seit
Jahrhunderten.
(...)
Ich sehe dort die Porträts von Miranda, von Bolívar, da Martín Tovar
y Tovar, Carabobo. Und all dies, was Roy vorgelesen hat und
leidenschaftlich sagte: Es läuft hier, in unseren Genen, in unserem
Blut. Es umschreibt sich mit Mao, dem großen Steuermann.
(...)
Dieses Imperium, jener mißglückte Staat, der die USA trotz ihrer
enormen Macht, ihrer Drohungen sind, wird als gigantischer Papiertiger
enden. Und wir sind verpflichtet, zu den wirklichen Tigern aus Stahl zu
werden, den kleinen Stahltigern, die unbesiegbar und unbezähmbar sind.
(...)
Frau Präsidentin. Ich versprach, mich kurz zu fassen. Und ich sagte zu
Beginn und wiederhole es: Ich glaube, dass alles, was hier gesagt werden
muß, gesagt worden ist zwischen Eva Golinger, der tapferen Frau, und
diesem tapferen Herrn und Abgeordneten Roy Daza, zusammengefaßt in
diesem Dokument, von dem ich jetzt verstehe, dass es sich in allen vier
Himmelsrichtungen von Venezuela verbreiten wird. Und darüber hinaus in
ganz Laterinamerika.
(...)
Ich danke für die Einladung zu dieser Veranstaltung. Ich danke für die
Freundlichkeit. Und dies nur als jemand mehr reihe ich mich in dieses
gewaltige Bataillon ein, um es mal so zu sagen, zur Verteidigung von
Venezuela, zur Verteidigung der venezolanischen Heimat.
(...)
Beim Anblick des Gemäldes, mehr als eines Gemäldes, des
Monumentalwerkes von Tovar y Tovar, - ,man sieht hier die Infanterie und
hier die Kavallerie. Inspirieren wir uns daran: Infanterie, Bajonette
aufgesetzt, im Laufschritt - Marsch! Kavallerie, Galopp! Auf zur
Verteidigung der bolivarischen Heimat, des Bolivarischen Bündnisses
unserer Völker!
Nieder
mit dem US-Imperium!“, rief Hugo Chávez am Ende aus. Und: Es lebe die
ALBA, die Heimat und die Revolution!
Es
gibt keinen Zweifel daran, dass Chávez, ein Mann militärischer
Professionalität, der aber viel mehr der Überzeugung und dem Dialog
als dem Gewalteinsatz zugetan ist, nicht zögern wird, um zu verhindern,
dass die pro-imperialistischen reaktionären und antipatriotischen Kräfte
betrogene Venezolaner gegen die öffentlliche Staatsmacht lenken, um die
Straßen von Venezuela mit Blut zu füllen.
In
Bolivien und in Venezuela hat die imperialistische Mafia eine so klare
und energische Abfuhr erhalten, wie sie es sich vielleicht nicht
vorgestellt hat.
Fidel
Castro Ruz
25.
November 2010
18:34
Uhr
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/
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