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Zum
84. Geburtstag des Comandante Fidel Castro Ruz
Hugo,
Evo, Daniel, Leonardo ... wir gratulieren Fidel
übersetzt/ergänzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Havanna,
14. August 2010, Cubadebate. - „An
Deinem 84. Geburtstag bist Du und wirst immer das leuchtende
Beispiel der Hingabe für den revolutionären Kampf bleiben, Fidel.
Unsere Glückwünsche, Genosse“, so lautete die Gratulationsmitteilung
von Hugo Chávez Frías via twitter@chavezcandanga an den
historischen Führer der kubanischen Volksrevolution.
Boliviens
Präsident Evo Morales überbrachte seine Gratulation an den
Comandante per Telefon.
Nikaraguas
Präsident Daniel Ortega beglückwünschte Fidel mit einem
offenen Brief: „Ihre 84 Jahre sind ein weiterer Schritt von Ihnen. Sie
haben die Geschichte wissenschaftlich und kulturell bereichert, die Sie
für diesen von uns allen bewohnten Planeten im Auge haben. (...) Wir
feiern Ihre 84 Jahre mit der Freude, Sie ewig jung an der Spitze der Großen
Kampagne für das Bewahren der Menschheit zu sehen. Dies in jeder
Hinsicht. (...) Uns erfüllt Ihre Tapferkeit mit Stolz. Uns fordert Ihre
unabänderliche Strenge. (...) Uns nährt die Kraft des Optimismus,
welcher uns alle aus Ihrer Erfahrung, Ihrer unwiderlegbaren Logik und
Ihrer menschlichen Anschauung erreicht.“
Der
namhafte brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff verfasste
an der Wiege von Ernesto Che Guevara seine Glückwünsche zu Fidels
Geburtstag. Er nannte Fidel einen brüderlichen Freund und Führer der
kubanischen Volksrevolution: „Ich bin glücklich, weil Fidel Castro 84
Jahre vollendet hat. Er ist wieder gesund geworden und weiterhin ein
Anker für die ganze Welt geblieben, sowohl als Philosoph als auch als
Schriftsteller. Dafür erhielt er den akademischen Titel als Doctor
Honoris Causa der Universität von Rosario in Argentinien verliehen.
Über
einen Radiosender von Rosario äußerte Boff, dass Fidel auch wegen
seiner Ausstrahlung in aller Welt beglückwünscht werden muss, denn er
ist ein ethischer Anker der größten Ideale für die Menschheit und von
unschätzbarer Tapferkeit beim Hochhalten der Fahnen des Sozialismus.
Hunderte
Mexikaner feierten letzte Nacht Fidels 84. Geburtstag in der
hoffnungslos überfüllten mexikanischen Botschaft in Havanna. Sie
nannten ihn „einen einzigartigen Mann, geliebt von den Völkern und
gehasst von den Ausbeutern und Aggressoren“. Der mexikanische
Anthropologe Gilberto López y Rivas hob nicht nur den von Fidel
erworbenen Respekt und den Hass seiner Gegenspieler hervor, sondern er rühmte
auch das moralische Beispiel der kubanischen Volksrevolution. Immerhin
konnte sie siegen und sich verteidigen und fortentwickeln kaum 90 Meilen
vom US-Imperialismus entfernt. Besondere Wertschätzung äußerte jener
Wissenschaftler auch zum Gedankenwerk von Fidel. Er bezeichnete ihn da
als den Comandante in der Schlacht der Ideen der Humanität gegenüber
den neuen und größten Gefahren, wie der eines Atomkriegs wegen der
Haltung des US-Imperialismus und der zionistischen Verbrecher Israels
gegen Iran.
Erinnert
sei an seine Rede auf einer außerordentlichen Tagung des kubanischen
Parlaments, die auf seine Bitte einberufen wurde. Das Hauptthema der
Rede und der anschließenden Diskussion war der unmittelbar drohende
Angriff der USA und Israels gegen den Iran. Von der Parlamentstribüne
rief Fidel US-Präsident Obama auf, alles zu tun, um einen
Kernwaffenkonflikt zu verhindern.
Kubas
Volk selbst feiert mit Musikdarbietungen und Poesie-Veranstaltungen
im Rahmen der „Künstlertage für Fidel und den Frieden“ den 84.
Geburtstag von Fidel. Am heutigen Samstagabend ist ein Konzert auf der
großen Treppe der Universität von Havanna geplant.
Es
ist eine Freude und Genugtuung für alle fortschrittlichen Menschen und
insbesondere uns Kommunisten in aller Welt, dass Fidel trotz
zahlreichen Attentatsversuchen der CIA und schwerster Krankheit mit 8
Monate langer Behandlung auf der Intensivstation am vergangenen Freitag
84 Lebensjahre vollendet hat.
(mit
Inforhttp://mation von Prensa
Latina und DPA)
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/
http://de.rian.ru/
http://www.abendblatt.de/
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Fidel
empfing Ärztebrigade „Moto Méndez“ bei Rückkehr aus Bolivien
„DAS
GLÜCK WENN JEMAND DAS GUTE VOLLBRINGT“
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Havanna,
18. August 2010, Cubadebate (auf Kommunisten-online am 20. August
2010) - Cintio
Vitier sagte: „Wesentliches spürt und genießt man, man analysiert es
nicht“. Und diese Logik lässt sich begreifen angesichts der mit
allein kühlem Verstand schwer zu erfassenden Tatsache der Solidaritätsbrigade
„Moto Méndez“, die den Namen eines bolivianischen Guerrillakämpfer
aus dem 19. Jahrhundert trägt und Genetiker, Kinderneurologen,
Neuro-Physiotherapeuten, HNO-Fachärzte, Unfallchirurgen und Psychiater
umfasst, die Diagnosen erstellen und anschließend behinderte Menschen
therapieren. Die 213 Mitglieder der Solidaritätsbrigade „Moto Méndez“
kehrten gestern Abend nach Havanna zurück. Dort empfing sie Comandante
Fidel Castro auf dem Internationalen Flughafen „José Martí“.
Lässt
sich allein mit kühlem Verstand die Zahl von über 3 Millionen
Hausbesuchen in vier Ländern erfassen? Wie viele nie in Landkarten erwähnte
Dörfer wurden dabei entdeckt? Allein in Bolivien waren es 101 Dörfer,
die dort in keiner Landkarte zu finden sind. Und vor allem zählen da
die Million behandelter behinderter Menschen. Damit man sich davon mal
eine Vorstellung verschaffe: 3 Millionen Wohnhaushalte sind beinahe so
viele, wie in ganz Kuba überhaupt existieren. Eine Million behinderte
Menschen zeigt den außerordentlich verbreiteten Schmerz von Menschen,
aber auch die Betreuung von ihnen, die Linderung der Leiden in großem
Maßstab in Zahlen in Millionenhöhe, einer Mathematik des Qualitativen.
„Ihr
habt Euch schweren Fällen gegenübergestellt gesehen, darunter leidende
Menschen, die blind und taub geboren worden sind und in ihrem gesamten
Leben niemals einen Lichtstrahl sehen konnten, niemals einen Ton hören
konnten. Das heißt, dass diese Menschen keinen Kontakt mit dem Leben
gehabt haben, obwohl sie in das Leben hineingeboren worden sind. Und
diese beiden einfachen Sinneselemente reichen, um sich glücklich zu fühlen,
miteinander zu singen und sich im Gespräch mit den Mitmenschen ringsum
auszutauschen, eben einfach zu leben“, so sollte es Fidel da am
Flughafen ausdrücken, der seine Ansprache stehend und mit bewegt
vibrierender Stimme vortrug. „Grußworte an Internationalisten, die
aus Bolivien heimkehren.“
Im
kleinen Empfangssaal des Flughafenterminals berichtete Odalys Bravo, die
Leiterin der gerade angekommenen Solidaritätsbrigade, mit bewegenden
Worten von der Tätigkeit der Fachmediziner, die unter den harten
Bedingungen des Altiplano in Bolivien mit für Kuba undenkbaren
Temperaturen von unterhalb des Gefrierpunktes in Gebirgsland auf Höhen
von bis über 6000 Metern ihre humanistische Mission ausführten. Keine
Widrigkeit konnte sie von ihrer Arbeit abhalten: „Wir kamen durch 9
Departamentos, 112 Provinzen, 127 Ortschaften und erreichten schließlich
101 kleine Dörfer, die auf gar keiner geografischen Karte in jenem Land
vermerkt sind...“
Die
kubanischen Solidaritätsbrigadisten konnten 82.087 Bolivianer mit
Behinderungen behandeln. Sie boten über 10.000 Sprechstunden-Schichten
in klinischer Genetik an. Dies in einer Bevölkerung, die bisher nur von
zwei Genetikern im öffentlichen Gesundheitswesen Boliviens betreut
worden war. Die Kinderneurologen, Neuro-Physiotherapeuten, HNO-Fachärzte,
Unfallchirurgen und Psychiater leisteten jeweils mehr als 15.000
Sprechstunden-Schichten.
Der
kubanische stellvertretende Gesundheitsminister Roberto González Martín
nannte diese Hilfe „konkreten Friedensbeitrag“. Nutznießende sind
nicht nur die bolivianischen Familien gewesen, sondern auch
venezolanische, ekuadorianische und nikaraguanische. Rechnet man die
internationalistische Hilfe in all diesen Ländern hoch, dann sind in 9
Monaten „mehr als 3.329.000 Hausbesuche gemacht und ca. eine Million
behinderte Menschen behandelt worden. Alle, die erreicht werden konnten,
die diagnostiziert werden konnten. Ihnen wurden die heilenden Hände
unserer Genossen zuteil, und sie fühlten sich als Menschen auf dieser
Welt“.
„Die
Menschen, die Ihr behandelt habt, mussten schlimme Leiden erdulden. Sie
vergelten es Euch mit dem Glück, das Gute zu vollbringen, etwas was man
nicht mit allem Gold der Welt erkaufen kann“, so Fidel, der laut
seinen Worten jedes Exemplar der 213 Bücher „Der strategische Sieg“
handsigniert hatte, welche jedes der aus Bolivien heimkommenden
Mitglieder der Ärzte-Solidaritätsbrigade „Moto Méndez“ von ihm
erhielt. Die kubanischen Fachmediziner werden nur zwei Wochen in Kuba
sein, um ihren hart verdienten Urlaub mit ihren Familien zu verbringen.
Anschließend reisen sie ab nach Ekuador.
Fidel
vermerkte nicht nur seine Unterschrift auf einer der ersten Seiten
seines Buches, auf welcher auch das rot-schwarze Symbol der Bewegung des
26. Juli abgebildet ist. Jener Organisation, die die Führungskraft der
einst gegen den Diktator Batista kämpfenden Volksbewegung bis zum Sieg
der kubanischen Revolution am 1. Januar 1959 war. Fidel schrieb auch den
Namen jedes einzelnen Brigade-Teilnehmers und das Datum seiner Ankunft
in Havanna, den 17. August 2010, in seine Widmung.
Es
gab ein Gemurmel im Saal, als er seine Mitteilung zum Buch machte.
„Wie viele Stunden hast Du armer Mensch ihm gewidmet?“, fragte ein Mädchen
rechts von mir. „Viele, wirklich“, antwortete ein anderes Mädchen.
„Ich glaube, dass mir mit diesem Buch keine warme Jacke fehlen wird,
selbst wenn wir bis zum Nordpol kommen“, schluchzte ein junger Arzt,
der vor Rührung seine Tränen nicht zurückhalten konnte.
Der
Empfang durch Fidel war sehr bewegend. Er dauerte kaum 24 Minuten. Alle
Beteiligten werden ihn kaum jemals vergessen. Fidel trat in Olivgrün
auf und verlas seine Grußworte an die Brigade „Moto Méndez“.
Wesentliches im Zusammenhang mit dem „Glück, das Gute zu
vollbringen“, des äußerst humanistischen Rettungswunders, welches
Fidel einer Welt am Rande ihres spürbar werdenden Schiffbruchs anträgt.
+++
Grußworte
an Internationalisten, die aus Bolivien heimkehren
Liebe
Kämpfer für die Gesundheit der Menschen, die mit eingeschränkten Fähigkeiten
geboren werden:
Gestern
zeichnete ich die 213 Buchexemplare „Auf allen Wegen der Sierra: Der
strategische Sieg“ mit dem Datum von heute, wo Ihr für eine kurze
Erholungspause in die Heimat zurückkehrt.
Ihr
habt Euch schweren Fällen gegenübergestellt gesehen, darunter leidende
Menschen, die blind und taub geboren worden sind und in ihrem gesamten
Leben niemals einen Lichtstrahl sehen konnten, niemals einen Ton hören
konnten. Das heißt, dass diese Menschen keinen Kontakt mit dem Leben
gehabt haben, obwohl sie in das Leben hineingeboren worden sind. Und
diese beiden einfachen Sinneselemente reichen, um sich glücklich zu fühlen,
miteinander zu singen und sich im Gespräch mit den Mitmenschen ringsum
auszutauschen, eben einfach zu leben.
Die
Menschen, die Ihr behandelt habt, mussten schlimme Leiden erdulden. Sie
vergelten es Euch mit dem Glück, das Gute zu vollbringen, etwas was man
nicht mit allem Gold der Welt erkaufen kann. Dies beweist, dass der
Mensch über seine Instinkte hinaus fähig ist, zu einem Symbol der Großzügigkeit
und des Guten zu werden.
Niemand
kann das unermüdliche Ankämpfen von Euch anders erklären, wenn Ihr
Euch da der Hitze, dem Regen und den Gefahren beim Durchqueren von
Dschungeln und Sümpfen stellt, die Kälte aushalten müsst und die
Schneefälle auf sehr hohen Bergen übersteht, um jenen zu helfen, die
Euch nicht entbehren sollten, wie Ihr nicht mehr dieser Menschen
entbehren könnt.
In
zwei Wochen macht Ihr Euch wieder auf. Dieses Mal geht es nicht von dem
Land, wo der heldenhafte Guerrillakämpfer fiel, nach Kuba als Verstärkungsbataillon,
sondern von Kuba nach Ekuador, wo seit vielen Monaten andere Landsleute
von uns in derselben Schlacht kämpfen, und zwar gemeinsam mit Ärzten
jenes Bruderlandes.
Unsere
Kraft, die das Glück für ca. 800.000 Menschen in Venezuela, Bolivien,
Ekuador und Nikaragua brachte, ist nichts weiter als ein Krümel dessen,
was für die Völker dieser Hemisphäre und des Restes der Welt getan
werden kann, ohne dass dafür auch nur ein Centavo verlangt wird. Das
Wichtigste ist das Beispiel, welches Ihr als Vermächtnis den jungen
Menschen hinterlassen habt, die gemeinsam mit Euch begonnen haben, diese
Aufgabe in ihrem Volk und in anderen Ländern zu bewältigen.
In
all seiner Geschichte ist das Imperium nicht dazu imstande gewesen, es
konnte nie so etwas vollbringen, nicht mal 1% dieser Zahl. Wem dient so
ein System?
Deswegen
zeichnete ich mit so viel Freude und in so brüderlicher Verbundenheit
mit meinem Namen und den Namen von jedem einzelnen von Euch.
Bis
zum endgültigen Sieg!
Fidel
Castro Ruz
17.
August 2010
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/ |