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Hinsichtlich
des „demokratischen Kapitalismus“, wie er von Bush erwähnt wurde
FIDEL
ZUM DEMOKRATISCHEN SOZIALISMUS
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Havanna, 28. September 2008, Tribuna Popular / Prensa Latina.-
Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro bestätigt,
dass der Imperialismus Präsident Hugo Chávez um jeden Preis politisch
beseitigen oder auslöschen wollte. Dies ungeachtet der Tatsache, dass
sein Tod eine Katastrophe für Venezuela und für die Wirtschaft und die
Stabilität aller Regierungen in Lateinamerika und in der Karibik
bedeuten würde. In seinen aktuellsten Niederschriften unter dem Titel
„Der demokratische Sozialismus“ für eine Sonderausgabe der
Online-Veröffentlichung von Cubadebate betont Fidel Castro, dass „der
demokratische Kapitalismus“ von Bush eine konkrete Antwort hat: den
demokratischen Sozialismus von Chávez: „Es gibt keine genauere Form,
um den grossen Gegensatz zwischen dem Norden und dem Süden unserer
Hemisphäre zwischen den Ideen von Bolivar und Monroe auszudrücken“,
hob der kubanische Staatsmann hervor.
TEXTWORTLAUT:
GEDANKEN
DES GENOSSEN FIDEL - DER DEMOKRATISCHE SOZIALISMUS
Ich
wollte eigentlich keine dritte Niederschrift vornehmen. Aber nun kann
ich sie doch nicht bis Montag warten lassen.
Der
„demokratische Kapitalismus“ von Bush hat eine konkrete Antwort: den
demokratischen Sozialismus von Chávez: Es gibt keine genauere Form, um
den grossen Gegensatz zwischen dem Norden und dem Süden unserer Hemisphäre
zwischen den Ideen von Bolivar und Monroe auszudrücken.
Das
grosse Verdienst von Bolivar besteht darin, seine Gedanken verbreitet zu
haben, als keine modernen Kommunikationsmittel und nicht einmal der
Panama-Kanal existierten. Ebensowenig gab es damals den
US-Imperialismus. Es gab lediglich die englischsprachigen Drei Kolonien,
die sich vereint 1776 mit Hilfe von Frankreich und Spanien unabhängig
gemacht hatten.
Als
ob er Jahrhunderte vorausschauen konnte, verkündete DER BEFREIER 1829:
„Die Vereinigten Staaten scheinen von der Herkunft her dazu bestimmt
zu sein, Amerika im Namen der Freiheit mit Elend zu plagen.“
Hugo
Chávez ist ein venezolanischer Soldat, in dessen Charakter ganz natürlich
die Ideen Bolivars nisten. Es reicht zu sehen, wie sein Denken
verschiedene politische Entwicklungsetappen von einer bescheidenen
Herkunft über die Schule, die Militärakademie, die Lektüre der
Geschichte, die Wirklichkeit seines Landes und die demütigende
US-Vorherrschaft durchlief.
Er
war weder General noch hatte er die bewaffneten Einrichtungen unter
seinem Kommando. Er putschte nie und konnte auch nie putschen, er wollte
und konnte nicht abwarten. Er rebellierte. Er übernahm die
Verantwortung für das, was er tat. Er machte aus dem Gefängnis eine
Schule. Er widmete sich dem Volk und nahm es für seine Sache ein, als
er außerhalb der Macht stand. Er gewann die Wahlen mittels einer bürgerlichen
Verfassung. Er schwor auf ein sterbendes Dokument für ein neues Gesetz
der Gesetze. Er schockierte mit Ideen, die von links und rechts befürwortet
wurden und begann die Bolivarische Revolution unter den schwierigsten
subjektiven Bedingungen ganz Lateinamerikas.
In
zehn Jahren seit seiner Präsidentschaft im Lande hat Chávez nie aufgehört,
Ideen innerhalb und außerhalb seines Heimatlandes unablässig zu
verbreiten.
Keine
ehrbare Person kann daran zweifeln, dass in Venezuela eine wirkliche
Revolution ihren Lauf nimmt, und dass sich da ein außergewöhnlicher
Kampf gegen den Imperialismus entwickelt.
Hervorzuheben
ist, dass Chávez keine Minute ausruht. Er kämpft innerhalb Venezuelas.
Gleichzeitig reist er systematisch in die Hauptstädte der Länder
Lateinamerikas und in die wichtigen Länder Europas, Asiens und Afrikas.
Stunde für Stunde gibt er Meldungen an die einheimische und
internationale Presse. Er umschifft dabei aus Furcht nicht ein einziges
Themenfeld. Er wird mit Respekt von den wichtigsten internationalen Persönlichkeiten
der Welt angehört. Er macht korrekten und wirksamen Gebrauch von der
real vorhandenen Kraft seines Heimatlandes als eines Landes, welches die
größten Reserven an Erdöl im angenommenen Wertmassstab besitzt. Dazu
kommt dann gleichfalls hohes Gasvorkommen. Und er erarbeitet ein
landesweites und internationalistisches Programm, welches keine Vorgänger
hat.
Als
er ein Abkommen zur Zusammenarbeit zwischen Gazprom Russlands und PDVSA
Venezuelas für die Erschließung von Kohlenwasserstoffen unterzeichnet,
bildet er ein Konsortium auf diesem Gebiet, dass weltweit nicht
seinesgleichen hat. Seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China,
Russland, Ländern Europas und anderen hinsichtlich reichhaltiger
Naturreichtümer Lateinamerikas und Afrikas erzeugt Befreiungskräfte,
um zu einer multipolaren Welt zu kommen. Er schließt die Vereinigten
Staaten nicht von der Energiebelieferung und dem Handelsaustausch aus.
Das ist eine objektive und ausgewogene Konzeption.
Er
konzipiert für sein eigenes Heimatland eine sozialistische Revolution,
ohne wichtige produktive Faktoren auszuschließen.
Für
unser Heimatland Kuba in diesem historischen Moment voller Rückschläge
durch die Naturgewalt und die verbrecherischen Machenschaften des
dekadenten Imperiums USA ist es ein wahres Privileg, auf die Solidarität
von Chávez setzen zu können. Nie zuvor war ein so
internationalistischer und solidarischer Ausruf zu hören wie jener, den
er unserem Volke widmete: „Der Boden von Venezuela ist auch Dein
Boden!“
Um
jeden Preis versuchte der Imperialismus, ihn zu beseitigen oder auszulöschen.
Ohne daran zu denken, dass sein Tod eine Katastrophe für Venezuela und
für die Wirtschaft und die Stabilität aller Regierungen Lateinamerikas
und der Karibik sein würde.
Meine
Unterhaltungen mit ihm sind von dem Gesichtspunkt gekennzeichnet, dass
ich unterstreiche, dass in diesem Moment ist es das Wichtigste,
Venezuela vor der bestialischen Politik der Regierung der USA zu retten.
Während seines letzten Besuches diskutierten wir die Größe der
Unterstützung, die er uns bereits entgegengebracht hat und noch
entgegenzubringen wünscht. Und wir diskutierten unseren Vorschlag, dass
er das Größtmögliche der machbaren Reserven in der Schlacht im
Inneren konzentrieren möge, die heute gegen die Medienoffensive und die
in vielen Jahren vom Imperialismus ausgesäten bedingten Reflexe
stattfindet.
Von
jetzt an bis zum 23. November 2008 (Wahltag in Venezuela - J. Bohlke)
ist die ablaufende Schlacht von großer Transparenz. Wir wünschen
nicht, dass die Unterstützung Kubas als Vorwand genommen wird, um auf
die Bolivarische Revolution einzuschlagen. Die 92 zum Aufbau von Wohnstätten
in Pinar del Rio entsandten venezolanischen Bauarbeiter der
Sozialistischen Brigaden Freiwilliger Arbeit bilden alle ein Symbol
unserer Epoche.
Sehr
bedeutsame Momente wurden durchlebt. Die Volksbefragung zur Annahme der
neuen Verfassung in Ekuador hat großen Widerhall. Chávez beriet sich
am Montag in Brasilien mit dem Präsidenten Lula. Heute Abend gibt es
eine Fernsehdebatte zwischen Obama und McCain. Das sind alles wichtige
Nachrichten.
Darum
will ich diese Zeilen nicht bis Montag warten lassen, schon weil Chávez
am morgigen Samstag in sein Heimatland zurückkommt und am Sonntag
wieder zu seinem Volk sprechen wird. Er verwendet stets etwas aus meinen
gedanklichen Zeilen in seinem Kampf.
Fidel
Castro Ruz
26.
September 2008
17:56
Uhr
Quelle:
Tribuna Popular
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