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KP
der Philippinen /CPP)
gedenkt
Genossen Billy Berana (Ka Toklai / Ka Ebyong)
DIE
LETZTE MUTIGE AKTION
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Mitteilung
der Kommunistischen Partei der Philippinen vom 1. Februar 2011. (auf
Kommunisten-online am 9. April 2011) – Billy Berana oder Genosse
„Ka Toklai“ (auch bekannt als „Ka Berka“, „Ka Ebyong“, „Ka
Goyot“, „Ka Zero“ und unter vielen anderen Untergrund-Namen) gab
tapfer sein Leben, um seine Mitkämpfer zu retten. Er gibt uns ein
Beispiel des Heldentums und der Selbstlosigkeit des aufrechten Volkskämpfers.
Er war der verkörperte Revolutionär, der im Dienste des Volkes mit
ganzem Herzen lebte und starb. Er hatte den größeren Teil seines
Lebens den Lumaden und den bäuerlichen Volksmassen gewidmet, den Härten
getrotzt, in den schwierigsten Situationen praktische Lösungen und
Humor vermittelt. Er war 44 Jahre alt, als er sein Leben von nahezu 30
Jahren in der revolutionären Bewegung verlor.
Er
war ein ausgezeichneter Organisator. Durch seine Führungseigenschaften
und präzise Massenarbeit waren die Genossen imstande, eine relativ
breite Massenbasis in den Provinzen Compostela Valley und Cotabato sowie
in Bukidnon, Davao und Sarangani im Süden und im Äußersten Süden
sowie im Zentrum von Mindanao aufzubauen. Er war der „Pionierkönig
von Nord-Cotabato“, der in viele bis dahin unerreichte Gebiete im
letzten Jahrzehnt vorstieß und dabei unorthodoxe Methoden anwendete.
Als sehr schöpferisches Naturtalent konnte er als Lumade, Bauer,
Student, Pastor, letzter Gerichtsdiener, Fischverkäufer, behindertes
Opfer der Polyomelitis usw. in Erscheinung treten. Er konnte außerdem
so viele Dialekte sprechen und den Akzent der Volksmassen vor Ort im
Gebiet annehmen. Ein Mal, um in die gegnerischen Gebiete von
Nord-Cotabato vorzudringen, posierte Ka Toklai ganz einfach als ein
Teenager-Mädchen auf der Suche nach ihren Verwandten und konnte auf
diese Weise Kontakte knüpfen und Bauerngruppen organisieren, die später
potentiell der Anfang der neuen Massenbasis der revolutionären Kräfte
waren. Er war ein revolutionäres Chamäleon, der seine Umgebung so
vollendet zu blenden verstand. Seine wahre Identität war stets bis ganz
zum Schluß unbekannt. Der Gegner bekam nie zu erfahren, wer er war. Bis
zum Zeitpunkt seines Todes.
Und
wie sehr das Volk ihn liebte! Wo auch immer er hinkam, Ka Toklai wurde
wie ein Sohn, ein Bruder oder ein Freund aufgenommen. Die Menschen
liefen ihm zu, um ihre vielfältigen Probleme zu lösen:
Auseinandersetzungen um den Boden, Arbeitsbedingungen, Auslegungen der
Gesetze, medizinische Probleme und bis hin zu Eheproblemen. Kleine
Kinder mochten seine Nähe und wollten gerne Freundschaft mit ihm schließen,
fühlten sich wohl bei ihm und hatten Spaß mit ihm. Bei vielen
Gelegenheiten rettete er Waisenkinder aus der Hungertragödie und fand
eine neue Heimstätte für sie. Er selbst kam aus einer armen
Bauernfamilie. Ka Toklai würde jeden daran erinnern, daß „wenn auch
Armut eine Wirklichkeit ist, mit der wir zu leben haben, müssen wir uns
stets um die Kinder kümmern, vor allem um die Kinder von Bauern.“
Während
er fürsorglich und voller Zuwendung für die Kinder war, steckte in Ka
Toklai stets der mutige kommunistische Kämpfer, welcher an vielen
taktischen Angriffen gegen den Feind teilnahm oder solche Angriffe
einleitete. Seine langjährige Erfahrung als Guerrillakämpfer sowie
sein scharfer analytischer Verstand und seine stets zielgerichtete harte
Massenarbeit waren wichtige Bestandteile für den Erfolg vieler
taktischer Angriffe, darunter die erfolgreichen Sturmangriffe in Magpet
und in Dangcagan und Quezon, in der Provinz Bukidnon von 2005 bis 2007,
und auch die Entwaffnungseinsätze in Malita in der Provinz Davao del
Sur.
Trotz
eines chronischen schmerzvollen Rückenleidens, einer Harnwegsinfektion,
einer Dauererkältung namens Sinusitis und immer wieder nicht näher
diagnostizierter Krankheitsanfälle meldete sich Ka Toklai nie krank.
Seine Energie war absolut grenzenlos. Seine Begeisterung war stets
ansteckend. So ansteckend, daß seine Frau und seine drei
herangewachsenen Söhne sich ebenfalls der revolutionären Bewegung
anschlossen und und ihr Bestes für die revolutionäre Arbeit gaben. Er
festigte ständig seine Familienbande und vertiefte innerhalb seiner
Familie das Verständnis für die Revolution. Er lehrte seiner Umgebung
ständig den Wert der Arbeit für den Kampf des Volkes. „Kasamang
Derpa“ seine Kinder sollten stets voller Liebe von ihm und seinen
„Eskapaden“ sprechen, wo sie selbst Revolutionäre sind, deren
Einsatz für die Sache der Revolution ein Leuchtfeuer für viele
revolutionäre Familien in der Region geworden ist. „Bilib man gyud mi
sa iya, bisan sa iyang pagkaamahan („Wir sind stolz auf unseren
Vater“). Dies textete einer seiner Söhne für das Volk, welches in
seine Fußtapfen trat.
Bei
all seiner Leistungen blieb Ka Toklai ein bescheidener Revolutionär.
Stets war er offen für Kritik und Anregungen. Seine Fehler und Mängel
gab er einfach zu und bemühte sich sehr darum, sie abzustellen. Auch
war er ein guter Zuhörer bei jungen und älteren Menschen. Er verfügte
über die Eigenschaft, über sich selbst lachen zu können. Seine
Herzlichkeit und sein ausgeprägter Humor machten scheinbar Unmögliches
möglich. Er hatte keine Laster, keinen Luxus, keine Launen, keine
Hinterhältigkeiten. Er war einfach Genosse Ka Toklai, der hart
arbeitende, lustige, bäuerliche Revolutionär, welcher sein Leben für
uns alle gab und für immer in unseren Herzen als unser geliebter Held
und unser großartiges Vorbild weiterleben wird.
Quelle:
E-Mail der KP der Philippinen an die Redaktion
Weitere
Informationen:
http://www.philippinerevolution.net/ |