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Lehren
aus dem Klassenkampf und -streik der Massen
DER
SCHUTZ DES KAMPFES DURCH PAME BLOCKIERTE DEN ORGANISIERTEN PLAN DER
PROVOKATION
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Athen,
1. Juli 2011, KKE-Website. (auf
Kommunisten-online am 4. Juli 2011) – Die Kommunistische
Partei Griechenlands (KKE) prangert vor dem griechischen Volk den Plan
der Provokation an, welcher den Kampf der Volksmassen auf die Probe
stellte.
Wie
auf der Titelseite von „Rizospastis“, dem Organ des ZK der KKE
geschrieben steht: „Die Regierung benutzte die Bewegung der „empörten
Bürger“ auf dem Syntagmaplatz, dem Platz der Verfassung, an welcher
sich normale Menschen aus dem Volk beteiligen, als Gegenmittel zu den
Streiks, die sie als gewalttätig bezeichnet, während sie „die empörten
Bürger“ mit dem Etikett einer Form des friedlichen Kampfes versieht.
Der
Plan war da für die Schaffung einer Situation. Dazu erhielten wir diese
Information vor dem 48-Stunden-Streik. Einer Situation, wo vermummte
Einzelpersonen, Gruppen organisierter Fußball-Hooligans, gedungene Schläger
aus dem Rotlichtmilieu und andere Einsatzmittel in die
Auseinandersetzung mit PAME kommen sollten. Dies angeblich aus
ideologischen Gründen.
Auf
diese Weise hätte die Polizei die Möglichkeit, unter Verweis auf diese
Auseinandersetzungen als eine da „zwangsläufige“ Entscheidung das
Volk mit Unterdrückung abzuschlachten. Sie wollten PAME mit dieser
Gewalttätigkeit gleichsetzen und damit vorführen, dass die normalen
empörten Menschen die klassenkämpferische Bewegung, die Parteien und
vor allem die KKE nicht wollen.
Am
8.9.2002 veröffentlichten wir in der Sonntagsausgabe von „Rizospastis“
einen Artikel mit der Überschrift „Europas beste Praxis für den
Einsatz von Informanten“. Dieser Artikel zeigte die Pläne von Europol
für die Schaffung und das Unterlaufen von Demonstrationen auf Befehl
hin auf. Dies gilt genauso gut für die griechische Polizei.
Enthüllende
Video-Dokumente
Es
muß darauf hingewiesen werden, dass die Parlamentsgruppe der KKE eine
Anfrage an die Regierung richtete, die folgenden Inhalt zum Ausdruck
bringt: „Es wurde ein Video in vielen Medien gezeigt. Dieses Video
zeigt einzelne Personen, die mit Eisenstangen bewaffnet
Auseinandersetzungen mit der Bereitschaftspolizei führen und später
dann noch immer bewaffnet mit den Eisenstangen in Begleitung der
Bereitschaftspolizei in den Hof des Parlamentsgebäudes gehen.
Dieses
enthüllende Ereignis ist bezeichnend für die Beziehungen zwischen den
Einsatzmitteln, die in den Sicherheitsdiensten und bei den Elementen mit
Beteiligung bei gut bekannten Episoden wirksam werden.“
Aufgrund
des oben genannten Inhalts fragen die Parlamentsmitglieder der KKE den
zuständigen Minister, ob die Regierung über diesen besonderen
Zwischenfall bescheid wusste, und ob sie das Parlament und das Volk
dementsprechend hinsichtlich der genannten Ereignisse dahingehend
informieren wird, welche Maßnahmen sei ergreifen wird, um die Tätigkeit
von Unterdrückungsmechanismen gegen die organisierte Volksbewegung zu
beenden.
Pressekonferenzen
der Generalsekretärin des ZK der KKE
Am
30. Juni 2011 gab Genossin Aleka Papariga, Generalsekretärin des ZK der
KKE, eine Pressekonferenz, wo sie u.a. folgendes äußerte:
„Wir
prangern den organisierten, gut durchdachten sowohl politischen als auch
operativen Einsatzplan der Regierung für diese beiden Tagen im
Besonderen an. Die Generalprobe fand im Zeitraum des Memorandums statt,
insbesondere für die beiden Tage des 48-Stunden-Streiks.
Was
war das Ziel dieses Plans? Das politische Ziel ist einerseits ein
Erschrecken der Volksmassen angesichts der unmittelbar bevorstehenden
oder nicht bevorstehenden 5. Zahlungsrate aus dem Darlehen, und um auf
diese Weise Angststimmung im Volk zu erzeugen, damit die Menschen jede
Forderung aufgeben und nicht Widerstand leisten sollen, weil sonst
Griechenland verloren wäre. Andererseits war der operative Teil dieses
politischen Einsatzplans das Schaffen von Bedingungen für die
Massenbewegung der Arbeiterklasse und des Volkes, um diese
Massenbewegung der Arbeiterklasse und des Volkes zu zerschlagen und vor
allem den Streik als eine Kampfform anzugreifen.
Wir
müssen dazu sagen, dass es den Beweis und das Video gibt, mit jenen berüchtigten
Provokateuren und anderen Einsatzmitteln, den Schlägern, den
Gewerkschaftern von der extremen Rechten, welche von und durch
Wirkmechanismen der Polizei organisiert zu sein und zu werden scheinen.
Natürlich besitzt der bürgerliche Staat diese Dinge. Und er ist sich
sehr bewusst des Vorhandenseins von anderen privaten Einsatzmitteln und
Dienstleistungen. Es gibt da nicht nur staatliche und para-staatliche
Einsatzmittel. Und der bürgerliche Staat will nicht diese anderen
Einsatzmittel offenlegen. Denn wenn man so will, sind diese Einsatzmöglichkeiten
für ihn nützlich.
Die
Regierung machte folgendes: Sie nutzte die vieltönende und zugleich
hohle Bewegung der empörten Bürger auf dem Syntagmaplatz, dem Platz
der Verfassung. Natürlich ist das dort eine Veranstaltung, die ganz
normale Menschen dazu trieb, sich an ihr zu beteiligen. Menschen aus dem
Volk, die wirklich sehr empört sind. Die es nicht mehr aushalten können.
Und sie von der Regierung benutzten diese empörten Bürger beim
Vorgehen gegen die Streikdemonstrationen. Wir hörten bis zum Überdruss
in diesem Zeitraum des Streiks, dass „Syntagma“ eine friedliche
Kampfform darstellt, während alle anderen Kampfformen als gewalttätig
betrachtet werden.
Dieser
konkrete Plan, über den wir vor dem zweitägigen Streik Informationen
hatten, bestand in folgendem. Im Wissen, dass am Tag des Generalstreiks
die Demonstrationsmärsche alle auf dem Syntagmaplatz enden, hatte
dieser Plan das folgende Ziel: Die Schaffung einer Situation, wo die
„empörten Bürger“ - in Anführungszeichen - mit PAME in Konflikt
geraten würden. Die vermummten Personen und die anderen Einsatzmittel,
von ihnen da benutzte Gruppen von Fußball-Hooligans, gedungene Schläger
aus dem Rotlichtmilieu und etliche andere Elemente sollten aus angeblich
ideologischen Gründen mit PAME in Konflikt treten und auf diese Weise
der Polizei die Gelegenheit verschaffen, auf den Syntagmaplatz
vorzudringen, um das Volk dort abzuschlachten. Dies im Namen des
Vorbeugens eines Kampfes zwischen den verschiedenen rivalisierenden
Teilen. Und so, dass die Unterdrückung als etwas dargestellt werden könnte,
was nicht in den Absichten der Polizei gewesen wäre, sondern eine den
Einsatzkräften der Polizei aufgezwungene Entscheidung wäre.
Sie
wollten PAME mit Gewalttätigkeit auf diese Art gleichsetzen und darüber
hinaus zeigen, dass die normalen empörten Bürger die klassenkämpferische
Bewegung, die Parteien und vor allem die KKE nicht wollen. Um im
Klartext eine Auseinandersetzung zwischen den normalen empörten Bürgern
und PAME vorzuführen oder gewissen linksgerichteten Intellektuellen und
„Salonphilosophen“ die Möglichkeit zu geben zu schreiben, dass wenn
PAME Blutvergießen vermeidet, PAME zum System gehört. Wir wussten von
diesem Plan. Und wir informierten unsere Kräfte innerhalb von PAME. Und
wir mussten damit umgehen. Im Grunde hatten wir zu entscheiden, ob wir
das Recht für uns alle auf unser Vorhandensein auf dem Syntagmaplatz
geltend machen, oder ob wir uns für den Plan der Regierung entscheiden.
Der
Erfolg des Massenstreiks beginnt nicht zum Zeitpunkt der
Streikmobilisierung, sondern er beginnt um Mitternacht mit den
Streikposten an den Arbeitsstellen und in den Häfen. Die
Massenbeteiligung und das große Ausmaß der Demonstrationen von PAME
ist der beste Weg für die Arbeiterklasse, und das sage ich ganz
allgemein, um zu zeigen, dass diese Massenbewegung die Stärke und die
Waffen hat, und sie muß das System mit diesen Dingen bekämpfen. Mit
dem Streik, der Organisiertheit, der Politisierung, und da nicht in die
Falle zu gehen und die Waffen zu verwenden, welche für den Gegner nützlich
sind.
Wir
sagten es gestern im Parlament, und wir wiederholen es heute. Wir wissen
sehr gut, wie man sich mit den Provokateuren und den Einsatzmitteln der
Polizei auseinandersetzt. Wir sind alle nicht ängstlich. Aber es liegt
in unserem Interesse, diese Pläne nicht zu füttern. Und natürlich
werden wir mit dieser Sache weiterhin umgehen. Vor allem muß die
Provokation aufgezeigt werden. Von hier aus muß das Volk selbst
entscheiden, mit wem und wie jeder Mensch aus dem Volke demonstrieren
will. Und dabei kann es keinerlei in Szene gesetzte „Türsteher“
geben.
Wir
liefern Euch ein schriftliches Dokument als Beweis für die
organisierte, geplante und einstudierte Provokation. Wir möchten mit
diesem Dokument den Parteien antworten, die im Parlament, als wir die
Provokationen im Jahr 2008 aufzeigten, sagten, dass wir krank wären,
und dass wir überall Verschwörungen sehen würden, und dass wir die
Initiative des Volkes nicht anerkennen würden, und sogar die revolutionären
Rolle der Vermummten.
Am
8.9.2002 enthüllte die Sonntagsausgabe von Rizospastis ein amtliches
Dokument von Europol mit dem Titel „Europas beste Praxis beim Einsatz
von Informanten“, welches von „Rizospastis“ gut beschrieben wird
und ein Handbuch für den Provokateur ist. In diesem Dokument wird
deutlich, dass die Schaffung von Informanten und Provokateuren
„legitimiert“ ist. In Griechenland sind die Informanten und die
Provokateure Kommunikationskanäle selbst mit dem organisierten
Verbrechen. Und in der Tat vermerkt das Dokument ganz charakteristisch:
„Ein Informant ist eine einzelne Person, die ein Objekt darstellt,
welches vertraulich eingesetzt wird, und welches Information liefert
und/oder Hilfestellung für die zuständigen Behörden leistet.“
Ich
merke an, wenn es nur dies wäre, dann könnten sie sich selbst
rausreden, dass sie angeblich nur an organisiertem Verbrechen
interessiert wären. Allgemein sagen sie, dass einem Informant erlaubt
ist, an einem Verbrechen teilzunehmen, welches andere bereits begehen
wollen. Teilzunehmen! Die Information wird nicht benutzt, um das
Verbrechen zu verhindern, denn wenn man so will, dann könnte der
Informant mithelfen, das Verbrechen zu verhindern. Und tatsächlich soll
er dementsprechend behandelt werden, wenn er festgenommen wird. Und es
gibt Polizisten mit Vermummung und mit Befehlen zum Unterlaufen. Jetzt
aber, welche Beziehung hat das organisierte Verbrechen mit den
Demonstrationen? Diese Beziehung scheint so weit zu reichen, wie da die
Regierung betroffen ist.
Also
wenn sie solche Gesetze und Durchführungsbestimmungen durchgestimmt
haben, wenn solide Beweislage vorhanden ist, und wenn wir damit
Erfahrung haben, - haben wir dann nicht das Recht, die Regierung
anzuklagen, verantwortlich für diesen organisierten Plan zu sein? Nun
denn, wenn da ein paar junge unschuldige und unerfahrene Kinder abgeführt
werden, dann ist genau dies die Rolle des Provokateurs: Unschuldige
Menschen in die Provokation zu verstricken, vor allem junge Menschen.
Das
Volk muß sich nicht diesem Terrorismus fügen
Und
von diesem Standpunkt aus rufen wir die Arbeiter dazu auf, mit allen
Kampfformen weiterzumachen, weil sie es selbst begreifen. Und darüber
hinaus müssen sie sich dem Terrorismus hinsichtlich des Bankrotts nicht
fügen, denn der Bankrott ist auf jeden Fall bereits geschehen. Sie müssen
die Verleumdungen gegen die klassenkämpferische Arbeiterbewegung nicht
hinnehmen.
Jedenfalls
haben wir bereits diese Einsatzmittel ganz besonders im Jahr 2008
angeprangert. Und an jenem Tag im Mai 2010, als drei unschuldige
MARFIN-Beschäftigte ermordet wurden. Wir hatten den Einsatz von Gruppen
von Fußball-Hooligans angeprangert, den Einsatz von rechtsextremen
Elementen angeprangert, welche ihr Ziel darin hatten, die Entwicklung
der Massenbewegung zu verhindern. Die KKE und jene Gewerkschaftskräfte
und Gewerkschaften haben auf eine äußerst zugespitzte Weise in all
diesen Jahren aufgezeigt, was die EU, Maastricht, die Krise usw.
bedeutet.
Es
ist offenkundig, dass es neue Gesetze und neue Maßnahmen geben wird.
Die Krise wird sich vertiefen. Und was wir Bankrott nennen, wird zu 100%
vom Volk gezahlt werden, wofür das Volk keine Verantwortung hat. Wir
sind der Auffassung, dass das Volk bald die radikale Veränderung suchen
muß, auf die Abschaffung der Macht der Monopole aus sein muß. Um das
als ein Ziel zu haben, und es nicht als ein „zweites kommendes“ Ziel
zu haben, legt die KKE so schnell wie möglich ihren Vorschlag vor, was
allgemein von Bedeutung ist und nicht nur die Kommunisten angeht, und
zwar für den Kampf der Arbeiterklasse und die Volksmacht. Diese alle
sind von Bedeutung. Aber der alltägliche Kampf, der Versuch des Erkämpfens
einer Errungenschaft und diesen Niedergang zu stoppen, wird nicht von
einer Bewegung ohne diese Strategie erreicht werden. Sie wird sonst eine
große Niederlage erleiden und in einen schwerwiegenden Rückzug laufen,
welcher viele Jahre andauern wird.
In
Verurteilung der Regierung muß ich sagen, dass wir überhaupt keine
Hoffnungen haben, dass die Wahrheit aus den Disziplinarausschüssen usw.
herauskommen wird. Weil da das Einzige, was die Regierung tun könnte,
ihr Rücktritt ist. Und genau das wird sie nicht tun.
Im
Gegenteil, anstatt über den Dreck zu reden, welcher innerhalb des bürgerlichen
Staates existiert, ist sie interessiert daran, faule Referenden durchzuführen,
um das Volk zu verspotten mit dem Gesetz über Haftbarkeit von
Ministern, und mit der Verkleinerung des Parlaments. Solche Dinge,
selbst wenn sie vollendet durchgeführt werden, wären nichts weiter als
eine Kulisse, um dahinter den Gestank zu verbergen, der in den kommenden
Jahren noch zunehmen wird.“
Quelle:
http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-07-01-info
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Aus
"Socialist
Voice"
(Monatszeitung
der Kommunistischen Partei Irlands)
EINE
KAMPFRICHTUNG ZUR ÜBERWINDUNG DES KAPITALISMUS
von
Elisseos Vagenas,
Mitglied
des ZK der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE),
zuständig
für die Abt. Internationale Verbindungen des ZK der KKE
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Athen,
30. Juni 2011, KKE-Website. (auf
Kommunisten-online am 4. Juli 2011) – Dieser Artikel wurde
während des 48-stündigen landesweiten Generalstreiks vom 28. und 29.
Juni 2011 in Griechenland verfaßt. Der Generalstreik erfaßte alle
Arbeitsstellen. Die Streikdemonstrationen der Kampffront Aller Arbeiter
(PAME), welche alle klassenkämpferischen Gewerkschaften vereint, haben
ein bisher unübertroffenes Ausmaß erreicht.
Die
Demonstrationen und Massenproteste von PAME unterscheiden sich von den
Veranstaltungen der kompromittierten gelben opportunistischen
Gewerkschaftsführungen von GSEE im privaten Wirtschaftsbereich und
ADEDY im öffentlichen Dienst. Dies nicht nur durch die massenhafte
Beteiligung der arbeitenden Volksmassen, die Kampfbereitschaft der
Volksmassen und die Maßnahmen für ihren Schutz, sondern auch durch die
Tatsache, daß sie nicht einfach nur darauf abzielen, das neue
"Paket" gegen das Volk gerichteter Maßnahmen zu blockieren,
sondern daß sie die Notwendigkeit ausdrücken, in die vollständige
Auseinandersetzung mit der EU und der kapitalistischen Ausbeutung
insgesamt zu kommen.
Im
Gegensatz zu den Demonstrationen der sogenannten "empörten Bürger",
die den sogenannten "neutralen" und dabei irreführenden
Spruch "Diebe, Diebe" am Parlament laut rufen, lautet der in
den Massendemonstrationen von PAME vorherrschende Sprechchor: "Kein
Rädchen kann sich ohne die Arbeiter drehen. Arbeiter, du kannst es ohne
die Bosse machen!"
Die
Kampfrichtung der kommunistischen Partei und der klassenkämpferischen
Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung wird zunehmend von Bedeutung unter
den gegenwärtigen Bedingungen, wo das griechische Volk die Folgen der
kapitalistischen Krise durchlebt, was Massenarmut,
Massenarbeitslosigkeit und Elend für die Familien der arbeitenden
Volksmassen mit sich bringt, und wo die Regierung der PASOK zusammen mit
der EU und dem IWF ein brutales gegen das Volk gerichtetes Programm mit
der Zielstellung durchsetzen, den Preis der Ware Arbeitskraft zu
verbilligen und die Konkurrenzfähigkeit und Profite des Kapitals zu erhöhen.
Die
Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) hob vom ersten Moment an
hervor, daß die kapitalistische Krise, welche das griechische Volk
durchlebt, die Verschärfung des Hauptwiderspruchs zwischen dem
gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der Arbeit einerseits
und der privatkapitalistischen Aneignung ihrer Ergebnisse andererseits
zum Ausdruck bringt. Darüber hinaus kämpfte sie gegen die irreführende
Kampagne, welche da behauptet, daß die Regierung der PASOK angeblich
unterwürfig dem IWF oder den ausländischen Mächten gegenüber wäre,
wobei sie offenlegte, daß das gegen die Arbeiterklasse gerichtete
Memorandum die konkreten Entscheidungen der griechischen Bourgeoisie bezüglich
Bündnissen zum Ausdruck bringt, welche ihre Profite unter diesen
besonderen Bedingungen absichern.
Die
KKE hat die sozialdemokratischen und opportunistischen Standpunkte
widerlegt, welche von den Kräften der sogenannten Europäischen
Linkspartei (ELP) sowie anderen Kräften verbreitet werden. Das sind
Standpunkte, die die Ursachen der Krise der neoliberalen Verwaltung des
Systems zuschreiben, weil sie das Wirken der Gesetze der
Ausbeuterordnung verbergen. Sie verbergen, daß die Krise unabhängig
vom sozialdemokratischen oder liberalen Verwalten des Systems ausbricht,
und zwar durch die Verschärfung der Widersprüche des kapitalistischen
Systems. Seiner Anarchie und seiner Ungleichheit, die die
kapitalistische Produktion kennzeichnen. Seiner Überakkumulation des
Kapitals, welches in der Periode des wirtschaftlichen Wachstums
entsprechend der Ausbeutung der Arbeitskräfte akkumuliert wurde und
keinen Ausweg finden kann, der eine hohe Profitrate sichert.
Über
die letzten beiden Jahre hat es Klassenkämpfe mit vielen Gesichtern
gegen den Angriff des Kapitals, die gegen das Volk gerichtete Politik
der liberalen Regierung von ND zuvor und der sozialdemokratischen
Regierung heute gegeben. Dies wird von den anderen bürgerlichen
politischen Kräften und den unterwürfigen Führungen der regierungs-
und unternehmergeführten Gewerkschaftsbewegung unterstützt.
Mehr
als 20 landesweite Generalstreiks sind erfolgreich im Zeitraum 2010-2011
organisiert worden. Gleichfalls gab es Serien von Streiks auf Branchen-
und Betriebsebene, Massendemonstrationen, Besetzungen öffentlicher Gebäude
und auch anderer Gebäude, Massenkämpfe mit Beteiligung von
hunderttausenden Arbeitern und Menschen aus der Volksbewegung.
Die
KKE und PAME, die klassenkämpferische Arbeiterbewegung, die von unserer
Partei in den Bewegungen der Bauern, der Selbständigen, der Frauen und
der Jugend unterstützt werden, haben eine Führungsrolle in diesen
Massenkämpfen gespielt.
Die
Kampfrichtung der KKE und der klassenkämpferischen Massenbewegung hat
einen besonderen Beitrag in der Auseinandersetzung mit dem Kapital und
der gegen das Volk gerichteten Politik geleistet, wie dies von Beginn an
klargestellt worden ist. Daß die Krise, das Defizit und die
Verschuldung ein Produkt der kapitalistischen Entwicklung und der
Strategie sind, die die Gruppen der Monopolbourgeoisie unterstützt. Und
daß die Arbeiter dafür gar nicht verantwortlich sind. Immer mehr
arbeitende Menschen begreifen diese Tatsache heute, wenn sie den Stand
der Schulden von 350 Milliarden Euro mit den Einlagen der griechischen
Kapitalisten vergleichen, welche in der Schweiz 600 Milliarden Euro
ausmachen.
Immer
mehr arbeitende Menschen verlassen die bürgerlichen Parteien PASOK und
ND. Sie öffnen ihre Augen für die Einschätzungen und die Vorschläge
der KKE, denn den Kommunisten wird von den Entwicklungen klar recht
gegeben. Die KKE hat die Regierung und die EU angeprangert, weil sie das
Volk damit erpressen, daß die Regierung die 5. Zahlungsrate aus dem
Darlehen nicht erhalten wird, wenn den neuen gegen die Arbeiter
gerichteten Maßnahmen nicht zugestimmt wird.
Die
Kommunisten in Griechenland unterstützen mit aller Kraft, daß es die
Herrschenden sind, die für die Krise zahlen müssen, weil nur sie für
die Krise verantwortlich sind. Gleichzeitig vertritt die KKE die
Auffassung, daß der Kampf um jedes Problem des Volkes sich von der
Richtung her zum Organisieren, Zusammenführen und Vorbereiten der
umfassenden Klassenkräfte der Volksmassen und der Arbeiterbewegung
entwickeln muß. Dies nicht nur zum Schaffen besserer Bedingungen für
den Verkauf der Ware Arbeitskraft, sondern auch zur Überwindung der
Ausbeuterordnung, um damit den Weg für die Volksmacht und die
Volkswirtschaft, für den Sozialismus freizumachen.
Quelle:
http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-06-30 |