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Honduras:
Polizei
verschleppt Schwerverletzte aus Krankenhäusern
PARANOIDE
ÜBERGRIFFE DES PUTSCHREGIMES AN DEMONSTRANTEN
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas,
25. September 2009, Tribuna Popular TP. - Jessica Sánchez
hinterließ uns mit ihrer bei unserer Redaktion eingegangenen Mitteilung
ein Zeugnis, welches klar das paranoide Vorgehen des Terror-Regimes in
Honduras belegt. Die Putschisten verfallen dort immer mehr auf
Folterungen und Gräueltaten gegen das honduranische Volk wegen der
schlichten Tatsache, dass das honduranische Volk für die Demokratie und
die Wiedereinsetzung des verfassungsmäßigen Präsidenten von Honduras,
Manuel Zelaya, kämpft und dabei verfassungsmäßig handelt.
Liebe
Freunde,
Ich
komme aus dem Krankenhaus und bringe meine Geschwister mit, die von der
Polizei nach dem Protestmarsch festgenommen und brutal
zusammengeschlagen wurden, wobei sie immer wieder angebrüllt wurden,
dass sie so endlich lernen sollten, nicht auf Protestmärsche zu gehen,
und dass Mel* sie nicht von der Prügel erlösen würde. Einer meiner
beiden Brüder im Alter von 21 Jahren hat die Lungen aufgeschwollen von
den Schlägen, meinem anderen Bruder brachen sie beide Hände, so dass
er an der einen Hand einen Bruch und an der anderen Hand vier Brüche
hat. Möglicherweise muss er operiert werden, was wir aber erst am
Montag erfahren werden.
Sie
nahmen etliche Genossinnen aus frauenrechtlerischen Kreisen im
Widerstand fest und machten sie wieder los, als sie deren Ausweis von
der Beobachtungsstelle für die Menschenrechte der Frauen sahen. Mir
erscheint die Tatsache unglaublich, dass die Polizei in der Mehrzahl
junge Menschen aus dem Krankenhaus mitnimmt. Sie gehen wie Petrus durch
ihr Haus, und niemand sagt jemandem von ihnen etwas. Meine Brüder und
einen weiteren Genossen haben sie nicht mitgenommen, weil ich mich als
Frauenrechtlerin im Widerstand auswies. Da gingen sie weg. Aber noch
bevor ich ankam, hatten sie zwei junge Schwerverletzte mitgenommen.
Alle
zwei Stunden gehen sie in die Krankenhäuser, um nachzuschauen, wen sie
mitnehmen. UND DIES DÜRFEN WIR NICHT ZULASSEN! Das Rote Kreuz glänzt
mit seiner Abwesenheit. Es gibt Krankenschwestern und Genossen aus dem
Widerstand im Krankenhaus, die uns sehr geholfen haben. Dank an Meli, an
Maria Virginia, Pavel, Carlos und Mina für ihre solidarische Unterstützung.
Ich bin sehr sehr entrüstet und kann nur daran denken, diese Tatsache
anzuprangern.
NEIN
ZU DEN POLIZISTEN IN DEN KRANKENHÄUSERN!
Ich
umarme Euch,
Jessica
Quelle:
http://www.pcv-venezuela.org/
Anmerkungen:
*Mel
bedeutet Manuel Zelaya
Hervorhebungen
aus dem Originaltext übernommen.
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Honduranische
Widerstandsfront gegen den Putsch mobilisiert das Volk
WEITER
KÄMPFEN FÜR DIE VERFASSUNG IN 2010
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Tegucigalpa,
30. Oktober 2009, Tribuna Popular TP.-
Der Anführer von „Via Campesina“ und der Widerstandsfront
gegen den Putsch, Rafael Alegría (Foto), feierte die Vereinbarung zur
Wiedereinsetzung von Zelaya in das Präsidentenamt von Honduras. Er
bezeichnete sie als Sieg des Volkes und versicherte, dass die Fahne der
Verfassunggebenden Versammlung weiterhin in 2010 gültig sein würde.
„Wir
sind uns bewußt bei der Verfassunggebenden Versammlung, dass sie nicht
möglich sein wird innerhalb der Präsident Zelaya verbleibenden
Amtszeit bis zum 27. Januar 2010. Aber wir sind völlig sicher, dass wir
die Verfassunggebende Versammlung im Jahr 2010 durchführen werden“,
sagte er der Reporterin von Telesur. Am heutigen Morgen versammelte sich
die Widerstandsfront in den Außenanlagen des Nationalkongresses und drückte
dort auf die Unterzeichnung des Abkommens durch das gesetzgebende Organ.
Dabei dankte Rafael Alegría der internationalen Gemeinschaft, weil sie
ihre Ziele erreicht und die Demokratie in Honduras wiederhergestellt
hat.
„Jetzt
kommt es darauf an, dass der Nationalkongreß nicht wieder darüber
diskutiert, ob Präsident Zelaya wiedereingesetzt wird oder nicht,
sondern lediglich das erreichte Abkommen unterzeichnet“, so Rafael
Alegría. Es wurde daran erinnert, dass der Putsch der Oligarchie und
der Militärs von Honduras vom vergangenen 28. Juni Ergebnis der
Einrichtung einer vierten Abstimmungsurne bei den Wahlen gewesen ist, in
welcher das Land befragt werden sollte, ob eine Verfassunggebende
Versammlung zur Reformierung der Verfassung von Honduras gewünscht ist
oder nicht.
Heute
sind mehr als drei Monate seit dem Putsch vergangen. Dies mit einer
Bilanz an Opfern, darunter hunderte Inhaftierter, Gefolterter,
Zusammengeschlagener und ca. 20 Ermordete. Dennoch ist die
Wiedereinsetzung von Präsident Zelaya in das Präsidentschaftsamt
erreicht worden. Es bleibt klar, dass nur er die Präsidentschafts- und
Parlamentswahlen vom 29. November durchführen kann und sein Mandat am
kommenden 28. Januar 2010 übergibt. Über die Verfassunggebende
Versammlung dabei schon abzustimmen, wurde durch die Unterschrift von
Zelaya selbst abgewiesen, denn dies war der Hauptanlaß des
Staatsstreiches.
Quelle:
http://www.pcv-venezuela.org/
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„Als
Revolutionär werde ich heute, morgen und für immer an der
vordersten Front meines Volkes stehen, wohl wissend, daß
ich mein Leben verlieren kann.”
Walter Trochez, am 13. Dezember 2009 in Tegucigalpa
ermordet |
In
Honduras werden Aktivisten ermordet
AUTOR: Joseph
SHANSKY
Übersetzt
von Einar Schlereth
Quelle:
tlaxcala
Auf
Kommunisten-online am 4. Januar 2ß10 - Die
Leichen erschlagener Aktivisten häufen sich in Honduras. Während
in den meisten honduranischen und internationalen Medien darüber
nicht gesprochen wird, wächst allmählich die Wut in dem
engagierten Netzwerk von Freunden, die bei jeder tragischen
Nachricht von jedem Kamerad/in die Neuigkeit blitzschnell
verbreiten. |
Jetzt,
wo die Welt in den Nachrichten der Mainstreammedien wie der New York
Times von den „sauberen und fairen” Wahlen am 29. November
(inszeniert von der US-unterstützten gegenwärtig an der Macht
sitzenden Junta) gehört hat, hat die Gewalt noch schneller als befürchtet
zugenommen.
Die
besonderen Ziele dieser Morde sind die Leute gewesen, die von dem
Coup-Establishment als größte Bedrohung angesehen wurden. Die
Tapfersten und daher die am meisten Gefährdeten: die Mitglieder des
Widerstandes des Volkes gegen den Coup. Ihre Freunde und Familien.
Leute, die den Widerstand mit Nahrung und Unterschlupf versehen. Lehrer,
Studenten und gewöhnliche Bürger, die einfach die Täuschungen
eines nicht gewählten Regimes erkennen, das ihr Land an sich gerissen
hat. Alle, die mit dem Widerstand in Verbindung stehen, haben konstante
und zunehmende Konsequenzen für ihren Mut, gegen den Coup zu
protestieren, zu spüren bekommen. Nachdem die internationale
Gemeinschaft von den USA grünes Licht erhalten hat, daß die
demokratische Ordnung durch die Wahlen wiederhergestellt wurde, ist die
Jagd eröffnet worden für die Gewalttäter in Honduras, um die
politische Einheit des Widerstandes gegen den Coup zu zerschlagen.
Die
Morde geschehen beinahe schneller als man sie protokollieren kann.
Am
Sonntag, den 7. Dezember, wurde eine Gruppe von 6 Leuten
niedergeschossen, als sie in dem Viertel Villanueva in Tegucigalpa eine
Straße entlangging. Laut Augenzeugen hielt ein weißer Wagen ohne
Kennzeichen vor der Gruppe. Vier maskierte Männer sprangen heraus und
zwang die Gruppe, sich auf den Boden zu legen, wo man sie erschossen
hat. Die fünf Opfer, die getötet wurden, waren:
Marcos
Vinicio Matute Acosta, 39
Kennet Josué Ramírez Rosa, 23
Gabriel Antonio Parrales Zelaya
Roger Andrés Reyes Aguilar, 22
Isaac Enrique Soto Coello, 24
Eine Frau, Wendy Molina, 32, wurde mehrere Male beschossen und spielte
die Tote, als ein Mann sie an den Haaren riß, um zu sehen,, ob sie tot
war. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und überlebte.
Die
honduranische unabhängige Zeitung El Libertador berichtete, daß
alle Mitglieder der Gruppe Organisatoren gegen den Coup gewesen sind.
Ein Bewohner des Viertels erzählte, daß „die Jungens Kommittees
gebildet hatten, damit die Anwohner sich in der Widerstandsfront
organisieren konnten.”
Dieses
Massaker war Teil einer Reihe von Morden in Zusammenhang mit dem
Widerstand allein in den vergangenen Wochen. Am 3. Dezember wurde Walter
Trochez, 25, ein bekannter Aktivist in der
lesbisch-homosexuell-bisexuell-transsexuellen Gruppe (LGBT) im Zentrum
von Tegucigalpa von der Straße weg aufgegriffen und in einen
Transporter geworfen, wieder von vier Männern, In dem Bericht, den ers
später für die lokalen und nationalen Beförden verfaßte, sagte
Walter, daß er stundenlang über die Mitglieder des Widerstandes
und ihre Aktivitäten verhört wurde und mit einer Pistole ins Gesicht
geschlagen wurde, weil er sich weigerte zu sprechen. Ihm wurde gesagt,
er würde sowieso umgebracht werden, bis er schließlich entkam, indem
er die Wagentür aufstieß, auf die Straße fiel und davonrannte.
Es
war nicht das erste Mal, daß Walter dieser Art von Bedrohungen
ausgesetzt wurde. Er war ein sehr beliebter Organisator gegen den Coup
und hatte Menschenrechtsverletzungen, besonders in der
Homosexuellen-Gruppe dokumentiert. Walter hatte gerade zwei Artikel veröffentlicht.
Der eine nach den Wahlen hieß „Der Triumph der Wahlenthaltung”, über
den Erfolg bei den Bemühungen des Widerstandes, die Bürger zu
ermutigen, nicht zu wählen. Der zweite hieß „Die Eskalation des
Hasses und homophober Verbrechen gegen die LGBT-Gruppe mit ihren Wurzeln
in dem zivil-religiösen militärischen Staatsstreich in Honduras”.
In
beiden Artikeln endete er mit den Worten: „Als Revolutionär werde ich
heute, morgen und für immer an der vordersten Front meines Volkes
stehen, wohl wissend, daß ich mein Leben verlieren kann.”
Am
13. Dezember wurde Walter auf dem Heimweg in die Brust geschossen von
einem vorüberfahrenden Killer. Er starb im Hospital.
Am
5. Dezember wurde Santos Garcia Corrales, ein aktives Mitglied der
Nationalen Widerstandsfront, von den Sicherheitskräften in New Colony
Capital, südlich von Tegucigalpa verhaftet. Durch Folter wollte man
Informationen über einen örtlichen Kaufmann herausbekommen, der
Nahrung und Material an den Widerstand lieferte. Nachdem er den
Zwischenfall den Behörden gemeldet hatte, wurde Santos' Leiche 5 Tage
später am 10. Dezember enthauptet aufgefunden.
Es
gab noch weitere Fälle, vor allem eine steigende Zahl von Morden in der
LGBT-Gruppe. Insbesondere sind mehrere Transvestiten kürzlich auf ähnlich
grausame Weise getötet worden. Menschenrechtsanwälte berichten, daß
„bis zu 18 homosexuelle und transsexuelle Männer im ganzen Lande getötet
wurden in den beinahe sechs Monaten seit der politischen Krise, die die
Nation erschütterte - so viel wie in den vergangenen 5 Jahren.”
Das
letzte Opfer, Carlos Turcios, wurde außerhalb seiner Wohnung in Choloma
Cortes um drei Uhr nachmittag am Mittwoch, den 16. Dezember gekidnappt.
Am folgenden Tag wurde er tot aufgefunden, mit abgeschnittenem Kopf und
Händen. Carlos war Vize-Präsident der Choloma- Abteilung der
Widerstandsfront gewesen, eine Stadt, die ein paar Stunden außerhalb
der Hauptstadt liegt. Andres Pavón, Präsident der CODEH (Kommittee zur
Verteidigung der Menschenrechte in Honduras) kommentierte: „Wir
glauben, daß diese schrecklichen Verbrechen denen zugeordnet werden müssen,
wo die Körper ebenfalls Zeichen brutaler Tortur aufwiesen … diese
Aggression ist zur Erzeugung einer kollektiven Angst gedacht.”
Es
ist ein finsteres Bemühen, die Gemeinde zu erschüttern, die jetzt im
Grunde stärker denn je ist. Wie Walter Trochez bemerkt hat (und CNN
bestätigte), hat sich der größte Teil des Landes geweigert, an jenem
Tag wählen zu gehen. Viele Regierungen der Welt, einschließlich der
meisten in Lateinamerika, haben sich geweigert, die Wahlen anzuerkennen.
In
diesem Klima wütender Repression können sich die Bürger nicht mehr
auf die Behörden in Bezug auf ihre grundlegenden Rechte des Schutzes
verlassen, und jene, die Angst um ihr Leben haben, können nicht zur
Polizei gehen. Wenn sie Anklagen erheben, wie Santos und Walter, können
diese rasch die Unterschrift für ihr eigenes Todesurteil sein. Viele
glauben aus gutem Grund, daß die Morde vom Staat gefördert werden.
Zumindest sind sie das Ergebnis der neuen Bedingungen, die die
weitreichende Verschlechterung des staatlichen Schutzes zulassen.
Pavón
und andere Menschenrechtsführer in Honduras sind extrem lautstark in
ihrer Verurteilung dieser Greueltaten gewesen, aber deren Geschichte
wurde nicht vom Radar der meisten honduranischen und internationalen
Medien erfaßt. Zu einer Zeit, wo die Honduraner am meisten die Veröffentlichung
dieser Schandtaten nötig haben, sind sie sich selbst überlassen
worden.
Wie
konnte das geschehen? Warum werden Menschen willkürlich in dunklen
Ecken des Landes hingerichtet, nur weil sie in Opposition zum Militärcoup
stehen?
Das
meiste Blut haben der Coup-Präsident Roberto Micheletti und andere Führer
des Regimes an den Händen. Jedocch haben Präsident Barack Obama und
das US-Außenministerium eine wichtige Rolle dabei gespielt, das die
Bedingungen so weit gedeihen konnten. Die US-Regierung hat keine
konkrete Maßnahme ergriffen gegen die tausenden von dokumentierten
Menschenrechtsverletzungen seit dem Staatsstreich am 28. Juni. Es ist
nicht schockierend, daß die Gewalt sich dramatisch verschlimmert hat,
seit die Augen der Welt sich abgewendet haben.
In
einem kürzlichen Interview hat Francisco Rios von der Nationalen Front
gegen den Coup die Kommunikees der Front wiederholt, wo es hieß, daß
der Widerstand, auch wenn er im Moment sich ruhig verhält, eine massive
organisatorische Anstrengung für das nächste Jahr und weiterhin
vorbereitet. Rios berichtete, daß man aufgehört hat, sich öffentlich
zu treffen als eine Sicherheitsmaßnahme für den Augenblick, und daß
man sich landesweit in Gruppen aufteilt mit dem Plan, als eine neue,
gestärkte politische Kraft aufzutauchen. Walter, Santos und alle die
Widerstandskämpfer, die ihr Leben gegeben haben, haben andere in der
Bewegung angeregt, den Kampf für Gerechtigkeit in Honduras weiterzuführen.
Quelle:
Upside
Down World- Killing
Activists in Honduras
Originalartikel veröffentlicht am 23.12.2009
Über
den Autor
Einar Schlereth ist ein Mitglied von Tlaxcala,
dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese
Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der
Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, der Übersetzer
als auch die Quelle genannt werden.
URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9612&lg=de
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