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Während
einige Staaten das Putschregime in Honduras
anerkennen wollen...
MORD
AN CLAUDIA BRIZUELA UND ANDAUERNDE GEWALTSAME UNTERDRÜCKUNG DES
WIDERSTANDS IN HONDURAS
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
San
Pedro Sula, 25. Februar 2010, Tribuna Popular TP.-
Gestern um 14 Uhr traten unbekannte Personen einer
Todesschwadron im Norden der Stadt Colonia Celeo Gonzáles die Tür der
Wohnstätte der 36 Jahre alten Aktivistin der honduranischen
Widerstandsbewegung Claudia Larissa Brizuela ein und feuerten dort
etliche Schüsse auf die unbewaffnete Zivilistin ab, was ihren
sofortigen Tod zur Folge hatte. Diese erneute Mordtat erfolgte in einem
Moment, in welchem einige zentralamerikanische Länder Signale abgeben,
das Putschistenregime von Porfirio Lobos anzuerkennen, welches eine
wahre Hexenjagd auf die Aktiven der Nationalen Front des Widerstandes
gegen den Staatsstreich entfesselt hat.
Claudia
Larissa Brizuela war aktives Mitglied der Nationalen Front des
Widerstandes. Sie ist die Tochter des Genossen Pedro Brizuela, eines der
ältesten Mitglieder der Honduranischen Kommunistischen Partei, der
gegenwärtig Mitglied der Demokratischen Einheitspartei ist. Brizuela
ist Leitartikelschreiberin der Tageszeitung La Prensa. Sie ist aktive
Beraterin der Gewerkschaften gewesen. Sie hat aktiv das Projekt für ein
Referndum zur Änderung der Verfassung mitgetragen. Sie ist stets eines
der sichtbaren Gesichter der Nationalen Front des Widerstandes an der
Nordküste von Honduras gewesen.
Genosse
Pedro äußerte in einem Gespräch, dass der Mord an seiner Tochter für
ihn und die Mitglieder der Widerstandsfront eine Botschaft darstellt. Er
bittet darum, dieses neuerliche Verbrechen gegen das Volk von Honduras
weltweit bekannt zu machen. Vor allem ist dies ein feiges Verbrechen. Es
zeigt die systematische Unterdrückung durch Todesschwadronen, die unter
dem Schutz der putschistischen Staatsmacht Honduras terrorisieren. Mit
der Ermordung von Claudia werden ihre Kinder Said Meléndez Brisuela (2
Jahre alt) und Eduard Brizuela (8 Jahre alt) zu Halbwaisen.
Systematische
Angriffe auf Widerstandsaktive in den letzten Tagen
Etliche
Aktive der Nationalen Front des Widerstandes in Honduras erhielten
direkte und konkrete Androhungen und Einschüchterungshandlungen seitens
der Polizei und der paramilitärischen Gruppen. Dieses Vorgehensmuster
scheint aus Kolumbien importiert worden zu sein.
So
wurde berichtet, dass vor ihrer Ermordung die Mutter Reina Centeno
telefonisch eine Mitteilung erhielt, in der es hieß „du bist die nächste“.
Diese SMS kam von der Rufnummer 504-87671727.
Am
23. Februar verließ Guillermo Amador sein Haus Richtung Arbeitsstelle (CODEH-Büros),
als ihn eine unbekannte Person ansprach und ihm Fragen zu seiner
Teilnahme an der Nationalen Front des Widerstandes stellte. Anschließend
verfolgten ihn Todesschwadronäre auf einem blauen Motorrad ohne
Kennzeichen, wie sie von der Polizei benutzt werden.
Der
Hintergrund der Morde und Einschüchterungen
Die
Mordtat wurde vor dem Hintergrund systematischer Unterdrückung gegenüber
den aktiven Mitgliedern der Nationalen Front des Widerstandes durchgeführt.
Die Angriffe richten sich vor allem gegen die Mitglieder der
Honduranischen Gewerkschaftsbewegung. Diese Gewerkschaftsbewegung ist
gegenwärtig eine der bestorganisierten Kräfte unter allen, die für
eine Verfassunggebende Versammlung in Honduras, die Gründung der
Republik und vor allem eine neue Verfassung eintreten. Die Stoßrichtung
der neuerlichen konterrevolutionären Gewalt ist offensichtlich.
Der
blutige Anschlag auf den Künstler Hermes Reyes, Mitglied der Bewegung
der Künstler im Widerstand, vom 12. Februar 2010 in der Stadt
Siguatepeque erfolgte seitens der Todesschwadronäre mit Messern und führte
zu einer schweren Beschädigung eines seiner Augen.
Am
gleichen Tage wurde die Behausung von Herrn Porfirio Ponce, einem
aktiven Mitglied der Honduranischen Gewerkschaftsbewegung und der
Nationalen Front des Widerstandes gegen den Staatsstreich, in der Stadt
Tegucigalpa im Stadteil des Innenstadt-Distriktes von Todesschwadronären
aufgesucht, die sich als Polizisten ausgaben, seine Wohngegenstände
zerschlugen, ihm seinen Computer raubten. Diese ganze Handlung geschah völlig
straffrei.
Eine
andere Art der Unterdrückung ist das zeitweilige Verschleppen und
Foltern von Personen. Dies geschah mit Edgar Martínez am 10. Februar
2010 in der Stadt San Pedro Sula. Dasselbe geschah in Colonia Ciudad
Planeta mit seiner Gattin Carol Rivera und seinen Geschwistern Meliza
Rivera und Johan Martínez und einer Freundin von ihnen, die in den
Gebirgsort El Venado verschleppt wurden, nahe ihrem Wohnort. Dieser
Handlung wurde von Nachbarn nachgegangen, die mit über 40 Leuten die
Suche nach ihnen erfolglos durchführten.
Es
dauerte bis zum 12. Februar mit ihrer Freilassung. Sie alle wiesen
Spuren von Folterungen auf. Zwei der Frauen waren vergewaltigt worden,
wie der Familie nahestehende Zeugen aussagen. Die Familie Martínez sind
aktive Mitglieder des Widerstands gegen den Staatsstreich.
Tage
zuvor wurden zeitweillig die Kameraleute Manuel de Jesús Murillo und
Ricardo Antonio Rodríguez von Globo TV und dem Nachrichtensender Mi
Nación verschleppt. Dies geschah an der Tankstelle von ESSO On the run
am Eingang zu Colonia El Hogar in Tegucigalpa, im Stadtbezirk
Innenstadt. Beide Männer wurden schwer gefoltert.
Die
Menschenrechtskommission (CODEH) beklagt die Reaktionslosigkeit
regionaler Menschenrechtsorganisationen wie des Interamerikanischen
Ausschusses für Menschenrechte (CIDH) der OAS, die die Mitteilungen über
willkürliche Maßnahmen verzögern und in einigen Fällen überhaupt
nicht antworten und nichts tun, was für das Land und seine
Menschenrechtslage erforderlich wäre.
Quelle:
http://www.pcv-venezuela.org/ |