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  „Die einzigen die ihn unterstützen sind Abgeordnete und andere Inhaber gut bezahlter Posten bei Provisional Sinn Féin oder zumindest mittlere Angehörige der Parteihierarchie. Die einfachen Soldaten [der IRA], die ihr Leben riskiert haben, sind angewidert.“

Martin McGuinness

Verräter Martin McGuinness

„Verräter McGuinness[1]

Familien zweier, vom britischen SAS hingerichteter IRA-Angehörigen bezichtigten Martin McGuinness heute des Verrats

Zwei der am meisten respektierten republikanischen Familien in McGuinness‘ Heimatstadt Derry sagen, sie seien angewidert davon, wie er sich von den Mitgliedern der IRA “distanziere”, die ihr Leben für die republikanische Sache gegeben haben.

„Verräter McGuinness“

Familien zweier, vom britischen SAS hingerichteter IRA-Angehörigen bezichtigten Martin McGuinness heute des Verrats

Zwei der am meisten respektierten republikanischen Familien in McGuinness‘ Heimatstadt Derry sagen, sie seien angewidert davon, wie er sich von den Mitgliedern der IRA “distanziere”, die ihr Leben für die republikanische Sache gegeben haben.

Published by the Sinn Féin Poblachtach International Bureau

Quelle: Mail an die Redaktion

Auf Kommunisten-online am 3ß. Oktober 2011 –Martina Duffy, deren Vater Patsy der IRA angehörte und im Kugelhagel des SAS starb, sagte: „Martin McGuinness hat der IRA den Rücken gekehrt und kriminalisiert nun ihre Mitglieder in dem verzweifelten Versuch, sich bei Wählern für die Präsidentenwahl im Süden anzubiedern. Er sagt, die Irische Armee [Armee des südirischen Teilstaates, Anm. d. Red.] sei die einzige Legitimation von Óglaigh na hÉireann, die er unterstütze. Eine Schande, dass er das nicht schon vor Jahren den Dutzenden Aktivisten einer anderen Óglaigh na hÉireann gesagt hat, die nun auf dem Friedhof von Derry ruhen. Sie liegen in Gräbern, während er im Aras an Uachtarain im Luxus leben will.“

Duffy sagte, die Familien von IRA-Angehörigen in McGuinness' Heimat, der republikanischen Hochburg Derry, seien schockiert über seine politischen Windungen während seines Wahlkampfes. McGuinness habe ihren Vater und andere Märtyrer der IRA im verzweifelten Versuch, gewählt zu werden, kriminalisiert. „Er sollte sich schämen für das, was er getan hat“, fügte sie hinzu.

Patsy Duffy (50) wurde 1978 vom SAS erschossen, als er ein Waffenlager in einem Haus in Brandywell kontrollierte. „Der SAS hat 36 mal auf ihn geschossen. Er wurde in den Rücken und in die Seite getroffen. Er war nicht bewaffnet, aber unsere Familie hat nie geklagt, den er war Aktivist der IRA, er kannte das Risiko, das damit verbunden war“, so seine Tochter.

Jacke, Strickjacke, Hemd und Hose ihres Vaters waren von Einschusslöchern übersäht. Duffy wusch das Blut heraus, weigerte sich aber, die Sachen wegzuwerfen. Heute noch werden ie in ihrem Heim in Derry liebevoll aufbewahrt. „Ich habe sie aufbewahrt, um mich daran zu erinnern, was mein Vater für die IRA erduldet hat.“

Sie erinnerte die Sunday World, dass McGuinness an der Totenwache und Beerdigung ihres Vaters teilgenommen habe. „Er sagte uns, er sei stolz auf IRA-Männer wie meinen Vater. Für ihn war Óglaigh na hÉireann, für die mein Vater kämpfte und starb, die einzig wahre [IRA]. Er erkannte die Freistaatsarmee nicht einmal an, geschweige denn dass er sie respektierte hätte. Jetzt gelobt er ihnen die Treue und lobt sie über den grünen Klee. Er hat 40 verschiedene Gesichter – ein anderes für jeden, den er trifft.“ Und Martina Duffy fügt hinzu: „Martin McGuinness hat den Wählern gesagt, er schäme sich für manches, was die IRA getan hat und denkt, es war Mord. Nun, echte Republikaner in Derry schämen sich für ihn. Er stellt sich selbst als Irlands Nelson Mandela da. Er sagt, er sei ein Mann des Friedens uns sei das auch immer gewesen. Wenn will er damit zum Narren halten? Es ist alles ein Witz, ein kranker Scherz.“

Duffy wirft McGuinness Verrat vor: „Jahrzehnte stand er am republikanischen Denkmal auf dem Friedhof von Derry und hielt Reden, während IRA-Aktivisten begraben wurden, und er versprach, der Krieg würde weitergehen, bis ein geeintes Irland erreicht sei. Hunderte junge Männer und Frauen haben ihm geglaubt und endeten selbst auf dem Friedhof, die glücklicheren im Gefängnis. Und diese Gefangenen kamen irgendwann heim und fanden zerrüttete Ehen vor, Kinder, die aufgewachsen waren ohne sie zu kennen, ohne Arbeit oder die Chance auf eine Arbeit. McGuinness lässt uns mit den Hinterlassenschaften dieses Krieges allein, während er nach Macht und Posten geifert. Alles, was ihn interessiert, ist er selbst.“

Für Duffys Mutter war es sehr schwer nach dem Tod ihres Ehemannes: „Mama musste sechs kleine Kinder alleine großziehen. Ich bin fast froh, dass sie schon tot ist, denn es hätte ihr das Herz gebrochen, wenn sie sehen hätte müssen, wie sich McGuinness um 180 Grad dreht und seine alten Kameraden kriminalisiert. Es sind nicht nur die Opfer von Aktionen der IRA, die wütend sind auf McGuinness. Republikaner wie meine Familie sind genauso wütend.“

Duffy kritisierte den Provisional Sinn Féin-Präsidentschaftskandidaten für seine Bereitschaft, sich mit Prinz Charles zu treffen, dem nominellen Oberkommandeur des Fallschirmjägerregiments, das am Blutsonntag in Derry 14 Zivilisten ermordete. „Es ist wie ein böser Traum.“ Sie respektiere John Hume nun weit mehr als McGuinness. „Viele Menschen, darunter meine Mutter, haben vor vielen Jahren vor Humes Haus demonstriert, weil er weitaus weniger schlimme anti-republikanische Aussagen getätigt hat, als McGuinness jetzt. Doch John Hume ist ein Mann mit Prinzipien. Ich teile seine politischen Ansichten nicht, aber er ist sich und seinen Überzeugungen treu geblieben – er hat sie nicht über Bord geworfen, als es opportun gewesen wäre.“

Danny McBrearty, dessen Bruder George im Mai 1981 in Derry vom britischen SAS erschossen worden war, sagte: „Martin McGuinness war bei Georges Beerdigung und Totenwache. Hätte er damals gesagt, mein Bruder sei im Unrecht und die IRA nicht Óglaigh na hÉireann, hätten wir ihn aus dem Haus geworfen.“

George McBrearty wird weithin als einer der aktivsten Kämpfer der IRA in Derry angesehen. Er war verantwortlich für den Tod von mehreren RUC-Männern und britischen Soldaten. „McGuinness wusste, dass George ein großartiger Soldat war. Er wusste sehr gut wozu George fähig war und er hatte kein Problem damit. Aber jetzt will er von Menschen wie meinem Bruder nichts mehr wissen. George war 24 Jahre alt, als er starb. Er ließ drei kleine Kinder zurück – das jüngste war erst drei Wochen alt. Republikanische Familien wie meine fragen sich jetzt: ‚Wofür das alles?’ Nicht nur unser eigenes Leid, unsere eigenen Opfer, sondern auch das, was wir unseren Feinden zugefügt haben. Mehr als 3.500 Menschen starben in diesem Krieg. Als Republikaner haben wir gekämpft um Irland zu befreien. Ganz sicher nicht um McGuinness zum Präsidenten des irischen Freistaats zu machen!“

Danny McBrearty, selbst in Irland, Britannien und den USA wegen IRA-Mitgliedschaft inhaftiert, kennt McGuinness seit 40 Jahren. „Wir haben als Jugendliche zusammen in Dohertys Fleischerladen auf der Strand Road gearbeitet. In den 1970ern waren wir beide in der IRA. Wir standen uns sehr nahe. Ich hielt Martin immer für einen loyalen Armeeangehörigen, der völlig hinter unserem Kampf steht. Nie in einer Million Jahren hätte ich gedacht, dass er mal da stehen würde, wo er nun steht. Er ist ein konstitutioneller Nationalist, kein Republikaner.”

McBrearty fuhr fort: „Die Menschen dieser Stadt sind für die IRA durch die Hölle und zurück gegangen. Er hat sich von all dem abgewendet und versucht nun sogar, die Geschichte umzuschreiben und so zu tun, als sei er nie ein Teil von all dem gewesen. Die Familien der Toten Aktivisten von Óglaigh na hÉireann in Belfast, in Tyrone und überall im Norden sind durch diese Entwicklungen desillusioniert. Die sind verletzt und fühlen sich alleine gelassen.”

Der Provisional Sinn Féin-Kandidat schließt nicht aus, am Gedenktag für die britischen Kriegstoten eine Mohnblume am Revers zu tragen, wenn er zum Präsidenten gewählt wird. (Die Mohnblume, der „Poppy“, ist ein Symbol der gefallenen britischen Soldaten in den vergangenen Kolonialkriegen der Imperialmacht. Anm. d. Red.) „Sie werden keine Republikaner in Derry finden, die das tun“, so McBrearty. „Für uns ist die Mohnblume kein neutrales Symbol zum Andenken an Tote. Es ist ein Symbol der britischen Unterdrückung und wird es auch immer sein.“

Der ehemalige IRA-Mann betonte, er kenne persönlich keine ehemaligen Genossen, die McGuinness Kandidatur unterstützen. „Die einzigen die ihn unterstützen sind Abgeordnete und andere Inhaber gut bezahlter Posten bei Provisional Sinn Féin oder zumindest mittlere Angehörige der Parteihierarchie. Die einfachen Soldaten [der IRA], die ihr Leben riskiert haben, sind angewidert.“

Der Artikel basiert auf einem Bericht der der irischen Journalistin Suzanne Breen, erschienen in der Sunday World, 16. Oktober 2011; Übersetzung durch: Irish Republican Correspondent.

Published by the Sinn Féin Poblachtach International Bureau, 

www.irish-solidarity.net


[1]  Gemeint ist James Martin Pacelli McGuinness siehe

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