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Kommentar
des Vorsitzenden der KP Venezuelas
KOREA
UND DIE ATOMWAFFEN
von
Jeronimo Carrera
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Tribuna
Popular (eingestellt auf K-online am 14. Jun i 2009) - Inmitten von
großem Getöse aus der andauernden Aufregung, zu welcher das politische
Leben in Venezuela geworden ist, hört man heute sehr wenig Gerede über
das drückende Problem der Menschheit in Gestalt der Existenz von
Atomwaffen. Auch im internationalen Rahmen wächst tendenziell die
Akzeptanz dieser Hochrüstung als einer völlig normalen und
gerechtfertigten Ergänzung.... Es soll stets für richtig gehalten
werden, dass eine gewisse kleine Gruppe auserwählter Länder diejenigen
sind, die diese Waffen produzieren und besitzen. Das heißt, die
privilegierten Mitglieder des Atomklubs werden naturgemäß aus den fünf
Großmächten der Gründungsmitglieder dieses Klubs gebildet, welche
sich schleichend einige wenige Satellitenstaaten zur Ergänzung
herangezogen haben.
Eine
ähnliche Lage muss nicht weiterhin so gesehen werden, wie es bis jetzt
der Fall gewesen ist, mit dieser erstaunlichen Gleichgültigkeit seitens
praktisch der gesamten internationalen Gemeinschaft. Denn erstens mal
widerspricht dies absolut den Grundsätzen des Internationalen Rechts,
welches von der rechtlichen Gleichheit aller Staaten ausgeht und keine
Unterschiede zwischen großen und kleinen Staaten oder ähnliches macht.
Wegen all dem meine ich, dass die gegenwärtige Skandalisierung
rechtlich ungültig und auch nur sehr wenig logisch ist, welcher im
weltweiten Rahmen seitens der Sprachrohre des Imperialismus erfolgt und
sich darauf bezieht, dass der Start von ein oder zwei Raketen der
Volksdemokratischen Republik Korea sich scheinbar auf die
Atomwaffenhochrüstung gründet.
Eine
Skandalisierung, die sie nicht betrieben, als einige ihrer
Marionettenstaaten wie in den bekannten Fällen von Israel, Indien,
Pakistan und einem anderen Land Atomwaffen herstellten. Aber sie
beabsichtigen diese Skandalisierung nun auch mit Anschuldigungen gegen
den Iran, dem einfach die Absicht unterstellt wird, diesen Typ Waffen
produzieren zu wollen, selbst wenn es keinerlei Beweis dafür gibt. Und
darüber hinaus wird nicht erklärt, warum die Iraner dieses Recht nicht
haben sollen, während die Anschuldiger selbst aber ja doch dieses Recht
haben sollen. Was die Hintergrundfrage in dieser Materie ist.
Niemand
kann uns überzeugend erklären, wie und wofür einige tausende
Atomsprengköpfe in den Händen der Großmächte und vor allem in denen
der USA und Russlands aufgehört haben, keine gefährliche Bedrohung für
den Weltfrieden zu sein, während sie dies in den Händen des Iran sehr
wohl sein sollen. Und die Gefahr soll noch weitaus höher sein, wenn
diese Waffen in den Händen jenes Korea wären, welches sie so
schlechtmachen.
Ich
möchte sagen, dass ich von hier aus der Tapferkeit Beifall spende,
welche uns unsere koreanischen Genossen beweisen. Ihr Handeln sehe ich
als eine offene Herausforderung gegenüber der absurden Einteilung der
Staaten, die gleich der zwischen Erwachsenen und Kindern ist.
Vor
allem ist die von den USA eingenommene Haltung absurd und zu
verurteilen, deren Regierende zu glauben scheinen, dass in der Welt die
Tatsache in Vergessenheit geraten ist, dass ihr Land das einzige Land
ist, welches die atomare Hochrüstung zum Kriegszweck angewendet hat.
Trotz viel Zeit, die bereits seit jenen Tagen des August 1945 vergangen
ist, als US-Kampfflugzeuge das japanische Volk angriffen, - nicht
Soldaten, sondern Zivilpersonen -, auf die sie zwei Bomben abwarfen,
welche hunderttausende schutzlose Einwohner der Städte Hiroshima und
Nagasaki umbrachten.
Ebenso
wenig will ich bei all dem unterlassen, den jungen koreanischen Genossen
von hier aus zu sagen, dass wir venezolanischen Kommunisten das
schreckliche Unrecht weder vergessen haben noch vergessen werden, das in
ihrem Lande Ali Lameda gegenüber begangen wurde. Ali Lameda war ein großartiger
venezolanischer kommunistischer Journalist und Dichter, der auf
ungerechteste Weise volle sechs Jahre von 1967 bis 1973 als Gefangener
in einem schrecklichen Kerker der Volksdemokratischen Republik Korea
verbrachte. Dies alles infolge der bedauerlichen Querele, welche es zu
jener Zeit zwischen der Kommunistischen Partei Kubas und der KP
Venezuelas gab, über welche die koreanischen Genossen damals nicht
angemessen informiert waren.
Quelle:
Tribuna Popular |