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Niederländisches Gericht weist Mordvorwurf gegen den Vorsitzenden der KP der Philippinen zurück:

Niederländisches Gericht beendet Untersuchungsverfahren gegen Prof. Sison

Presseinformation Internationales Komitee DEFEND vom 21. November 2007

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Utrecht / Niederlande - Das Internationale Komitee DEFEND und alle seine Mitglieder und Unterstützer zollen der Entscheidung von C. M. Derijks, des Gerichtssprechers in Den Haag Beifall, das eingeleitete Untersuchungsstrafverfahren formell zu schließen, mit welchem wegen Anstiftung zum Mord gegen Prof. Jose Maria Sison durch die niederländischen Strafverfolgungsbehörden ermittelt wurde. Das Gericht hatte einst die Ermittlungen gegen Prof. Sison, beruhend auf anfänglichen von der Staatsanwaltschaft präsentierten Beweismitteln, angeordnet.

Gemäß dem Gericht gibt es nach weiterer Überprüfung der Beweise und des anderen bereits präsentierten Aktenbündels, „einen grundsätzlichen Mangel am ernsten Verdacht und an den belastenden Beweisen“ auf Seiten der Staatsanwaltschaft, um eine strafrechtliche Ermittlung gegen Prof. Sison fortzusetzen. Das Gericht zog die Entscheidungen des Landgerichts Den Haags und des Revisionsgerichtes (CA) für Prof. Sison in Betracht und führte Fehler des Staatsanwaltes J. S. de Vries hinsichtlich Begründung der Fortsetzung der eingeleiteten Untersuchung an.

Das Landgericht Den Haags hatte gegen die Argumente der Staatsanwaltschaft in Sachen Präventivhaft von Prof. Sison entschieden und die Unzulänglichkeit der Beweise gerügt. So ordnete es seine Freilassung aus der am 13. September beendeten Haft an. Über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinweg folgte das Revisionsgericht der Entscheidung des Landgerichts Den Haags vom 3. Oktober. Es stellte Mangel an glaubhaften Beweisen fest, Prof. Sison mit der Anklage des Anstiftens oder der Einleitung der Morde an zwei militärischen Regierungsagenten zu verbinden. Das Revisionsgericht ging so weit festzustellen, dass die Anklage in ihrem politischen Zusammenhang gesehen werden sollte, somit die Behauptungen der Zeugen nicht als zuverlässig akzeptiert werden können und es große Zweifel gibt, ob Prof. Sison sein Recht ausüben kann, die Zeugen für die Strafverfolgung im Hinblick auf die ernste Menschenrechtssituation in den Philippinen und die Gefahr für seine Rechtsanwälte ins Kreuzverhör zu nehmen. Der Richter J. M. Derijks rief den Staatsanwalt J. S. de Vries zur Ordnung, weil er die Entscheidungen der zwei Gerichte nicht berücksichtigte und rügte dessen Manövrieren für die weitere Vertagung der Entscheidung zum Abschluss der Ermittlungen trotz der zweifachen Fristverlängerungen, die zuvor vom Gericht der Staatsanwaltschaft gewährt worden waren, nachdem die Staatsanwaltschaft wesentliche Gründe für diese Verlängerung des Ermittlungsverfahrens angeführt hatte.

Laut Gerichtsauffassung stellte sich heraus, dass die Staatsanwaltschaft keinerlei Gründe und Informationen dazu zur Verfügung stellen konnte, die bei Verlängerung der eingeleiteten Ermittlungen erbringen würden, zu einem anderen Urteil in diesem Punkt zu führen. Deshalb beschloss das Gericht, dass die Weiterermittlung mit einem anderen Beschluss zu nichts führen würde und entschied, die Ermittlungen einzustellen. Theoretisch kann die Staatsanwaltschaft noch die Entscheidung des Gerichts bei einem höheren Gericht für die Verlängerung der Ermittlungen in Berufung bringen oder eine formelle Anklage gegen Prof. Sison einbringen. Aber dies stünde den bereits vom Landgericht Den Haags, vom Revisionsgericht und weiteren bereits getroffenen Entscheidungen wegen Mangel an direkten und hinreichenden Beweisen gegenüber. Es wäre tollkühn und für die Staatsanwaltschaft sinnlos, bei einem höheren Gericht in die Berufung zu gehen. Die Staatsanwaltschaft würde als böswillig gesehen, wenn sie die Belästigung und Verfolgung des Prof. Sison fortsetzt und die Wiederaufnahme der formellen Gespräche in den GRP-NDFP Friedensverhandlungen behindert. Inzwischen sind Prof. Sison, seine Rechtsanwälte und Unterstützer bereit, weiteren Machenschaften der Staatsanwaltschaft und höheren Beamten des holländischen Justizministeriums zu begegnen, die mit den amerikanischen und philippinischen Behörden darin zusammengearbeitet haben, um die falsche und politisch motivierte Anklage gegen den Prof. Sison zusammenzuzimmern.

Weitere Informationen:

Ruth de Leon

Tel. : 00-31-30-8895306

Email: defenddemrights@yahoo.com

Website: www.defendsison.be

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Quelle: Pressemitteilung per Mail vom 21.11.2007 an die Redaktion

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Pressemitteilung 5.11.2007

„WIE KONNTE DAS IN DEN NIEDERLANDEN GESCHEHEN?!“

Internationale Jurymitglieder kritisieren Hollands Regierung für Beschlagnahme von Gerichtsunterlagen

(Amsterdam, 5. November) - „Schande auf Hollands Regierung“, so riefen es der ehemalige norwegische Botschaftsattaché Øystein Tveter und einer der Jurymitglieder  der 2. Sitzung des Ständigen Tribunals der Völker zu den Philippinen, welches im März dieses Jahres in Den Haag stattfand.

Attaché Tveter bezog sich auf die Inhaftnahme des philippinischen politischen Flüchtlings Prof. José Ma. Sison durch die holländische Polizei am 28. August und die gleichzeitig erfolgten Einbrüche in das Büro der National-Demokratischen Front der Philippinen (NDFP) und von 6 Wohnstätten in den Niederlanden lebender philippinischer politischer Flüchtlinge. Auf Befehl niederländischer Staatsanwaltschaften beschlagnahmte Polizei umfangreiches Informations- und Dokumentationsmaterial einschl. von Unterlagen des Gerichts.

„Die Jurymitglieder des Ständigen Tribunals der Völker dachten niemals, dass sie auch die holländische Regierung verantwortlich für die Belästigung (von philippinischen Mitgliedern) und den Missbrauch grundlegender Rechte (des philippinischen Volkes) machen würde“, sagte Tveter. Tveter war in Amsterdam, um am 3. November dabei zu helfen, das Buch „Unterdrückung und Widerstand“ öffentlich vorzustellen, welches die Sitzung des Ständigen Tribunals der Völker dokumentiert und die Verletzung der bürgerlichen, politischen und wirtschaftlichen Rechte in den Philippinen anklagt. Das Tribunal lieferte eine schuldig sprechendes Urteil gegen beide Regierungen, jene von Gloria Arroyo und jene von George W. Bush.

Weitere bei der Buchvorstellung durch Tveter anwesende Jurymitglieder des Ständigen Tribunals der Völker waren Prof. Tiek Prakken aus den Niederlanden und Generalsekretär Gianni Tognoni, MD, aus Italien. Die Gelegenheit nutzten auch das Mitglied des Anklägerteams, Attaché Bernard Tomlow aus den Niederlanden, und ein Vertreter der Gründungsorganisationen, Antonio Tujan jr. von der IBON-Stiftung.

Dokumente, CDs und DVDs, flash-Disketten und Festplatten aus dem Besitz des Tribunals wurden von der niederländischen Polizei am 28. August in Verbindung mit der vorgeschobenen Beschuldigung der „Anstiftung zum Mord“ gegen Prof. Sison von der NDFP abtransportiert. Tribunal-Mitglieder und Beobachter fürchten, dass aus diesen Materialien gewonnene Informationen gegen Zeugen verwendet werden, die gegen die Regierungen in Manila und die der USA aussagten. Der niederländische Minister Ernst Hirsch Ballin hat bereits zugestimmt, dass solche Informationen mit jeder ausländischen Regierung geteilt werden können, wenn dies den Interessen seiner Regierung dienlich ist.

Beim Kommentieren der vorgeschobenen Beschuldigung durch niederländische Ankläger gegen Prof. Sison sagte die Rechtsexpertin Prof. Prakken, dass die Botschaft des Gerichts (in Zurückweisung der Ankläger, Sison in Haft zu halten), ganz klar aufzeigt: Verfahren einstellen! Sie sagte, dass es wirklich unglücklich ist, dass Sison in den Niederlanden kriminalisiert würde auf der Basis von Beweisen, die nicht einmal für das Oberste Gericht der Philippinen akzeptierbar sind.

Bei einer kurzen Hintergrunddarstellung der Philippinen-Sitzung des Tribunals vom März 2007 betonte Attaché Tomlow, dass die Mehrheit der Filipinos noch immer mit weniger als 2 US-Dollars pro Tag existiert. Beim Vergleich dieser Situation mit der Marcos-Diktaturzeit in den 80er Jahren meinte er, es habe sich im Leben der Filipinos sehr wenig geändert.

Während der Buchvorstellung gedachte der Generalsekretär Tognoni auch Oda Makoto, einer der Gründerinnen und Jurymitglieder des Tribunals, die am 30. Juli verstorben ist. Er las Passagen aus Odas Büchern und wiederholte ihren Aufruf, „die Lage auf den Philippinen ausführlicher zu erörtern“. Tognoni sagte: „Das Urteil des Tribunals vertritt den Widerstand der Machtlosen“.

Das Urteil des Tribunals hat das Arroyo-Regime sehr beeinträchtigt, hob Tujan jr. hervor. Obwohl die aussergerichtlichen Tötungen nicht wirklich gestoppt worden sind, gehen die Staatsorgane zu anderen Methoden über, beispielsweise erzwungenem Vermisstwerden, um internationaler Kritik zu entgehen.

Die Buchvorstellung „Unterdrückung und Widerstand“ wurde von philippinischen Migranten sowie Vertretern der philippinischen Solidaritätsvereinigung gutbesucht. Laut Dr. Angie Gonzalez, Sekretariatskoordinatorin für die 2. Sitzung des Tripunals über die Philippinen, wird das auch auch in Städten in Europa und in den USA, Kanada und im asiatisch-pazifischen Raum vorgestellt werden, um die weitere Unterstützung für die Kampagne zum Stoppen der Menschenrechtsverletzungen durch die Arroyo- und Bush-Regierungen zu verstärken.

Ansprechpartnerin:

Angelica M. Gonzales, MD

Executive Director, International Coordinating Secretariat

Permanent Peoples' Tribunal Second Session on the Philippines

Postbus 1584

3500 BN Utrecht

The Netherlands

secretariat@philippinetribunal.org

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