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Erklärung
von 19 europäischen Jugendorganisationen 20 Jahre nach der
Konterrevolution
UNSERE
ZUKUNFT IST DIE NEUE WELT, DER KOMMUNISMUS
übersetzt von
Jens-Torsten Bohlke
Auf Kommunisten-online vom
16. Januar 2012 – Die diese Erklärung unterschreibenden kommunistischen
Jugendorganisationen wenden sich an die Jugend Europas und der ganzen Welt
anläßlich des 20. Jahrestags der Auflösung der UDSSR und der
Zerschlagung des Sozialismus. Aus Sicht der bürgerlichen Regierungen und
Parteien, aus Sicht der Kräfte des Kapitals ist dieser Jahrestag eine
Gelegenheit, den Sozialismus und seine Leistung zu verunglimpfen, die
kapitalistische "Ewigkeit" und "Wohlfahrt" zu preisen.
Die bürgerlichen Parteien und Regierungen sind es, die mit ihrer Politik
die Rechte der Jugendlichen vermindert haben. Sie haben uns zu Armut und
Arbeitslosigkeit verdammt. Sie stellen die kommunistische Ideologie unter
strafrechtliche Verfolgung.
Aus unserer Sicht, aus der
Sicht der Arbeiter, der Volksmassen und der Jugend der Welt ist dieser
Jahrestag eine Gelegenheit, um sich an die Errungenschaften des
Sozialismus und seine Leistungen für die Menschheit zu erinnern und sie
hervorzuheben. Eine Gelegenheit, um bedeutende Schlußfolgerungen aus der
Niederlage der Jahre 1989-1991 zu ziehen.
Wir wenden uns an die
jungen Menschen, damit sie die Wahrheit über den Sozialismus lernen und
erfahren. Wir wollen ihnen sagen, daß unsere Zukunft die neue Welt, der
Sozialismus-Kommunismus ist.
Das 20. Jahrhundert
erbrachte den Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Rußland
1917. Dies war der Ausgangspunkt für eine der größten Errungenschaften
der Zivilisation in der Geschichte der Menschheit, für die Abschaffung
der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Nach dem 2. Weltkrieg
wurde die Macht mit der Errichtung des Sozialismus erobert und damit ein
Ziel in einer Reihe von Ländern in Europa, Asien und sogar auf dem
amerikanischen Kontinent, auf nahezu einem Drittel der Erde, erreicht.
1991 unterbrach die
Konterrevolution den Verlauf dieser ersten Anstrengung des Aufbaus der
neuen Gesellschaft. Was gewonnen worden war - daß die Arbeiterklasse und
ihre Verbündeten die Macht und den von ihnen produzierten Reichtum in
ihre eigenen Hände nahmen - war trotz all seiner Unzulänglichkeiten
jetzt von oben und nicht von unten gestürzt worden. Die Umstürze waren
Konterrevolutionen, im Klartext ein gesellschaftlicher Rückschritt, ein
Sieg für die Klasse der Ausbeuter und der Unterdrücker über den Versuch
des Aufbaus einer von Ausbeutung freien Gesellschaft. Dies bestätigte
sich auf schlimmste Weise für das Volk in den letzten 20 Jahren.
Die Kapitalisten und die
politischen Vertreter der Monopole feierten den Sieg ihrer Klasse, der
nicht nur ein Sieg über die sozialistischen Länder und ihre Völker war,
sondern auch ein Sieg von ihnen über die Arbeiter aller Länder. Dieser
Sieg ist jedoch nur ein zeitweiliger Sieg, weil die gesellschaftliche
Entwicklung niemals endet. Der Willen der Völker wird aus dem Sozialismus
erneut eine Wirklichkeit werden lassen.
Die Kapitalisten und die
politischen Vertreter der Monopole versprachen eine
"verstetigte" kapitalistische Entwicklung, die angeblich
Wohlstand und Frieden bringen würde. Sie redeten vom "Ende der
Geschichte" und des Klassenkampfes, damit die Völker sich aussöhnen
würden. Die Tatsachen sprechen gegen ihr Gerede. Der Klassenkampf hat
nicht nur aufgehört, sondern er hat sich verschärft. Er ist die
Triebkraft der Geschichte. Und er wird der Arbeiterklasse zum Sieg
verhelfen.
1991
Kapitalistische Barbarei kann nicht menschlich gestaltet werden, sie muß
überwunden werden
Zu Beginn des 21.
Jahrhunderts und 20 Jahre nach den Niederlagen ist bewiesen worden, daß
der Kapitalismus nicht nur die Bedürfnisse der Arbeiterklasse nicht
befriedigen kann, sondern er die Völker zu Ausbeutung und Armut
verurteilt. Alles, was die Bourgeoisie und ihre Vertreter von sich gaben,
hat sich erwiesenermaßen als Lüge herausgestellt.
Die Konterrevolution hat
das Kapital aggressiver gemacht. Errungenschaften der Völker, die mit Kämpfen
und Opfern erreicht worden waren, wurden aufgerieben. Neue
imperialistische Kriege brachen aus. Und der Konkurrenzkampf für die
Eroberung und die Neuaufteilung der Märkte wurde gewalttätiger.
Die Völker der einstigen
sozialistischen Länder befanden sich inmitten der kapitalistischen Übernahme.
Ihr Lebensstandard fiel um Jahrzehnte zurück. Die Völker der anderen
kapitalistischen Länder verloren ihre Unterstützung, das Gegengewicht
zur kapitalistischen Barbarei.
Die die kapitalistische
Welt gegenwärtig plagende Krise führt zu Massenarbeitslosigkeit, Armut
und Elend für die Arbeiterklasse, die Schichten des arbeitenden Volkes
und ihre Kinder. Diese Krise zeigt auf deutlichste Art, daß der
Kapitalismus ein faulendes, überlebtes Gesellschaftssystem ist, welches
den Fortschritt der Menschheit hemmt. Sein Versuch, sich am Leben zu
erhalten, läßt Millionen Arbeiter bluten.
Die Krisen sind ein
Bestandteil davon. Denn der Kapitalismus ist eine Gesellschaftsordnung, in
der die Produktion nicht dem arbeitenden Volk dient, sondern dem Profit
und den Interessen des Kapitals nützt. Mit dem Schweiß und der Kraft
ihrer Hände und ihrer Hirne produzieren die Arbeiter der Welt Güter und
eine Menge Reichtum, der genug für sie und ihre Kinder ist, um gut zu
leben. Dieser Reichtum wird ihnen von einer Handvoll kapitalistischer
Parasiten gestohlen, die heutzutage provokatorisch die Völker dazu
aufrufen, Opfer zu bringen, damit die Herrschenden gerettet werden können.
Die kapitalistische Krise
vertieft sich in der EU und in der Eurozone. Es ist in der Praxis
nachgewiesen, daß die EU ein transnationales imperialistisches Bündnis
ist, das sie eine "schwarze Koalition" des Kapitals gegen die Völker
ist. De Rivalitäten der Monopolgruppen und der kapitalistischen Länder
in Europa und weltweit verschärfen sich. Es liegt im Wesen des
Kapitalismus, daß dieser Konkurrenzkampf in Kriege münden wird. Wir
entscheiden uns nicht zwischen den alten und den neuen Imperialisten, auch
nicht zwischen ihren Bündnissen, den alten oder den neuen. Wir werden
nicht zu ihrem "Kanonenfutter" werden, damit sie ihre Märkte
neu aufteilen. Der Kampf für den Sturz der Macht der Monopole, der
Bourgeoisie in jedem Land und unter allen Bedingungen, ist eine
lebenswichtige Aufgabe für jeden jungen Mann und für jede junge Frau aus
der Arbeiterklasse.
Der Sozialismus ist zeitgemäßer und notwendiger denn je zuvor
20 Jahre lang wächst jetzt
unsere Generation unter den Bedingungen der Verfälschung der historischen
Wahrheit, des Antikommunismus und der Lügen auf. Durch Lehrbücher in den
Schulen, durch die Zeitungen und die Radio- und Fernsehsender dröhnt die
Bourgeoisie und versuchen ihre Mechanismen derzeit, die Geschichte
umzuschreiben. Sie verunglimpfen die heldenhafte Leistung von Millionen
Kommunisten und der Macht der Arbeiterklasse in den Ländern des
sozialistischen Aufbaus wie auch die der Arbeiter in der kapitalistischen
Welt für ihre Befreiung aus den Fesseln der Klassenausbeutung. Sie führen
gegenwärtig einen massiven Angriff gegen einen Gegner, welchen sie nach
ihren eigenen Worten geschlagen haben. Dies zeigt ihre Angst. Wäre das
"Ende der Geschichte" gekommen, wäre der Kapitalismus tatsächlich
"unbesiegbar", würden sie nicht dermaßen viel Kraft aufwenden,
um einen Gegner zu bekämpfen, der nicht mehr existiert.
Sie sagen, daß der Sieg des Kapitalismus das Scheitern des Sozialismus
aufzeigte. Die Geschichte hat bewiesen, daß kein sozialökonomisches
System jemals für immer und ewig errichtet worden ist. Dies hat sich in
der Geschichte der Vorherrschaft des Kapitalismus gezeigt. Die Entwicklung
der Produktivkräfte und der gesellschaftliche Charakter der Arbeit sind
unvereinbar mit jeglichem Wirtschaftssystem, in dem die Minderheit über
die Mehrheit herrscht. Der Rückschritt hat daher einen zeitweiligen
Charakter in der gesellschaftlichen Entwicklung. Das Rad der Geschichte
steht nicht still. Unsere Etappe ist die Etappe des Übergangs vom
Kapitalismus zum Sozialismus. Und dies ändert sich nicht durch den
zeitweiligen Sieg der Konterrevolution oder durch das negative Kräfteverhältnis,
welches sich gegenwärtig verändert.
Die Notwendigkeit des
Sozialismus leitet sich her aus der Verschärfung der Widersprüche des
Kapitalismus selbst. Sie leitet sich her aus der Tatsache, daß im
imperialistischen Stadium der kapitalistischen Entwicklung,
charakterisiert durch die Vorherrschaft der Monopole, die materiellen
Bedingungen voll ausgereift sind, welche den Übergang zu einem höheren
sozialökonomischen System erforderlich machen.
Der Kapitalismus hat die
Produktion in einem beispiellosen Grad vergesellschaftet. Dabei hat er die
aus dieser Produktion stammenden Profite privatisiert. Die
Produktionsmittel, die Erzeugnisse der gesellschaftlichen Arbeit sind in
privatkapitalistischem Eigentum. Dieser Widerspruch ist der Ursprung aller
Krisenerscheinungen der modernen kapitalistischen Gesellschaften, der
Arbeitslosigkeit und der Armut, die explodieren, wenn die Krise einsetzt.
Dieser Widerspruch zeigt
auch den Ausweg. Die Abschaffung des Privateigentums an den
Produktionsmitteln, beginnend bei den konzentrierten Produktionsmitteln,
ihre Vergesellschaftung und ihr planmäßiger Einsatz in der
gesellschaftlichen Produktion zugunsten der Befriedigung der
gesellschaftlichen Bedürfnisse, die zentrale Planung der Wirtschaft druch
die revolutionäre sozialistische Macht der Arbeiterklasse gepaart mit der
Arbeiterkontrolle.
Was mit Blut geschrieben wurde, kann nicht mit schmutziger Tinte
entfernt werden
Die Arbeiterklasse, vor
allem die Jugend aus den Arbeiterfamilien, sollte die Erfahrungen des
sozialistischen Aufbaus im 20. Jahrhundert studieren. Sie müssen aus den
großartigen Leistungen für das Volk ihre Lehren ziehen und zugleich ihre
Schlußfolgerungen aus den Gründen ziehen, welche zum Sturz der
sozialistischen Gesellschaften seinerzeit führte.
Die Wahrheit besteht darin, daß trotz aller Probleme, trotz der Fehler,
trotz der Abweichungen von den Grundsätzen des sozialistischen Aufbaus
die sozialistische Gesellschaftsordnung aufgebaut wurde und ihre Überlegenheit,
die enormen Verbesserungen für das Leben der Arbeiter und der
Jugendlichen bewies.
Die Abschaffung der
kapitalistischen Produktionsverhältnisse befreite den Menschen aus den
Fesseln der Sklaverei. Sie machte den Weg frei für die Produktion und für
die Entwicklung der Wissenschaft, um die Bedürfnisse des Volkes zu
befriedigen. So war das Recht auf Arbeit für alle garantiert, wurde ein
kostenloses öffentliches Gesundheits- und Bildungswesen gewährleistet,
bezahlbare öffentliche Dienstleistungen wurden vom Staat bereitgestellt,
bezahlbares Wohnen und Zugang zu geistigem und kulturellem Schaffen gehörten
zur sozialistischen Gesellschaft.
Freizeit wurde den
Arbeitern garantiert, damit sie sich ausruhen und an der Machtausübung
der Arbeiterklasse und bei der Leitung der Produktionsstätten teilnahmen.
Eine höhere Stufe der Demokratie wurde mit der repräsentativen Teilnahme
der Beschäftigten an der Macht und bei der Leitung der Produktion
entwickelt. Die Arbeiter konnten ihre Arbeitervertreter wählen und abwählen,
die für sie in den Machtorganen saßen.
Die Sozialversicherung war
von höchstem Vorrang für die sozialistische Staatsmacht. Die
sozialistische Macht legte den Grundstein für die Beseitigung der
Ungleichheit zwischen Mann und Frau. Sie stellte in der Praxis das
gesellschaftliche Wesen der Mutterschaft, die gesellschaftliche Fürsorge
für das Kind sicher. All dies sind Errungenschaften, die jahrzehntelang
in den sozialistischen Ländern gewährleistet waren. Und all diese
Errungenschaften erscheinen heute als Träumereien von Phantasten für die
Arbeiter und die jungen Menschen in der kapitalistischen Welt.
Die Sowjetunion und das sozialistische Weltsystem stellten das einzige
wirkliche Gegengewicht gegenüber der imperialistischen Aggression dar.
Die von der Sowjetunion gespielte Rolle beim Sieg der Völker über den
Faschismus war die entscheidende Rolle. Über 20 Millionen Sowjetbürger
gaben ihr Leben für ihr sozialistisches Heimatland und den Sieg über den
Faschismus, über 10 Millionen weitere Sowjetbürger wurden dabei zu
Invaliden und Behinderten. Und es gab ganz klar enorme materielle Zerstörungen.
Der neue Angriff wird
siegreich sein
Die Konterrevolution in der
UDSSR kam nicht aus einer imperialistischen militärischen Intervention
heraus, sondern sie entwickelte sich "von innen und von oben".
Im
Verlauf des Aufbaus der Gesellschaft Fehlentscheidungen getroffen.
Es wurden die Entwicklungsgesetze der neuen Gesellschaftsordnung verletzt.
Neue Maßnahmen wurden durchgesetzt, die der sozialistischen Wirtschaft
wesensfremd waren.
Die konterrevolutionären
Umstürze ändern nicht den Charakter der Epoche. Das 21. Jahrhundert ist
das Jahrhundert eines neuen Aufschwungs der weltweiten revolutionären
Bewegung und einer neuen Reihe von gesellschaftlichen Revolutionen.
Zwei Entwicklungswege tun
sich vor den Völkern auf: der Entwicklungsweg des Aufrechterhaltens des
Bisherigen. Er ist voller nie endender Opfer für das Volk. Und dies ist
der Entwicklungsweg der verfaulenden Gesellschaftsordnung der bürgerlichen
Macht und des kapitalistischen Eigentums. Oder aber das Volk kämpft für
den revolutionären Sturz des Kapitalismus zugunsten der Macht der
Arbeiterklasse, für den Sozialismus-Kommunismus.
Zwischen der
kapitalistischen und der sozialistisch-kommunistischen sozialökonomischen
Gesellschaftsformation gibt es keine andere Formation, keine andere
Gesellschaftsordnung. Die Macht gehört entweder den Arbeitern oder sie
gehört den Kapitalisten.
Die Errichtung des
sogenannten "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" oder des
"demokratischen Sozialismus" lehnt die Macht der Arbeiterklasse
ab, lehnt die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und die zentrale
Planung ab. Diese Gesellschaftskonzeptionen haben nichts mit dem
wissenschaftlichen Sozialismus gemein. Sie sind ein Mittel der bürgerlichen
kapitalistischen Gesellschaftsordnung zur Manipulierung der Völker und
zur Abkehr vom Klassenkampf.
Das Volk wird das letzte
Wort haben!
Die jungen Männer und
Frauen, die Jugendlichen aus den werktätigen Schichten des Volkes, können
von der alten, historisch überholten kapitalistischen
Gesellschaftsordnung in deren heutigen letzten imperialistischen Stadium
nichts erwarten. Ihre Zukunft für ein besseres Leben, für die
Befriedigung ihrer Lebensbedürfnisse, steht in Beziehung zu ihrer
Teilnahme und ihrer Leistung an der Entfaltung des Klassenkampfes, am
Sturz der kapitalistischen Barbarei, am Aufbau der neuen sozialistischen
Gesellschaftsordnung.
Vor uns stehen große Klassenkämpfe.
Die bevorstehenden
Revolutionen werden die für den Sozialismus sein.
KJO Österreich
COMAC Belgien
YCL Großbritannien
KSM Tschechische Republik
YCL Georgien
SDAJ Deutschland*
KNE Griechenland
Linksfront - Kommunistisches Jugendbündnis Ungarn
Conolly Jugendbewegung Irland
Kommunistische Jugend Luxemburg
CJB Niederlande
UNGKOM Norwegen
KMP Polen
RKSM(B) Rußland
SKOJ Serbien
CJC Spanien
UJCE Spanien
SKU Schweden
Jugend der TKP Türkei
Quelle:
http://inter.kke.gr/News/news2012/2012-01-09-kne/
Anmerkung:
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Auf der SDAJ-Website ist diese von der SDAJ mitunterzeichnete Erklärung
bis zum 15. Januar 2012, dem Tag der Übersetzung
meinerseits, nicht in deutscher Sprache erschienen.
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