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Vorsitzender
des „Internationalen Antiimperialistischen und Volkssolidaritäts-Koordinationskomitees“
Ramsey Clark |
Internationale
antiimperialistische Konferenz in Kalkutta
Ein
Schritt in Richtung global koordinierter antiimperialistischer
Aktion
Übersetzung:
Redaktion der TA
(eingestellt
am 26. Februar 2007) |
Kalkutta,
27. bis 29 November 2007 Im Bestreben hin zur Schaffung einer
weitreichenderen Bedeutung der globalen antiimperialistischen Bewegung
wurde am 29. November 2007 in Kalkutta das „Internationale
Antiimperialistische und Volkssolidaritäts- Koordinationskomitee“
(„International Anti-Imperialist and People‘s Solidarity
Coordinating Committee“, kurz: IAPSCC) gegründet. Es hat den
bedeutenden amerikanischen Juristen und altgedienten Antiimperialisten
Ramsey Clark als Vorsitzenden (President) und Manik Mukherjee aus Indien
als Generalsekretär. Ramsey Clark ist ein ehemaliger
Generalbundesanwalt der Vereinigten Staaten und Präsident des in New
York ansässigen „Internationalen Aktionszentrums“ (International
Action Centre). Manik Mukherjee ist ein überzeugter Kämpfer für die
Sache der Arbeiterklasse und Vizepräsident des „Allindischen
Antiimperialistischen Forums“ (All India Anti-Imperialist Forum). Das
Komitee (das IAPSCC) wird ein Internationales Sekretariat beinhalten, in
welchem sich Mitglieder aus den USA, Frankreich, Deutschland,
Bangladesh, Palästina, Indien, dem Libanon (zwei Mitglieder), und Nepal
(zwei Mitglieder) befinden werden – Kuba, Venezuela, der Irak, der
Iran und Kanada werden aufgerufen jeweils ein Komiteemitglied zu
entsenden, zusätzlich wird es weitere Mitglieder aus der Türkei, Rußland,
Bangladesh, Bahrain und anderen Staaten aufnehmen. Die genauen
Positionen der Mitglieder werden
in
Kürze bekannt gegeben, nachdem man sich mit den Organisatoren in den
unterschiedlichen Ländern beraten konnte. Weitere Komiteemitglieder
sowie Sekretäre können nachnominiert werden.
Eine
militante Konferenz
An
der Konferenz in Kalkutta nahmen über 1.500 Delegierte teil, des
weiteren verfolgten über 600 Beobachter das Geschehen über ein lokales
Fernsehnetzwerk. Beginnend am palästinensischen Solidaritätstag, dem
28. November, war die Konferenz weder akademisch, noch pazifistisch
sondern außergewöhnlich militant und auf Analysen und Strategien
fokussiert, dabei von den Erfahrungen der Teilnehmer ausgehend.
Delegierte aus dem Libanon, Palästina, der Türkei, Bahrain,
Bangladesh, Nepal, Deutschland, Kanada, Rußland und den USA arbeiteten
konzentriert zusammen und lieferten detaillierte Perspektiven und
Einsichten aus ihren jeweiligen langen Erfahrungen im
antiimperialistischen Kampf.
Die
Konferenz wurde geleitet von Tarun Sanyal, einem bekannten Dichter und
Erziehungswissenschaftler aus Bangladesh. Zudem hielt der bekannte
Geologe, Erziehungswissenschafter und Generalsekretär des „Allindischen
Antiimperialistischen Forums“, Dhruba Mukhopadhyay einen Vortrag über
die Aktivitäten des Forums im Zusammenhang mit den jeweiligen
nationalen und internationalen Zusammenhängen und erläuterte die
Fortschritte dabei. Zu Beginn der Veranstaltung erinnerte der
Wissenschaftler Gourishankar Ghatak in einem Nachruf an Professor Sushil
Kumar Mukherji, den renommierten Wissenschaftler und Pädagogen welcher
der erste Generalsekretär des Forums ab dessen Gründung bis zu seinem
Tod 2006 war.
In
seiner Eröffnungsrede forderte Ramsey Clark, daß die USA sich vollständig
und endgültig aus dem Irak zurückziehen sollten, dem irakischen Volk
Reparationen für einen Neubeginn zahlen sollten und vor allem keinerlei
Rolle im Neuaufbau des Irak mehr haben dürfen. Jene, die diesen Krieg
ausgelöst haben sollten für ihren Bruch internationalen Rechts durch
ihre Aggression zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem sollten die
Vereinigten Staaten und Israel Reparationen an das palästinensische
Volk zahlen müssen und das Recht auf Souveränität der Palästinenser
anerkennen. Ramsey Clark beschrieb den Militarismus, einen zwangsläufigen
und integralen Bestandteil des Imperialismus und führte aus, daß
niemand auf der Erde in Frieden leben könnte solange der Militärhaushalt
der USA nicht auf ein Zehntel des aktuellen Budgets reduziert wurde und
eine vollständige nukleare Abrüstung stattgefunden hat. „Eine
Ausbreitung der Armut und eine Konzentration des Wohlstands ist eine
Konsequenz des Imperialismus. Nukleare Abrüstung und das Ende des
Militarismus alleine würden die Ressourcen freisetzen um die Würde der
Menschheit wiederherzustellen – Bildung, Gesundheitsversorgung und
Wohnraum für alle, Frieden und Gleichberechtigung für alle Völker.“
Im
Namen des „Allindischen Antiimperialistischen Forums“ gab Manik
Mukherjee mit einem Referat die Richtung für die Konferenz an. Thema
war die Konterrevolution in der UdSSR und den anderen Staaten des
Warschauer Paktes; die sich verschärfende wirtschaftliche Krise in den
imperialistischen Ländern und den daraus resultierenden Widersprüchen
zwischen selbigen auf dem Weltmarkt; der fehlschlagende Versuch mittels
Globalisierung und der WHO den Weltmarkt unter sich aufzuteilen; die
wachsenden imperialistischen Intentionen sich entwickelnder Länder wie
Indien; die grausamen Angriffe auf den Irak, Afghanistan und Jugoslawien
und die Sanktionen und Drohungen gegen den Iran, Kuba, Nordkorea und
Syrien. Das Skript des Referats ging auch näher auf die Rolle des
zionistischen Israels, als Statthalter des US-Imperialismus in Westasien
ein und beschrieb die bekannteren antiimperialistischen
Auseinandersetzungen in Palästina und dem Libanon als Vorboten
weiterer, ähnlicher Kämpfe überall in der arabischen Welt. Manik
Mukherjee führte aus: „Was in diesen Tagen gebraucht wird, ist eine
Koordination aller dieser individuellen antiimperialistischen Kämpfe um
sie untereinander mit den lokalen antikapitalistischen Organisationen zu
verbinden.“
Resolutionen
zum mittleren Osten und zur internationalen Situation
Resolutionen
zur derzeitigen internationalen Situation, in welchen: der sofortige Rückzug
der Besatzungstruppen aus dem Irak gefordert wird; Solidarität mit dem
irakischen Widerstand ausgedrückt wird; die mörderische Besatzung Palästinas
durch die herrschende Bourgeoisie Israels (offen sowie verdeckt von den
USA unterstützt) verurteilt wird; der sofortige Truppenabzug aus den
besetzten palästinensischen Gebieten gefordert wird; die vollständige
Anerkennung der legitimen Forderungen des palästinensischen Volkes nach
einem unabhängigen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem gefordert wird;
das Recht der Rückkehr aller palästinensischen Flüchtlinge anerkannt
wird; die Forderung, daß die herrschende Klasse in den USA ihre
Aggressionen und Hegemonieabsichten gegen das Volk des Libanons
einstellt; allen Völkern Westasiens das Recht zugestanden wird, ihre
eigene Politik zu führen; eine vollständige Unterstützung des
libanesischen Widerstandes, geführt durch die Hisbollah und anderen
Organisationen im Kampf gegen die US-Israelische Einmischung für die
Souveränität des Libanons gefordert wird; die Forderung nach Unabhängigkeit
und Sicherheit sowie der allgemeinen achtungsvollen Anerkennung des
militanten libanesischen Widerstandes, angeführt von der Hisbollah und
ihrem hochangesehenem Anführer Hassan Nasrulah gestellt wird; weiterhin
die Verurteilung der Angriffe der faschistischen Diktatur in der Türkei
mit dem Ziel die revolutionären Bewegungen innerhalb der Türkei zu
unterdrücken und gleichermaßen die Politik dieser faschistischen
Diktatur, der Nichtanerkennung und Auslöschung des kurdischen Staates
samt seiner Bevölkerung, ausgedrückt ebenso durch die Besatzung im Süden
Kurdistans; die Solidarität mit den Bestrebungen des iranischen Volkes
seine Souveränität gegen Angriffe des Imperialismus zu beschützen
ausgedrückt wird sowie zudem die Solidarität mit der „bolivarianischen
Revolution“ in Lateinamerika zum Ausdruck gebracht wird und der Kampf
des Anführers dieser Bewegung, Hugo Chavez, gegen den US-Imperialismus
anerkannt wird. Eine weitere verabschiedete Resolution stellte fest, daß
„die USA dieser Tage der Stammvater der Aggressionskriege in vielen
Ecken der Welt ist und dabei die Abwesenheit des einstmals sehr mächtigen
sozialistischen Lagers sowie weltweit organisierter militanter
Antikriegs- und Friedensbewegungen ausnutzt.“ Die Resolution rief die
Menschen in aller Welt dazu auf, auf breiter Basis und vereint den
antiimperialistischen Kampf aufzunehmen.
Die
antiimperialistische Demonstration
Der
Konferenz war eine gigantische Demonstration mit über 50.000
Teilnehmern aus allen Teilen Indiens vorausgegangen. Bauern, Arbeiter,
Intellektuelle und Aktivisten marschierten in einer großen Prozession,
Startpunkt war die „College Street“. Ramsey Clark und viele andere
Delegierte aus dem Ausland führten die Menschen an und initiierten Choräle
antiimperialistischer Slogans. Ausgerüstet mit Schildern, Bannern,
Plakaten und Slogans gegen den amerikanischen Imperialismus sowie
Slogans der Unterstützung der kämpfenden Völker im Irak, Palästina,
dem Libanon sowie in Erinnerung an die Vorfälle in Nandigram gingen die
Demonstranten ihren Weg bis zum Vorplatz (Esplanade) des amerikanischen
Konsulats. Eine Massenkundgebung wurde abgehalten, auf welcher Ramsey
Clark, Manik Mukherjee und internationale Delegierte Reden hielten.
Dhruba Mukhopadhyay verlas ein Memorandum, gerichtet an George Bush, in
welchem der sofortige Truppenabzug der USA aus dem Irak gefordert wurde
und die US-Israelischen Aggressionsakte gegen das palästinensische Volk
sowie die Invasion des Libanons und die Kriegsdrohungen gegen den Iran,
Syrien, Kuba und gegen die KDVR scharf verurteilt wurden.
„Aavishkara“,
eine Theatergruppe aus Karnataka führte ein eindrucksvolles Schauspiel
über die Kriegsverbrechen von G. W. Bush vor: Der Angriffskrieg gegen
den Irak und die Besetzung desselben sowie die Hinrichtung Saddam
Husseins.
Eine
historische Konferenz
Diese
Konferenz war ein wahrhaftig historisches Ereignis, aus drei Gründen:
Erstens schuf die Konferenz eine Koordinationsplattform für militante
antiimperialistische Organisationen über vier Kontinente hinweg,
zweitens leitete sie ein neues Kapitel für die aufrichtige
antiimperialistische Bewegung Indiens ein welches seinerseits selber ein
starker Anwärter auf den Posten einer imperialistischen Macht ist.
Drittens wurde das Geschehen in Nandigram international bekannter, denn
es wurde richtigerweise als Inbegriff des antiimperialistischen und
antikapitalistischen Kampfes anerkannt. Es wurde beschlossen, daß ein
Schriftstück, welches das Dokument zur Vorgehensweise und die
akzeptierten Resolutionen beinhalten wird, offiziell als Grundsatzerklärung
der Konferenz ausgegeben werden wird.
Als
die Delegierten am Ende der Konferenz aufstanden um gemeinsam die
Internationale zu singen, lag ein fühlbar erneuerter Wille, das Monster
des Imperialismus zu besiegen, in der Luft.
Übersetzung:
Redaktion der TA |