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Griechenland:
Größter
Volksprotest in Thessaloniki und in Athen
EIN
KAMPF IM RAHMEN DER KLASSENAUSEINANDERSETZUNG
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Athen,
11. September 2011, KKE-Website.
(auf Kommunisten-online vom 15. September 2011) – Am
10. September 2011 wurde von PAME, der Allgriechischen
Antimonopolistischen Protestbewegung der Selbständigen, der Kämpferischen
Front Aller Bauern, der Kampffront der Studenten und dem Frauenverband
Griechenlands die größte Demonstration durchgeführt, die in den
letzten Jahren in der zweitgrößten Stadt Griechenlands, in
Thessaloniki, stattgefunden hat. Protestiert wurde gegen die gegen das
Volk gerichtete Politik der sozialdemokratischen Regierung, der EU und
des IWF.
Die
Demonstration fand anlässlich des Beginns der Internationalen Messe von
Thessaloniki statt, welche vom Premierminister eröffnet wurde. Premier
Papandreou beharrt auf dem gegen das Volk und gegen die Arbeiter
gerichteten politischen Kurs. Er verkündete neue Maßnahmen, die das
Einkommen der Volksmassen nur weiter schmälern.
In
seiner Rede auf der Demonstration rief Sotiris Zarianopoulos, Mitglied
des Exekutivsekretariats von PAME, die Arbeiter und die Menschen des
Volkes dazu auf, ihre kämpferische Stimmung überall zu fördern, ihren
Kampf zu verstärken und den nächsten Generalstreik vorzubereiten.
Tausende
Demonstrationsteilnehmer marschierten in die Innenstadt von
Thessaloniki. Der Massenprotest richtete sich gegen das Klima der Angst
und der Einschüchterung, welches die Regierung zu schaffen bestrebt
ist. Die Versuche, einen Schauplatz voller Zwischenfälle aus dieser
Massendemonstration der klassenkämpferischen Kräfte zu machen,
scheiterten. Auch wenn die internationalen Fernsehmedien darauf aus
waren, sich auf die provokatorischen Machenschaften von kleinen Gruppen
zu konzentrieren, bestand die Wirklichkeit, die sie zu vertuschen
versuchten, in Tausenden Arbeitern, die für die Losungen und die kämpferischen
Forderungen von PAME demonstrierten. Die Parolen lauteten „Die Krise
und die Schulden gehören nicht dem Volk, sie wurden von den Profiten
des Kapitalismus hervorgebracht“. In den Straßen von Thessaloniki
hallte immer wieder der laute Ruf der Massen „Schluss mit den
Spielchen, der Kapitalismus kann nicht menschlich werden“, „Alle Räder
stehen still, wenn der starke Arbeiterarm es will, Du Arbeiter kannst es
auch ohne die Bosse“.
Die
Kräfte der klassenkämpferischen Gewerkschaften und die
Demonstrationsteilnehmer protestierten gut organisiert und gut geschützt.
Anzumerken
ist, dass am Morgen des Sonnabends eine kämpferische
Massendemonstration in Athen stattfand, an welcher die Generalsekretärin
des ZK der KKE, Genossin Aleka Papariga, teilnahm. Sie gab folgende Erklärung
an die Medien: „Wir müssen unsere Ängste, Illusionen, unser Zögern
beiseite legen. Sonst finden wir uns selbst buchstäblich mit dem Rücken
zur Wand wieder, das arbeitende Volk, die Arbeiterklasse, vor allem die
Jugend. Von diesem Augenblick an muß der Countdown für die
Wiedergeburt und den Gegenangriff der Bewegung beginnen.“
Noch
am selben Abend bemerkte Genossin Aleka Papariga in ihrer Rede auf dem
ODIGITIS-Festival des kommunistischen Jugendverbands KNE in Patras:
„Es bleibt bei der ernstzunehmenden Möglichkeit, dass vor einer
wesentlichen Erholung eine neue Wirtschaftskrise mit internationalen
Ausmaßen ausbricht. Es ist auch sehr möglich, dass der Konkurrenzkampf
zwischen den kapitalistischen Staaten sich ganz plötzlich wieder verschärft,
dass Fliehkräfte beobachtet werden, dass die Tendenz des Rückzugs aus
dem Euro gestärkt werden wird. Ohne die aggressive Einmischung des
Volkes, der Völker, wird das Ergebnis unvorhersehbar werden,
katalytisch sein, mit neuen negativen Folgen. Aus diesem Grund darf das
Volk nicht nur Zuschauer voller Fatalismus, Angst und Desorientierung
sein.
Es
ist keine Übertreibung. Wir selbst finden uns einer Einstellung von
Lohn- und Rentenzahlungen beispielsweise in Griechenland ausgesetzt. Es
ist keine Übertreibung, dass Griechenland noch viel tiefer verstrickt
werden wird, noch viel mehr vom Konkurrenzkampf der imperialistischen Mächte
in der Region bedroht wird, die mit den Waffen der NATO und den militärischen
Unterdrückungsmitteln der EU offen intervenieren, um diese oder andere
Märkte zu erobern. Die Gefahr ist groß, weil die bürgerliche Klasse
des Landes darauf aus ist, aktiv an diesem Kampf teilzunehmen, sich
dabei ganz gleichgültig gegenüber den souveränen Rechten des Landes
und loyal zu ihren Klassenzielen verhält. Hinsichtlich des Landes wird
vom Volk auf der einen Seite ganz anders gedacht als von den
Kapitalisten und ihren Parteien auf der anderen Seite.
Es
ist keine Übertreibung, dass wir vorhersagen, dass wir unter den
Bedingungen der ansteigenden Massenarbeitslosigkeit und der zunehmenden
Massenverelendung und während der Klassenkampf derzeit aufflammt zum
Fall der Regierung gelangen werden, dass der Prozess hinsichtlich der
sogenannten Regierung der „nationalen Errettung“ oder anderer
Variationen z.B. von Mitte-Links-Koalitionsregierungen usw. sich
beschleunigen wird. Es könnte zur raschen Rotation der Regierungen
kommen, zu zeitweiligen Sackgassen und bzw. oder größeren Sackgassen
beim Erreichen der Stabilität der bürgerlichen politischen Ordnung.
Unter
den Bedingungen, wo die bürgerliche politische Ordnung gegenwärtig
durchgerüttelt wird, muß das Volk absolut bereit sein, die Situation
nach vorne zu drücken, den Bruch und die Sackgassen des Systems
auszuweiten, sich in den Gegenangriff zu begeben, als sein Ziel die Überwindung
der Macht der Monopole herauszustellen.“ Die
Generalsekretärin des ZK der KKE äußerte weiter: „Wir kämpfen im
Rahmen der Klassenauseinandersetzung, des Bruchs und der Überwindung,
damit wir Zeit gewinnen, damit wir den Gegner bezwingen, die Regierung
bezwingen, die großen Konzernherren bezwingen, Brüssel zumindest zu
einem zeitweiligen Rückzug zwingen, damit wir den großen Gegenangriff
mit internationaler Unterstützung und internationaler Solidarität
organisieren können: Für die Überwindung der Macht der Monopole, für
die Volksmacht der Arbeiterklasse, für die Volkswirtschaft, die aus dem
Volk die Besitzer des Reichtums, die Träger der Wiedergeburt auf jeder
Stufe von der Wirtschaft und Kontrolle des arbeitenden Volkes bis hin
zum politischen System und den internationalen Beziehungen des Landes
macht.“
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In
ganz Griechenland PAME-Massendemonstrationen
„WIR
KÖNNEN SIE STOPPEN – WIR SCHULDEN NICHTS –
WIR
ZAHLEN NICHT EURE KOPFSTEUER“
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Athen,
21. September 2011, KKE-Website. (auf Kommunisten-online am 27.
September 2011) – Das arbeitende Volk Athens sandte genau diese
Botschaft gestern aus. Es waren die schuftenden Menschen aus den Kiezen
von Athen und Piräus, die Arbeiter, die Frauen, die Selbständigen, die
Rentner, die Arbeitslosen und die Studenten, die da den Syntagma-Platz
(Platz der Verfassung) zu Tausenden besetzten. Weitere
Kampfdemonstrationen wurden in Dutzenden griechischen Städten
organisiert. In einer großen und lebendigen Demonstration verkündete
das einfache Volk seine klare und unumstößliche Entscheidung:
„WIR
SCHULDEN NICHTS - WIR ZAHLEN NICHT!“
Die
Demonstration war eine klare Botschaft des Trotzens angesichts der
Zahlungsbescheide aus den Finanzämtern, die massenhaft an jede Familie
aus der Arbeiterklasse und den Schichten des werktätigen Volkes
versendet worden waren, noch während gestern ein neuer Steuerraubzug im
Parlament von der Regierung durchgepeitscht wurde, wonach jeder
Hausbesitzer selbst bei kleinstem Häuschen aufgefordert ist, eine
dauerhafte und teure Steuer mit den Stromrechnungen zu zahlen.
Wenn
wir zu diesen schweren Steuerlasten das neue Paket von Maßnahmen mit
seinen neuen Steuern, einer weiteren dramatischen Senkung der Löhne
sowie Senkung der Renten um bis zu 50% und der Massenentlassung von
30.000 öffentlich Beschäftigten mit der unmittelbaren Perspektive der
Entlassung von bis zu 200.000 Menschen usw. hinzurechnen, dann führt
dies alles die Arbeiterfamilien und Haushalte der einfachen Menschen im
Volke in die Massenverelendung und in den Bankrott.
Die
klassenkämpferischen Gewerkschaften im Dachverband PAME sammeln derzeit
mit einer organisierten Einmischung die Zahlungsbescheide der Arbeiter
und verkünden massiv, dass diese Zahlungen nicht geleistet werden,
trotz der massiven Einschüchterung seitens der Regierung und ihrer
Drohung mit Zwangsversteigerungen und Gefängnisstrafen, während
gleichzeitig dem Großkapital provokatorische Steuerbefreiungen und neue
Privilegien gewährt werden.
Jetzt
ist der einzige Weg die organisierte massenhafte Zahlungsverweigerung.
PAME ruft zu neuem Handeln gegen die schweren Steuerlasten am 28.
September auf, nach den Massendemonstrationen vom 21. September, welche
ihre Höhenpunkte mit dem Streik im öffentlichen Dienst und in den
ehemaligen Staatsbetrieben am 5. Oktober sowie einem landesweiten
Generalstreik am 19. Oktober erreichen werden.
Eine
große Delegation des ZK der KKE war auf der Demonstration dabei. Sie
wurde von der Generalsekretärin des ZK der KKE, Genossin Aleka Papariga,
angeführt. Sie gab folgende Erklärung gegenüber den Medien ab:
„Nicht einen Schritt zurück. Die große Mehrheit des Volkes muß das
tun, was sie zu tun vorhat: die schweren Steuerlasten nicht zahlen, sich
nicht an die Wand stellen lassen. Wir müssen deren Leben zur Hölle
werden lassen. Diese Auseinandersetzung beginnt heute. Sie ist heute
vorhanden und wird in der nächsten Zeit da sein.“
Auf
der Kundgebung von PAME wurde eine Solidaritätserklärung mit dem Volk
Palästinas angenommen und darin der Forderung nach einem
UN-Mitgliedsstaat Palästina in Anerkennung seiner Grenzen von 1967 und
mit Ost-Jerusalem als seiner Hauptstadt zugestimmt.
Quelle
http://inter.kke.gr/
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