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Griechenland:
KKE
aktiv in Nah- und Mittelostpolitik
KKE
TRIFFT DIPLOMATEN IRANS, LIBANONS, PALÄSTINAS UND SYRIENS
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Athen,
Mitteilung der KKE vom 24. August 2010. (auf Kommunisten-online am 23.
September 2010) – Eine Delegation des Zentralkomitees der
KKE mit Politbüro-Mitglied Giorgos Marinos an der Spitze besuchte am
Montagmorgen die Botschaften Irans, Libanons, Syriens und die
diplomatische Vertretung der Palästinensischen Behörde in
Griechenland. Die Delegation traf sich mit dem Botschafter Irans Mehdi
Hoardoost, dem Botschafter Syriens Houda Al-Houmsi, dem Chef der
diplomatischen Vertretung der Palästinensischen Behörde Samir Amou
Gazale und der Bevollmächtigten der Botschaft Libanons Rania El
Abdallah.
Das
Anliegen dieser Begegnungen war für die KKE, über die jüngsten
Entwicklungen informiert zu werden und demgegenüber unsere
KKE-Standpunkte zur gefährlichen Lage vorzustellen, welche sich
aufgrund der imperialistischen Pläne und der Verwicklung der
griechischen PASOK-geführten Regierung für das griechische Volk und
die anderen Völker in der Region entwickelt.
Genosse
Giorgos Marinos äußerte die tiefe Besorgnis der KKE über die
Entwicklungen in weiten Regionen des Östlichen Mittelmeers und im
Mittleren Osten. Nach den Besuchen bei den diplomatischen Vertretungen
gab er die folgende Stellungnahme zu den jüngsten für die Völker gefährlichen
Prozessen ab.
Stellungnahme
von Giorgos Marinos
* Die PASOK-Regierung hat sich
noch tiefer in die imperialistischen Konstrukte verstrickt.
* Die Völker in der Region,
die klassenbewusste Arbeiterbewegung und alle anti-imperialistischen und
friedliebenden Kräfte sollten wachsam und kampfbereit sein.
„Neue
Kriegsszenarien und diplomatische Machenschaften werden derzeit von den
imperialistischen Hauptzentren gegen die Völker des Iran, Libanons,
Syriens und Palästinas vorbereitet. Dies verschärft die neuerlichen
gefährlichen Entwicklungen weiter. Die heute stattgefundenen
Begegnungen in den Botschaften der gerade genannten Länder haben zuerst
und vor allem die Solidarität der KKE mit den Völkern in der Region
zum Ausdruck gebracht. Diese Solidarität ist in all diesen Jahren von
unserer Partei und der klassenbewussten Arbeiter- und
anti-imperialistischen Bewegung nicht nur in Worten, sondern mit
anhaltenden und beständigen Aktionen geäußert worden.
Heute
haben wir es mit besonders bedrohlichen Ultimaten der USA und Israels
gegen Iran zu tun, die mit der Unterstützung der EU und der NATO ausgeführt
werden. Trotz der von den Imperialisten verwendeten Vorwände müssen
diese Handlungen voller Aggressivität von den Völkern massiv abgewehrt
werden.
Gleichzeitig
zeigen die Warn-Angriffe von Israels Kriegsmaschinerie an der Grenzlinie
zu Libanon die zunehmende Aggressivität Israels beim Bekräftigen des
Anspruchs, dass Israel die Energievorkommen in der Grenzregion unter
Missachtung der Rechte des Libanon ausbeuten wird.
Unter
diesen Bedingungen ist die Verstrickung der griechischen PASOK-geführten
Regierung in die Angelegenheiten des Mittleren Ostens verstärkt worden,
was von der KKE verurteilt wurde. Diese jüngste angeblich „aktive“
Präsenz des griechischen Premierministers und Vorsitzenden der
Sozialistischen Internationale in der Region unterstrich die Vertiefung
der Beziehungen unseres Landes und der EU mit Israel, während das
Abschlachten des palästinensischen Volkes weitergeht. Der Austausch von
Besuchsdelegationen zwischen der griechischen und der israelischen
Regierung, die dann folgenden Erklärungen und Verlautbarungen, haben
nichts mit den Interessen der Völker in der Region, der Völker
Griechenlands und Israels zu tun. Im Gegenteil, sie bestätigen und fördern
die wirtschaftliche, politische und militärische Zusammenarbeit
zwischen den beiden Ländern, um die Profitabilität des Kapitals
insbesondere unter den Bedingungen der kapitalistischen Krise und Verstärkung
der inner-imperialistischen Widersprüche und Konkurrenz, dem Bedarf an
Rohstoffen, zum Zwecke der Ausbeutung und Kontrolle über die Quellen für
Wohlstand, Investitionen und Marktanteile zu steigern. Gleichzeitig ist
die Lage im Mittleren Osten komplexer geworden, weil die
imperialistische Aggressivität verstärkt worden ist.
Das
Bestreben der griechischen Bourgeoisie, eine aktive Rolle zu spielen,
steht der sogenannten „Pro-Palästina“-Rolle entgegen, die kürzlich
von der türkischen Bourgeoisie in der Region vorangetrieben worden ist.
All dies offenbart, dass hinter den „runden Tischen“ und den
„erweiterten gemeinsamen Ministerausschüssen zwischen Griechenland
und der Türkei“ starke unüberbrückbare Widersprüche vorhanden sind
und sich nicht nur zwischen den Bourgeoisien der mächtigsten
imperialistischen Länder verschärfen, sondern auch zwischen jenen
Bourgeoisien, die darauf aus sind, eine regionale Rolle in den
imperialistischen Planungen zu spielen. An diesem geopolitischen Spiel
nimmt jede Partei entsprechend ihrer wirtschaftlichen, militärischen
und politischen Macht im imperialistischen Gefüge, ihrer Position im
internationalen System und ihrer geografisch-strategischen Position
teil.
Dabei
spielt keine Rolle, wie sehr sie versuchen, ihre vielförmige
Zusammenarbeit zwischen der PASOK-geführten griechischen Regierung mit
Israel als „einen diplomatischen Erfolg“ der Regierung auszugeben.
In Wahrheit ist dies ein provokatives Befriedigen der imperialistischen
Aggressivität, welches wieder einmal die PASOK-geführte Regierung
„ihre Hände im Blut baden“ lässt, und zwar der Opfer von Israel,
den USA, der NATO und der EU. Daher sollte dies verurteilt werden wie
auch die Unterstützung dieser politischen Leitlinie durch die anderen
Parteien, die dem Kapital dienen, ND und LAOS.
Darüber
hinaus zeigten die jüngsten Erklärungen von Papandreou und Netanjahu,
dass das Ergebnis ihrer bilateralen Kontakte darin besteht, größeren
Druck zu bewirken und die Palästinenser zu erpressen, die zu führen
sie bestrebt sind „mit dem Gewehrlauf auf ihre Köpfe gerichtet“ zu
einem weiteren „Dialog“ über das, was sie verlieren sollen.
Gleichzeitig gehen die Massaker an Palästinensern, der Bau der Mauer
der Schande, die massenhaften Siedlungsbauten und die jüngste
Mordattacke gegen die Flottille in den Gewässern von Gaza weiter.
Wieder
einmal ist bestätigt worden, dass die Behauptungen von angeblichen
ausgezeichneten Beziehungen der griechischen Regierung mit den
arabischen Ländern und Palästina verlogen sind, denn hinsichtlich Palästinas
werden die Verantwortlichkeiten des Opfers mit denen des Täters
gleichgesetzt. Die griechische Regierung hat ausgezeichnete Beziehungen
zu den Monopolen, aber nicht zu den Völkern der Region.
Die
KKE stellt fest, dass angesichts dieser Lage die klassenkämpferischen
anti-imperialistischen Auseinandersetzungen zunehmen müssen, um die Pläne
für die sogenannte „Demokratisierung des Mittleren Ostens“ durch
die Schaffung eines „Neuen Mittleren Ostens“ zu verhindern. Ganz
klar sind diese Pläne in den letzten Jahren durch den bewaffneten
allseits vorhandenen Widerstandskampf der Völker der Region auf
Hindernisse gestoßen.
Eine
grundlegende Aufgabe des Kampfes der Völker besteht darin, die NATO zu
verurteilen, die dabei ist, eine neue Strategie gegen die Völker
aufzufahren. Diese neue Doktrin wird im November 2010 auf dem
NATO-Gipfel in Lissabon diskutiert werden und beinhaltet u.a. die Verstärkung
der Interventionen gegen die Völker unter vielerlei Vorwänden,
darunter neben der Terrorismusbekämpfung die innere und
Energiesicherheit, die politischen und Wirtschaftskrisen und sogar der
Klimawechsel. Des Weiteren wird offenbar, dass das Internationale Recht,
welches die Völker in der Periode der aktiven Präsenz und Aktion der
Sowjetunion und des sozialistischen Weltsystems in den internationalen
Angelegenheiten kannten, nicht mehr existiert. Die UNO folgt derselben
Richtung und bildet einerseits einen Platz, auf dem die
inner-imperialistische Konflikte sich äußern, andererseits ist sie ein
Instrument für die Durchsetzung von imperialistischen Konzepten.
Die
KKE wird ihren Kampf gegen die imperialistischen Bündnisse fortsetzen,
sich nachdrücklich gegen die Entfaltung von Streitkräften unseres
Landes in Auslandseinsätzen einbringen. Daher fordern wir heute den Rückzug
einiger Dutzend griechischer Militäreinsätze außerhalb der Grenzen
unseres Landes. Dies nicht nur wegen der überzogenen Kosten, während
zugleich im Namen der Krise soziale Leistungen in Gesundheits- und
Bildungswesen zusammengestrichen worden sind, sondern auch, weil diese
Militäreinsätze Teil von Konzepten gegen die anderen Völker sind und
in keinem Fall den Interessen der Arbeiterklasse und der Schichten des
Volkes in unserem Lande dienen. Es ist von Bedeutung, dass die
Intervention der USA und NATO in Irak und Afghanistan dieselben
Ergebnisse hat: Sterben, Armut und größere Profite für das Kapital.
Die KKE verteidigt das Recht aller Völker, souveräne Entscheidungen
auf dem Weg der Entwicklung ihres eigenen Landes ohne ausländische
Einmischung und ausländische Herren zu treffen.”
Als
Schlussfolgerung sagte Genosse Giorgos Marinos:
„Nach
unserer Meinung ist der Kampf der Arbeiter und Völker im Östlichen
Mittelmeer und im Mittleren Osten notwendig, um einen einzigartigen
klassenmäßigen politischen Charakter zu erreichen, damit eine Front
aufgebaut wird, die nicht nur gegen die imperialistischen Pläne ankämpfen
wird, sondern auch in den Bedingungen in jedem Land die Anstiftung zu
religiösen, sezessionistischen und ethnischen Spaltungen und
Auseinandersetzungen scheitern lassen wird und die Perspektive dafür
vorgeben wird, dass die Macht der Monopole überwunden wird und der Weg
zum Sozialismus frei ist.
Wir
fordern:
* Die griechische Regierung
soll militärische Manöver sein lassen und die militärische
Zusammenarbeit mit Israel stoppen.
* Den Rückruf aller
griechischen Militäreinsätze außerhalb der Grenzen unseres Landes.
* Die Achtung der Souveränität
und der territorialen Unantastbarkeit jedes Landes gegenüber jeglicher
imperialistischer Bedrohung und Intervention, die unter irgendeinem
Vorwand geschehen könnte.
* Den Rückzug der
israelischen Armee aus den besetzten arabischen Gebieten (Golan-Höhen,
West Bank usw.).
* Völlige Auflösung der
Siedlungen und die Schaffung eines palästinensischen Staates neben
Israel (Gaza-Streifen und West Bank) mit Ost-Jerusalem als seiner
Hauptstadt.
* Die Lösung des Flüchtlingsproblems.
Die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge gemäß Resolution 194
der UN-Vollversammlung und gemäß anderen Beschlüssen des
UN-Sicherheitsrates.
* Die unverzügliche
Freilassung aller libanesischen und palästinensischen politischen Flüchtlinge
sowie der palästinensischen Minister und Parlamentsmitglieder durch
Israel.
* Die Wiederherstellung der
territorialen Unantastbarkeit des Libanon und den Rückzug der
israelischen Armee aus den besetzten Gebieten im Süd-Libanon einschließlich
der Shebaa-Region.
Wir
rufen die Völker in der Region, die Arbeiterbewegung und alle
anti-imperialistischen und friedliebenden Kräfte dazu auf, ständig in
kämpferischer Wachsamkeit zu sein.”
Quelle:
http://inter.kke.gr/News/2010news/2010-08-24-presvies |