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INTERNATIONALISTISCHES TREFFEN DER KOMMUNISTISCHEN PARTEIEN GRIECHENLANDS, ALBANIENS UND MAZEDONIENS

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Athen, KKE-Website, 2. Juni 2011. (auf Kommunisten-online am 11. Juni 2011) – Am 29. Mai 2011 organisierte das Regionalkomitee Westmazedoniens der KKE ein internationalistisches antiimperialistisches Ereignis in der abgelegenen Stadt Kastoria nahe der Grenzen zwischen Griechenland, Mazedonien und Albanien. An diesem Ereignis nahmen Delegationen der kommunistischen Bruderparteien dieser Länder teil. Das Ereignis brachte den gemeinsamen Willen der Kommunisten in Griechenland, Mazedonien und Albanien zum Ausdruck, zur Verstärkung des antiimperialistischen Kampfes unter den von der kapitalistischen Krise und der Verschärfung der inner-imperialistischen Widersprüche erzeugten besonders komplizierten Bedingungen beizutragen.

Genosse Theodosis Konstantinidis, Mitglied des Politbüros des ZK der KKE, hielt die Hauptrede. Genosse Muharrem Jafa, Generalsekretär der KP Albaniens, und Genosse Goran Nikle, zuständig für die Presseabteilung der KP Mazedoniens, hielten Grußansprachen. Die Delegation der KP Mazedoniens wurde von Genosse Tasefska Ntragitsa, Mitglied des ZK dieser Bruderpartei, geleitet.

Genosse Theodossis Konstadinidis unterstrich in seiner Rede:

„Mit großer Aufmerksamkeit und Besorgnis verfolgen wir die Entwicklungen auf dem Balkan, wo der Konkurrenzkampf der bürgerlichen Klassen stärker wird, während die Balkanregion zunehmend in die imperialistischen Pläne des EU-Beitritts des Westbalkans und der Ausdehnung der NATO in der Region verwickelt wird. Die historische Erfahrung lehrt uns, dass die bürgerliche Klasse und die imperialistischen Vereinigungen bestehende Minderheitsprobleme ausnutzen oder neue erzeugen, die gar nicht existieren, um die Völker zu spalten und die Politik des „Teile und Herrsche“ umzusetzen.

Wie gut bekannt ist, gibt es in Griechenland eine muslimische Minderheit und eine slawischsprachige Minderheit. In der Vergangenheit kämpfte unsere Partei gegen die Diskriminierungen und setzt dies insoweit fort, wie diese Diskriminierungen auftreten. Dessen ungeachtet möchten wir hervorheben, dass die Anerkennung einer „mazedonischen nationalen Minderheit“ wie auch einer „türkischen Minderheit“, worauf die bürgerlichen Klassen und die nationalistischen Kreise der Nachbarländer mit der Unterstützung der imperialistischen Mechanismen aus sind, ein weiterer Schritt der Infragestellung von internationalen Verträgen wie z.B. dem Vertrag von Lausanne sein werden und demzufolge etwas sind, was neue Spannungen und mögliche Kriege auslösen wird.

Die KKE richtet sich an die Arbeiterklasse und an die Völker in der Region und betont, dass ihre Interessen mit dem gemeinsamen antiimperialistischen und gegen die Monopolbourgeoisie gerichteten Kampf identifiziert sind, und zwar für die Beseitigung der ausländischen Militärstützpunkte und Atomwaffen, für den Rückzug von Streitkräften aus den imperialistischen Missionen und die Einbindung dieses Kampfes in den Kampf um die Macht. Auf dieser Grundlage können die Völker friedlich und schöpferisch leben und die Naturreichtümer nutzen, die Volkseigentum zum Nutzen des Volkes und zur Befriedigung der Bedürfnisse des Volkes sein werden.“

In seiner Grußansprache ging Genosse Muharrem Jafa, Generalsekretär der KP Albaniens, unter anderem auf folgende Dinge ein:

„Der Kampf und die Anstrengungen der Kommunisten und der Völker in unserem Land gegen den Imperialismus, gegen den Irredentismus* und gegen nationalistische Propaganda, gegen Expansionismus und Revisionismus und allgemein gegen die Feinde des Sozialismus-Kommunismus müssen effektiver und besser koordiniert werden.“

Genosse Goran Nikle, zuständig für das Pressebüro der KP Mazedoniens, hob hervor, dass die „Entdeckung neuer Energieträgervorkommen in der Balkan- und östlichen Mittelmeerregion und die Verstärkung der Ausbeutung durch das Kapital nicht nur nicht Frieden und Stabilität in unserer Region bringen werden, wie die Imperialisten und ihre Regierungen da weismachen, sondern ganz im Gegenteil werden sie weiteren brutalen Konkurrenzkampf bringen, während die Völker für elektrische Energie, Öl, Erdgas mehr zahlen werden, wenn die Energievorkommen in der Region von den einheimischen und ausländischen Monopolen und Geschäftswelt ausgeplündert werden, anstatt Volkseigentum zu sein.“

Genosse Nodas Stoltidis von PAME, Genosse Avraam Egres von PASY, Genosse Vasilis Karatzidis vom Friedenskomitee, die albanische Emigrantin und Genossin Selimai Letim sowie die slawischsprachigen griechischen Kommunisten Giorgos Nikolopoulos und Alekos Ouggrinos hielten ebenfalls Redebeiträge bei dieser Veranstaltung.

Die slawischsprachigen Kommunisten wiesen vor allem auf die Verfolgungen und die Unterdrückung hin, denen dieser Teil der Bevölkerung jahrzehntelang ausgesetzt war. Dabei betonten sie, dass diese Unterdrückung einen Klassencharakter hatte und mit nationalistischen Spannungen und Forderungen der bürgerlichen Klassen in den einzelnen benachbarten Balkanstaaten verknüpft war.

Außerdem wurde hervorgehoben, dass das Ende der Verfolgungen, Diskriminierungen usw. mit dem Vorhandensein und der Tätigkeit der KKE, ihrem Beitrag zu den Kämpfen der Arbeiter und für die Erringung der demokratischen Rechte des Volkes  in Beziehung steht. Die Veranstaltung endete mit einer kämpferischen antiimperialistischen Demonstration auf den Straßen der Innenstadt von Kastoria.

Quelle: http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-06-02-kastoria/

Anmerkung:

*Irredentismus, siehe hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Irredentismus

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