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11.
Internationales Treffen der kommunistischen und
Arbeiterparteien
KOORDINIERUNG
UND AKTIONSEINHEIT ALLER KOMMUNISTEN WELTWEIT
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Buenos
Aires, 27. November 2009, Tribuna Popular TP.-
Mit einem Aufruf zur Koordinierung und Aktionseinheit
aller kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt ging in Neu-Delhi
das 11. Internationale
Treffen der kommunistischen und Arbeiterparteien zu Ende. Es fand vom
20. bis 22. November 2009 unter Beteiligung von 57 kommunistischen und
Arbeiterparteien aus 48 Ländern statt.
Die
KP Argentiniens schätzte dieses Treffen in einer Pressemitteilung ein.
Ihr Generalsekretär Patricio Echegaray, welcher am Treffen teilgenommen
hatte, erklärte darin, „das Treffen stellt einen Bruch mit der
Isolierung dar, in welcher die kommunistische und Arbeiterbewegung
abgetaucht war.“ Genosse Echegaray betonte, dass 20 Jahre nach dem
Fall der Berliner Mauer und der Verkündung des Endes des kalten Krieges
„der Kapitalismus in der schlimmsten Krise seiner Geschichte
abgetaucht ist.“
Der
Aufruf der Kommunisten der Welt stellt die Verstärkung des Kampfes für
die Rechte der Volksmassen und gegen die kapitalistische
Gesellschaftsordnung in den Vordergrund. Dies zusammen mit dem
Vorankommen bei der Aktionseinheit der kommunistischen und
Arbeiterbewegung auf internationaler Ebene.
Dieses
11. Internationale Treffen
der kommunistischen und Arbeiterparteien folgte den Treffen in
Griechenland, Belarus und Brasilien, welche in den letzten vier Jahren
stattgefunden hatten. Es wurde von der Kommunistischen Partei Indiens
und der Kommunistischen Partei Indiens (Marxisten) organisiert.
In
der einstimmig angenommenen Abschlußerklärung am Ende der drei
Beratungstage wurde dargelegt, dass „der Kapitalismus nicht durch sein
eigenes Gewicht fallen wird, sondern zerschlagen werden muß“. Und in
der Erklärung wird gewarnt, dass „das Ausbleiben des von den
kommunistischen Parteien geführten Gegenangriffs die Gefahr des
Aufkommens der reaktionären Kräfte erzeugt“. Denn, so heißt es im
Dokument, „die herrschenden Klassen greifen mit allen Mitteln in ihrer
Reichweite an, um die Stärkung der kommunistischen und
Arbeiterorganisationen zu verhindern und so den Status Quo zu schützen“.
Auch
prangert die Erklärung von Delhi an, dass wenn von „Humanisierung des
Kapitalismus“, „Regulierung“ und „globaler Regierbarkeit“ die
Rede ist, damit die Sozialdemokratie dazu beiträgt, den wahren
Charakter des kapitalistischen Systems zu verschleiern. In diesem Sinn
ist zweifellos festzustellen, dass solche Konzepte die Strategie des
Kapitals verstärken, denn sie negieren den Klassenkampf und stärken
die volksfeindliche Politik.
Die
Delegierten stimmten auch überein, dass die gegenwärtige weltweite
Rezession eine system-immanente Krise des Kapitalismus ist, welche seine
historischen Grenzen sowie die Notwendigkeit seiner revolutionären
Zerschlagung aufzeigt. In der Abschlußerklärung wird eingeschätzt,
dass „der Sozialismus die einzige wirkliche Alternative für die
Zukunft der Menschheit ist“.
Aufruf
zur Einheit
Vor
den ca. 100 Vertretern der kommunistischen Parteien aus aller Welt erklärte
Sitaram Jetschuri als Mitglied des Politbüros der Kommunistischen
Partei Indiens (Marxisten) in seiner Eröffnungsrede, dass „der
Imperialismus die höchste und letzte Entwicklungsstufe des Kapitalismus
ist, weswegen wir uns an der Türschwelle des Sozialismus befinden.“
Er wies dabei darauf hin, dass der Imperialismus als politisches System
trotz der gegenwärtigen Krise nicht durch sein eigenes Gewicht fallen
wird, sondern zerschlagen werden muß. Aus diesem Grunde, so der
indische Genosse, geht es darum, „den ideologischen und revolutionären
Kampf der Arbeiterklasse unter der Führung einer
marxistisch-leninistischen Partei zu vertiefen“. Dies „repräsentiert
den subjektiven Faktor, ohne welchen keine revolutionäre Veränderung möglich
ist.“
Die
Gesichtspunkte von Jetschuri wurden vom Genossen Pallab Sengupta
geteilt, welcher in seiner Grußansprache an die Delegierten im Namen
der Kommunistischen Partei Indiens daran erinnerte, dass das Treffen vor
dem Hintergrund einer Weltsituation stattfindet, in der die Völker
Opfer der imperialistischen Aggression, der Besetzung und Unterjochung
sind, weshalb „die Koordinierung und Aktionseinheit aller
kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt notwendig ist.“
Diesbezüglich
hob Genosse Echegaray von der KP Argentiniens in seinem Beitrag die
Bedeutung der Beratung von Neu-Delhi hervor. Dieses Treffen erarbeitete
eine detaillierte Analyse der weltweiten Lage und insbesondere der
Situation in Lateinamerika und richtete die Speerspitze auf das Weiße
Haus mit der Einschätzung: „Barack Obama hat zwei Gesichter.“
„Das
Einzige, was Obama von den vorherigen Präsidenten der USA
unterscheidet“, so der Führungsfunktionär der KP Argentiniens,
„ist der Umstand, dass Obama versucht, die Vorherrschaft der USA auf
intelligente Art wiederherzustellen. Einerseits versucht er, sich den
Anschein eines Verteidigers von ehrbaren Dingen zu geben. Aber
gleichzeitig leitet er einen Plan zur Wiedereinsetzung der Reaktion in
Lateinamerika.“
Genosse
Echegaray betonte, dass der Staatsstreich in Honduras und die sieben
Militärstützpunkte Washingtons in Kolumbien als Teil eines Paktes mit
der Regierung jenes südamerikanischen Landes herausragende Beispiele für
die wahre Haltung des US-Präsidenten sind.
Er
bekräftigte, dass „die USA vorhaben, den Kriegszustand zu nutzen, in
welchen sie Kolumbien manövriert haben. Und zwar als Speerspitze gegen
die revolutionären Prozesse, die in Venezuela, Ekuador und Bolivien
stattfinden.“ Daher, so Genosse Echegaray, „werden wir eine größere
Solidarität mit Lateinamerika in der unmittelbaren Zukunft benötigen.“
Ebenso
schätzte er ein, dass die gegenwärtige Wirtschaftslage zeigt, dass der
Kapitalismus nicht die Fähigkeit hat, der Menschheit eine
hoffnungsvolle Zukunft zu geben. Er betonte, dass „zwanzig Jahre nach
dem Fall der Berliner Mauer und der Verkündung des Endes des kalten
Krieges der Kapitalismus in die schlimmste Krise seiner Geschichte
abtaucht.“
Internationale
Kommunistische Zeitschrift
Auf
der Veranstaltung wurde auch darüber informiert, dass in den nächsten
Tagen die erste Ausgabe der „Internationalen Kommunistischen
Zeitschrift“ gestartet werden wird, welche eine Initiative von
verschiedenen theoretischen und Publikationsorganen der kommunistischen
Parteien ist und von ihrem Sitz in Athen aus in der englischen,
spanischen und russischen Sprache erscheinen wird.
Im
Redaktionsrat beteiligen sich Vertreter von Études Marxistes der Partei
der Arbeit Belgiens, Kommunistische Zeitschrift der KP Griechenlands,
Szabadság der Kommunistischen Arbeiterpartei Ungarns, Sozialistisches
Lettland der Sozialistischen Partei Lettlands, Zeitung vum Letzebuerger
Vollek der KP Luxemburgs, El Comunista der Partei der Kommunisten
Mexikos, Propuesta Comunista der Kommunistischen Partei der Völker
Spaniens, Sowjetunion der KP Arbeiter Rußlands, Genelek der Türkischen
KP und Debate Abierto der KP Venezuelas.
Quelle:
Kommunistische Partei Argentiniens
in:
http://www.pcv-venezuela.org/
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