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11./12. April 2011 - Brüssel
- auf Initiative der KKE -
Europäische
Beratungen der Konferenz der Kommunistischen und Arbeiterparteien
Europas -
(Wir
veröffentlichen die Beschlüsse und möglichst viele Beitragsinhalte
dieser Konferenz im vollen Textwortlaut oder auszugsweise, was wir
jeweils kenntlich machen. Mit Fettdruck heben wir einiges hervor und
blenden mit Fettdruck Zwischentitel ein, um die Lektüre für unsere
Leser einfacher und übersichtlicher zu gestalten.)
DAS
DENKEN UND HANDELN DER VÖLKER IM KAMPF UNTER FÜHRUNG DER
ARBEITERKLASSE KANN HEUTE AUF DIE MACHTEROBERUNG DER ARBEITERKLASSE
GELENKT WERDEN
Die von der KKE
organisierten Beratungen der Konferenz der Europäischen Kommunistischen
und Arbeiterparteien in Europa fanden am 11. und 12. April 2011 zum Thema
"Gesellschaftliche und politische Prozesse in Europa und die
Antwort der Kommunisten" mit der Teilnahme von 38 Parteien aus 31 Ländern
Europas statt.
Genossin
Aleka Papariga, Generalsekretärin des ZK der KKE, Giorgios Marinos,
Mitglied des Politbüros des ZK der KKE, Elisseos Vagenas, Mitglied des
ZK und zuständig für die Abteilung Internationale Beziehungen und
Kostas Papadakis, Mitglied des Sekretariats des ZK der KKE und der
Abteilung Internationale Beziehungen nahmen seitens der KKE an diesen
Beratungen teil.
Die
Beratungen der Konferenz wurden von der Genossin Aleka Papariga eröffnet.
Sie betonte in der Eröffnungsrede unter anderem: "Heute gibt es
eine historische Chance auf der Grundlage des unerbittlichen
Klassenkampfes: das Denken und Handeln der Völker im Kampf - mit der
Arbeiterklasse in der Führungsposition - kann auf die Machteroberung
der Arbeiterklasse gelenkt werden.
Es
muß begriffen werden, daß selbst wenn in einem einzelnen Land ein mit
dem Volk verbundene Mehrheit im Parlament vom Volk gewählt wird und
eine Regierung auf dieser Grundlage gebildet wird, das Volk nicht
imstande ist, die Grenzen der grundlegenden Gesetze des Kapitalismus zu
überwinden, wenn es nicht die zentralen Fragen der Vergesellschaftung
der grundlegenden Produktionsmittel, des Austritts aus der EU und NATO,
der landesweiten Planwirtschaft und der Arbeiterkontrolle von unten nach
oben löst."
Vertreter
folgender Parteien nahmen an den Beratungen der Konferenz teil:
Kommunistische
Partei der Steiermark [Austria]
Kommunistische
Partei Weissrusslands
Arbeiterpartei
Belgiens
Neue
Kommunistische Partei Großbritanniens
Kommunistische
Partei Großbritanniens
Partei
der Bulgarischen Kommunisten
AKEL-Zypern
Kommunistische
Partei Böhmens und Mährens
Kommunistische
Partei in Dänemark
Kommunistische
Partei Dänemarks
Kommunistische
Partei of Estlands
Finnlands
Kommunistische Arbeiterpartei für Frieden und Sozialismus
Pol
der Wiedergeburt der Kommunisten in Frankreich
Union
der Revolutionären Kommunisten Frankreichs (URCF)
Deutsche
Kommunistische Partei(DKP)
Kommunistische
Partei of Griechenlands
Ungarische
Kommunistische Arbeiterpartei
Die
Arbeiterpartei Irlands
Kommunistische
Partei Irlands
Kommunistische
Menschen und Linke (Italien)
Sozialistische
Partei Lettlands,
Kommunistische
Partei Luxemburgs
Bewegung
des Volkswiderstands, Moldawien
Neue
Kommunistische Partei der Niederlande
Kommunistische
Partei Norwegens
Kommunistische
Partei Polens
Portugiesische
Kommunistische Partei
Kommunistische
Partei der Russischen Föderation
Kommunistische
Arbeiterpartei Russlands - Revolutionäre Partei der Kommunisten
Kommunistische Partei der Sowjetunion
Neue
Kommunistische Partei Jugoslawiens
Kommunistische
Partei der Slowakei
Kommunistische
Partei der Völker Spaniens
Kommunistische
Partei Schwedens
Partei
der Arbeit, Schweiz
Kommunistische
Partei der Türkei
EMEP,
Türkei
Union
der Kommunisten der Ukraine
Mirta
Castro, Vorsitzender der Kubanischen Delegation beim Europäischen
Parlament und Botschafter Kubas in Belgien und Luxemburg und Vertreter
der KP Kubas war ebenfalls auf der Konferenz anwesend.
Anzumerken
ist, daß die Sozialistische Volksfront Litauens, die ihre Absicht
zur Teilnahme an der Konferenz zugesagt hatte und von ihrem Vorsitzenden
A. Paleckis vertreten werden sollte, nicht teilnehmen konnte. Und dies
ereignete sich, wie Genosse E. Vagenas es bei seiner Eröffnung der
Beratungen der Konferenz erwähnte: "Die litauischen Behörden
werden A. Paleckis morgen auf der Grundlage von antisowjetischen und
antikommunistischen Gesetzen zur "Sowjetischen Besetzung" vor
Gericht stellen, weil er gegen die amtliche Darstellung der blutigen
Ereignisse in Vilnius von Januar 1991 aufgetreten ist.
Heute
gibt es stichhaltige Beweise durch Untersuchungen von außen sowie aktiv
beteiligte Zeugen dafür, was belegt, daß diese Ereignisse von
antisowjetischen Kräften organisiert worden waren, die sich als agent
provocateur betätigten, wodurch die Opfer verursacht wurden, um sie
dann der sowjetischen Armee als verantwortlich für diese Dinge
anzulasten. Genosse Paleckis erwähnte diese Tatsachen in einem
Interview und wird dafür derzeit verurteilt. Wir bekunden unsere
Solidarität mit den litauischen Genossen und mit allen Genossen, die
sich der antikommunistischen Maschinerie in den europäischen Ländern
ausgesetzt sehen sowie mit Genossen Palecki ganz persönlich."
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Europäische
Beratung der kommunistischen und Arbeiterparteien
11. / 12. April 2011
ERÖFFNUNGSREDE
DER GENOSSIN ALEKA PAPARIGA (KKE)
gehalten
von der Generalsekretärin der KKE
Liebe
Genossen,
der
Ausbruch der kapitalistischen Wirtschaftskrise fand die KKE ideologisch
und politisch vorbereitet vor, weil wir in gutem Zeittempo auf der
Grundlage wissenschaftlicher Untersuchung unsere Ausarbeitungen und
Prognosen hinsichtlich des Verlaufs der Entwicklung des Kapitalismus in
Griechenland unter den Bedingungen der Assimilation in die EU realisiert
hatten. Gleichzeitig berücksichtigten wir ernsthaft
-
die Widersprüche innerhalb der EU und auf internationaler Ebene
zwischen den imperialistischen Mächten im Rahmen einer ungleichmäßigen
Entwicklung;
-
den dynamischen Eintritt in den Weltmarkt und die inner-imperialistische
Konkurrenz der neuen kapitalistischen Mächte wie China, Indien und
Brasilien;
-
die Rolle Rußlands in der Auseinandersetzung usw.
Wir
verfolgten sehr eng die regionale Rolle, welche insbesondere die Türkei
durch ihre Teilnahme an der gutbekannten G-20 zu spielen versucht.
Sobald
die ersten Anzeichen der Krise am Horizont auftauchten, nahmen wir eine
ganz besondere Einschätzung der Lage vor. Wir stellten die Frage nach
der Umgruppierung der Arbeiterbewegung noch viel dringlicher. Mittels
kollektiver Partei-Aussprachen, die mit einer landesweiten
Mitgliederkonferenz ihren Höhepunkt fanden, erarbeiteten wir uns einen
gemeinsamen Handlungsrahmen für die Arbeiterbewegung und ihr Bündnis
mit den armen kleinbürgerlichen Schichten, den Selbständigen, kleinen
Handwerkern, Kleinhändlern und armen Bauern. In diesem Rahmen
erarbeiteten wir uns besser die Probleme der Jugendlichen und der
Frauen, der jungen Paare sowie die Rolle der Studenten- und
Frauenbewegung. Wir ergriffen zusätzliche Maßnahmen, um die Partei-
und Massenarbeit in den Betrieben, allgemein in der Industrie, wo der
Verlauf des Klassenkampfes und die Perspektive des gesellschaftlichen Bündnisses
beurteilt werden wird.
In
diesem Rahmen gingen wir an die innere Umstrukturierung des Einsatzes
der Parteimitglieder und die Vereinigung von Partei-Organisationen, die
ein einheitliches Betätigungsfeld haben.
Es
ist kein Zufall, daß alle Parteien in Griechenland, gleich ob bürgerlich,
kleinbürgerlich oder opportunistisch, unabhängig davon ob sie für das
Kürzungspaket der gegen das Volk gerichteten Maßnahmen gestimmt haben,
ihre Vorschläge darauf konzentrieren, wie die Verschuldung gesenkt
werden kann, wie das Kapital für Investitionen konzentriert werden
kann, und wie die Profitmenge so erhöht werden wird, daß sie besser
verteilt und aufgeteilt werden kann. Ihre Vorschläge bilden einen
Teufelskreis. Sie unterstützen mit gewissen zweitrangigen Unterschieden
all jene Faktoren, die unvermeidlich zum Ausbruch der Krise nach einem
Zeitraum erhöhter Raten der Entwicklung des BIP und erhöhter
Profitraten führten.
Die
eine Sache ist es, für eine vorübergehende Entlastung der Arbeiter zu
kämpfen. Und eine ganz andere Sache, dies in eine Theorie zu übertragen
und in Betracht zu ziehen, daß die alternative Lösung eine sogenannte
fairere Umverteilung und Aufteilung ist, welche nicht die
wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse des kapitalistischen
Systems antastet.
Heute
gibt es eine historische Chance auf der Grundlage des unerbittlichen
Klassenkampfes: Das Denken und Handeln der Volksmassen im Kampf - mit
der Arbeiterklasse in der Führungsposition - auf die Machteroberung der
Arbeiterklasse zu lenken. Es muß begriffen werden, daß selbst wenn in
einem bestimmten Land eine volksverbundene Mehrheit vom Volk im
Parlament gewählt wird und auf dieser Grundlage eine Regierung gebildet
wird, es damit nicht möglich sein wird, die Grenzen der Grundgesetze
des Kapitalismus zu überwinden, sofern da nicht das zentrale Problem
der Vergesellschaftung der Hauptproduktionsmittel, Austritt aus der EU
und NATO, landesweite Planung und Arbeiterkontrolle von unten nach oben
gelöst wird.
Vom
allerersten Moment an und noch weitaus mehr heute bemerken wir, was
offenkundig ist, daß die plötzliche Verschärfung aller
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme, zunehmende
Massenarbeitslosigkeit und Massenverelendung, an sich nicht ausreichend
für die Entwicklung des Klassenkampfes ist, wenn das Handeln nicht mit
dem von unserer Partei, der klassenbewußten Arbeiterbewegung und den
radikalen Organisationen im allgemeinen geführten
ideologisch-politischen Kampf verbunden wird.
Die
verschiedenen Versuche zur Verschleierung der Krise, die sie absichtlich
als eine Schulden- und Haushaltsdefizitkrise, als eine Krise wegen
schlechter Haushaltsführung, als einen aufgeblähten staatlichen
Bereich, als Bereicherungspolitik einer Partei usw. darstellen, muß
durch unsere Antwort klargestellt werden.
Natürlich
haben wir uns selbst nicht darauf beschränkt, nur einen
propagandistische Gegenangriff zu führen. Wir gaben den Anstoß zur
Bildung eines landesweiten gesellschaftlichen Bündnisses (wir haben den
Boden in Zusammenarbeit mit weiteren radikalen Kräften bereitet) mit
einem gemeinsamen Forderungsrahmen für den Kampf. Dies geschieht
derzeit erstmals in Griechenland in so eine Richtung. Diese Initiative
wurde von PAME aufgegriffen und stieß auf die positive Reaktion bei der
Landesweiten Bauern-Demonstration und dem Landesweiten Protest der
Selbständigen Kleinen Geschäftsleute. Diese Protestdemonstration wurde
erweitert durch die Teilnahme der Studenten-Kampffront (MAS) und des
Griechischen Frauenverbands (OGE).
Das
ist nicht eine schmalspurig zerstückelte Demonstrationsbewegung,
sondern ein gesellschaftliches Bündnis, welches sich auf klassenbewußte
und radikale Organisationen sowie die kämpferischen Kräfte jener
Minderheit in der Gewerkschaftsbewegung gründet. Der Schwerpunkt wurde
vom allerersten Moment auf die Bildung von Volkskomitees des Bündnisses
in den Wohnsiedlungen, Kampfkomitees des Bündnisses an den Arbeitsplätzen,
Komitees des Bündnisses bei den Branchengewerkschaften gelegt.
Wir
haben die Organisierung des klassenbewußten Kampfes der Volksmassen
schwerpunktmäßig an der Basis und mit einer planmäßigen
Kraftanstrengung spezialisiert, so daß es einen regionalen und
landesweiten Charakter erfährt.
Gleichzeitig
brachten wir gewisse unmittelbre Vorschläge und Kampfziele im Parlament
und in der Volksbewegung im Zusammenhang mit der Massenarbeitslosigkeit
und dem Schutz für die Arbeitslosen, die Arbeiter mit prekären
Arbeitsverhältnissen, die armen kleinen Geschäftsleute und Bauern, die
Renten und das Sozialversicherungssystem, das Gesundheits- und
Bildungswesen, die Probleme der Wohnverhältnisse bei den
Arbeiterfamilien, die schwerwiegenden Verschleppungen in Sachen
Erdbebenschutz, für bei den Banken verschuldete Menschen usw. vor.
Die
Volkskomitees müssen in einer gut vorbereiteten Art durch die
breitesten Massenprozesse gebildete werden, damit das nicht nur ein
Etikett ist. Sie müssen von weiten Teilen der Volksmassen gebildet
werden, die wegen eines spezifischen Problems oder einer Problemgruppe
in Bewegung geraten sind. Jeder Bestandteil dieses Bündnisses führt
seine Tätigkeit auf seinem Gebiet in den Bereichen, an den
Arbeitsstellen, in den Industriegebieten, in den Wohnsiedlungen, an den
Universitäten und Schulen usw. durch. Das ist nicht nur eine
zeitweilige Gruppenbildung, sondern eine Kraft, um Arbeiter und andere
Menschen aus den armen Volksschichten in den organisierten Kampf mit
anti-monopolistischer und antiimperialistische Richtung gegen die Macht
der Monopole zu ziehen.
Die
Stärke dieses Bündnisses wird in der Fabrik, am Arbeitsplatz
beurteilt, wo der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit klar und
direkt ausgedrückt wird. Es hat schon einige positive Ergebnisse
hinsichtlich Wiedereinstellungen von entlassenen Arbeitern, der
Auszahlung von Löhnen und Abfindungen und des Wiederanschlusses von
Familien an das Elektrizitätsnetz nach ausbleibender
Stromrechnungsbezahlung infolge der Armut gegeben. Es haben bedeutende
Demonstrationen für die Abschaffung der Autobahngebühren, gegen die
Zahlung von „Tickets“ in staatlichen Krankenhäusern, gegen die
Preiserhöhung bei medizinischen Untersuchungen, gegen die Schließung
von Schulen und die Verringerung der Bettenzahl in den Krankenhäusern
stattgefunden und finden weiterhin statt.
Nach
Studium der Beschlüsse des Gipfels Europäischen Linkspartei (ELP),
welcher in Athen stattfand, können wir deutlich erkennen, daß hinter
der scharfen Phraserei diese ELP eine Gesamtauffassung vertritt, wonach
die Krise ohne Antasten des Wesens der bürgerlichen politischen Linie
beherrscht werden soll. Ihre Vorschläge trennen die Politik von der
Wirtschaft, teilen die Kapitalisten in Geldgeber und Geldnehmer ein,
trennen die Ursache der Krise von ihren Folgen. Der sogenannte radikale
Vorschlag für die Sozialisierung der Bankengruppen und des
Finanzbereichs wirkt innerhalb dieses kapitalistischen Rahmens wie auch
der Vorschlag nach Veränderung des Kreditwesens. Wenn diese Utopie
nicht aus der Ignoranz hinsichtlich der Rolle des Kredits im
kapitalistischen System stammt, dann zielt sie darauf ab, die Völker zu
täuschen. Leider ist letzteres richtig.
Die
Verschuldung von den Folgen zur Ursache zu umzuwandeln dient ihnen nur
dazu, eine Atmosphäre im Volk zu schaffen, daß die Menschen einige
Opfer hinnehmen müssen, weil die Verschuldung ein nationales
Haushaltsproblem sein soll und über all dem die Volkswirtschaft als
Problem stehen soll.
VORSCHLÄGE
FÜR GEMEINSAMES HANDELN UND RICHTUNG
ABGESTIMMTE
EINMISCHUNG AUF IDEOLOGISCH-POLITISCHEN FELDERN SO DASS DER KAMPFPLATZ
KLARGEMACHT WIRD
A.
Wir sind der Einschätzung, daß die kommunistischen Parteien in Europa,
ganz gleich ob wir in EU-Mitgliedsstaaten oder nicht tätig sind,
verpflichtet sind, unsere systematische und so wir zustimmen gemeinsame
Arbeit so auszuführen, daß hervorgehoben wird, daß die Quelle der
Krise in der Produktion liegt, und daß in der Geldzirkulation die
Widersprüche und Paradoxien wie auch in den Störungen in der
kapitalistischen Produktionsweise in Erscheinung treten. Und aus dieser
Erkenntnis erwächst die Grundwahrheit, daß die Arbeiterklasse, die
Arbeiterbewegung die fortgeschrittenste und revolutionäre Kraft in der
Gesellschaft ist. Die Kraft, die die anderen Volksschichten in einem
dynamischen Massenbündnis vereinen kann.
Die
Entwicklung eines wirlichen ideologischen Gegenangriffs im Kampf um die
sich verschärfenden Probleme ist absolut notwendig, so daß so stark
wie nur möglich vor allem in der Arbeiterklasse die Frage der
Wechselwirkung zwischen Wirtschaft und Politik begriffen wird. Unser
Standpunkt zur kapitalistischen Wirtschaft, ihrem Grundgesetz, der
Entwicklung der inneren Widersprüche des Systems, dem Gesetz vom
tendenziellen Fall der Profitrate, den Produktions- und Verteilungsverhältnissen,
der Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion muß weitaus
breiter an die Volksmassen herangetragen werden.
Es
wird schwierig für die Arbeiterbewegung und ihre Verbündeten werden,
einen Schritt nach vorn zu machen, nicht in der Logik der Verwaltung
dieses Systems verhaftet zu bleiben, sofern diese Fragen nicht begriffen
werden.
Es
ist von lebenswichtiger Notwendigkeit auf der Grundlage von Argumenten
und Tatsachen Probleme der inner-imperialistischen Konkurrenz zu enthüllen,
was sich da gerade in den regionalen und globalen imperialistischen
zwischenstaatlichen Organisationen abspielt. Die Erfahrung der
Volksmassen wird nicht spontan und ohne die Verstärkung des
ideologischen und politischen Kampfes vertieft, so sehr sich diese
Probleme auch verschärften.
Es
gibt eine echte Chance, daß die historischen Grenzen der
kapitalistischen Ordnung verstanden werden. So die Anarchie der
Produktion, die ungleichmäßige Entwicklung, die massive Verminderung
des Industriekapitals in Bezug zum Bankkapital, die Zunahme und die
Geschwindigkeit der Transaktionen mit Wertpapieren und die Zirkulation
des Finanzkapitals. Die politische Instabilität, die objektiv in
Erscheinung treten wird, muß von der Massenbewegung für ihre
Interessen genutzt werden. Sie sollten nicht für die Durchsetzung von
Szenarien von Koalitionsregierungen genutzt werden, welche den Angriff
gegen das Volk mit einigen „linken“, „erneuerten“ oder
„zentristischen“ Alibis verstärken.
Die
Tatsache, daß die sozialistische gesellschaftliche Revolution nicht auf
der Tagesordnung steht, bedeutet nicht, daß es keine objektive
Notwendigkeit für die Arbeiterbewegung gibt, den Sozialismus als
Antwort auf den abgewirtschafteten kapitalistischen Enwicklungsweg
hinzustellen.
B.
Die Art, in der die bürgerliche Regierung ungeachtet ihrer
Zusammensetzung mit der Krise umgeht, hat eine vorgegebene Richtung und
ein vorgegebenes Wesen. Sie ergreift Maßnahmen, die zur Verstärkung
der klassenmäßigen Ausbeutung mit der Verbilligung der Arbeitskraft führen.
Krise bedeutet die Abwertung-Zerstörung eines Teils des Kapitals,
entweder Finanzkapitals oder realen Kapitals. Dessen ungeachtet ergreift
der bürgerliche Staat, die Macht des Kapitals Maßnahmen wie diese
Abwertung, um so wenig wie möglich im Hinblick auf die Verringerung der
Profitmenge zu wirken oder die Abschreibung jener Profitmenge so schnell
wir möglch zu erbringen.
C.
Das bürgerliche Krisenmanagement wird von politischer Instabilität,
militärischen Auseinandersetzungen vor Ort und Interventionen
begleitet, die den Konflikt zwischen den Mächten der weltweiten
imperialistischen Ordnung widerspiegeln.
Der
Krieg gegen Libyen, die imperialistischen Interventionen in Ägypten und
Tunesien, in Syrien, Bahrein, Jemen, sind die Fortsetzung der
imperialistischen Interventionskriege in Jugoslawien, Irak, Afghanistan,
Somalia und Sudan, welche nur ein Ziel haben:
-
Noch weitaus entschlossener Erdöl und Erdgas, die Bodenschätze zu
beherrschen;
-
Volksaufstände und vor allem das Erwachen der Arbeiterklasse zu
behindern;
-
Regierungen auszuwechseln und jene einzusetzen, die freundlicher zu dem
einen oder anderen Imperialisten sind.
Daher
muß der Kampf der Massenbewegung gegen den imperialistischen Krieg
antikapitalistische Merkmale annehmen. Dies trifft auf die
Massenbewegung zu, welche sich im Aggressorland entwickelt, aber auch
auf jene eines kapitalistischen Landes, weches Ziel des Angriffs ist.
Der Kampf gegen ausländische Besetzung muß nicht seine Klassenmerkmale
verlieren, weil die bürgerliche Klasse ungeachtet ob verlierend oder
siegend ihr Hauptziel nicht aufgibt, welches im Zerbrechen und
Zerschlagen der Volksbewegung im allgemeinen besteht.
2.
Gemeinsame Strategie in bezug auf die EU
Unabhängig
von der Form, die die EU annehmen wird, wird es da stets ein Gebiet mit
einer gemeinsam entschiedenen Politik ohne Widersprüche und
Meinungsverschiedenheiten geben:
-
die barbarische Strategie gegen die Arbeiterklasse, gegen das arbeitende
Volk in allen Mitgliedsstaaten;
-
die Beteiligung an imperialistischen Kriegen, dem „imperialistischen
Frieden“.
Dieser
Politik gegen die Völker wird durch jede Gestalt des EU-Wirkens und
jede gemeinsame Politik, die dort erzielt wird, gedient. Dies ist der
Klasseninhalt der europäischen Föderalisierung, die von etlichen
Mitgliedsstaaten und politischen Kräften derzeit vorgebracht wird. Der
Nationalstaat als ein Organ, welcher die Konzentration und
Zentralisation des Kapitals in harter Konkurrenz zwischen den
Mitgliedsstaaten gewährleistet, wird nicht überwunden oder ausgelöscht
werden.
Die
politische Linie des Bruchs und Rückzugs aus der EU ist eine
Voraussetzung, damit das Ergebnis des Kampfes zum Nutzen des Volkes, für
die Perspektive des Sozialismus, für ein vereintes sozialistisches
Europa sein wird. Diese Möglichkeit kann nicht automatisch und
gleichzeitig in Europa als Ganzem realisiert werden. Sie wird das
Ergebnis von aufeinanderfolgenden und abgestimmten Schlägen auf der
Ebene der Nationalstaaten sein.
Die
Völker müssen aus ihrem Teil her gegen die bürgerlichen Staaten, die
Monopole auf nationalstaatlicher wie europäischer und internationaler
Ebene kämpfen. Sie können die Beschlüsse der EU nicht
„korrigieren“. Sie können eine vorübergehende Abbremsung durch
eine aggressive politische Durchbruchlinie erzielen. Letzlich ebnet der
Rückzug jedes Landes durch die Überwindung der bürgerlichen
Herrschaft den Weg für das Europa des Sozialismus,der
gleichberechtigten Zusammenarbeit im Interesse des Volkes.
(Volltext
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke)
Quelle:
http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-04-13-speech-kke/
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|
Im
vollen Textwortlaut oder auszugweise bringen wir hier die“
BEITRÄGE
DER KOMMUNISTISCHEN UND ARBEITERPARTEIEN
zusammengefaßt
von Jens-Torsten Bohlke
Kommunisten-online
vom 19. April 2011 – „
DKP
Die
DKP lieferte keinerlei
Beitrag bei den Beratungen der Europäischen Konferenz der
Kommunistischen und Arbeiterparteien vom 11. und 12. April 2011 in Brüssel.
Frage:
Warum eigentlich nicht? Hatte sie nichts zu sagen oder wähnte sie sich
in den Reihen der Europäischen Linkspartei, das Ziehkind, der Gysi
& Co, besser aufgehoben? (Redaktion K-ünline)“
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KP
Großbritanniens
Den
Beitrag der KP Großbritanniens trug deren Generalsekretär, der Genosse
Robert Griffiths, vor. Wir versehen ihn mit fettgedruckten Schlagzeilen,
um die Struktur zu verdeutlichen und das Lesen zu erleichtern.“
Die
Lage der Arbeiterklasse in Großbritannien heute
„Quer
durch die entwickelte kapitalistische Welt führen die herrschenden
Klassen derzeit einen Angriff auf die Arbeiterklasse um abzusichern, daß
die Arbeiter und ihre Familien für das Lösen der Wirtschafts- und
Finanzkrise des Kapitalismus zahlen.“
Mit
vielfältiger Unterstützung durch den Staat wird die Profitabilität
des Monopolkapitals derzeit wiederhergestellt oder ausgeweitet.“
Kürzungen
im Sozialbereich zu Lasten des Volkes“
Die
herrschenden Klassen gehen in vielen Ländern sehr ähnlich vor: „
-
tiefgreifende Kürzungen bei den öffentlichen Dienstleistungen und
Sozial- und Wohlfahrtsprogrammen
-
Absenkungen bei den Löhnen, Sozialleistungen und Rentenansprüchen
-
Privatisierung des Wirtschaftsbereichs im öffentlichen Sektor und allen
potentiell für das Monopolkapital lukrativen Dienstleistungen
-
neue Beschränkungen bei den gewerkschaftlichen und Arbeiterrechten“
Handeln
der KP Großbritanniens angesichts der Kürzungspläne“
Dieser
Angriff läuft in Großbritannien seit Beginn 2009, als unsere Partei
ein Flugblatt herausgab und die Arbeiterklasse und die Volksmassen in
England, Wales und Schottland über die da in Vorbereitung befindliche
Politik der politischen Parteien, Geschäftsorganisationen und etlicher
rechtsgerichteter 'Denkforen' unabhängig vom Siegerstatus bei den
bevorstehenden allgemeinen Wahlen alarmierte.“
Keine
der politischen Parteien gewann die absolute Mehrheit im Juni 2010, was
zu Diskussionen zwischen der Labour Party und den Liberaldemokraten und
zwischen der Konservativen Partei und den Liberaldemokraten führte.“
Erpressung
als Waffe im Klassenkampf des Finanzkapitals“
Schon
vor der Bildung der konservativ-liberaldemokratischen Koalition warnten
die führenden Finanzkapitalisten in London jede neue britische
Regierung, öffentliche Ausgaben müssten stärker als von der
abtretenden Labour-Regierung zuvor geplant zusammengestrichen werden,
andernfalls würde die Stadt London das Vertrauen in die
Regierungsanleihen verlieren, Großbritannien würde seine 'AAA'-Einstufung
bei Kreditaufnahmen verlieren, Zinsraten würden astronomisch anwachsen
und die britische Wirtschaft würde zusammenbrechen.“
Die
neue Regierung bewegte sich daraufhin rasch. Bei ihrem
Ausnahmefall-Haushalt vom Juni 2010 und dem Haushaltsplan vom Oktober
2010 legte sie 73 Milliarden Pfund an Kürzungen bei den öffentlichen
Ausgaben noch zu den bereits von der Labour-Regierung für den Zeitraum
bis 2015 verkündeten 120 Milliarden Pfund.“
Bewertung
des Ausmaßes der öffentlichen Schuldenlasten“
Dies
in einem Moment, als Großbritanniens Haushaltsdefizit und seine
konsolidierte Verschuldung in etwa gleich der von Frankreich und
Deutschland und unter jener von Japan und den USA lag.“
Faktisch
war Großbritanniens Verschuldung im Verhältnis zum BIP 2009 niedriger
als in 200 der letzten 250 Jahre.“
Aber
jetzt, über die nächsten vier Jahre, werden Kürzungen bei den
zentralen Regierungsausgaben in Höhe von 29% bei Umwelt und ländlichen
Angelegenheiten, 27% bei den Gemeinden (einschl. Bildung, Sozialfürsorge,
Jugendbereich und Büchereien), 24% bei Kultur, Rundfunk und Sport, 21%
im Verkehrswesen, 18% bei Energie und Klimawechsel und 7% bei den
staatlichen Pensionen und Sozialleistungen vorgenommen. Die
Gesamtausgaben werden um 29% gekürzt.“
Krisenlasten
werden dem Volk immer stärker aufgebürdet“
Diese
Kürzungen werden nicht nur Arbeiter und ihre Familien treffen, sondern
auch viele Menschen in den Mittel- und Zwischenschichten wie die Selbständigen
und die mittleren Manager. Die meisten Beschäftigten im öffentlichen
haben für mindestens zwei Jahre eingefrorene Löhne und Gehälter.
132.000 Stellen sind im öffentlichen Dienst abgebaut worden. Eine
Million Arbeitsplätze werden verloren gehen, davon die Hälfte bei
privaten Vertragsfirmen des öffentlichen Bereichs.“
Bürgerliche
Politiker belügen und täuschen das Volk“
Die
Koalitionsregierung behauptet, daß der private Wirtschaftbereich mehr
als für den Ausgleich hinreichende Arbeitsplätze schaffen wird. Aber
die Wirklichkeit ist, daß die Wirtschaft in Großbritannien stagniert
und sich gemäß von der OECD und der Regierung selbst überarbeiteten
Stufen zur voraussichtlichen Wirtschaftswachstumsentwicklung im
Niedergang befindet. Laut dem vielzitierten Institut für Steuerstudien
hat die Mehrheit des Volkes in Großbritannien bereits den härtesten Rückgang
in ihrem Lebensstandard seit den frühen 1980er Jahren durchlebt.“
Warum
gibt es immer noch keinen Volksaufstand? 3 Gründe dafür“
Der
Gouverneur der Bank von England, Mervyn King, schätzt ein, daß sie
demnächst den größten Niedergang seit den 1920er Jahren erleben
werden. Er wundert sich, warum das Volk in Großbritannien nicht weitaus
mehr emport ist.“
Ich
denke, daß es dafür drei Gründe gibt:“
1.
Mangelnde Reife des subjektiven Faktors“
Der
erste Grund ist die Schwäche der revolutionären politischen Kultur im
sogenannten klassischen Land der 'Arbeiteraristokratie' und was Lenin
die 'bürgerliche Labour Party' nannte.“
Gerade
jetzt ist die Führung der Labour Party schwerwiegend durch ihre eigenen
politischen Spielarten kompromittiert. Die derzeitige Regierung kann auf
Labour's Pläne zur Teilprivatisierung des Gesundheitswesens, der
Bildung, der Gefängnisse und Postdienstleistungen verweisen und
argumentieren, daß sie derzeit denselben 'Reform'-Prozeß durchführt.
Was heißt, daß Märkte und Privatkapital in den öffentlichen Bereich
eingebracht werden. Wenn die konservativ geführte Koalition die Wünsche
des Großkapitals umsetzt und versucht, das Streikrecht weiter einzuschränken,
dann wird sie auf gegen die Gewerkschaften gerichtete Gesetze aufbauen,
welche die letzte Labour-Regierung abzuschaffen verweigerte.“
2.
Folgen der Machtfülle der privatkapitalistischen Medienkonzerne“
Ein
zweiter Faktor ist die Macht der Massenmedien in Großbritannien. Viel
davon gehört rücksichtslosen Monopolkapitalisten, die jede Gelegenheit
wahrnehmen, um die öffentlichen Dienstleistungen, die Gewerkschaften,
die Streiks, die linksgerichteten und selbst die sich für die
gesellschaftliche Mitte ausgebenden Politiker anzugreifen, d.h. jederman
und alles, was nicht vollständig die Tagesordnung der großen Geschäftswelt
unterstützt.“
Seit
mehr als einem Jahr geben die Massenmedien den öffentlichen Ausgaben,
den Löhnen und Renten und Sozialleistungen der Beschäftigen des öffentlichen
Dienstes und der einstigen Labour-Regierung die Schuld an dem, was sie
den 'katastrophalen' Zustand Großbritanniens öffentlicher Haushalte
nennen. Dies zeigt, wie geschickt unser seit langer Zeit an der Macht
befindliche Klasse in Großbritannien die meiste Zeit die meisten
Menschen im Volk zum Narren hält. Sogar heute noch glauben viele
Arbeiter diesen Mythen bis zu einem gewissen Grad, auch wenn auch sie
'gierige' Bankiers für die Bankenkrise verantwortlich machen.“
3.
„Salamitaktik“ bei der Durchführung der Kürzungsmaßnahmen“
Ein
dritter Faktor besteht darin, daß die meisten Kürzungen noch nicht
eingetreten sind. Wenn die Büchereien, die Kinder- und
Seniorenbetreuungseinrichtungen, in den Siedlungen tätige Künstlergruppen,
Jugendklubs und Busdienstleistungen mit den Schließungen beginnen
werden, wird noch viel schlimmeres eintreten. Einige soziale Leistungen
werden derzeit eingefroren oder gekürzt, aber die Folgen werden sich
verschlimmern, wenn die Kosten für Haushaltsenergie, Nahrung, öffentlichen
Verkehr und die Treibstoffpreise weiter ansteigen. Die von der Regierung
benutzte Preisindexierung zeigt an, daß die Inflation zwischen 4-6% jährlich
läuft. Eine Indexierung aus der Arbeiterklasse auf der Grundlage der
Ausgabenentwicklung bei den Arbeiterfamilien würde eine Inflationsrate
von nahezu 12% anzeigen. Die Kommunistische Partei Großbritanniens ist
sich sicher, daß die öffentliche Meinung sich noch schneller und stärker
in diesem und im nächsten Jahr gegen die Politik der Konservativen
drehen wird.“
Rolle
der Kommunisten beim Führen und Organisieren der Massenbewegung“
Es
wird wichtig sein, auf breite Basis gestellte Kampagnen in den
Ortschaften mit all dem im Sinn aufzubauen und dabei mit Geduld und
Beharrlichkeit vorzugehen. Die Gewerkschaftsräte, welche örtliche
Gewerkschaftsstrukturen verschiedener Branchengewerkschaften zusammenführen,
müssen eine lebenswichtige Rolle bei solchen Entwicklungen spielen, die
Arbeiter und ihre Gewerkschaften zu vereinen helfen mit jenen, die auf
die sozialen Dienstleistungen angewiesen sind und auf sie vertrauen.“
Wir
unterstützen Bewegungen zur Abstimmung von Aktionen zwischen den
Gewerkschaften im öffentlichen Dienst und zur Überwindung von
Gruppenegoismus und Sektierertum. Dies dürfte in Kürze einsetzende
Streiks im öffentlichen Dienst zur Unterstützung der Renten zur Folge
haben. Da muß noch mehr getan werden, um daraus allgemein zum Handeln für
die Verteidigung von Dienstleistungen und Arbeitsplätzen zu kommen und
dies zu entwickeln, dabei dei Arbeiter im privatkapitalistischen Bereich
in den Gemeinden vor Ort in Solidarität zusammenzuführen.“
Die
Waffe des politischen Generalstreiks breit propagieren“
Wir
heben derzeit die Notwendigkeit des aktiven Generalstreiks hervor,
sobald sich genug Dynamik dafür aufgebaut hat. Kürzliche Streikwellen
in der Bau-Industrie haben gezeigt, daß gegen die Gewerkschaften
gerichtete Gesetze nutzlos gemacht werden können, wenn die Arbeiter
vereint, stark und entschlossen genug sind, ihnen zu trotzen.“
Den
Blick des Volkes auf die reichen Finanzclans lenken“
In
diesem ideologischen Kampf argumentieren die Kommunistische Partei und
unsere Tageszeitung Morning Star, daß gar keine Kürzungen bei den öffentlichen
Dienstleistungen, Renten oder Sozialleistungen notwendig sind. Großbritannien
hat die sechstgrößte Wirtschaft in der Welt. Die britische
Kapitalistenklasse ist gigantisch reich.“
Daher
rufen wir zu einer Reichensteuer auf Vermögen, eine unerwartete Steuer
auf Monopolprofite in bestimmten Branchen, eine Abgabe auf
Finanztransaktionen in der Stadt London, die Schließung aller
Steueroasen unter britischer Gerichtsbarkeit, Preiskontrollen,
Vergesellschaftung des gesamten Finanzbereichs und die Rückkehr beim öffentlichen
Verkehrswesen und im Energiebereich zur öffentlichen Besitzverhältnissen
einer neuen, demokratischen und fortschrittlichen Art auf. „
Leninistische
Bündnispolitik als Kommunistische Partei aktiv betreiben“
Dieses
linksstehende Programm wird auch in den Kernforderungen der Volkscharta
widerspiegelt. Das ist eine von der Kommunistischen Partei und ihren
Verbündeten gestartete Initiative und jetzt die offizielle Politik des
britischen Gewerkschaftskongresses TUC. Wir drängen die Gewerkschaften,
einige der größten von denen unter linksgerichteter Führung, daß sie
mithelfen, ein Bündnis aller Kräfte aufzubauen und zu führen, die
gegen die Kürzungsprogramme der britischen Regierung mobilisiert werden
können, einschließlich der neubelebten Studentenbewegung.“
Aufbau
des Sozialismus als Ziel revolutionären Massenkampfes“
Das
könnte im Embyonalstadium die Art des volksverbundenen,
antimonopolistisch-demokratischen Bündnisses sein, welches der neue
Entwurf des Programms der Kommunistischen Partei anvisiert. Großbritanniens
Weg zum Sozialismus.“
Wir
bestehen darauf, daß diese Bewegung nicht zurückgehalten werden darf,
nur um die Führung der Labour Party nicht in Verlegenheit zu bringen.
Statt dessen muss die Massenbewegung den Druck der Gewerkschaften auf
diese Führung der Labour Party verstärken,
damit sie gemäß linkgerichteter Politik handelt. Aber ihr vorrangiges
Ziel muß sein, die Politik des konservativ-liberaldemokratischen Bündnisses
anzugreifen und die nicht rechtmäßige Regierung zu Fall zu bringen, für
die niemand gestimmt hat, und zwar bei der frühestmöglichen
Gelegenheit.“
KP-Linie
führte zum Schulterschluß mit immer mehr Gewerkschaftern“
Dies
ist der Ansatz der Kommunistischen Partei und wird vom Morning Star
verbreitet, der sich jetzt nie dagewesener praktischer und finanzieller
Unterstützung aus den britischen Gewerkschaften erfreut. Zum Beispiel
zahlten die Gewerkschaften die Herstellung einer Sonderausgabe von
30.000 Exemplaren auf jeweils 48 Seiten Farbdruckpapier für die großartige
Demonstration des britischen Gewerkschaftskongresses TUC am 26. März.
Alle diese Exemplare wurden kostenlos an die Demonstrationsteilnehmer
verteilt.“
Kampf
für Austritt aus NATO und EU an der Tagesordnung“
Wir
heben auch die Rolle der EU, der Europäischen Kommission, der EZB und
des Europäischen Ministerrats beim Bestreben der Durchsetzung von Kürzungsprogrammen
und Privatisierungen quer durch den Kontinent hervor, was in Absprache
mit den Finanzmärkten erfolgt. Auch wenn Großbritannien nicht der
Euro-Zone angehört, so ist es Bestandteil des Prozesses, weil die
britischen Regierungen ihre 'nationalen Reformprogramme' sowie Stabilitäts-
und Konvergenzberichte zur Genehmigung der EU vorlegen. Unsere Partei
glaubt, daß die Zeit reif dafür ist, erneut Nachdruck auf die
Forderung nach Austritt Großbritanniens aus der EU zu legen. Das
reaktionäre Wesen der EU ist eingebettet in ihren grundlegenden Verträgen
und Einrichtungen und wird für die Arbeiter und ihre Gewerkschaften
immer deutlicher.“
Kampf
dem imperialistischen Raub- und Vernichtungskriegsverbrechen“
Die
Militarisierung der EU mittels der Gemeinsamen Außen- und
Verteidigungspolitik und des 'Europäischen Stützpfeilers' NATO ergänzt
die Dringlichkeit, beide Bündnisse anzugreifen und aufzulösen. Nach
unserer Ansicht hat die NATO-Intervention in Libyen die Absicht,
westlichen imperialistischen Einfluß auf die Volksbewegungen quer durch
Nordafrika und den Mittleren Osten durchzusetzen. Dies unter dem Aspekt,
sich der lebenswichtigen Erdöl- und Erdgasvorkommen zu bemächtigen und
Transportwege zu beherrschen. Dies zeigt sich in einigen grundsätzlichen
Aspekten des neuen strategischen Konzepts, welches auf dem NATO-Gipfel
im November 2010 in Lissabon beschlossen wurde, wo die imperialistischen
Mächte in den Mittelpunkt der politischen und militärischen Handlungen
und das Ausweiten der Kriegshandlungen außerhalb des NATO-Gebietes
hineingezogen werden.“
In
Großbritannien gibt es breites öffentliches Unbehagen über diesen jüngsten
Krieg. Dem Volk wurde gesagt, daß das eine begrenzte humanitäre
Intervention zugunsten von zivilen Rebellen gegen ein brutales Regime
ist. Aber die Lügen und die Heuchelei, welche zur Rechtfertigung der
Kriege in Irak und Afghanistan benutzt wurden, sind noch frisch im Gedächtnis
des Volkes.“
Großbritanniens
Kommunisten verweisen auch darauf, daß wie auch immer der Zustand der
öffentlichen Haushalte Großbritanniens aussehen mag, die herrschende
Klasse stets Geld für imperialistische Kriege dort finden wird. Später
in diesem Jahr wird eine Konferenz des Morning Star abgehalten werden.
Dort geht es um die Notwendigkeit für Großbritannien, eine unabhängige
Außen- und Verteidigungspolitik zu haben. Ohne eine Rolle wegen der
NATO-Mitgliedschaft oder den Atomwaffen zu spielen. Dies ist bereits ein
Ansatz, welcher begünstigt wird von der Kampagne für Nukleare Abrüstung.
Aber wir müssen die Gewerkschaften in das Entwickeln so einer Politik für
die Arbeiterbewegung einbeziehen.“
Revolutionären
Massenkampf als Kommunisten europaweit führen“
Wir
würden sicherlich eine Diskussion zwischen den Kommunistischen und
Arbeiterparteien in Europa über größere Abstimmung der Kämpfe gegen
die EU- und NATO-Politik und über Perspektiven für ihre Ablösung
durch neue Formen der internationalen Zusammenarbeit, welche die
Interessen der Arbeiterklasse und des Volkes und nicht jene des
Monopolkapitals und des Imperialismus widerspiegeln, begrüßen.“
(Volltext
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke)“
Quelle:“
http://inter.kke.gr/IntAct/int-meet/euro-communst2011/britain-sp
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Beitrag
der Kommunistischen Partei in Dänemark
Liebe
Genossen,
Ursachen,
Verlauf und Wirkungen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise
die
jüngste Krise des Kapitalismus ist der Gesellschaft und der breiten
Mehrheit der Bevölkerung teuer zu stehen gekommen. Die neoliberale
Politik der EU und der Regierung Dänemarks verschlimmern die
Finanzkrise des Volkes, verschärfen die Massenarbeitslosigkeit und
tragen zur Ungleichheit in der Gesellschaft bei. Im Laufe der letzten
Jahre sind die kapitalistischen Krisen in immer kürzeren Abständen
ausgebrochen. Die jüngste Krise ist die tiefgreifendste. Die derzeitige
Finanzkrise ist durch Hilfsmaßnahmen der Finanzbehörden abgemildert
worden, und die Profite steigen derzeit wieder. Andererseits sind die
Gesellschaft und die Bevölkerungen hart von der Krise getroffen worden.
Die Politik des unkontrollierten liberalen Marktes kommt teuer zu
stehen.
Die
gegenwärtige Krise ist durch Finanzspekulation verursacht worden. Eine
Spekulation mit allein dem Ziel, die Profitmacherei auf historische
Stufen hochzutreiben. Jetzt ist das Bankett vorbei. Und anstelle das
Finanzkapital für seine eigene Spekulation und Krise zahlen zu lassen,
wurden ihm Geldpakete an die Banken mit Milliarden Euros zur Sicherung
seiner Profite gegeben. Geldpakete an die Banken, wofür das Volk jetzt
zahlen muß.
Minimierung
des Sozialstaats durch Maximierung der Privatisierung
Im
besten liberalen Stil muss alles in der Gesellschaft privatisiert
werden. In Dänemark haben wir die weltweit höchste Besteuerung. Aber
das dänische Modell hat auch alle für das „gemeinsame Paket“
zahlen lassen. Die Dänen haben sich dafür entschieden, die Steuer
beizubehalten, weil es sie dort gab, um allen den Lebensweg zu sichern:
wenn die Kinder zur Schule kommen, eine Erziehung erhalten; wenn man
krank ist und ein gesichertes Alter ist; wenn man für den Arbeitsmarkt
verschlissen ist. Dies hat die Dänen ihre Steuern mit Freude zahlen
lassen. Die dänische Besteuerung ist eine kollektive
Sozialversicherung.
Jetzt
muß alles zu einer Ware gemacht werden: privates Kinderbetreuung,
Privatschulen, Privatmittel an den Universitäten für die Forschung,
Privatkrankenhäuser mit einer „Behandlungsgarantie“ zum Unterlaufen
der öffentlichen Krankenhäuser und Privatpflege für die Alten. Ein
System. welches dem Reichen ein gutes Leben sichert. Das aber auch eine
große Restgruppe ergibt, die in die Armut gezwungen wird, ohne
Bildungschancen, mit einer riesigen Massenarbeitslosigkeit, die soziales
Elend verursacht, mit Wartezeiten auf die Behandlung von Krankheiten und
einer auf ein Minimum heruntergeschraubten Altenbetreuung, so sie es
denn überhaupt schaffen, alt zu werden!
Die
Folgen des EU-Euro-und-Stabilitätspakts für Dänemark
Die
Finanzkrise hat die Schwächen der gemeinsamen europäischen Währung
Euro offengelegt. Die dänischen Politiker wollten schon lange der Europäischen
Wirtschafts- und Währungsunion beitreten. Um die gemeinsame Währung
Euro zu retten, hat die EU über 6 Millionen Arbeitsplätze in der EU
geopfert. Gleichzeitig will die EU-Kommission die Krise für eine stärkere
Integration in der EU nutzen. Alle nationalen Länderhaushalte müssen
überwacht werden. Und die Länder, die die Disziplin brechen, müssen
mit dem Griff in ihre Taschen bestraft werden. Steuererleichterungen für
das Kapital, erhöhte Ausgaben für das Militär und die Beteiligung an
Kriegen, Privatisierungen haben zu großen Haushaltsdefiziten in den Ländern
geführt. Das Nichteinhalten der Konvergenzkriterien der Währungsunion
hat zu Forderungen von der EU-Kommission und dem EU-Ministerrat geführt,
die öffentlichen Haushaltsausgaben zu kürzen. Für uns ist das eine
Bestätigung der EU als ein neoliberales Projekt, welches im Grunde ein
Versuch ist, die Notwendigkeit des Kapitalismus nach höheren Profiten
zu entwickeln.
Mit
der Schaffung des Pakts für die Euro-Länder wird es eine stärkere
Koordinierung der Wirtschaftspolitik hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit
und Konvergenz geben. Rahmenbedingungen wurden für die Kontrolle der
Haushaltskürzungspolitik gesetzt. Von der EU gibt es eine Forderung
nach einseitigen Einschnitten in die Arbeitsbedingungen. Es muß eine
Gewichtung der Entwicklung bei den Löhnen und der Produktion und der
Notwendigkeit für die Anpassung an die Wettbewerbfähigkeit vorgenommen
werden.
Der
Arbeiterklasse wird kein menschenwürdiges Leben mehr gewährleistet
Es
werden zentrale Anordnungen für die Festsetzung von Löhnen und die
Kontrolle der Lohnentwicklung getroffen werden. In Dänemark sind wir
gewohnt, die Löhne direkt zwischen den Unternehmern und den Arbeitern
auszuhandeln.
„Um
die volle Durchsetzung des Stabilitäts- und Wachstumspakts zu gewährleisten,
wird große Aufmerksamkeit auf folgende Punkte gelegt: nachhaltige
Renten, Gesundheitsfürsorge und Sozialleistungen.“ Nachhaltige Renten
heißt, daß der letzte Blutstropfen aus den Arbeitern rausgepreßt
werden muß. Nur jene, die imstande gewesen sind, eine private
Altersrente zu zahlen, werden im Alter menschenwürdig leben. Das wird
auch bei sozialen und Gesundheitsbelangen so laufen. Private
Versicherung wird den Versicherungskonzernen höhere Profite sichern.
Der
Euro-Pakt muß gewährleisten, daß der Euro nicht zusammenbricht.
Gleichzeitig wird er für andere EU-Länder geöffnet, die nicht
Mitglieder der Euro-Zone sind, damit auch sie den Pakt annehmen.
Eine
„Arbeiterregierung“ demnächst, die keine Arbeiterinteressen
vertritt
Dänemark
ist nicht Teil der Euro-Zusammenarbeit. Und das dänische Volk hat drei
Mal NEIN gesagt. Dennoch hat die dänische Regierung mit Unterstützung
der EU-befürwortenden Parteien im Parlament den Pakt angenommen. Der
Euro muß in Dänemark durch die Hintertür eingeführt werden. Die
Sozialdemokratische Partei und die Sozialistische Volkspartei (die
Linke) sind beinahe am begeistertesten dabei. In Dänemark haben wir
dieses Jahr Parlamentswahl. Leider haben wir gesehen, daß eine künftige
„Arbeiterregierung“ keine andere Politik machen wird. Sie wird eine
reformistisch-liberale Politik voller Unterstützung der
EU-Haushaltsausgabenkürzungen fortsetzen. Die Hauptlosung im Wahlkampf
an die Arbeiterklasse lautet: Ihr müßt alle 12 Minuten länger pro Tag
arbeiten. Diese Losung bedeutet 60.000 neue Arbeitslose. Und es gibt
bereits 230.000 Arbeitslose. Leider haben wir gesehen, daß die Anführer
der dänischen Arbeiterbewegung Dänemarks Annahme des Euro-Pakts
unterstützen, wahrscheinlich aus Furcht davor, daß eine sogenannte
„Arbeiterregierung“ bei den bevorstehenden Wahlen sonst nicht gewählt
werden könnte. Der fortschrittliche Teil der Arbeiterbewegung versucht
zusammen mit der kommunistischen Bewegung den Euro-Pakt zu stoppen. Aber
wir sind nicht sehr stark in Dänemark. Doch gleichzeitig haben wir eine
überparteiliche Organisation, Die Volksbewegung Gegen Die EU, die durch
konkrete Zusammenarbeit gegen die EU imstande gewesen ist, die Absichten
der EU offenzulegen. Die Kommunistische Partei in Dänemark und die Dänischer
Kommunistische Partei sind Teil dieser Organisation. Zusammen mit der
Volksbewegung Gegen Die EU fordern wir, daß die Bevölkerung gefragt
werden muß.
Kriegsbefürworter
selbst bei politischen Verbündeten
Leider
haben wir auch gesehen, daß immer wenn die USA und die NATO in einen
Krieg gehen wollen, Dänemark mit dabei ist. In Irak, Afghanistan und
jetzt in Libyen bombardieren dänische Militärflugzeuge und Soldaten
die Zivilbevölkerung. Diese Kriege werden nicht wegen der Demokratie
geführt, sondern da geht es um Erdöl und gesteigerte Profite für die
Rüstungsindustrie. Wir haben gesehen, daß sowohl im dänischen
Parlament als auch im EU-Parlament einstige Kommunisten und sogenannte
Sozialisten für die dänische Beteiligung in Libyen gewesen sind. Das
Mitglied des EU-Parlaments der Volksbewegung Gegen Die EU wird eine Erklärung
dazu abgeben müssen und wird erklärt bekommen, daß er nicht eine
gemeinsame militärische und Außenpolitik der EU unterstützen kann.
Volk
noch nicht reif für den Kampf für den Sozialismus
Wir
kämpfen derzeit nicht für den Sozialismus.
Die
dänische Bevölkerung ist dafür noch nicht bereit. Aber ohne das
Endziel zu vergessen, werden die Kommunisten in Dänemark versuchen, die
Grausamkeiten des Kapitals zu begrenzen.
Volltext
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke
Quelle:
http://inter.kke.gr/IntAct/int-meet/euro-communst2011/denmark-in
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Beitrag
der Kommunistischen Partei von Weißrußland
DIE
BESONDERHEITEN DER TÄTIGKEIT DER LINKSGERICHTETEN PATRIOTISCHEN
PARTEIEN UND ÖFFENTLICHEN VEREINIGUNGEN IN WEISSRUSSLAND IM KONTEXT DER
EUROPAWEITEN PROZESSE
vorgetragen
von Valentina
Leonenko, Sekretär des ZK der KP
Weißrußlands
Liebe
Genossen! Liebe Kollegen!
Im
Namen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei von Weißrußland
und aller linksstehenden patriotischen Kräfte Weißrußlands laßt mich
alle Teilnehmer des Treffens der kommunistischen und Arbeiterkräfte
Europas grüßen.
Der
Platz Weißrußlands in Europa
Die
Republik Weißrußland ist geographischer und historischer Teil der
europäischen Gemeinschaft. Sie ist für Europa zu verstehen und
entspricht den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozessen und den
kulturellen Bestrebungen Europas. Weißrußland wird auch ontologisch
mit Eurasiens geselllschaftlichen und kulturellen Raum in Verbindung
gebracht. Dies hat das Anhängen der Weißrussen an den linksgerichteten
Ideen und Werten bestimmt. Auf politischer Ebene werden diese Überzeugungen
und Werte von linksgerichteten patriotischen Parteien und Vereinigungen
zum Ausdruck gebracht, und vor allem von der Kommunistischen Partei Weißrußlands.
Zum
Zusammenbruch der einst bipolaren Weltordnung
Unser
Treffen findet in einem bemerkenswerten historischen Moment statt. Die
moderne Wirklichkeit der europäischen und Weltpolitik läßt die Europäer
die Instabilität und Unberechenbarkeit der Weltentwicklung spüren,
welche in einen Zustand voller Turbulenzen geht. Das Zerbrechen der
bipolaren Weltordnung hat den Europäern keinerlei Stabilität,
Nachhaltigkeit des Daseins, Zukunftsoptimismus gebracht. Die vorhandenen
Standards und Formen der Weltbeherrschung und des Lösens von Problemen,
welche in Erscheinung treten, haben nahezu von selbst abgewirtschaftet.
Die gewohnte Lebensart und die Stereotypen der Wahrnehmung der Welt
brechen derzeit zusammen.
Zur
offenen gewaltsamen Aggressivität imperialistischer Mächte heute
Neue
Bedrohungen und Herausforderungen erfordern angemessene Antworten von
der politischen Gemeinschaft. Anstelle der von Staaten und Parteien
vertretenen institutionellen Struktur nutzen die Eliten alte Wege und
Mittel, um sie zu lösen. Die politischen Anführer auf der Welt (und
europäische Politiker sind da keine Ausnahme) greifen bei der Lösung
kompliziertester Probleme und Widersprüche immer öfter zur
Gewaltanwendung. Sie lehnen derzeit den Dialog und den Kompromiß ab.
Internationale Einrichtungen und internationales Recht verlieren ihre
Autorität und ihren Einfluß auf die Weltpolitik. Sie werden zu
Mitteln, die von den führenden Mächten dazu benutzt werden, um ihr
Streben nach Vorherrschaft umzusetzen. Die Kraft des Gesetzes wird immer
öfter von der Gewaltanwendung ersetzt. Wir sind über das Bestreben der
USA besorgt, die militärische Gewalt einzusetzen, um eine „neue
Weltordnung“ auf der Grundlage ihrer Werte und ihrer Lebensart zu
errichten. Leider entwickeln sich derzeit die europäische politische
Gemeinschaft und die europäischen Eliten innerhalb des Rahmens dieser
Politik.
Warum
die KP Weißrußlands die Lukaschenko-Regierung unterstützt
Die
Kommunistische Partei Weißrußlands ist eine der wenigen auf der europäischen
politischen Bühne, die den Kurs von politischen Führungspersönlichkeiten
des Landes zum Aufbau eines sozial orientierten Staates unterstützt.
Diese Unterstützung ist auf die Überlappung der strategischen Aufgaben
und Ziele unserer Partei mit der in Weißrußland umgesetzten Politik
gegründet. Solche Werte wie soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche
Solidarität, Regierung durch das Volk, Arbeit (und nicht spekulative
und finanzielle Aktivität) sind das Wesen der Sozial- und
Wirtschaftspolitik der Regierung von Weißrußland. Im Land gibt es ein
System des gesellschaftlichen Schutzes der verschiedenen Kategorien an Bürgern:
Kinder, junge Familien, Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen.
Der Haushalt 2011 des Landes weist über 60% der Ausgaben den
Sozialprogrammen zu. Trotz der negativen Folgen der Weltwirtschafts- und
Finanzkrise wurde kein Sozialprogramm in der Republik Weißrußland in
Mitleidenschaft gezogen. Darüber hinaus, 2009, im Jahr der Krise, stieg
das BIP um 0,2%. Im Jahr 2010 stieg das BIP um 7,6% wegen des Kurses der
Regierung. Das Wachstum der industriellen Produktion von 2006 bis 2010
betrug 145,5%. Die Arbeitslosigkeit beträgt in Weißrußland 0,7%.
Allein im Jahr 2010 gab es drei Erhöhungen bei den Renten und den
Sozialleistungen.
Die
Ideen der Regierung durch das Volk wie Gleichheit und soziale
Gerechtigkeit sind auch im aktualisierten Programm der Kommunistischen
Partei von Weißrußland festgeschrieben. Der Programmentwurf soll auf
der nächsten Plenartagung des Zentralkomitees der Kommunistischen
Partei von Weißrußland diskutiert werden. Die programmatischen
Anforderungen der KP Weißrußlands stammen aus der wissenschaftlichen
Analyse der modernen Welt und ihren Hauptentwicklungsrichtungen, und die
in der weißrussischen Gesellschaft wirklich erfolgenden Prozesse werden
auch berücksichtigt.
Zur
Brutalisierung der Klassenherrschaft des Finanzkapitals
Neben
den traditionellen Merkmalen hat die Politik der Globalisierung zu neuen
Charakteristiken der modernen kapitalistischen Gesellschaftsformation
geführt:
-
einem globalen System der Neo-Kolonisation;
-
Neo-Sklaverei;
-
Totalitarismus.
Die
Sache, welche von größter Besorgnis für die linksgerichteten
patriotischen Kräfte Weißrußlands ist, sind die Verstärkung der
totalitären Entwicklungsrichtungen in der Weltpolitik und in der europäischen
Politik.
Totalitarismus
(„liberal“, „demokratisch“, „in sanften Schwellen“) wird in
Ländern praktiziert, die im Übergangsstadium sind. Das grundlegende
Ziel besteht darin, das öffentliche Bewußtsein neu im Rahmen der
neoliberalen Ideologie zu formatieren. Dieser Prozeß hat zum Ziel, die
traditionell kollektivistische Sicht auf ihrer Grundlage der Normen der
Moral zu zerstören und sie durch „universelle“ Pseudo-Ideale abzulösen,
die die Rechte und Freiheiten eines Einzelnen verabsolutieren.
Zu
Regimewechseln in Gestalt von inszenierten „Farbenrevolutionen“
Die
weißrussischen Kommunisten meinen, daß die jüngsten „farbigen“
und „Blumen“-Revolutionen in den Territorien Europas aus dem
Durchsetzen eines „mondialistischen“ Vorhabens der Vereinheitlichung
des weltweiten politischen Raums entstammen. Dieser Platz hätte keinen
Platz für souveräne Staaten, nationale Kulturen, politische und
kulturelle Vielfalt, charismatische und unabhängige Staatsmänner. Die
Welt-Oligarchie nimmt sich das Recht heraus zu entscheiden, wer ein
politischer Führungsmann in diesem oder jenem Land sein wird. Es gibt
eine riesige Palette von ideologischen und Informationsmitteln und Wegen
der massiven Beeinflussung des öffentlichen Bewußtseins mit dem Ziel
der politischen Manipulierung der Volksmassen.
Zur
sich global entfaltenden Diktatur des Finanzkapitals
Europäische
Einrichtungen und politische Anführer lassen einen persönlichen
Standpunkt und eine persönliche Auffassung nur dann zu, wenn sie mit
der etablierten „demokratischen“ Norm übereinstimmt. Die
Durchsetzung solcher Normen in ihren Ländern ist eine Aufgabe
hochbezahlter Politiker und politischer Technokraten sowie der
Journalisten und eines Teils der kulturellen Elite, die liberale Werte
teilen und von verschiedenen ausländischen Sponsoren und Stiftungen
finanziert werden. Sie sind in Nichtregierungsorganisationen, etlichen
Vereinigungen, Zentren usw. strukturiert. Sie werden üblicherweise
„Strukturen“ der Zivilgesellschaft genannt, obwohl das Volk sie
„die fünfte Kolonne“ nennt.
Wie
pompös auch die Worte von Demokratie, Menschenrechten und Freiheiten,
Pluralismus sind, wir haben es dabei mit einem Bestreben der
Welt-Oligarchie zu tun, ein globales totalitäres Regime zu etablieren. Rechte
und Freiheit werden zu einem Selbstzweck als Mittel für die
Rechtfertigung der Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines
souveränen Staates. Der Pluralismus der Ansichten wird von Information,
psychologischen und politischen Techniken, simpler PR der Massenmedien
abgelöst. Jeder unabhängige Führer eines Landes, dem die Umsetzung
eines solchen Plans droht, wird gestürzt.
Der
imperialistische Umsturzplan gegen Weißrußland
Im
Dezember 2010 machten sich gewisse politische Kräfte in den USA und in
den europäischen Ländern (vor allem Polen und Deutschland) daran,
einen Versuch zu unternehmen, das Vorhaben einer weiteren
„Farbenrevolution“ diesmal in der Republik Weißrußland durchzuführen.
Sie terminierten es auf die Präsidentschaftswahl. Weißrußland sah
sich einem nie dagewesenen Informationskrieg und einer politischen
Hysterie ausgesetzt, was immer noch weitergeht. Bis jetzt gibt es eine
Auffassung in der europäischen Gemeinschaft, daß lediglich die
institutionalisierte weißrussische Opposition Unterstützer von
demokratischen Werten und Vertreter des demokratisch eingestellten Teils
der Gesellschaft ist. Viele europäische Politiker weigern sich hartnäckig
zu akzeptieren, daß Weißrußland ein beachtliches Segment der
Gesellschaft hat, welches demokratischen Werten anhängt, obwohl dessen
Vertreter nicht die Opposition unterstützen und nicht für sie bei den
Wahlen stimmen.
„Demokratisch“
ist nur, was der Imperialismus als „demokratisch“ braucht
Auf
der Grundlage einseitiger, parteiischer und pervertierter Information
haben das Eurpäische Parlament und der EU-Rat eine Anzahl von Beschlüssen
für das Verhängen von Sanktionen nicht nur gegen die Regierung von Weißrußland,
sondern auch gegen jene verabschiedet, die auf diese oder jene Weise die
weißrussische Opposition „beleidigt“ haben. Wir sollten betonen, daß
den 1. und 2. Sekretären des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei
Weißrußlands die Einreise in die EU verboten worden ist. Nach unserer
Meinung verletzt die Entscheidung, 12 weißrussischen Journalisten die
Einreise in die EU zu verbieten, Grundprinzipien der Demokratie und ist
ein Ausdruck der Intoleranz gegenüber abweichenden Meinungen.
„Großpolnische“
Gelüste als Teil massiver ausländischer Einmischung
Ein
erstaunlicher Umfang und Zynismus kennzeichnet die gegen Weißrußland
gerichtete Kampagne, die in Polen startete. Die herrschenden Kreise
Polens haben nicht nur behauptet, daß die weißrussische Regierung
„unschuldige Freiheitskämpfer“ bestraft, sondern auch, daß sie
nationale Minderheiten brutal unterdrücken würde. Mit diesem Ziel
wurde eine Konferenz von Geldspendern unter dem Titel „Solidarität
mit Weißrußland“ in Warschau im Februar 2011 einberufen.
Entgegen
den Normen des internationalen Rechts haben ihre Teilnehmer 87 Millionen
Euro für die Unterstützung von „Strukturen der Zivilgesellschaft“
in Weißrußland bewilligt, was Unterstützung für ausschließlich die
pro-westliche Opposition bedeutet.
Anzumerken
ist, daß europäische Politiker diese Finanzmittel verwendet haben könnten,
soziale Probleme in ihren Ländern anzupacken, anstatt das Wohlbefinden
der Führungsleute der weißrussischen Opposition damit zu unterstützen,
die seit Jahrzehnten nirgendwo gearbeitet haben.
So
ein Verhalten der polnischen herrschenden Kreise entspricht sehr gut der
etablierten Doktrin der Schaffung eines „Groß-Polens“, was nicht
die territoriale Ausdehnung nach Osten ausschließt. Innerhalb dieser
Logik liegt die Ausführung der vom polnischen Sejm verabschiedeten
Gesetze „Über die Poles Card“ (Gesetz zur vereinfachten Erlangung
der polnischen Staatsangehörigkeit für Bürger Weißrußlands, der
Ukraine, Rußland usw. - Jens-Torsten Bohlke). In dieser Lage mußte das
weißrussische Parlament das Verfassungsgericht der Republik Weißrußland
anrufen und die Rechtmäßigkeit dieser Gesetze auf der Grundlage des
internationalen Rechts in Frage stellen.
Wahlsieg
von Lukaschenko war Ausdruck des Volkswillens
Vertreter
der linksgerichteten politischen Kräfte Weißrußlands sind überzeugt
davon, daß am 19. Dezember 2010 das weißrussische Volk eine
verantwortungsvolle Wahl mit A. G. Lukaschenko zum Präsident des Landes
gemacht hat. Der Ausdruck des Willens der weißrussischen Bürger
geschah frei, bewußt und demokratisch. Dies wurde von zahlreichen
einheimischen und ausländischen Beobachtern bestätigt.
Die
Kommunistische Partei Weißrußlands und die anderen linksstehenden Kräfte
haben A. G. Lukaschenko bei der Wahl unterstützt. Unsere Vertreter
waren Angehörige der Wahlausschüsse, der Initiativgruppen zur Unterstützung
des amtierenden Präsidenten, sie betätigten sich als Beobachter in den
Wahllokalen. Beispielsweise beteiligten sich 760 Kommunisten als
Mitglieder der Initiativgruppen am Sammeln von Unterschriften, 1020
Kommunisten waren in der landesweiten und bezirklichen Wahlausschüssen
tätig und 1360 Kommunisten waren Wahlbeobachter.
Der
Sieg von A. G. Lukaschenko bei der Wahl war offenkundig und für viele
Beobachter, Wissenschaftler und Politiker vorhersehbar. Dieses Vertrauen
stammte aus der Einschätzung der politischen Realität, der
Wahlprogramme und persönlichen Qualitäten des Kandidaten für das Präsidentenamt
sowie auch aus der Sozial- und Wirtschaftspolitik der politischen
Regierung und dem Grad der Unterstützung für den Präsidenten in der
Bevölkerungsmasse. Der Umstand, daß vor dem Wahlkampf die Namen
einiger Präsidentschaftskandidaten nur einer begrenzten Zahl von weißrussischen
Wählern bekannt war, ist auch in Betracht gezogen worden.
Zur
pro-westlichen „Opposition“ in Weißrußland
Der
Wahlkampf der Oppositionskandidaten für die Präsidentschaft war
unterste Schublade und wurde mit persönlichen Beleidigungen des
amtierenden Präsidenten, Vorab-Anschuldigungen bevorstehenden
Wahlbetrugs und Aufrufen zum Besetzen des zentralen Platzes der
Hauptstadt Minsk zwecks Protestaktion ab Verkündung des Wahlergebnisses
geführt.
Viele
Menschen werden mir zustimmen, daß es keine Wunder in der Politik gibt:
einige Monate Wahlkampf sind nicht genug für den Sieg, wenn jemand kein
starkes Charisma hat. Selbst wenn der Wahlkampf mit Dutzenden von
Millionen Dollars finanziert und mit ausländischen
Informationsressourcen unterstützt wird. Deshalb waren die Ergebnisse
der Wahl vorhersehbar: 79,67% der weißrussischen Bürger stimmten für
A. G. Lukaschenko.
Bewertung
des Wahlergebnisses und Putschversuchs der „Opposition“
Das
weißrussische Volk hat den politischen, sozialen und wirtschaftlichen
Kurs der Landesentwicklung unterstützt, welcher vom Staatsoberhaupt
vorgeschlagen wurde.
Leider
gelang es nicht allen Kandidaten, ihr Scheitern mit Würde zu ertragen.
Jene pro-westlichen Oppositionskandidaten führten ca. 7000 Unterstützer
auf einen Platz im Zentrum der Hauptstadt und versuchten, den
Regierungssitz zu stürmen. Sie riefen die Bildung einer sogenannten
„Regierung des Volksvertrauens“ aus.
Diese
Ereignisse spielten sich ab, als die Wahlkommission die Stimmen auszählte
und die vorläufigen Wahlergebnisse noch gar nicht bekannt waren. Aber
das war für die Opposition unwichtig. Sie erfüllte das im Ausland
geschriebene politische Szenarium.
In
dieser Lage mußten die Behörden einem Blutbad und der Destabilisierung
der Lage im Land zuvorkommen. Innerhalb von 7 Minuten klärten amtliche
Sicherheitskräfte den Platz und räumten jene weg, die da ein
Massenmeeting abhielten. Sie nahmen die Organisatoren und aktiv an
Gewaltausbrüchen Beteiligten fest, darunter einstige
„demokratische“ Präsidentschaftskandidaten.
Die
Weißrussen haben da das wahre Gesicht einer Opposition gesehen, die auf
so eine Weise versuchte, das Geld ihrer ausländischen Sponsoren
abzuarbeiten. Sie war bereit, ihr Land in den Abgrund der Gewalt zu stürzen,
nur um ihre Machtbestrebungen um jeden Preis durchzusetzen.
Die
imperialistische Verschwörung gegen Weißrußland geht weiter
Die
weißrussischen Kommunisten haben ganz entschieden die Aktionen der
verantwortungslosen Politiker verurteilt, welche außerhalb des
gesetzlichen Raums agierten und strafbare Handlungen ausführten. Leider
hat die OSZE-Mission da wieder verkündet, daß die Wahl nicht den
internationalen Normen entsprach. Wir meinen, daß in diesem Fall ein
zynischer Austausch des Wahlverfahrens und der Ereignisse bei dieser
Wahl eingetreten ist. Nachdem die weißrussische Opposition finanzielle
und politische Unterstützung aus den USA und den europäischen
Strukturen erhalten hat, verfolgt diese weißrussische Opposition heute
das Ziel, strafbare Handlungen zu begehen, nur damit sie sich später
als „Opfer des Regimes“ in Stellung bringen kann.
Die
Bürger von Weißrußland werden angesichts der Anforderungen des Europäischen
Parlaments und des EU-Rates und einiger Politiker ratlos, die
festgenommenen oppositionellen einstigen Präsidentschaftkandidaten
freizulassen. Die Gesellschaft nimmt solche Anforderungen als Mißachtung
des Rechts und expliziten Druck auf die Justiz Weißrußlands auf.
Die
weißrussischen Kommunisten und alle patriotischen Kräfte des Landes
meinen, daß der politische Kampf nicht vermischt werden sollte mit
Aktionen, öffentliche Einrichtungen gewaltsam zu erobern. Das Gesetz
gilt gleichermaßen für alle, und niemand kann sich außerhalb des
gesetzlichen Rahmens stellen. Dies kann weder ein Vertreter der
Opposition noch ein sonstiger Bürger. Dies ist eine Grundvoraussetzung
für einen rechtmäßigen demokratischen Staat.
Aufruf
zur Solidarität mit Weißrußland und Protest gegen EU-Sanktionen
In
der gegenwärtigen Lage rufen wir die Vertreter der kommunistischen und
linksgerichteten Parteien Europas dazu auf, ihre Solidarität zu
bekunden und gegen die Absicht der europäischen politischen
Einrichtungen Partei zu ergreifen, Wirtschaftssanktionen gegen die
Republik Weißrußland zu verhängen.
Nächste
Aufgaben für Kommunisten und Linke gegenwärtig
Die
Kommunistische Partei Weißrußlands meint, daß um wirksam dem Einfluß
der Welt-Oligarchie auf die Herzen und Hirne von Millionen einfachen
Menschen zu widerstehen, Kommunisten und alle linksstehenden Kräfte
Europas ihre Anstrengungen zusammenführen sollten, um Aufgaben zu lösen,
die die Zukunft und die Perspektiven der Menschheit bestimmen. Die
Aufgaben, bei welchen die Anstrengungen aller Kommunisten und
linksstehenden Parteien und Bewegungen zusammenkommen, sind laut den weißrussischen
Kommunisten:
-
Kämpfen für eine sozial gerechte Weltordnung, wo der Hauptwert der
Mensch und nicht Geld und Reichtümer ist, Arbeit als Wesen des Lebens
und umfassende moralische Dimension der Persönlichkeit und nicht
spekulative und Maklertätigkeiten;
-
Kämpfen für das Bewahren einer lebenswerten Umwelt, ein sorgfältiges
Verhalten bezüglich der Ressourcen des Planeten und effektiver
Rohstoffeinsatz im Interesse der ganzen Menschheit;
-
Kämpfen für den Frieden, gegen die Bestrebungen von Supermächten und
transnationalen Konzernen, ihren Reichtum auf Kosten der Auslöschung
und des Leids ganzer Völker und Nationen des Planeten zu bewahren und
zu mehren;
-
Widerstand leisten gegen die Politik der Globalisierung, die nicht nur
zur Beseitigung von Ländergrenzen und nationaler Souveränität führt,
sondern auch der nationalen Identität, Traditionen und Kulturen ganzer
Nationen unter dem Einfluß der neoliberalen Ideologie und Werte, die
von der Massenkultur und Verfechtern der grenzenlosen Korruption
erzwungen werden.
Dies
sind nur einige Elemente aus der ganzen Reihe von Aufgaben, Mitteln,
Formen und Methoden der Tätigkeit von Kommunisten und linksgerichteten
Kräften Europas mit dem Ziel, eine faire Weltordnung aufzubauen, wo die
Ideen der Gleichheit, der wahre Humanismus und das Gute herrschen. Laßt
mich meine Zuversicht aussprechen, daß nur die Einheit unseres Denkens
und Handelns uns erfolgreich im Kampf für Frieden, Demokratie,
Fortschritt und Sozialismus, gegen das Diktat des Welt-Imperialismus
werden läßt.
Valentina
Leonenko, MItglied des Repräsentantenhauses
der Nationalversammlung der Republik Weißrußland und Sekretär des
Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Weißrußlands
(Volltext
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke)
Quelle:
http://inter.kke.gr/IntAct/int-meet/euro-communst2011/belarus-en
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Beitrag
der Kommunistischen Partei von Böhmen und Mähren
(KPBM)
AKTUELLE
MELDUNGEN ÜBER DAS WEITERE FORTSCHREITEN DER TSCHECHISCHEN
RECHTSGERICHTETEN REGIERUNGSKOALITION GEGEN DIE KPBM
Die
Situation der ultra-reaktionären tschechischen Regierungskoalition
Seit
von der derzeitigen rechtsgerichteten Regierung der Tschechischen
Republik die Absicht verkündet wurde, jede Tätigkeit unserer Partei zu
verbieten oder zu unterbinden, hat sich die gesamte Lage weiter
zugespitzt. Die Vorsprünge der Regierungsparteien in der Wählerschaft
sind rückläufig, so daß sich der Kampf für die Machthaber und ihre
rechtsgerichtete Wählerschaft derzeit verschärft. Die reaktionären
Parteien geben höchst widersprüchliche Neuigkeiten übereinander in
den Medien bekannt. Was in den Ländern, wo die parlamentarische
Demokratie respektiert worden ist, zum Rücktritt einiger Minister oder
gar der gesamten Regierung geführt hätte. Der Punkt ist, daß die
Neuigkeiten in Verbindung mit Verdachten auf Korruption, Bestechung,
Erpressung von Abgeordneten stehen. Die Regierung erreicht nur in einer
Sache eine Übereinkunft: sich gemeinsam an der Macht zu halten. Und
daher ist trotz aller Querelen keine Gefahr eines Zerfalls der
Regierungskoalition.
Die
Bedeutung des angedrohten KPBM-Verbots für das Regime
Unter
diesen Bedingungen wäre jedes Durchgreifen gegen die Kommunistische
Partei von Nutzen für die Regierung, um damit ihre eigenen Streitereien
zu übertünchen.
Bisher
ist kein konkreter Vorschlag eingebracht worden, um die Tätigkeit der
KPBM zu begrenzen. Die Regierung hat einige Schritte in den Medien angekündigt,
daß diese Absicht sich mutmaßlich auf folgende Punkte gründet:
1.
Eine Gruppe im Innenministerium hat ihre Arbeit aufgenommen, um die KPBM
zu überprüfen. Wir haben keine Information über ihre wirkliche Arbeit
und ihre Absichten. Seither ist ein Informationsfluß geschehen, der
offenbar wieder unter Kontrolle ist, wonach das offenbar eine Art von
Versuchsballon ist. Sie sollten unsere Reaktion austesten, eine
Stellungnahme der Anwälte öffentlich machen und eine Reaktion der
breiteren Bürgeröffentlichkeit sowie mögliche Reaktionen aus dem
Ausland.
2.
Das erste dieser Lecks war die Information über den Einsatz von Spionen
in der Tätigkeit der KPBM durch den Sicherheits-Informations-Dienst
(BIS). Ein Indiz ist aufgetaucht, daß die Ausdehnungen der KPBM ausgespäht
werden sollen. Durch die Stimme ihres Vorsitzenden, Genossen Vojtech
Filip, hat die KPBM darauf mit der Erklärung geantwortet, daß die
Partei beabsichtigen würde, nichts an ihrer Tätigkeit zu verändern.
Sie würde nicht mit ihrer Kritik an der Regierung aufhören. Sie würde
weiterhin Proteste organisieren. Und sie würde weiterhin ihre eigenen
Gegenvorschläge im Parlament einbringen, um den gegen das Volk
gerichteten Reformen der Regierung zu begegnen.
3.
Gemäß den oben erwähnten Aktivitäten ist es offenkundig, daß die öffentlichen
Reden von sowohl unseren Parteisprechern wie auch unseren Abgeordneten
überwacht werden. Daher hat Genosse Vojtech Filip, Vorsitzender des
Zentralkomitees der KPBM, in seiner Rede auf der März-Tagung des ZK der
KPBM erklärt, es würde unmöglich sein, daß die Parteisprecher
vorzugsweise ihre eigenen Meinungen zur Vergangenheit, zum Programm oder
zu anderen verabschiedeten Parteidokumenten abgeben. Er betonte, daß
die Reden ausgewogen sein müßten. Und wenn darin Vorzüge des früheren
Regimes erwähnt würden, kann unmöglich die Tatsache von Fehlern
vernachlässigt werden. Politische Prozesse usw. hatten sich ereignet.
Außer der Tatsache, daß jede Bewertung wie diese nicht fair sein würde,
wenn nur ein paar Stücke an Wahrheit gesagt werden sollen, so könnte
es darüber hinaus der Regierung in die Hände spielen bei ihrer
Absicht, die KPBM zu bekämpfen. Vojtech Filip empfahl uns, unsere Tätigkeit
vorzugsweise darauf zu richten, die Rechte des Volkes gegenüber den
Regierungsmaßnahmen zu verteidigen, weil dies die interessanteste Sache
für sie sein soll.
4.
Ein anderes Leck aus Ministerkreisen äußert Bestrebungen, die
Registrierung der KPBM in Frage zu stellen. Dieser Gedanke des dann
tschechoslowakischen Innenministerstabs hat sich angeblich von der Idee
hergeleitet, daß die Kommunistische Partei von Böhmen und Mähren 1990
registriert werden sollte, d.h. vor der Aufspaltung der
Tschechoslowakischen Föderativen Republik, als lediglich
Regionalorganisation der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei aus
der Zeit, die zwar damals nicht lange vorhanden war, damals die
Rechtswidrigkeit des Gesetzes über das Kommunistische Regime gegen die
Kommunistische Partei hergenommen werden könnte. Deswegen ist die
Registrierung der Kommunistischen Partei von Böhmen und Mähren
angeblich faktisch ungültig gewesen.
Weil
die Kommunistische Partei von Böhmen und Mähren von Beginn an als eine
unabhängige juristische Person registriert war, ist diese Information
falsch gewesen. Darüber hinaus hat die Kommunistische Partei von Böhmen
und Mähren wiederholt etliche Jahre lang um einem Zertifikat ersucht,
daß sie eine korrekt im Register des Innenministers der Tschechischen
Republik registrierte politische Partei gemäß einem geltenden Gesetz
über einen Zusammenschluß zu politischen Parteien und Bewegungen ist.
Wir haben das letzte dieser Zertifikate mit Datum von Anfang März 2011.
Durch die Medien hat die KPBM die Desinformation aktenkundig gemacht.
Als
Zeichen der Atmosphäre im allgemeinen und ermutigt durch den Ansatz der
tschechischen Regierung gibt es auch direkte Drohungen seitens
ultra-rechter Gruppen gegen die Kommunistische Partei von Böhmen und Mähren.
Zum Beispiel hat das Tschechische Pressebüro die Aufmerksamkeit auf die
Internetseiten einiger Neonazigruppen der sogenannten Blood and Honour
gelenkt, wo man unter anderem eine Anleitung sehen kann, um eine
Handgranate oder Bombe auf den Eingang der Zentrale der Kommunistischen
Partei aus einem fahrenden Auto zu schleudern. Die Tatsache, daß dies
von den Journalisten gefunden wurde und nicht von der Polizei der
Tschechischen Republik oder dem BIS, welche derart fremdenfeindliche und
rassistische Gruppen überwachen sollten, ist sehr vielsagend. Sie
spionieren statt dessen gegen unsere Partei.
Die
Gegenwehr der KPBM und die Bitte um internationale Solidarität
Es
ist mit Sicherheit zu erwarten, daß ähnliche Versuche der Regierung,
die Existenz der Kommunistischen Partei von Böhmen und Mähren
anzugreifen, folgen werden. Daher zieht die KPBM einige rechtliche
Schritte in Betracht. Und sie ist bereit, ihre ausländischen Partner
und die fortschrittlichen demokratischen Kräfte der Welt um
solidarische Unterstützung zu bitten.
Pressestelle
des ZK der KPBM, 5. April 2011
(Volltext
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke)
Quelle:
http://inter.kke.gr/IntAct/int-meet/euro-communst2011/czechia-en
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Beitrag
der Kommunistischen Partei Irlands
FÜR
EINE GEMEINSAME KAMPAGNE ZUR ABLEHNUNG DER ZAHLUNG DER SCHULDEN DER
UNTERNEHMEN DURCH DAS VOLK UND FÜR DIE MOBILISIERUNG DER VÖLKER FÜR
EINE NATIONAL-DEMOKRATISCHE REVOLUTION*
Genossen,
Die
Krise innerhalb des europäischen Monopolkapitalismus hat sich jetzt um
den Euro herum konzentriert. Und die Auswirkungen der Krise werden am
deutlichsten in den peripheren Ländern verspürt. Die Krise des Euro führt
derzeit zu einem zunehmenden Mangel an Vertrauen, erstens in den Euro,
aber auch mit dem Potential, das Vertrauen in die Europäische Union
selbst zu untergraben zu beginnen. Dies ist eine Frage, auf die ich zurückkommen
werde.
Zu
Ursache, Wesen und Folgen der Weltwirtschafts und Finanzkrise
Die
jetzt über den irischen Staat hereinbrechende Krise ist in der
weltweiten zyklischen Krise des Kapitalismus, der Herrschaft des
monopolistischen Finanzkapitals und in der Stagnation an der
Produktionsbasis verwurzelt. Sie ergibt hohe Profite, die eher durch
Finanzspekulation und äußerst gefährliche und riskante
„Finanzprodukte“ als durch Re-Investitionen in die produktive
Wirtschaft gemacht werden konnten. Dies wegen der chronischen Stagnation
und dem Mangel an wirklichen Investitionsmöglichkeiten in der
Produktion.
Hier
spüren wir, daß die kommunistische Bewegung die Möglichkeit erkunden
muß, daß die Investition in die produzierende Industrie in den
entwickelten kapitalistischen Volkswirtschaften einen Punkt ständiger
Stagnation erreicht hat. Wenn sie nicht vorhandene Produktivkräfte
zerstören können oder zu erobernde neue Märkte zur Erweiterung des
Absatzmarktes für Güter finden, dann ist der einzige andere Weg nach
vorn eine Rückkehr zur Politik eines Anwachsens der Kreditblase, welche
nur auf einem vorhandenen Kreditguthaben und einer wachsenden
unbezahlbaren Verschuldung errichtet werden kann.
Dies
wird nicht nur einen anhaltenden Angriff auf die Arbeiterlöhne zur
Kostensenkung erfordern, sondern die privaten Kreditaufnahmen ankurbeln,
um den privaten Verbrauch fortzusetzen. Ist dies nicht ein bedeutendes
Merkmal und Faktor in der derzeitigen Krise?
Das
irische Bankensystem lieh heftig von deutschen, französischen,
britischen und belgischen Banken. Dies nicht für produktive Entwicklung
oder langfristige Rückzahlungen, sondern vor allem für kurzzeitige
Spekulationserlöse. Das irische Bankensystem wurde auch zu einem Kanal
für bewegliches Kapital aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien
zum spekulativen Re-Investieren in Drittländern wie Portugal, Spanien
und Griechenland. Die irischen Finanzinstitute waren die fünftgrößten
Investoren in jenen Ländern. Die irische Wirtschaftsentwicklung selbst
könnte niemals den Umfang an Kapital erzeugen, mit welchem durch die
irischen Bankinstitute spekuliert worden ist.
Bisher
hat der irische Staat bis zu 70 Milliarden Euro in die Banken gepumpt,
die letzte Zahlung erfolgte vor zwei Wochen nach dem, was die EZB den
„stresstest“ für die Banken nennt. Die meisten irischen Banken und
Finanzinstitute werden jetzt wirksam vom Staat kontrolliert, im
Unterschied zu vom Staat in Besitz gehalten. Die EZB hat nahezu 120
Milliarden Euro Schuldanleihen gekauft, für die der irische Staat
wirksam Verantwortung übernommen hat, neben den fortgesetzten
staatlichen Garantien für alle irischen Bankanleihen und Einlagen.
Die
Arbeitslosigkeit in Irland beträgt derzeit 14,7% oder 440.000 Menschen.
Jede Woche verlassen 1000 Iren ihr Land. Die Arbeitslosigkeit in
Nordirland liegt bei über 60.000 Menschen. Eine neue Runde von
Haushaltsausgabenkürzungen ist vom Finanzministerium für den Bereich
Gesundheits- und Bildungswesen angekündigt worden. Die Regierung plant
derzeit einen Ergänzungshaushalt für Ende Mai. Sie haben auch
vereinbart, 25.000 Beschäftigte im öffentliche Dienst zu entlassen.
Massenruin
der Eigenheimbesitzer
Jetzt
gibt es eine sich entwickelnde Krise durch die private Verschuldung. Schätzungsweise
über 80.000 Eigenheimbesitzer sind jetzt in ernsten Problemen beim Rückzahlen
ihrer Hypothekendarlehen. Die Häuserpreise sind schon um über 50% seit
Krisenausbruch gefallen. Daher gibt es da noch eine weitere zusätzliche
Belastung für ein bereits bankrottes Banksystem. Diese Lage kann nur
schlechter werden, weil die EZB weitermachen wird, die Zinsraten zu erhöhen,
denn genau das ist es, was die deutsche Wirtschaft benötigt.
Die
aus den kürzlichen Wahlen hervorgegangene neue Koalitionsregierung aus
der Labour Party (Sozialdemokraten) und Fine Gael (Christdemokraten) führt
derzeit dieselbe Politik wie die abgetretende Regierung aus, was zu
wachsender Desillusionierung führt. Bevor der „Stresstest“ bei den
irischen Banken angekündigt war, erklärte die EU, daß das irische
Volk nicht populistischen Forderungen erliegen solle, wonach die
Anleihe-Inhaber „die Lasten teilen“ mit dem Volk. Das irische Volk
soll jeden von europäischen Banken geliehenen Penny rückzahlen.
Zum
subjektiven Faktor
Die
Gewerkschaftsbewegung hat etwas Bauchweh wegen eines Kampfes gezeigt.
Und viele in der Gewerkschaftsführung haben die Beteiligung der Labour
Party an der Regierung in der vergeblichen Hoffnung begrüßt, daß
ihnen dies ein Schlupfloch bieten würde. Und in der falschen Hoffnung,
daß der wirtschaftliche Sturm bald vorüber sein wird. Die
Gewerkschaften in Nordirland haben ein größeres Bedürfnis gezeigt,
die Menschen zu mobilisieren und Widerstand zu zeigen und Verbindung
dazu herzustellen und auf Ortschaftsebene Widerstand aufzubauen. Aber
ihre Wirkung wird eingeschränkt, weil die Form der Regierung in
Nordirland lediglich auf einem Regionalparlament gegründet ist, ohne
steuerliche Zuständigkeiten. Diese liegen in London.
Gekoppelt
mit einer massiven Vergesellschaftung von Unternehmensanleihen nahm der
irische Staat auch die Verantwortung für alle Verbindlichkeiten der
Banken in Form von Eigentumstiteln und anderen Vermögenswerten auf
sich, die die Banken an Spekulanten in der ganzen Welt ausgeliehen
hatten. Schätzungsweise 500-600 Milliarden Euro liehen sich die
irischen Banken von vor allem den europäischen Banken.
Die
EU und die EZB benutzen derzeit das irische Volk, um den Euro selbst und
damit den europäischen Monopolkapitalismus zu stützen und zu sichern.
Der IWF wurde als politischer Deckmantel eingebracht, um mit dem Vorwand
weiterzumachen, daß irgendwie das „soziale Europa“ noch existiert
(wenn es jemals existierte).
Das
von der EU und dem IWF durchgesetzte „Programm für Irland“ fordert,
daß der irische Staat investiert, was vom irischen Rentenfonds übrigbleibt.
(Dies ist ein Fonds, der vom Startkapital aus dem Verkauf des öffentlichen
Telefonnetzes aufgebaut wurde.) Das ist, was man einen kleinen
nationalen Fonds nennen könnte. Einst gedacht, um die künftigen
Rentenbedürfnisse der staatlichen Beschäftigten zu erfüllen.
Der
Zins von 5,8% ist ein Strafzins und liegt weit über dem, was andere
EU-Mitgliedsstaaten hinnehmen mußten. Darüber hinaus wurde eine Liste
öffentlicher Güter erstellt, die verkauft werden sollen, um das
geliehene Geld rückzuzahlen. Dort ist mit dabei die Elektrizitätserzeugung,
Gas, Seehäfen und Bodenschätze. Die Verwaltung der irischen Wälder
ist mit der Verwaltung der Moorgebiete zusammengelegt worden und
betreibt nun Buchhaltung für Grundstücke mit einer Gesamtfläche von
10-12% des Landes in Vorbereitung der Privatisierung dieser Flächen.
Sie haben den Staat auch dazu verpflichtet, die öffentlichen
Haushaltsausgaben um 15 Milliarden Euro über drei Jahre zu kürzen und
als Regierung weniger als 3% (dem „Maastricht-Kriterium“) bis 1915
zu leihen.
Was
derzeit für eine wachsende Zahl im irischen Volk klar wird, sie werden
geopfert, um den Euro zu retten. Die EU und die EZB benutzen derzeit die
Krise, um größere Kontrolle im Zentrum über die nationalstaatlichen
wirtschafts- und sozialpolitischen Maßnahmen der Mitgliedsstaaten vor
allem an der Peripherie zu erlangen. Wir haben dies als neue Form
inneren Neokolonialismus charakterisiert. Das ist im Inneren der EU
selbst etwas ähnliches im Beziehungsgeflecht wie das, was die EU gegenüber
Entwicklungsländern betreibt.
Der
„Wettbewerbsfähigkeits-Pakt“ der EU als Knebelinstrument
Beim
letzten EU-Gipfel Ende März wurde vereinbart, daß die EU den
„Wettbewerbsfähigkeitspakt“ annimmt, welcher innerhalb der EU
„Hindernisse“ für die Konkurrenzfähigkeit ausräumen soll. Dies
ist die Verschlüsselung für einen erneuten Angriff auf die Rechte und
Bedingungen der Arbeiter. Was Arbeiter als ihre Rechte verstehen,
betrachtet die herrschende Klasse als Privlegien, die jederzeit
aberkannt werden sollen, wenn ihre Interesse dies diktiert. Die
herrschende Klasse zieht ihren vollen Nutzen aus der Krise, indem sie
die Arbeiter zurückdrängt.
Die
angefragte Maßnahme ist die Einrichtung eines ständigen „europäischen
Stabilitätsmechanismus“, wofür Irland zur Zahlung von 11 Milliarden
Euro verpflichtet werden wird. Um dieses Gremium zu errichten, wird
vorgeschlagen, den Lissabon-Vertrag zu ändern und dort einen Zusatz im
Artikel 136 zur Arbeitsweise der EU einzubringen: „Die
Mitgliedsstaaten, deren Währung der Euro ist, können einen Stabilitätsmechanismus
einrichten, der aktiviert werden soll, wenn es unerläßlich ist, um die
Stabilität des Euro-Währungsraums als Ganzem zu sichern. Die Gewährung
jedweder benötigten Finanzhilfe unter dem Mechanismus wird strengen
Auflagen unterworfen werden.“
Diese
Änderung sieht die Haushaltsdisziplin unter den Mitgliedern der
Euro-Zone durch qualifizierte Mehrheit, die Koordinierun gund Überwachung
der Euro-Zonen-Mitglieder und die Festlegung wirtschaftlicher
„Richtlinien“ vor. Das ist ein maßgeschneidertes Regime zur
Haushaltsharmonisierung, um abhängige Schuldner wie Irland und andere
kleinere periphere EU-Länder zu disziplinieren.
Die
Änderung ist ein Auslöser für die Errichtung des europäischen
Stabilitätsmechanismus, der die europäische Finanzstabilitätsstelle,
den EU-EZB-IWF-Mechanismus ablösen soll, wenn er Mitte 2013 ausläuft.
Durch diesen Fonds wurde das Darlehen im vorigen November von der EZB
und der EU-Kommission zusammen mit dem IWF nach Irland geschoben.
Was
wir Kommunisten tun können und tun müssen
Was
können wir Kommunisten unter diesen Umständen tun? Das ist: Jene
Parteien, die Widerstand leisten wollen, - sollen sie die Arbeiterklasse
mobilisieren und dann zurückschlagen? Es ist klar, daß Illusionen bezüglich
der EU und ihrem Klassenwesen noch stark in der Arbeiterklasse
verbreitet sind. Illusionen, die auch Teile unserer Bewegung beeinträchtigen.
Während wir in Diskussionen mit unseren merkwürdigen Familienangehörigen
fortfahren, müssen wir selbst mit einer geeigneteren Strategie
vorankommen.
Welche
gemeinsamen Ziele und Handlungen können wir hier versammelten
Kommunisten vorlegen, die wirksame Führung und Vertrauen in der
Arbeiterklasse über einen alternativen Weg nach vorn liefern können?
Was sind die strategischen Schwachpunkte am Herzen des europäischen
Monopolkapitals? Wo sind ihre Bruchlinien, und wo die Bruchlinien in
ihrer Strategie, die Arbeiter für die Krise zahlen zu lassen? Welche
Keile können wir einsetzen, um bei jenen Bruchlinien ihre Widersprüche
zu öffnen? Was ist ihr schwächstes Glied, das wir ausnutzen können,
und welches uns das Potential des Aufschwungs gibt?
Von
unserem Verständnis der Bedingungen in unserem eigenen Land sind wir zu
der Annahme gelangt, - die wir hier mit den Genossen teilen wollen -, daß
die Aufbürden von Unternehmensanleihen auf den Rücken des Volkes,
ausgeführt von den nationalstaatlichen Regierungen auf Geheiß der EU
in Übereinstimmung mit den einheimischen und ausländischen Interessen
der herrschenden Klasse der zentrale strategische Schwachpunkt der EU
und der von ihr vertretenen herrschenden Klassenkräfte ist.
Nach
unserer Überzeugung wäre das Finden eines gemeinsamen Ansatzes für
eine vereinte Kampagne mit dem Aufruf zur Ablehnung dieser dem
arbeitenden Volk durch die EU auferlegten Unternehmensschulden eine
bedeutende strategische Position für uns, um uns darauf zu focussieren.
Das
Erzwingen der Ablehnung des Schuldendienstes wäre ein großer Schlag
gegen die zentralisierenden Kräfte in der EU. Dies würde den
strategischen Ansatz des Monopolkapitalismus national wie EU-weit schwächen.
Dies würde ihre Fähigkeit schwächen, ihren Willen national wie
EU-weit durchzusetzen. Dies ist auch das schwächste Glied an der
ideologischen Front und könnte den notwendigen Ansatzpunkt für den
Gegenangriff liefern. Die Instabilität des Euro kommt noch zur
Instabilität der EU und der Gesellschaftsordnung als Ganzem.
Wir
spüren, daß dies den Kampfverlauf für den Aufbau der notwendigen Kräfte
und des Klassenbewußtseins öffnen würde, welche erforderlich sind, um
auf dem langen Weg des sozialistischen Aufbaus zu starten. Der
national-demokratische Kampf - nicht im bürgerlichen Demokratieverständnis
- steht im Mittelpunkt beim Mobilisieren all jener unterdrückten und
ausgebeuteten Gruppen in der Gesellschaft.
Der
Kampf um die Verschuldung hat das Potential, Kräfte in Bewegung zu
setzen, die eine Zeit lang auf das System vertrauten, auf daß es ihre
eigenen Interessen sicherstellt. Aber die jetzt für die Interessen des
monopolistischen Finanzkapitalismus geopfert werden sollen.
Wir
streben derzeit danach, Kräfte um eine national-demokratische Strategie
zu mobilisieren, welche das Potential hat, die herrschenden Klassen und
ihre Verbündeten in der EU herauszufordern und das arbeitende Volk zu
vereinen. Das ist auch eine Strategie, um die Arbeiterklasse
zusammenzubringen in einem ganz Irland erfassenden wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Kampf.
Eugene
Mc Cartan
Generalsekretär
Kommunistische
Partei Irlands
11.
April 2011
Brüssel
(Volltext
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke)
*Titel
stammt von Jens-Torsten Bohlke, nicht vom Verfasser, wie auch die
fettgedruckten Zwischentitel von Jens-Torsten Bohlke stammen
Quelle:
http://inter.kke.gr/IntAct/int-meet/euro-communst2011/ireland-cp |
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