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Kim Jong-Il, Generalsekretär der  Partei der Arbeit Koreas und Staatschef der DVRK gestorben

Ein kritischer Nachruf

Von Gerd Höhne

Kommunisten-online am 2. Januar 2012 – Ich bekam vor Jahren ein Buch aus der DVRK, mit dem Titel „Kurze Geschichte der revolutionären Tätigkeit des Genossen Kim Il Sun[1], ein offizielles Dokument der Partei der Arbeit Koreas, in die Hände.

Die ersten Seiten ging es darum, dass dieser oder jene Vorfahren Kims bereits große Revolutionäre waren. Ich war mit positiven Erwartungen an die Lektüre heran gegangen; ich war deshalb nur etwas amüsiert und irritiert über die eigenartige Art der Verehrung – mehr erstmal nicht.

Dann aber kam der springende Punkt: Da wurde geschrieben, in Korea seien schon lange die objektiven Bedingungen zur proletarischen Revolution reif gewesen, nicht aber die subjektiven. Nun ja, dachte ich mir, das wird ja stimmen. Aber dann definierten die Autoren, was unter den subjektiven Bedingungen zu verstehen  sei: Sie behaupteten, mit der Geburt Kim Il Suns seien auch die subjektiven Bedingen reif geworden. Ich rieb mir die Augen.

Bisher hatte ich unter objektiven Bedingungen immer die Gesellschaftsordnung – hier Kapitalismus – mit denen typischen Widersprüchen verstanden: Gesellschaftliche Produktion vs private Aneignung mit dem antagonistischen Klassenwiderspruch Bourgeoisie und Proletariat.

Subjektive Bedingungen definierte Marx mit dem Satz: „Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift.“ Also der Grad des Klassenbewusstseins und die Organisiertheit des Proletariats.

Wenn das geschehen ist, sind die subjektiven Bedingungen zur Revolution da und nicht, wenn ein Säugling, eine Art Messias, aus dem später ein mehr oder weniger wichtiger Mann wird, in einer Wiege liegt.

Ich mag das nicht Vulgarisierung des Marxismus nennen, es ist schlichtweg eine Verfälschung. Soweit dazu.

Kim Il Sun aber war unbestritten der Führer der Revolution in Korea, er führte sein Land im Koreakrieg gegen die US-imperialistische Aggression – allerdings mit Hilfe von 100.000 Freiwilligen aus der VR-China.

Das machte ihn zum Führer seiner Partei und seines Landes. Dass seine Theorien etwas zweifelhaft sind, steht zurück vor seinen Verdiensten.

Korea war bis zum Ende des 2. Weltkrieges japanische Kolonie. Die japanischen Imperialisten raubten das Land gnadenlos aus – die Menschen aber machten sie zu Sklaven – zu Arbeitssklaven für die Industrie oder bei Frauen, die sie dazu geeignet hielten, zu Sexsklaven in Bordellen der japanischen  Armee.

Der größte Teil der Koreaner waren Analphabeten. Eines der ersten Maßnahmen der DVRK war die Einführung des Bildungssystems für alle und die Alphabetisierung der Menschen Koreas.

Nach dem Sieg über Japan wurde Korea unabhängig, es entstand die DVRK. Die US-Imperialisten sahen aber in der koreanischen Halbinsel einen  wichtigen strategischen Punkt gegen die UdSSR. Ab 1950 wütete der Koreakrieg, wobei die Luftwaffe der USA systematisch die Industrie der DVRK zerstörte. Als der Koreakrieg 1953 endete, waren drei Millionen Menschenleben unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. Die US-AirForce warf  450.000 Tonnen Bomben auf Industrieanlagen, Städte und Dörfer der DVRK ab.

An der Spitze der Partei und Staatsführung stand Kim Il Sun, er war unbestritten der Führer des Kampfes gegen den US-Imperialismus. Das war sein Verdienst.

Wie aber ist es mit Kim Jong il? Er ist der Sohn von Kim Il Sun. Welche Revolution hat Kim Jong Il siegreich geführt? Welche wichtige Schlacht gewonnen? Mir ist nichts bekannt, warum er zum „geliebten Führer“ wurde – außer eben der Tatsache, dass er der Sohn des großen Führers Kim Il Sun ist.

Er führte eine antiimperialistische Politik – zugegeben. Das macht in Venezuela Hugo Chavez  auch und der lässt sich nicht als den geliebten Führer feiern. Was also macht Kim Jong Il höher als Hugo Chavez? Dass Kim Jong Il Kommunist ist? Dann aber muss er sich an den herausregenden Führern der kommunistischen Weltbewegung messen lassen. Und hier muss ich leider feststellen: Gewogen und zu leicht befunden. Kim Jong Il Hat nur einen herausragenden Verdienst: Er war der Sohn eines großen  Mannes. Das aber zählt bekanntlich für Kommunisten nicht viel. Die Marx-Töchter erhoben nie den Anspruch, auch politisch-ideologisch die Nachfolgerschaft ihres Vaters geerbt zu haben. Auch die Kinder Stalins waren keine Generalsekretäre der KPdSU und in Deutschland forderte die Tochter Ernst Thälmanns nie, an der Spitze der SED zu stehen.

Zwar gab es zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Vater und Sohn Liebknecht an der Spitze der revolutionären Arbeiterbewegung, aber das, weil Karl Liebknecht diese Stellung ganz unabhängig von seinem Vater Wilhelm erreicht hatte.

Der kommunistischen Bewegung widerspricht es, wenn allein oder vor allem die Abstammung als Kriterium gewertet wird. Das dann auch noch als dem Marxismus-Leninismus überlegendem Kriterium zu werten, ist verwegen.

Ob die Propaganda der Imperialisten stimmt, in DVRK herrsche Hunger, vermag ich nicht einzuschätzen. Aber mit was war denn die DVRK dann erpressbar von den Imperialisten? Aus reiner Menschenfreundlichkeit liefern die kein Kilo Nahrungsmittel?

Fragen über Fragen.

G.H.


[1]  Kurze Geschichte der revolutionären Tätigkeit des Genossen Kim Il Sen“  Institut für Parteigeschichte beim Zentralkomitee der Partei der Arbeit Koreas:, Pjöngjang: Verlag für fremdsprachige Literatur 1970  

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Korea:

Quelle: DDR-Handbuch „Länder der Erde“ (1985).[1]

Auf Kommunisten-online am 3. Januar 2012 – Wirtschaft, Allgemeines. Nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges im Fernen Osten und der Befreiung K.s durch die Sowjetarmee, errichteten die Werktätigen K.s unter Führung der Kommunistischen Partei bzw. der Partei der Arbeit Koreas in K. einen sozialistischen Industriestaat mit entwickelter Landwirtschaft. Die sozialökonomische Basis der KDVR ist durch die sozialistischen Produktionsver­hältnisse in allen Bereichen der Volkswirtschaft gekenn­zeichnet. Rd. 70% des produzierten Nationaleinkommen; werden von der Industrie erbracht. Auf die Bereiche Landwirtschaft und Dienstleistungen entfallen 16 bzw. 14%.

Bis zu seiner Befreiung diente K., dessen Wirtschaft koloniales Gepräge trug, dem imperialistischen Japan als Lieferant von Rohstoffen und Rüstungsgütern. In Vorbereitung ihrer Eroberungskriege verstärkten die japanische Militaristen den Aufbau einer Rüstungsindustrie in K. Während des Krieges gegen China deckte Japan seinen Bedarf an Wolfram zu 83 %, an Zinn zu 74,1 %, an Molybdän zu 96,8%, an Kobalt, Graphit und Glimmer zu je 100% aus K. Im zweiten Weltkrieg wurden jährlich rd. 8 Mill. t Kohle gefördert sowie mehr als 1 Mill. t Roheisen und 650.000 t Stahl erzeugt. Die chemische Industrie, die einen schnellen Aufschwung genommen hatte, war 1939 mit 35 % an der gesamten Industrie beteiligt. Zur Versorgung der Rüstungsindustrie mit Elektroenergie wurden große Was­serkraftwerke errichtet. Die einseitige industrielle Entwicklung führte zu schweren Disproportionen zwischen der extraktiven und der verarbeitenden Industrie. Der Anteil der Maschinenbaus belief sich nur auf rd. 2 % der gesamte Industrieproduktion.

Die Landwirtschaft war durch intensiven Ackerbau und Parzellenwirtschaft gekennzeichnet. Fast das gesamte Gutsbesitzerland wurde zu knechtenden Bedingungen verpachtet. Die Pacht betrug im Durchschnitt rd. 70 % der Ernte. Fast 80 % aller Bauern waren Voll- oder Halbpächter. Nach der Befreiung verlief die Entwicklung im nördlichen und südlichen Teil unterschiedlich.

Laut Gesetz vom 5.März 1946 wurde im N eine Boden­reform durchgeführt. Im Verlaufe dieser Reform wurden eine Mill. Tschöngpo (3 Tschöngpo = 0,99 ha) Land, das früher japanischen Kolonialherren und koreanischen Guts­besitzern gehörte hatte, beschlagnahmt und an mehr als 17.000 Landarbeiter, 442.000 Landlose sowie 260.000 landarme Bauern verteilt. Das Gesetz vom 10. August 1946 legte die Nationalisierung der Groß- und Mittelindustrie der Banken sowie der Transport- und Nachrichtenmittel fest.

Die demokratischen Reformen trugen zu einem schnellen Wiederaufbau der von den Japanern zerstörten Wirtschaft sowie zur Hebung des materiellen und kulturellen Lebensstandards der Bevölkerung bei. Der Gesamtzuwachs der industriellen Bruttoproduktion belief sich von 1946 bis 1949 auf 337%.

Der verbrecherische Überfall von 1950 verursacht der KDVR ungeheure Zerstörungen und Verluste. Einstellung der Kriegshandlungen wurde durch den jahrplan (1954-1956) der Wiederaufbau in Angriff ge­nommen. Die industrielle Bruttoproduktion war 1956 um 278% höher als 1949. 1957 begann ein Fünfjahrplan, in dessen Verlauf die Bruttoproduktion anstieg (Jahreszu­wachsrate in der Zeit des Fünfjahrplans durchschnittlich 44,6%). Die KDVR entwickelte sich zu einem Industrie-Agrar-Staat.

Die sozialistischen Staaten erwiesen der KDVR in der Periode des Wiederaufbaus umfangreiche Hilfe. Die UdSSR stellte über 1 Mrd. Rubel zur Verfügung und erließ der KDVR die Rückzahlung großer Kredite. Auch andere sozialistische Staaten halfen in brüderlicher Solidarität, er­bauten Maschinenfabriken und Hüttenwerke. Viele korea­nische Facharbeiter wurden durch Spezialisten ausgebildet. Die DDR half beim Aufbau der Stadt Hamhyng und rü­stete u.a. ein großes Druckereikombinat in Phjöngjang aus.

Der vom IV. Parteitag der Partei der Arbeit Koreas be­schlossene Siebenjahrplan (1961-1967) wurde auf Grund der durch die verschärfte Kriegspolitik der USA und des südkoreanischen Regimes bedingten erhöhten Aufwendun­gen für die Landesverteidigung um 3 Jahre verlängert. Mit seiner Erfüllung im Jahre 1970 wurde die industrielle Brut­toproduktion im Vergleich zu 1960 auf das 3,3fache gestei­gert. Der V. Parteitag (November 1970) beschloß den Sechsjahrplan (1971-1976) für die Fortsetzung der soziali­stischen Industrialisierung, in dessen Ergebnis die indu­strielle Bruttoproduktion auf das 2,2fache anwuchs.

Die im Sechsjahrplan mit Hilfe der UdSSR errichteten neuen Werke erhöhten im Vergleich zu 1970 die Produk­tion bei Stahl um 30%, Walzstahl um 40%, Kohle um 30 %, Elektroenergie um rd. 40 % und bei Stickstoffdünger um 25%. Im Jahre 1982 produzierten diese Betriebe 63% der Elektroenergie, 33 % des Stahls, 38 % des Walzstahls, 20 % der Textilerzeugnisse und förderten 40 % des Eisener­zes. Der VI. Parteitag der PdAK (1980) stellte fest, daß der Sechsjahrplan (1971—1976) vorfristig erfüllt werden konnte und bereits große Erfolge bei der Realisierung des zweiten Siebenjahrplans (1978-1984) zu verzeichnen wa­ren. Der Siebenjahrplan sieht vor, die Produktion von Eisen und Stahl auf 14-15 Mill. t, von Kohle auf 70-80 Mill. t, von Elektroenergie auf 5,6-6 Md. kWh, von Zement auf 12-13 Mill t, von Meeresprodukten auf 3,5 Mill. t, von Kunstdünger auf 5-6 Mill. t und von Getreide auf 10 Mill. t zu steigern.

Auf dem VI. Parteitag der Partei der Arbeit wurde für die 80er Jahre die Aufgabe gestellt, eine der vollständig siegreichen sozialistischen Gesellschaft entsprechende ma­teriell-technische Basis zu schaffen und das materielle und kulturelle Lebensniveau des Volkes entscheidend zu erhö­hen. So sollen bis 1990 jährlich 100 Md. kWh Elektroener­gie, 15 Mill. t Stahl, 1,5 Mill. t Buntmetall, 20 Mill. t Ze­ment, 7 Mill. t chemische Düngemittel, l,5 Md. m2 Stoffe, 15 Mill. t Getreide und 5 Mill. t Meeresprodukte erzeugt bzw. produziert sowie 120 Mill. t Kohle gefordert werden.

Rd. 45 % der Gesamtbevölkerung sind berufstätig. Da­von arbeiten 35 % in der Industrie, 20 % im Handel bzw. Dienstleistungsbereich und 45 % in der Land- und Forst­wirtschaft bzw. Fischerei.

 

In S-K. ist die wirtschaftliche Entwicklung von Anfang an durch den Einfluß der neokolonialistischen Wirtschafts­politik der USA gekennzeichnet. Dies zeigt sich vor allem in der Überschwemmung der Wirtschaft durch ausländi­sches Kapital und dessen enge Verbindung mit der einhei­mischen Bourgeoisie. Seit Beginn der 60er Jahre dient die sogenannte USA-Wirtschaftshilfe (1959 bis 1982 rd. 6,4 Mrd. US-$) vor allem der Militarisierung der Wirtschaft, während insbesondere Japan umfangreiche Kapital­investitionen (1962 bis 1982 insgesamt 1,3 Mrd. US-$) vor allem der Militarisierung der Wirtschaft, während insbesondere Japan umfangreiche Kapitalinvestitionen (1962 bis 1982 insgesamt 1,3 Mrd. US-$) vornahm.

Die in S-K. bestehenden kapitalistischen Produktions­verhältnisse sind durch eine starke Konzentration und Zentralisation der Produktion und des Kapitals gekenn­zeichnet. Große Industrie-Finanzvereinigungen mit der ko­reanischen Bezeichnung Tschäbol, deren wirtschaftlicher und politischer Einfluß von Jahr zu Jahr zunimmt, haben sich in enger Zusammenarbeit mit dem Auslandskapital herausgebildet. Sie stellen eine horizontal organisierte Vorform des Monopols dar.

Zehn Tschäbol beherrschen bereits 60 % der Produktion. 10% aller südkoreanischen Unternehmen produzieren fast 50 % des Bruttosozialprodukts. Die kleineren und mittleren Betriebe sollen künftig mit Hilfe ausländischen Kapitals stabilisiert und ausgebaut werden, Ende 1982 gab es in S-K. 34.257 kleinere und mittlere Industriebetriebe, in de­nen 47,4% der Werktätigen beschäftigt waren.

Die Wirtschaft S-K.s erreichte von 1970 bis 1979 jahres­durchschnittliche Wachstumsraten von 10%. Mit Beginn der 80er Jahre verlangsamte sich das Wachstumstempo {1982; 6 %, 1983: 8,8 %). Solche Merkmale wie chronisches Zahlungsbilanzdefizit (1982 über 2,5 Md. US-S), Handels-bilanzdefizit (rd. 2,5 Mrd. US-S), hohe Inflationsraten und die Verschuldung im Ausland (42 Mrd. US-$) sind Kenn­zeichen der wirtschaftlichen Krise, in der sich S-K. befin­det.

Bodenschätze. Die erkundeten Vorräte an Steinkohle belau­fen sich auf mehr als 6 Mrd. t und an Eisenerz auf rd. 2 Mrd. t. Die entdeckten Vorkommen an Magnesit (über 3,5 Mrd. t) und an Graphit gehören zu den bedeutendsten der Welt. Ferner besitzt K. bedeutende Ressourcen an Wolfram, Molybdän, Kupfer, Zink, Kobalt, Nickel, Zinn, Blei, Lithium sowie Gold und Silber und verfügt über ca. 200 nutzbare Minerale.

Industrie. Die KDVR ist unter den sozialistischen Staaten Asiens (ohne UdSSR) das am stärksten industrialisierte Land. Sie besitzt eine stark entwickelte Grundstoffindu­strie {Bergbau, Hüttenwesen, chemische Industrie) und einen mit großer Energie vorangetriebenen Maschinenbau (Werkzeugmaschinen, Kraftfahrzeuge, Schiffe, Landma­schinen, Bergbauausrüstungen). Der Maschinenbau ist in der Lage, Präzisionsmaschinen, 18-m-Karusseldrehmaschinen, Gashochdruckkompressoren, 6000-Tonnen-Pressen, Großgeneratoren, 200-MVA-Transformatoren, Bagger, Diesel- und Elektrolokomotiven sowie Schiffe bis zu 20.000 BRT herzustellen. Der hohe Energiebedarf wird durch Wasserkraftwerke (am Amrokgang, Tschangdshingang und Pudshòngang), aber auch durch in jüngster Zeit errichtete Wärmekraftwerke (u.a. in Puktschang) gedeckt. Das erste Gezeitenkraftwerk am Gelben Meer wird gegenwärtig projektiert.

Landwirtschaft. Die sozialistische Kollektivierung wurde in der KDVR bereits 1958 abgeschlossen. Gegenwärtig existieren rd. 3.800 Genossenschaften. Wichtigster Zweig der Landwirtschaft ist der Ackerbau.

Bildungswesen. 1945 waren noch 80% der Erwachsenen Analphabeten. 1956 wurde in der KDVR die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Seit 1975 besteht die allgemeine 11jährige Schulpflicht (einschließlich einjährigem obligato­rischem Vorschulbesuch im Kindergarten).

In der KDVR lernen z.Z. 5,1 Mill. Schüler und Studen­ten an 4.700 Grundschulen (1.-4. Klasse), 3.100 Mittel­schulen (5.-10. Klasse), einer staatlichen Universität und über 180 Hochschulen. Die Zahl der Ingenieure und Tech­niker beläuft sich auf über eine Mill. Bei der Ausbildung von Fachkräften erhielt die KDVR Unterstützung durch die sozialistischen Länder, an deren Hoch- und Fachschu­len seit Gründung der KDVR über 4.000 Koreaner studier­ten.

Das in S-K. bestehende Bildungssystem wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch die USA-Militärregierung nach dem Muster der USA eingeführt. Seit 1949 umfaßt das südkoreanische Bildungssystem den obligatorischen sechsjährigen Grundschulbesuch (6.500 Schulen), einen je dreijährigen Besuch der Mittel- und Oberschulen (3.500) sowie den Besuch der Hochschulen (85).

Gesundheitswesen. Die medizinische Betreuung ist in der KDVR für alle Bürger kostenlos. Gegenwärtig entfallen auf 10000 Ew. 24 Ärzte und 130 Krankenhausbetten. In allen Dörfern und Städten gibt es Krankenhäuser, Polikli­niken oder Landambulatorien. Dank der Gesundheitsfür­sorge des sozialistischen Staates erhöhte sich die Lebenser­wartung der KDVR-Bürger im Vergleich z.Z. vor der Befreiung um 30 Jahre und beträgt heute bei Frauen 76, bei Männern 70 Jahre.

Im Gesundheitswesen S-K.s nimmt der private Sektor eine dominierende Stellung ein. Rd. 80% aller Kranken werden in diesem Bereich behandelt. Auf 10.000 Ew. kom­men 10 Krankenhausbetten und 29 Arzte. Die durch­schnittliche Lebenserwartung beträgt 66,3 Jahre.  

Quelle: Autorenkollektiv, Länder der Erde, Verlag Die Wirtschaft, Berlin (DDR), 1985, S.343-350


[1]  Autorenkollektiv, Länder der Erde, Verlag Die Wirtschaft, Berlin (DDR), 1985, S.343-350

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