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Was
venezolanische Kommunisten derzeit diskutieren
Teil 2:
Übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke exklusiv für www.kommunisten-online.de
Geschrieben
von Oscar, 30.03.2007
Das
Volk verteidigt die Kommunistische Partei Venezuelas
Die
Angriffe auf die KP Venezuelas spitzen sich zu und dehnen sich aus!
Von:
Donald Franco(*)
Datum
der Veröffentlichung: 29/03/2007 in Aporrea
In
den letzten Tagen habe ich sehr traurig mitangesehen, wie die
Kommunistische Partei Venezuelas ständig angegriffen wird, als ob es sich
bei ihr um den Hauptfeind der Bolivarianischen Revolution handeln würde.
Vom Comandante Chávez über den Genossen Mario Silva, den einen und
anderen frustrierten Trotzkisten, bis hin zu den eigentlichen Basisgruppen
im Volke, als Produkt der gegen die KP Venezuelas geführten
Medienkampagne, mit ausserdem noch einer offensichtlichen Vorteilsnahme.
Wenig
habe ich zu theoretisieren ... viel zu sagen für das Überlegen ...
Erstens,
ich erkläre, dass ich immer für die KP Venezuelas gestimmt habe, obwohl
ich nicht Mitglied ihrer Reihen geworden bin. Dies, weil sich die
moralische Grösse von 90% ihrer Mitglieder (Kader, die enorme Beiträge für
diesen Prozess leisten, und viel mehr, wenn man sich für den Aufbau des
Sozialismus profiliert) nicht negieren lässt.
Zweitens,
weil für uns Revolutionäre, die wir nie Mitglieder von Parteien gewesen
sind, diese Partei als die unsere Partei empfunden wird von uns, als eine
grosse historische Empfehlung. Als die Partei, die mit ihren
Schwierigkeiten die Interessen des Volkes vertritt... . Ich glaube, Mario,
wenn die KP Venezuelas verbürgerlicht wäre, würde sie nicht mit den
blossen Händen arbeiten müssen, ohne Mittel, mit einer gewaltigen
Aufopferung, und mit einem Geist, den heute wegen heute WENIGE haben (wenn
ich es wissen werde und mit Bestimmtheit feststelle, dass die Jungen
Kommunisten NIEMALS aufgehört haben, an den Türen derer zu klingeln, die
es am meisten nötig haben. Und jene, da bin ich mir sicher, werden weiter
auf uns setzen, die wir unsere grössten Erwartungen in dieses Volk
setzen. Aber geführt von einer wahren revolutionären Avantgarde, wo es
gewiss nicht nur Kommunisten gibt, sie aber genausowenig ausgeschlossen
sind von ihr.
Ob
die KP Venezuelas verbürgerlicht ist, wie es Acosta Carlez nennt, der
sagt, dass jeder Revolutionäre einen Hummer haben kann? Pardon... . Er
hat vergessen, dass er immer ein Bourgeois gewesen ist, aber dass er nicht
angegriffen wird!
Comandante
Chávez, indiskutabler Führer dieser Revolution. Er pflichtet der KP
Venezuelas bei, nicht nur wenn er dies anerkennt. Sondern auch, wenn er
diesen Prozess als eine Revolution der Nationalen Befreiung
charakterisiert, wo offensichtlich Faktoren mit verschiedenen politischen
und Wirtschaftsinteressen konvergieren. Faktoren, bei denen Sie verstehen
müssen, dass sie nicht in ein und denselben Sack gesteckt werden können.
Faktoren, Genossen, die während wir zum Sozialismus voranschreiten, in
Verteidigung ihrer Interessen agieren werden. Und die sich abtrennen vom
nationalen Interesse um Eigeninteressen zu verteidigen. Das bedeutet, dies
sind taktische Verbündete ... aber keine strategischen Verbündeten ... .
Es ist völlig richtig, dass in einer Struktur die rückschrittlichsten
und anarchistischen Bereiche des Prozesses gesammelt werden, um sie
kontrollieren zu können. Und so einen qualitativen Fortschritt von ihnen
hin zur Weiterentwicklung eines kollektiven Klassenbewusstseins zu gewährleisten.
Wie
gut ist dafür die Bildung der Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas.
Aber es kann sich nicht in einer solchen Struktur eine Partei mit
Klassencharakter wie die KP Venezuelas überflüssig machen, denn diese
Struktur wird zerschlagen werden von den grossen Maschinerien, welche von
der Sozialdemokratie, dem Opportunismus einschliesslich den Rechten mit
roter Tarnung gemanagt werden wird. Dort werden revolutionäre Bereiche
dabei sein, dies ist nicht zu negieren. Wie die Asamblea de los
Socialistas (Versammlung der Sozialisten - der Übersetzer), und die
wirklichen Basisgruppen aus dem Volke. Aber auch ist gewiss, dass sie
schwerlich jene Maschinerie überleben werden. Man kann nicht sagen, dass
die KP Venezuelas sich der Einheit verschliesst, wenn hier alle Welt weiss,
dass sie das grosse Problem der Venezolanischen Linken gewesen ist. Nicht
konkret durch Schuld der KP Venezuelas, sondern weil in diesem Land die
Ultralinken einen Fetisch mit der KP haben.
Eine
andere traurige Komponente ist es, dass man vorhat, in denselben Sack die
KP Venezuelas, die PPT und PODEMOS zu stecken. Ich achte die Position
dieser letztgenannten Parteien, soweit sie gleich der KP Venezuelas ihre
Klasseninteressen verteidigen. Aber es sind nicht die Interessen derselben
Klasse. Denn die KP Venezuelas hat immer die Interessen des Volkes
verteidigt. Demgegenüber verteidigen sie ihre eigenen
Wirtschaftsinteressen. Kleiner Unterschied, nicht wahr? ...
Ich
frage mich: Warum wird die Konterrevolution nicht angegriffen? Oder ist es
zufälligerweise Gustavo Cisneros, oder die Cellis (diese letztgenannten,
Adecos, welche die „Bolivarianische Carabobo“ - Regierung leiten) künftige
Mitglieder der Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas? Denn sie, die
unsere Klassenfeinde sind (Genosse Mario, Du bist Marxist-Leninist und
verstehst mich) leben super von der Hand dieser Revolution.
Lieber
Comandante Chávez, HOLZAUGE AUF mit den Beratungsbüros. Der Leninismus,
den Sie disqualifizieren, stellt seinerseits viele grundlegende Elemente
innerhalb der Struktur der Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas (AUGE
AUF: Dies ist nicht schlecht, im Gegenteil, aber kann als ideologische
Unstimmigkeit interpretiert werden). Gewiss, wenn der Leninismus hinfällig
ist, ist dann das einzige Revolutionäre Denken des 21. Jahrhunderts der
„Fidelismus“?!, und unser Comandante Fidel ist Marxist-Leninist.
Welch
eine Traurigkeit und was für ein Dilemma, Präsident, wenn Sie sich auf
so harte Art an die KP Venezuelas wenden. So ist das ein grosser
subjektiver Konflikt, wissen Sie? Nur, wie Sie selbst sagen, ist die
Partei kein Selbstzweck, und gleichsam macht die Geschichte nicht ein
Mensch, die Völker machen sie (aber geführt von einer organisierten
Avantgarde, welche die „Leninistische“ Partei ist).
Alarm,
Comandante, es wird Antikommunismus ausgesät, und der Sozialismus ist
EBENSOWENIG ein Selbstzweck... .
Andererseits,
Präsident, schlage ich Ihnen vor, dass bei der Bildung der
Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas der Ausweg oder nicht aus der
Revolution diskutierte wird, von den dies in Frage stellenden Parteien.
Ich bin sicher, dass dies Ihnen viel sagen wird, auch wenn es zu
durchdenken wäre... . Aber trotzdem müssen wir uns darüber im klaren
sein, DASS SICH REVOLUTIONÄRE NICHT AUS EINER REVOLUTION RAUSZIEHEN
LASSEN... .
Präsident,
Sie glaubten an Miquilena, die KP Venezuelas glaubte an die KPdSU
(sicherlich trotz der Fehler von ihnen muss man weiterhin das nächstliegende
Experiment für die Hoffnung der Menschheit fordern, die Sowjetunion. Wir
lassen hier mit uns nicht mehr das Spiel des Imperialismus treiben. Es ist
kurios und merkwürdig zufällig: hier wird mehr die UdSSR angegriffen als
das Nazi-Reich).
Somit
sollte Schluss sein mit dem Bezichtigen der KP Venezuelas aller
historischer Fehler der Kommunistischen Parteien, nicht wahr? Und wenn dem
so ist, dann sollten auch die enormen Leistungen der Kommunisten für die
Weltrevolution anerkannt werden. Ein weiteres Element zum Durchdenken.
Ich
erinnere mich immer daran, als ich für Caldera stimmte, weil die KP
Venezuelas ihn unterstützte. Es ist angebracht sich zu fragen: Wer
begnadete den Comandante Chávez? War es Zufall, dass kurze Zeit später
die KP ihre Unterstützung von Caldera zurückzog? Ich frage, nur um es zu
durchdenken... .
Ich
glaube, es ist gut, jene zu identifizieren zu beginnen, die die Verbündeten
sind. Und jene, die die Gegner sind. Um auch zu wissen, wer anzugreifen
ist, und wer zu respektieren ist.
Genosse
Mario Silva, bezogen auf Dich, der ich Dich allabendlich sehe. Ich glaube,
wir sollten ständig die Achtung vor den historischen Kadern der
Revolution suchen, die ihre Leben in diesem langen Kampf gegeben haben (einschliesslich
während jener Zeiten, in denen Francis Fucuyama seinen tödlichen Entwurf
vom Ende der Geschichte, vom Ende der Ideologien verkündete). Ich beziehe
mich besonders auf den Genossen Gerónimo Carrera. Ich sehe dein Programm
und werde es weiterhin sehen (geeignet für diese Etappe der Revolution,
wo die Massenmedien eine Waffe der Konterrevolution sind). Aber ich
glaube, dass Carrera recht hatte in dem Sinn, dass in einer
fortgeschrittensten Etappe dieses Prozesses das Volk gute Kultur, gute
Bildung, gute Musik, gutes Fernsehen braucht. AUGE AUF, ohne dein Programm
zu diqualifizieren durch das, was ich gerade sagte. Andererseits lade ich
dich ein, dass du der KP Venezuelas und ihrer Kommunistischen Jugend ein
Recht auf Erwiderung gibst. Wir Revolutionäre müssen nicht
vorteilsnehmend sein, durchdenke dies, Genosse ... . Wer sind die Feinde?
Erkennen
wir die Solidität und den Mut der Kommunistischen Partei Venezuelas an.
Durchdenken
wir das Folgende: Diese Genossen erhalten immer härtere Angriffe des
Imperiums. Vor allem aus ideologischem Gesichtspunkt. Da wird ein
Antikommunismus verbreitet, der immer verwurzelter in den Klassen des
Volkes als Produkt der dem kapitalistischen System eigenen Perversion und
Entfremdung ist. Sie erhalten Angriffe der Kreolenoberschichten, die sich
in den Staatseinrichtungen (Universitäten, Ministerien,
Betriebsstrukturen, usw.) eingenistet haben. Weil diese Mafias die
Wirtschaftsmacht kontrollieren, haben sie sich beispielsweise der
Gewerkschaften bemächtigt, so dass dort kopflose Forderungen
vorangetrieben werden. (Es gibt eine Gewerkschaft von PDVSA, welche den
Werktätigen 2 Millionen Bolivar als Warengutschein anbietet, um den
arbeitenden Klassen Glauben zu machen, dass sie bourgeois seien. Sie
nutzen dabei auf vulgäre Art die Verfasstheit des Arbeiters aus. Das
Problem ist nicht so sehr die 2 Millionen, das Problem ist sie Glauben zu
machen, sie seien eine Elite, die mehr Wohltaten verdienen würde, und
dass dies Macht für das Volk ist... .) Sie erhalten Angriffe von den
opportunistischen Bereichen, die innerhalb der Regierung bestehen, wo sie
Knüppel zwischen die Beine werfen, Hindernisse errichten, wo die Bürokratisierung
zum Krebsgeschwür dieser Strukturen wird. Und sie verstehen, dass ein
Einzug von revolutionären Bereichen dort eine Gefahr ist, weil dies das
Volk mächtige machen würde.
Sie
erhalten Angriffe von den Ultralinken, die sich bei Gelegenheiten mit den
Rechten vermischen, um sich an denen zu weiden, die schon durch sie
zerschlissen worden sind wegen der „historischen
Fehler der KP Venezuelas“.
Und
jetzt, als Krönung, erhält sie auch
noch Angriffe von den Revolutionären (heisst Comandante Chávez,
heisst Mario Silva, heisst Basisgruppen aus dem Volke, zuweilen unbewusst
dem Führer folgend und ihn wiederholend).
Comandante,
man lässt sich nicht isolieren! Überprüfe die hohen Ebenen der
Regierung! Hier werden Paramilitärs versteckt. Hier gibt es Schmuggel mit
Produkten von Mercal (1). Hier gibt es Mittelentwendung in den
Volkskliniken. Hier in den Einrichtungen gibt es Personen, die das Volk kränken
und betrügen. Hier gibt es Hindernisse für die Rentenversicherungen
unserer Grosseltern. Hier bleiben die autonomen Universitäten weiterhin
Wiege der Konterrevolution. Hier gibt man den ehemaligen Angehörigen der
5. Republik Vorrang für die Einschwörung der Gründer der
Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas und lässt das Volk wieder
einmal aussen vor. Hier gibt es Faktoren der „Revolution“, die die
Erneuerung der Konzession an RCTV-Fernsehen verraten. Hier sind die
Multimillionenverträge der grossen Wirtschaftsprojekte, die die Regierung
eingeleitet hat, in den Händen von Faschisten oder von
Familienmitgliedern hoher Funktionäre, während ca. 70% der
Genossenschaften nicht funktionieren wegen Ausbleiben von Krediten, und
weil es ihnen unmöglich gemacht wird, an diese Art von Verträgen
heranzukommen.
Hier,
in diesem Bürgerlichen Staat, geleitet von einem infiltrierten Revolutionär,
welcher Sie selbst sind, Präsident, gibt es eine plötzlich aufkommende
Klasse, die nicht den Tod dieses Staates will, weil dem Volke Macht zu
geben für sie der Verlust der Macht und der Wohltaten ist, derer sie sich
in diesem Moment erfreut... .
Durchdenken
wir mal, wann wir einen Sektor als „Feind oder ein Hindernis für die
Revolution“ angreifen werden. Letztlich will ich den Mitgliedern der KP
Venezuelas sagen, dass sie auf die Unterstützunhg eines Bereiches des
Volkes zählen können, der obwohl in der Minderheit, ganz bewusst mit der
Revolution ist.
Haltet
fest an der Entscheidung eures Parteitags, Genossen. Unterstützt die
Bildung der Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas aus
organisatorischem und ideologischen Gesichtspunkt (wenn sie euch das
lassen), aber von aussen. Glaubt nicht, Genossen, dass ihr eine andere
schwarze Etappe haben werdet wie die der Spaltung der Bewegung zum
Sozialismus (Movimiento Al Socialismus/MAS - der Übersetzer).
(Diejenigen, die jetzt weglaufen, werden nicht fehlen. Wenn die Partei
sich säubert, festigt sie sich). Macht weiter die Revolution. DIE
GESCHICHTE WIRD EUCH FREISPRECHEN!!!(2)
Von
Valencia aus mit der vollen Überzeugung, das nur wir weiblichen und wir männlichen
Menschen (das machtergreifende Volk) die Revolution machen werden (letzte
Überlegung...), eine Umarmung an den Comandante Chávez, an Mario Silva,
und an das VENEZOLANISCHE VOLK... .
Es
lebe der COMANDANTE CHAVEZ!
Es
lebe die BOLIVARIANISCHE REVOLUTION!
Es
lebe die KOMMUNISTISCHE PAREI VENEZUELAS UND IHRE KOMMUNISTISCHE JUGEND!
Es
lebe der WISSENSCHAFTLICHE KOMMUNISMUS!
HEUTE
MEHR DENN JEMALS IST DER AUFBAU DES KOMMUNISMUS VONNÖTEN...
Gruss
Genossen...
(*)Hausfrau.
Anmerkungen
des Übersetzers:
(1)
Mercal ist die Kette von neugeschaffenen staatlichen Supermärkten, in
denen Arme zu stark ermässigten Preisen Lebensmittel und Waren des täglichen
Bedarfes auf der Grundlage staatlicher Subventionen kaufen können, so
dass die Grundversorgung besser als je zuvor in der Geschichte Venezuelas
für arme Leute gewährleistet wird.
(2)
„Die Geschichte wird mich freisprechen“ ist Titel der programmatischen
Schrift, welche Fidel Castro während seiner Inhaftierung nach dem Sturm
auf die Moncada-Kaserne einst verfasst hatte ... hier wird bewusst eine
Assoziation zu diesem Fakt hergestellt vom Autor des Beitrags.
Quelle:
tribuna-popular |