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Irlands Kommunistische Partei für volksdemokratische Umgestaltung

2011:

VOLKSWIDERSTAND AUFBAUEN

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Dublin, 15. Januar 2011, Unity. (auf Kommunisten-online am 22. Januar 2011) – Vor Weihnachten gab der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Irlands, Genosse Eugene McCartan, Interviews für eine Reihe von europäischen kommunistischen Zeitungen. Er präsentierte eine Zusammenfassung der Einschätzung der KP Irlands über die sich vertiefende wirtschaftliche und politische Krise in Irland und Großbritannien sowie die Bestrebungen der Regierungen beider Länder, auf Druck der Bürokraten der Europäischen Union die Krisenlasten den arbeitenden Menschen aufzuzwingen.

Er hob die Notwendigkeit hervor anzuerkennen, dass es alternative Ansätze gibt, um die Krise zu bewältigen, welche sowohl die Jobs und Löhne als auch den öffentlichen Dienst kurzfristig verteidigen würden und den Weg zu einer volksdemokratischen Umgestaltungspolitik öffnen würden.

Dann kamen die Feiertage. Und um zu veranschaulichen, wie schlecht die Dinge laufen können, fanden sich zehntausende Haushalte in Irland ohne Wasser als grundlegendstes öffentliches Versorgungsgut wieder. In Nordirland gab es besonders starke Probleme infolge großen Frostes. Rund 40.000 Haushalte hatten kein Wasser. Einige Familien hatten 11 Tage lang kein Leitungswasser.

Information darüber, was gerade geschah, war schwer zu erhalten und lückenhaft. Es wurde sogar berichtet, dass Menschenschlangen mit Eimern ungläubig schauten, weil Tanker leer an den Verteilerzentren in Belfast und Cookstown ankamen.

Am Anfang dieser Woche arbeiteten alle Dienstleistungen wieder normal. Aber die Frage steht immer noch im Raum, welche Antwort Northern Ireland Waters auf die Vorhaltungen des Premierministers Peter Robinson gibt, wonach dieses Unternehmen „chaotisch, ineffektiv und seiner Aufgabe nicht gerecht werdend“ ist. Northern Ireland Water muß am Donnerstag vor dem Stormont's Regionalentwicklungsausschuß erscheinen. Sie werden wissen wollen, wer die Verantwortung für die Krise übernimmt. Der Versorgungszuständige wird die Chefmanager in dieser Woche treffen.

Conor Murphy von der Sinn Féin, Minister für Regionale Entwicklung, gab schwere Versäumnisse in der Information der Öffentlichkeit zu und steht unter Druck. Er sagte: „Ich kann die Enttäuschung und die Wut verstehen. Und Lektionen müssen gelernt werden.“ Sein Parteikollege Martin McGuiness als stellvertretender Premierminister sagte, dass die Leistung von Northern Ireland Waters später geprüft werden wird und jetzt nicht die Zeit für Rücktritte ist.

Im Gegensatz dazu rief John Dallat MLA (SDLP) Laurence MacKenzie als Boss von Northern Ireland Water und Murphy zum Rücktritt auf. Er behauptete: Das Unternehmen wird derzeit faktisch von Leuten geführt, die keine Ahnung von Wasserversorgung haben. Niemand sollte Zweifel haben, diese Krise wäre mit der ersten Schneeflocke eingetreten. Northern Ireland Water ist seit langer Zeit in der Krise. Daher sollte es keine Überraschung sein, dass es keinen Notfallplan gegeben hat und es beim Umgang mit der Lage zum völligen Zusammenbruch gekommen ist.“

Er behauptete auch, dass Ende letzten Jahres Conor Murphy im Parlament gebeten worden ist, eine Arbeitsgruppe wegen der Herausforderungen der vorhersehbaren Frostperiode zu bilden, dies aber von ihm abgelehnt worden war. Gewerkschafter sagen, dass sie einen Mißtrauensantrag gegen Murphy ablehnen wollen.

Das Management von Northern Ireland Waters hat den Rücktritt seines Geschäftsführers mit einer Abfindung „gemäß seinem vertraglichen Anspruch“ von laut Gerüchten möglicherweise rund 500.000 Pfund akzeptiert.

Die Natur der Parlamentsregeln bringt es mit sich, dass Murphy bleibt, wenn Sinn Fein ihn nicht gehen lassen will. Da das Büro des Premiers und stellvertretenden Premiers zwei Leute benannt hat, die Rolle von Murphy's Abteilung bei der Wasserkrise zu untersuchen, wird Murphy so bald nirgendwohin zu gehen haben. Das ganze Anliegen wird nicht vor Ende Februar mit Empfehlungen enden. Sie werden die Abteilung untersuchen, während der Versorgungszuständige die Rolle von Northern Ireland Wager in der Krise sondieren wird.

Die Absicht von New Labour bestand darin, auf jahrelang unzureichende Investitionen in die Wasser-Infrastruktur auf die einzige Art zu antworten, die sie kennen: Privatisierung. Die Schaffung der Northern Ireland Water als regierungseigenes Unternehmen war eine Stufe, um dies zu erreichen. Der Vorschlag der Verbrauchsmessung würde der nächste Schritt in diesem Prozeß sein. Nur Kampagnen und der zunehmende Grad öffentlicher Kontrolle verhinderte dieses Geschehen. Die Wasserkrise des letzten Weihnachtsfestes wird schon wieder benutzt, um den Vorschlag zur Verbrauchsmessung und sogar die Vollprivatisierung zu fordern.

Eugene McCartan's vorweihnachtliches Interview für Portugals kommunistische Parteizeitung enthielt folgende Inhalte: „Es hat zahlreiche kleine Demonstrationen als Antwort auf jeden Angriff sowie eine Reihe größerer Demonstrationen gegeben. Eine davon mit Teilnahme von über 100.000 Menschen im letzten November, organisiert vom Irischen Kongreß der Gewerkschaften. Dieses Vertrauen muß 2011 weiter ausgebaut werden, wenn wir beginnen wollen, nicht nur zu wahren, was wir bereits haben, sondern die Angriffe mit Gegenangriffen zurückzuschlagen und den Vorteil für uns aus dieser Krise zu erkämpfen.“

Mit einem klaren „Nein zur Wasserprivatisierung“ und der Forderung, Northern Ireland Water in öffentliches Eigentum zu bringen, wird die erste Möglichkeit geschaffen damit anzufangen, den Volkswiderstand aufzubauen und die demokratische soziale und wirtschaftliche Alternative 2011 zu fördern.

Quelle:

http://www.communistpartyofireland.ie/unity/245.html

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