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1. Mai 1945 in Wien:

Junge Kommunisten entwaffnen im März 1945 3000 Soldaten

Quelle: „Tribüne für die Wahrheit“ Wien (April 2007)

In den westlichen Bezirken Wiens ist der Friede eingezogen. Während in den anderen Bezirken noch heftig gekämpft wurde, sind die Bezirke 14-19 dank dem heldenhaften Einsatz des illegalen KJV 44 (Kommunistischer Jugendverband) von Kriegszerstörungen verschont geblieben. In einer heroischen Aktion, die durch die mutige, todesverachtende Tat von Genossen Heini Klein eingeleitet wurde, haben die Jungkommunist(inn)en  3000 (i.W.: dreitausend) Soldaten entwaffnet.

Genosse Heni Klein hatte das Risiko auf sich genommen als Verräter erschossen oder aufgehängt zu werden. Er hatte in seiner Unteroffiziersuniform einen gefälschten Schirach- (Gauleiter von Wien) Befehl zur Kampfleitstelle Sophienalpe gebracht.

Dieser falsche Befehl ordnete an, dass die HKL (Hauptkampflinie) vom Wienerwald zum Gürtel zurückverlegt werden sollte. Die nun zurückflutenten Soldaten, SSler und Volkssturmrekruten, wurden von den Genoss(inn)en, unter Einsatz ihres Lebens,  entwaffnet und mit Zivilkleidern versorgt, die sie aus den aufgebrochenen Sammelstellen des NS-Winterhilfswerks und NSV- Spinnstoffsammlung entnommen haben.  Durch die kampflose, unblutige Befreiung der westlichen Bezirke, war es möglich geworden, organisatorische Vorbereitungen zu treffen, die der Bevölkerung wieder ein geregeltes, sicheres Leben garantierten.

Das Zentralkomitee der KP war mit Hilfe der sowjetischen Besatzungsmacht, bemüht  noch während der Kriegshandlungen eine Regierung mit allen demokratischen Parteien zu bilden. Der KJV-Hernals hat den Auftrag bekommen, Leopold Kuntschak von den Christdemokraten, aufzusuchen und ihn zur Mitarbeit einzuladen. Im Luftschutzkeller des Hauses Hernalserhauptstrasse 53 wurde Leopold Kuntschak dieser Vorschlag überbracht.

Damals überwiegte der Wille, über alle ideologischen Anschauungen hinweg ein einheitliches, demokratisches Österreich aufzubauen. So war es auch eine Selbstverständlichkeit, dass Leopold Kuntschak mit den Kommunisten Joh. Koplenig[1] und Friedl Fürnberg[2], in Hernals am Parhamerplatz, den 1.Mai 1945 feierte.

Für Euch!

11. April 1945 — am Kai wird noch gekämpft. Rauchwolken quellen auf wie schmutzige Watteballen und hängen schwer vom blauen Frühlingshimmel herab. Dort ist noch Krieg. Wo ich durch den Morgen gehe, ist Frieden. Hier riecht die Erde aus den kleinen Anlagen hinter dem Rathaus, und ich rieche sie, weil gestern der Friede zu mir kam mit den Russen ist er eingezogen in unseren Bezirk. Um die Ecke biegt aus der schmalen Gasse hinter dem Park eine kleine Prozession. Ein Leichenzug. 5 Russen. Der Erste trägt die rote Holzpyramide mit der Sowjetstern, dann folgt der Sarg, und hinter dem Sarg ein ganz junger Soldat. Das Gesicht eines Kindes sieht mich an und dicke Tränen rollen über seine Wangen, wie er vor mir stehn bleibt und erzählt. Ich verstehe ihn nicht, aber ich weiß: der jetzt in dem Sarg liegt, war gestern noch voll Leben, lachte mit ihm und war sein Freund. Als Letzter ein alter Russe, dunkel wie die Erde ist sein Bauerngesicht, bis zur Brust hängt der Bart, und sein Gang ist schwer,  als ginge er über die Furchen seines Feldes, die Frühlingssaat zu säen.  Jetzt trägt er die Schaufel, um ein Grab zu graben. Auch er wendet sich zu mir, zeigt auf den Sarg und sagte:   (DLJA WAS)  und das heißt:  FÜR  EUCH!


[1]  KPÖ-Vorsitzender

[2]  KPÖ-Generalsekretär

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