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- Während der Imperialismus weltweit Söldner morden lässt...

- schickt Kuba weltweit Ärzte in den Kampf für das Leben...

... und gleichgültig schweigt die bürgerliche Welt...

Dr. Marcus Dutra ist ein brasilianischer Arzt. Er studierte Medizin an der Lateinamerikanischen Hochschule für Medizin (ELAM) in Kuba und befindet sich derzeit in internationalistischem Hilfseinsatz in der Indianer-Siedlung Nabasanuka im Bundesstaat Delta Amacuro der Bolivarischen Republik Venezuela.

Hier sein Brief aus diesen Tagen an Arleen Rodríguez in Kuba.

EINER DER WIRKLICHEN HELDEN UNSERER ZEIT

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

auf Kommunisten-online am 14. Januar 2011 –

Meine liebe Arleen,

ich hatte den Text nicht gesehen, welchen Du für Cubadebate geschrieben hattest. Danke für die Worte, die Du mir gewidmet hast. Es ist richtig: Wäre die kubanische Revolution und die bolivarische Revolution nicht gewesen, dann würde all dies nicht möglich geworden sein.

Und was für ein Zufall ist es, dass Du mir heute Post geschickt hast. Gestern Abend. Um 4 Uhr früh geschrieben. Genau um diese Uhrzeit, hatte ich eine Entbindung bei einer Frau mit Eklampsie hinter mir. (Eine Eklampsie ist eine sehr ernstzunehmende Notfallsituation, die in der Spätschwangerschaft, also normalerweise nach der 30. Schwangerschaftswoche, während oder kurz nach der Geburt eintritt. Eklampsie bedeutet, dass eine an Präeklampsie oder hohem Blutdruck leidende Frau während der Schwangerschaft einen Krampfanfall hat.) Diese Frau zuckte ständig. Ich behandelte sie nach besten Kräften mit all dem, was ich zur Verfügung hatte. Ich habe hier leider nicht all die Mittel eines Krankenhauses und hatte auch keine Zeit mehr, um sie frühmorgens in ein anderes Behandlungszentrum zu bringen.

Das Krankenfahrzeug stand da ohne einen Tropfen Kraftstoff. Und sie hatte bereits begonnen zu gebären. Nach einer sehr stressigen Lage mit dem ständigen Risiko, dass die Frau nicht überleben würde, kam letztlich gut das Baby zur Welt. Ein Junge. Ein kleiner Dicker. Der Mutter begann es besser zu gehen.

Ich blieb die ganze weitere Nacht an ihrer Seite, denn sie schwebte ständig in Gefahr. Es ging ihr besser. Sie litt nicht mehr unter den Krämpfen und Zuckungen. Der Blutdruck normalisierte sich. Sie hatte keine Schmerzen mehr. Sie wurde ruhig. Die medikamentöse Behandlung ließ langsam nach. Und alles beruhigte sich.

Als sie dann einschlief und ich auf etwas frische Luft nach draußen gehen konnte, war es 4 Uhr früh, wie ich schon sagte. Ich spazierte auf der kleinen Mole herum, die es gegenüber unserer Ambulanzeinrichtung gibt. Gemacht aus halbverfaulten Brettern. Es herrschte Ruhe in der Siedlung. Aus einigen Hütten leuchteten Lichter mit etwas Kerzenschein. Ein Hund lag ausgestreckt auf den Brettern. Und über allem lag die tiefe Stille dieser Siedlung. Ich fühlte mich unaufhörlich glücklich, dieser Mutter und ihrem Kind geholfen zu haben. Ein tiefer Stolz lag in meiner Seele. Und als ich das so verspürte, fragte ich mich ohne Ende:

Junge, ob Fidel überhaupt wissen wird, welches Ausmaß an Gutem er der Menschheit bereitet hat? Wird er sich vielleicht vorstellen, dass es in einer kleinen Siedlung des ärmsten Bundesstaats von Venezuela am Orinoco um 4 Uhr morgens einen Arzt und Sohn der ELAM aus Kuba gibt, der hier die Menschenleben rettet, die sonst von allen vergessen worden wären? Wird er verstehen können, wie sehr sie ihn brauchen? Wie sehr sie Menschen wie ihn brauchen, um das Glück der Menschen zu machen? Wird er verstehen, dass es nicht genug Worte gibt, um dies auszudrücken? Und dann die Frage: Wird das Kind eines Tages wissen, dass wenn Fidel Castro nicht vorhanden wäre, es selbst kein Leben haben würde?

Das heißt: Ohne Revolution würde es keine ELAM geben. Ohne ELAM würde ich nicht Arzt sein. Und wenn ich nicht hier gewesen wäre in dem Moment, wo diese werdende Mutter von Krämpfen befallen worden ist, wenn ich da nicht rechtzeitig geholfen hätte, dann wäre dieses Kind wahrscheinlich gestorben und wahrscheinlich auch die Mutter.

Arleen, auf diese Weise verspürte ich mehr denn je den Stolz von allen kubanischen Internationalisten. Von ihnen allen, die in den 60er Jahren nach Algerien abreisten, die in den Kongo fuhren, die mit dem Che in Bolivien waren, die in Angola mitkämpften. Und ich fühlte eine Kälte im Bauch, Arleen, als ich mir darüber klar wurde, dass ich jetzt auch ein kubanischer Internationalist bin ... ein Soldat, ein Revolutionär, im Dienst der kubanischen Revolution und dieses unglaublichen Giganten Fidel Castro.

Wenn etwas von allem hier, was ich hier eilig niederschreibe, nicht verstanden werden sollte, dann liegt das daran, dass der Wunsch sehr stark ist, dies mit Dir zu teilen. Und ich kann es nicht auf später verschieben. Außerdem klopfen sie schon an die Tür. Sie rufen nach dem Arzt. Es scheint, dass ein Kind mit Dehydrierung kommt. Ich muss gleich los. Pass bitte gut auf Dich dort auf. Danke für die so schönen Worte. Und ja, natürlich kannst Du meine Zeilen zeigen. Kein Problem. Ein großer Kuss.

Marcus

Quelle: http://www.cubadebate.cu/

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