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Stellungnahme
der Kommunistischen Partei Luxemburgs zur aktuellen »Euro-Krise«
Eine
Krise des Systems
Kommunistische Partei
Luxemburgs (August 2011), auf Kommunisten-online am 5. August 2011
– In dieser Woche sollen die Staats-
und Regierungschefs zum wiederholten Mal zu einem teuren Krisentreffen
in Brüssel zusammenkommen, um eine Lösung für die sogenannte
Eurokrise zu finden. Ganz gleich, wie die Beschlüsse dieses »Sondergipfels«
aussehen mögen, sie werden nichts anderes bewirken, als die Agonie des
Systems zu verlängern. Da sich die Debatten der Staatenlenker ausschließlich
damit beschäftigen, wie die Banken als eine wichtige Stütze des
kapitalistischen Systems ungeschoren bleiben und die Aktionäre
weiterhin Gewinne einfahren können, sowie damit, wie die Lohnabhängigen
der Euroländer noch stärker zur Kasse gebeten werden können, wird
auch dieses Treffen – ebenso wie die weiteren, die darauf folgen
werden – zu keiner Lösung der Krise und zu einer weiteren
Verschuldung der Staaten führen.
Als
die Banken und Konzerne der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs
mit Hilfe der von ihnen bezahlten Politiker wenige Jahre nach dem
Zweiten Weltkrieg daran gingen, ihre Wirtschaftspolitik zu koordinieren
und nach und nach die Grundlagen für die heutige Europäische Union zu
schaffen, ging es ihnen nur darum, die besten Verwertungsbedingungen für
das Kapital zu sichern. Alle Beschlüsse, die seit der Gründung der»Europäischen
Gemeinschaft für Kohle und Stahl« im April 1951, an der auch Luxemburg
beteiligt war, gefaßt wurden, dienten und dienen ausschließlich diesem
Ziel.
Mit
der Gründung weiterer wirtschaftlicher Zusammenschlüsse in den darauf
folgenden Jahren, wie EWG, Euratom, Europäische Gemeinschaften, mit den
Verträgen von Rom, Maastricht, Lissabon, Schengen wurde dieser Weg
zementiert. Dazu gehört auch die Einführung des Euro als Einheitswährung
für eine Gruppe von 17 Staaten. Die Aufnahme immer neuer Staaten in
diesen Kreis war stets darauf gerichtet, möglichst viele Länder fest
in das Herrschaftsgebiet der führenden EU-Staaten einzubeziehen. Die ökonomisch
weniger leistungsfähigen Länder wie Griechenland, Spanien, Portugal
wurden genötigt, immer mehr Waren aus den »Kernländern« der EU zu
importieren.
Diese
Importe wurden durch Kredite der Banken der Exportländer finanziert,
und ebenso wurde die Vernichtung eigener Produktionskapazitäten in den
schwächeren Ländern mit Geldern der EU subventioniert. Das führte
dazu, daß Länder mit traditionell starker Landwirtschaft heute auf den
Import von Agrarprodukten angewiesen sind. Diese Politik mußte zwangsläufig
zu einer wachsenden Verschuldung dieser Staaten führen. Die EU und die
in ihr bestimmenden Staaten haben nie etwas unternommen, was auch nur im
Ansatz zu einer abgestimmten Wirtschafts-, Steuer- und Finanzpolitik geführt
hätte. Jegliche Ankündigungen,»restriktive Regeln« auf den
sogenannten Finanzmärkten einzuführen, Finanztransaktionen zu
besteuern, Hedgefonds zu »bändigen« und»überzogene Spekulationen«
zu unterbinden blieben leere Worte und führten niemals zu konkreten
Beschlüssen – zumal derartige Restriktionen den Gesetzen des Marktes
im Kapitalismus widersprechen würden. Das Ausmaß der Krise kommt auch
darin zum Ausdruck, daß sie längst auch die USA, die stärkste
kapitalistische Wirtschaftsmacht, in Bedrängnis gebracht hat.
Die
gesamte Politik der EU, einschließlich aller Beschlüsse im Rahmen der
kapitalistischen Wirtschafts- und Finanzkrise, dient ausschließlich der
Mehrung der Profite der Banken und Konzerne. Zu diesem Zweck werden
soziale Errungenschaften, die von der Arbeiterbewegung über Jahrzehnte
in harten Klassenauseinandersetzungen erkämpft wurden, Schritt für
Schritt abgeschafft, werden die Lohnabhängigen einer zunehmenden
Ausbeutung ausgesetzt. Privatisierungen von öffentlichem Eigentum
werden zur Verschärfung der Lage beitragen.
Die
gegenwärtige »Eurokrise« ist in Wirklichkeit keine Krise einer Währung,
sondern eine Krise des kapitalistischen Systems. Sie ist Ausdruck des
Widerspruchs zwischen der gesellschaftlichen Arbeit und der privaten
Aneignung des geschaffenen Reichtums, wie er schon 1848 von Karl Marx
und Friedrich Engels im Manifest der Kommunistischen Partei beschrieben
wurde. Zur Lösung dieser Krise taugen keine»Reformen« und erst recht
keine Maßnahmen zur weiteren Umverteilung des gesellschaftlichen
Reichtums von unten nach oben.
Die
Kommunistische Partei bekräftigt ihre Auffassung, daß diese Krise nur
wirksam bekämpft werden kann, indem der Grundwiderspruch des
Kapitalismus aufgelöst wird, die Besitzverhältnisse grundlegend geändert
und die Banken, Konzerne sowie alle wichtigen Produktionsmittel
vergesellschaftet werden und die uneingeschränkte Macht des Kapitals
ein für alle Mal beendet wird.
Das
Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Luxemburgs
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