Proletarischer Internationalismus

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

Marx an der Schwelle des 21. Jahrhunderts

verfasst von Eliecer Martínez*, 02.08.2007

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Robert Kunt sagt in einem seiner Aufsätze über Marx, dass sie ihn oft getötet haben. Aber dass sein Tod nur dann erfolgen wird, wenn das Ziel erreicht ist: wenn die kapitalistischen Produktionsmittel sterben. Als die Moderne und Postmoderne Marx scheinbar esoterisch töteten, war Marx lebendig in denen, die dachten, dass die Arbeiterklasse die Macht erringen wird, um die Diktatur des Proletariats zu errichten. Aber dann erweckte die Wissenschaft und die Technologie wieder den allgemeinverständlichen Marx, d.h. den ausserhalb der postmodernen Entwicklung stehenden Marx. Denn die materialistische Dialektik gewann Eingang in die Konzerne mit wissenschaftlich-technischer Kapazität. Es ist aufgedeckt worden, dass die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sich verschärft. Es wird mehr Arbeitslosigkeit geschaffen, mehr Mangel, mehr Elend, mehr Ausschluss. Denn anstatt dass die Arbeit es dem Menschen leichter macht, wirft man ihn auf die Strasse ohne Möglichkeit einer neuen Beschäftigung.

Im heutigen Venezuela ist die These vom Sozialismus des 21. Jahrhunderts auf den Tisch gelegt worden, entnommen dem neorevisionistischen Gedankengut des deutschen Heinz Dietrich und der Martha Harnecker, offenbar Berater von Präsident Chávez. Und die ihn beeinflusst haben, die Allgemeingültigkeit des Marxismus mit dem Argument nicht anzuerkennen, dass im 19. Jahrhundert weder die Elektronik noch die Kybernetik noch die Telematik usw. existierten. Offenbar erkennen diese Wissenschaftler nicht an, dass es in der Welt drei Revolutionen gegeben hat: die erste, als die bürgerliche Revolution den Feudalismus ablöste und die Fabrikunternehmen geschaffen wurden. Die zweite zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Henry Ford die Massenfertigung erschuf und den wichtigen Durchbruch erbrachte hin zu einer breiteren Entwicklung des Kapitalismus. Und die dritte Revolution, welche Marx vor den anderen entdeckte, welche in der Entwicklung des Dialektischen Materialismus besteht.

Präsident Chávez griff den Marxismus-Leninismus in seiner Sendung "Olá Presidente" am 22. Juli an. Er bezichtigte ihn des Dogmas und wiederholte dasselbe wie seine Berater. Aber wir fragen Juan Barreto: Stimmt es, dass es in der Epoche des Jesus von Nazareth weder Elektronik noch Kybernetik noch Computer gab, und ebenso in der Epoche von Bolívar und Zamora? Und Juan wird mit einer Kopfbewegung bejahend nicken müssen.

Wir müssen sagen, dass der Marxismus kein Dogma ist, sondern er ist eine Richtschnur für das Handeln. Luckacz sagte, dass die Orthodoxie im Marxismus nicht darin besteht, mit dieser oder jener These nicht übereinzustimmen, sondern in der Fähigkeit, die dialektische Methode auf das Analysieren anzuwenden. Und diejenigen, die den Marxismus unter wissenschaftlichem Gesichtspunkt sehen, wenden ihn aus dem Blickwinkel des Klassenkampfes an. Darum spotteten und lachten Marx und Engels über jene, die beabsichtigten, die gesellschaftlichen Veränderungen auf mechanische Art zu machen. Denn die Revolutionen kann man nicht kopieren. Und wer immer sie auch realisiert, tut dies in Übereinstimmung mit den objektiven, subjektiven und konkreten Bedingungen eines jeden Landes. Darum parodierten Lenin, Luxemburg, Mariátegui, Mao, Gramsci und der Ché den Marx, jeder von ihnen wendete die Analyse seiner Nation gemäss an. Denn der Marxismus entwickelt sich, wie es die Völker tun. Und man kann davon ausgehen, dass keine dieser Persönlichkeiten dogmatisch ist. Auch wenn jeder Mensch, so einfach er auch sein mag, irgendeinen Hauch Dogmatismus aufzuweisen hätte.

Der Präsident entschied, dass die PSUV nicht marxistisch-leninistisch ist. Und wer damit nicht einverstanden ist, möge zur KP Venezuelas gehen. Ist die KP Venezuelas die einzige marxistisch-leninistische Partei? Mitnichten, es gibt noch andere, wir Kommunisten müssen lediglich mit viel Kraft und Tiefe die Theorie von Marx verteidigen. Darum haben wir all unsere Aufopferung den revolutionären Kämpfen hingegeben. Die antikommunistischen Kampagnen des Imperiums zusammen mit den Verrätern und Reaktionären haben als Folge ein Traume für die kommunistische Familie mit sich gebracht. Verfolgungen, Niederschlagungen, Folterungen bis hin zum Verlust des Lebens bei Kommunisten, was nicht selten auf der Welt geschieht.

Trotz des Falls der UdSSR, dieses grossen sozialistischen Versuchs, der sich verschliss bis zur Niederlage, verursachte dies nicht nur für die kommunistische Bewegung, sondern für alle Befreiungsbewegungen auf der Welt eine grosse Leere in der Hoffnung der Völker. Dies qualifizierte Fukuyama als das Ende der Geschichte und als den Tod des Marxismus ab. Er musste sich im Jahr 2000 revidieren. Und in einem Artikel der New York Times schreibt derselbe Fukuyama folgendes: Ich habe mich geirrt. Die Lehren von Marx sind noch gültig. Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Und er nimmt einige Beispiele aus den Maquilas genannten Fabriken in Mexiko und Taiwan zur Hand, wo die Arbeiter ausgebeutet werden. Und er ruft sie auf, für ihre Rechte zu kämpfen.

Ein weiteres anzuführendes Beispiel ist das des Joseph Schumpeter in seinem Werk "Sozialismus, Kapitalismus und Demokratie", wo er folgendes aussagt: Ich sage nicht, dass Marx Prophet ist, denn das ist ein religiöser Begriff. Aber doch nenne ich ihn Gelehrter. Und er unterstreicht seine Qualitäten als Philosoph, Wissenschaftler, Mathematiker, Soziologe, Physiker, Dramaturg, Poet, Sternenkundler, usw. Ich weiss nicht, ob diesem nordamerikanischen Expräsidenten des Internationalen Währungsfonds, der weit entfernt ist, Marxist zu sein, ob man ihn als dogmatisch ansehen kann, wegen seiner Wertschätzungen für Marx.

Der Ché sagte, dass eine Mehrklassenpartei lediglich für den Übergang zur nationalen Befreiung dienlich ist. Die Partei der Revolution muss marxistisch-leninistisch sein. Denn ohne Ideologie gibt es keine Partei. Und ohne revolutionäre Partei gibt es keine Revolution.

Es ist kein starker und autoritärer Staat notwendig, damit der Sozialismus sich entwickelt. Das Herz des Sozialismus ist die wesentliche Beteiligung des Volkes. Wenn das gemeine Volk, die arbeitende Klasse, die Bauernschaft, die Studenten und Intellektuellen keine Entscheidungsmacht in der hohen Politik und Leitung vor Ort haben, dann kann man nicht von Sozialismus sprechen. Das ist der Staat, ganz recht. Aber der Staat ist kein Selbstzweck. Der bürgerliche Staat unterdrückt die Unterdrückten, während der Sozialstaat zum Nutzen des kollektiven Wohls verwaltet.

Kein Volk der Welt kann seine Revolution als Imitat machen. Man muss sich mit den Umständen auseinandersetzen. Die Raum-Zeit-Besonderheit, die dem Leben jedes einzelnen von uns zuzuordnen ist, lässt keinen Platz für die Kopien. Simón Rodríguez, der jedes falsche Dilemma zertrümmerte vor der Notwendigkeit, ursprünglich zu sein, war weitaus näher an der materialistischen Dialektik und fern ab vom Utopischen und Idyllischen. Marx griff das Denken der Humanisten der Vergangenheit auf. Darum ist die Wissenschaft von Marx der Materialismus. Und darum ist der Sozialismus menschlich von Natur. Und er ist keine Alternative zur Demokratie, sondern deren Vertiefung.

Ich schreibe diesen Artikel, um zur Diskussion beizutragen. Ich bin nichts weiter als ein Arbeiter, der mit den Händen die Bananen hat reifen lassen. Ich habe keine akademischen Titel und 1947 kaum die 6. Klasse erreicht. Meine Schule und meine Universität ist die KP Venezuelas, seit ich von 1948 an Mitglied bin.

(*) aus dem Bundesstaat Bolívar

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

http://www.tribuna-popular.org

zurück

KP Venezuelas schlägt Grundsatz der „kollektiven Leitung“ für öffentliche und Privatbetriebe vor

„Um zum Sozialismus voranzuschreiten ist notwendig, gesellschaftliches und Staatseigentum zu stärken“

Caracas , 07. August. Tribuna Popular TP.-

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas Oscar Figueroa erklärte, dass für das Voranschreiten zum Sozialismus „es notwendig ist, dass das gesellschaftliche Eigentum, das staatliche Eigentum, auf wichtigen Wirtschaftsfeldern gestärkt wird“. Ausserdem erläuterte er, dass es notwendig ist, dass Prinzip der „kollektiven Leitung“ in den öffentlichen und Privatbetrieben einzuführen. Diese Erklärungen gab der Funktionär bei einer Beratung wegen der Rückerlangung des Staatseigentums für privatisiert gewesene Betriebe wie die Seilbahn Teleférico El Ávila, Mérida und das Hotel Humboldt ab. Dort sagte er: „Wir unterstützen Initiativen und Beschlüsse dieses Charakters, die die Einbeziehung unseres Volkes und seinen Zugang zu diesen Dienstleistungen und Gütern gewährleisten und verbreitern.“

Er hob hervor, dass es notwendig ist, diese Rückerlangungen von Gütern des venezolanischen Staates zu begleiten, die Stufen der Beteiligung und die Rolle der weiblichen und männlichen Werktätigen an diesen Staatsunternehmen zu verbreitern. „Es geht darum, die gesellschaftliche Kontrolle und den Protagonismus bei der Verwaltung dieser Dienstleistungsgüter zu verstärken“, sagte er.

Diese Beteiligung sollte über die Sozialistischen Arbeiterinnen- und Arbeiterräte erfolgen und sich auf die Erarbeitung, Verfolgung und Anwendung von Vorhaben erstrecken. Hauptsächlich auf die Entwicklung der „kollektiven Leitung“ der besagten Einrichtungen. In dieser Hinsicht, so bekräftigte er, „werden wir weiterhin auf der Notwendigkeit beharren, dass die kollektive Leitung ein Grundsatz ist, der auch in den Einrichtungen, Betrieben und staatlichen Ministerien greifen muss. Denn dies wird eine der Arten sein, eine neue wirtschaftliche, institutionelle und Gesellschaftsstruktur aufzubauen, wie es immer wieder der Präsident (Hugo) Chávez bekräftigt hat, mit der Beteiligung und dem Protagonismus des Volkes. Dies schliesst kollektive Entscheidungen und kollektive Leitungen der Prozesse ein.“

Figueroa äusserte, dass besagter Grundsatz kollektive Entscheidungen der Prozesse einschliesst und seiner Meinung nach in jedem einzelnen öffentlichen wie auch Privatbetrieb eingeführt werden muss. Der politische Funktionär betonte: „Die gesellschaftliche Kontrolle wird die Methode sein, die gewährleisten wird, dass wir nicht nur die Elemente der Korruption und des Dogmatismus schlagen können, die bei jedem Prozess auftreten können, sondern dass wir so auch ein neues Bewusstsein aufbauen können, d.h. eine neue kollektive Subjektivität revolutionären Charakters.“ Nach Meinung des Funktionärs aus dem Hause des „roten Hahns“ ist das Aufrufen zum Kampf  gegen die Bürokratie, die Korruption und die Ineffizienz der Kampf für die Errichtung von kollektiven Leitungsgremien im venezolanischen Staat, was gleichzeitig die Prozesse der gesellschaftlichen Beteiligung und Kontrolle erleichtern würde.

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

http://www.tribuna-popular.org/

zurück

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!