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Philippinen

Der Fall der „Morong 43“, der verschleppten 43 „Gesundheitsarbeiter“*

VERTEIDIGUNGSMINISTER GONZALES SOLLTE ZURÜCKTRETEN WENN ER NOCH ETWAS SCHAMGEFÜHL HAT

von Fidel V. Agcaoili, Vorsitzender des Menschenrechtskomitees der NDFP

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Pressemitteilung der National-Demokratischen Front der Philippinen vom 15. Februar 2010 –  Verteidigungsminister Norberto Gonzales ist verantwortlich für die willkürliche Festnahme und Inhaftierung, Folterungen und andere Menschenrechtsverletzungen an den 43 professionellen Medizinern und Gesundheitsarbeitern in Morong, Provinz Rizal, durch hohe Offiziere und Einheiten der 2. Infanterie-Division der philippinischen Armee. Der großangelegte Angriff auf die Menschenrechte der Opfer trägt die Prägung und den paranoiden Stil von Gonzales.

Kein Geringerer als sein unmittelbarer Amtsvorgänger Gilberto Teodoro hat Gonzales in sein Gesicht geschlagen wegen dessen Scheitern in der vergangenen Woche beim Versuch, seine Anweisungen an die militärischen Unterstellten mit dem Beschluß des Obersten Gerichts in Übereinstimmung zu bringen, die 43 Verschleppten dem Berufungsgericht zu überstellen.

Gonzales sollte zurücktreten, wenn er noch etwas Schamgefühl hat. Aber statt dessen schweigt er sich im Fall der Morong 43 aus, was bereits die Aufmerksamkeit des philippinischen Volkes und mittlerweile der ganzen Welt auf sich gezogen hat. Und er versucht vergebens, diese Aufmerksamkeit von diesem Fall abzulenken, mit seinen Spekulationen über die Zusammensetzung der zentralen Führung der Kommunistischen Partei der Philippinen und seiner arrogant vorgebrachten Ankündigung, daß seine reaktionäre Regierung nicht länger mit der Verhandlungsdelegation der National-Demokratischen Front der Philippinen (NDFP) unter deren Verhandlungsführer Luis Jalandoni verhandeln würde.

Ich setze Gonzales und den Rest der reaktionären Regierung von Gloria M. Arroyo hiermit davon in Kenntnis, daß die Verhandlungsdelegation der NDFP sich weiterhin des Vertrauens der Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP) und aller die NDFP bildenden revolutionären Kräfte erfreut. Genosse Professor José Maria Sison erfreut sich ebenfalls weiterhin des Vertrauens der Verhandlungsdelegation der NDFP, deren politischer Hauptbevollmächtigter er ist.

Die Verhandlungsdelegation der NDFP hat kein Interesse an Verhandlungen mit einem entenlahmen** Regime, welches noch eine Lebensdauer von weniger als drei Monaten hat. Dies insbesondere deshalb, weil dieses Regime weiterhin seinen Traumblasen anhängt, die revolutionäre Massenbewegung des philippinischen Volkes mit brutaler militärischer Gewalt und billigen Tricks der psychologischen Kriegsführung zerstören zu können. Darunter auch das Vortäuschen von Friedensgesprächen vor Ort mit seinen eigenen militärischen Truppenverbänden und dem Verteilen von Freibriefen an sie.

Quelle: E-Mail der KP der Philippinen (CPP) an die Redaktion

* Knapp drei Stunden dauerte der kombinierte Großeinsatz philippinischer Soldaten und Polizisten in den Morgenstunden des 6. Februar in der Ortschaft Morong nahe der Hauptstadt Manila, bis deren Kommandeure die Parole »mission accomplished« ausgaben. Etwa 300 staatliche Sicherheitskräfte stürmten an jenem Samstag gewaltsam das Farmhaus der auf Infektionskrankheiten spezialisierten Ärztin Dr. Melecia Velmonte, wo gerade ein 43köpfiges Team von Pflegekräften einen medizinischen Fortbildungskurs absolvierte. Ohne einen gültigen Haftbefehl vorzuweisen, wurden alle Anwesenden durchsucht und gefesselt. Anschließend verfrachtete man sie ins benachbarte Militärcamp Capinpin.

Wenig später verkündeten Eduardo Ermita, Exgeneral und amtierender Exekutivsekretär von Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo, und Oberstleutnant Noel Detoyato, Sprecher der 2. Infanteriedivision der Armee, die 43 Verhafteten seien Mitglieder der Neuen Volksarmee (NPA), des bewaffneten Arms der Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP). Sie hätten nicht an einem Gesundheitstraining teilgenommen, sondern seien von erfahrenen NPA-Kadern im Umgang mit Waffen und Sprengstoff unterrichtet worden.

(...)

Quelle: Reiner Werning, in http://www.jungewelt.de/2010/02-19/037.php

„Gesundheitsarbeiter“ bezeichnet Mitglieder der „Vereinigung der Gesundheitsarbeiter“ (Health Worker Association) in den Philippinen. Durch Unterstützung aus kirchlichen und gewerkschaftlichen Organisationen im Ausland entstand diese Organisation als humanitäre Struktur in einigen der ärmsten ländlichen und städtischen Wohngebiete der Philippinen, um notdürftig ein Minimum an Gesundheitsfürsorge für die Ärmsten der Armen zu organisieren. „Gesundheitsarbeiter“ wissen oft nicht mehr als ein Absolvent eines Kurses in 1. Hilfe beim Roten Kreuz. Sie werden von wenigen Ärzten geschult und qualifiziert, um in Sachen Hygiene und Notfallversorgung minimale Leistungen anbieten zu können.

** „entenlahm“ nennt die Öffentlichkeit in den USA eine abgewählte Regierung, die in ihren letzten Amtswochen ist und bald von einer neuen Regierung abgelöst wird. In den Philippinen wird im Mai 2010 eine Wahl stattfinden, aus der eine neue Regierung hervorgehen wird. Folgerichtig weist Fidel V. Agcaoili darauf hin, daß mit dieser bald endenden Regierung Verhandlungen nicht mehr erforderlich sind.

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Philippinen: NPA an Ost-Mindanao-Kommandos der Armee

ZEIGT „KA BEA“!*

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Mitteilung der Regionalen Politischen Abteilung des Merardo Arce Kommandos der NPA Süd-Mindanao vom 1.März 2010.-   Die New People's Army (NPA) in Süd-Mindanao verurteilt das 26. Infanterie-Bataillon des Ost-Mindanao-Kommandos der Streitkräfte der Philippinen wegen der Verletzung der Rechte der 21 Jahre alten Genossin Ka Bea (Aiza Ligawas) und der Grundregeln des Krieges. Ka Bea ist ein zeitweiliges NPA-Mitglied. Sie ist im Team für Revolutionäre Massenarbeit des Alejandro Lanaja Kommandos der NPA an der Guerrillafront 3 tätig. Am 27. Februar 2010 nahmen die Streitkräfte der Philippinen sie in Kilangkob, Barangay Kaigangan, Veruela, Provinz Agusan del Sur gefangen.

Kurz nach ihrer Festnahme wurde Ka Bea befohlen, die Uniform der philippinischen Armee anzuziehen. Sie wurde als Pfadfinder in deren militärischen Streifzügen benutzt. Anschließend verbrachte das Militär sie an einen unbekannten Ort. Bis heute haben die Streitkräfte der Philippinen Ka Bea nicht wiederauftauchen lassen.

Die NPA forderte das 26. Infanterie-Bataillon der Streitkräfte der Philippinen und das Ost-Mindanao-Kommando der Streitkräfte der Philippinen nachdrücklich auf, die internationalen Kriegsprotokolle einzuhalten, Ka Beas Rechte zu respektieren und sie der Öffentlichkeit zu zeigen.

Simon Santiago

Quelle: E-Mail der KP der Philippinen an die Redaktion

*Anmerkung: „Ka“ ist Kurzform von „Camarada“ / „Comrade“ und heißt somit „Genosse“ bzw. „Genossin“.

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