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Österreichische
KommunistInnen im Exil in den USA
Von
Simon Loidl
Quelle: Mitteilungen
der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 1/2006
Das
Exil österreichischer KommunistInnen1 in den USA weist gegenüber
der kommunistischen Exil-Geschichte in anderen Ländern einige
Besonderheiten auf, welche in den spezifischen Bedingungen zu suchen
sind, die die USA als Exilland auszeichnen. Die USA als traditionelle
Immigrationsgesellschaft entwickelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Restriktionsmechanismen, welche vor allem politisch und sozial Unerwünschten
die Einwanderung erschweren sollte. Relevant waren aber vor allem die
nach Herkunft der Einwanderungwilligen differenzierten Länderquoten2,
welche auch während des Zweiten Weltkrieges beibehalten wurden und
zahlreichen vor dem NS-Regime Flüchtenden die Einreise verunmöglichte.3
Die Gegnerschaft zur NS-Diktatur und die damit einhergehende
Hilfsbereitschaft den Opfern gegenüber hatte hingegen während der
1940er Jahre eine verhältnismäßig lockere Handhabung der politischen
Restriktionen der Migrationsgesetze zur Folge, von welcher
kommunistische EmigrantInnen insofern profitierten, als ihre politischen
Aktivitäten zwar – wie aus den Quellen ersichtlich4 –
den Behörden relativ gut bekannt waren, jedoch faktisch nicht geahndet
wurden; dies sollte sich allerdings gegen Ende des Krieges allmählich
und mit dem Beginn des Kaltes Krieges abrupt ändern.
Das politische österreichische Exil in den USA bestand aus
VertreterInnen fast aller politischen Lager – Legitimisten, Bürgerliche,
SozialistInnen, KommunistInnen. Zu keinem Zeitpunkt gelang es, eine
breite Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen politischen Gruppen
herzustellen, wie dies in anderen Exilländern zumindest zeitweise der
Fall war. Nichtsdestotrotz gab es zahlreiche Aktivitäten, Publikationen
– ab 1941 erschienen rund 25 österreichische Exil-Zeitschriften in
den USA5 –, Organisationen und auch Bestrebungen, nicht nur
eine teilweise Verständigung zwischen den politischen Lagern, sondern
auch eine österreichische Exilregierung zustande zu bringen.
Standort
innerhalb des US-Exils
In
die USA immigrierte KommunistInnen hatten aufgrund der spezifischen
Bestimmungen der Immigrationsgesetzgebung eine quasi-illegalen Status,
der zusammen mit den Aktivitäten des HCUA6 die Ursache dafür
war, dass ein offenes Auftreten als KommunistInnen unmöglich waren.
Dies bestimmte das gesamte Verhalten und die politische Taktik in die
USA emigrierter KommunistInnen und erschwerte nicht zuletzt auch die
politisch-organisatorische Kooperation mit VertreterInnen anderer
politischer Gruppierungen.
Vor allem im Vergleich zu österreichischen kommunistischen Exilgruppen
in anderen Ländern lassen sich einige grundlegende Unterschiede in der
politischen Arbeitsweise und insbesondere in der Bündnispolitik
feststellen; dies betraf beispielsweise das Verhältnis zu den
Legitimisten, welche in den USA heftig kritisiert wurden, wohingegen es
in Großbritannien gemeinsame organisatorische Betätigungen gab. Das
legitimistisch-monarchistische Lager stellte in den USA einen
bedeutenden Faktor innerhalb der österreichischen Emigration dar und
verfügte mit Otto Habsburg, Hans Rott u.a. über ihre prominentesten
Vertreter in den USA, während die KommunistInnen eine zahlenmäßig
kleine Gruppe darstellten.
Dennoch gelang es österreichischen KommunistInnen im Laufe der Jahre,
in einigen Bereichen tonangebend zu wirken, und in der Zusammenarbeit
vor allem mit den VertreterInnen der um Ferdinand Czernin gruppierten
liberal-konservativen Emigration – eine Kooperation, welche vor allem
die gemeinsame Ablehnung sozialdemokratischer Nachkriegskonzeptionen und
habsburgischer Ansprüche als Grundlage hatte – an einigen wichtigen
Projekten des österreichischen politischen US-Exils teilzuhaben. Einer
dieser Bereiche war die Jugendarbeit, welche von anderen Gruppen
vernachlässigt wurde. Die von Vera Ponger und Kurt Ponger geleitete
Jugendgruppe war zwischen November 1940 bis nach dem Krieg unter
verschiedenen Bezeichnungen (Free Austrian Youth Committee, Free
Austrian Youth, Free Austrian Youth Group, Austro-American Youth und
Austro-American Youth Council) tätig und zählte mehrere hundert
Mitglieder.7
Obwohl die österreichischen KommunistInnen in den USA nicht als
offizielle VertreterInnen der KPÖ auftreten konnten, gab es dennoch
minimale Parteistrukturen. In den ersten Jahren der US-Emigration war
Leo Katz der Leiter der Parteigruppe, bis er sich zum Verlassen der USA
gezwungen sah. Katz legte zusammen mit einigen anderen zu diesem
Zeitpunkt bereits in die USA Immigrierten den Grundstein für die
politischen Aktivitäten österreichischer KommunistInnen in den USA.8
1940 sah sich Katz jedoch aufgrund seiner politischen Aktivitäten
gezwungen, die USA zu verlassen; die Notwendigkeit hierzu ergab sich aus
der versuchten Umwandlung des Besuchervisums in ein Einreisevisum als
Bedingung, um legal arbeiten zu können; dieses Procedere brachte
Nachforschungen über Katz’ Aktivitäten während der vergangenen
Jahre mit sich, und da ihm hierfür Gefängnisstrafen gedroht hätten,
zog Leo Katz es vor, zusammen mit seiner Familie nach Mexiko
weiterzuemigrieren.9 Sein Nachfolger als Leiter der Gruppe
wurde Wilhelm Gründorfer, welcher diese Funktion bis 1945 innehatte.10
Die Parteileitung und die zentralen FunktionärInnen waren in New York tätig,
es gab aber auch Gruppen in anderen Städten in den USA; von einer
Gruppe in Boston beispielsweise berichtet Theodor Waldinger.11
Zum Teil schien es sich dabei um relativ lose Zusammenschlüsse
gehandelt zu haben, die erst mit der Gründung der Austro American
Association12 einen organisatorischen Rahmen erhielten:
„[...] unsere innerparteiliche Gruppe war schon früher organisiert.
Wir sind in der Luft geschwebt natürlich und haben nur Österreich-Gruppen
gehabt [...].“13
Über die Zusammenarbeit mit US-amerikanischen KommunistInnen gibt es
unterschiedliche Hinweise, grundsätzlich war die Kooperation aufgrund
der spezifischen Aufgaben der EmigrantInnen sowie der Entwicklung der
CPUSA unter ihrem Vorsitzenden Earl Browder in diesen Jahren jedoch eher
schwierig. Erst nach 1945 scheinen einige ÖsterreicherInnen, welche
nicht nach Europa zurückkehren wollten, und nachdem selbst der minimale
organisatorische Rahmen der österreichischen KommunistInnen sich auflöste,
den Weg in die CPUSA gefunden zu haben. Waldinger berichtet in diesem
Zusammenhang von einer offiziellen Weisung der New Yorker Leitung:
„[...] dann hat sich das nach dem Kriegsende aufgelöst und haben die
maßgebenden Parteistellen in New York gesagt: ‚Österreicher, Exilösterreicher
kommt in die amerikanische Partei, wenn ihr nicht zurückgeht nach Österreich‘.“14
Relativ geringe Kontakte gab es zwischen den österreichischen
KommunistInnen in den USA und KPÖ-Gruppen in anderen Ländern, und auch
ein Austausch mit der Parteileitung in der Sowjetunion fand nicht statt:
„Für uns gab es eine zentrale Stelle, mit der wir keinen Kontakt
hatten. Das war die Führung der österreichischen Partei in der
Sowjetunion.“15 Dieselbe Situation beschreibt Gründorfer
auch hinsichtlich des Austausches mit KPÖ-Gruppen in anderen Ländern,
etwa der nach Moskau zweitwichtigsten in London, zu welcher die ÖsterreicherInnen
in den USA ebenfalls „keinen organisatorischen Kontakt [hatten]“,
wenn auch gewisse Informationsflüsse vorhanden waren: „Wir erhielten
zwar den Zeitspiegel aus London und wir haben natürlich von dieser
Organisation gewusst, aber wir hatten mit ihnen weder einen
organisatorischen noch einen persönlichen Kontakt.“16
Verhältnis
zur Sozialdemokratie
Schwierig
gestaltete sich das Verhältnis zwischen österreichischen
KommunistInnen und sozialdemokratischen Exilorganisationen17,
welches – wie in allen Ländern des österreichischen Exils – während
der gesamten Exilzeit von Differenzen geprägt war: „[...] es gab also
praktisch überhaupt keine Kontakte und keine Zusammenarbeit mit den
Sozialdemokraten.“18 Hauptursache für diese Differenzen
waren wie in anderen Exil-Ländern die divergierenden Vorstellungen über
das Ziel des antifaschistischen Kampfes, also der unüberbrückbare
Gegensatz zwischen der von den österreichischen KommunistInnen
angestrebten Wiederherstellung einer eigenständigen österreichischen
Republik und der sozialdemokratischen, bis zur Moskauer Deklaration
aufrecht erhaltenen Konzeption einer gesamtdeutschen Revolution als Ziel
des Kampfes gegen den Faschismus.
Diese unterschiedlichen Ziele wurden in den USA allerdings nicht
besonders ausführlich diskutiert, vielmehr ignorierten sich
kommunistische und sozialdemokratische EmigrantInnen lange Zeit. Dies
hat zur Folge, dass einige Zeitzeugen sich an die Existenz österreichischer
sozialdemokratischer Organisationen in den USA nicht erinnern bzw.
diesen lediglich eine marginale Rolle zuschreiben: „[...] sie sind
auch kaum aufgetreten. Vielleicht gab es irgendwo, da oder dort, solche
Auftritte, aber das war dann so, dass man davon nichts gewusst hat.“19
Und wo es doch Kontakte gab, konnte man sich auf keine gemeinsamen
Aktivitäten einigen: „Man könnte in einigen Fragen [...] mit Leuten,
die viel weiter rechts gestanden sind, eine Zusammenarbeit machen –
aber hier (mit den Sozialdemokraten) gab es überhaupt keine gemeinsame
Basis.“20
Diese Ablehnung war beiderseitig, wobei für SozialdemokratInnen neben
den ideologischen Differenzen auch pragmatische Überlegungen eine
Zusammenarbeit mit KommunistInnen nicht geboten erscheinen ließen, da
diese ja im Visier der Behörden standen. So wurde offiziellen Stellen
gegenüber von führenden SozialdemokratInnen stets die Distanz zu den
KommunistInnen beteuert: „General Julius Deutsch spoke with Mr. Poole21
and Mr. Heckscher22 in Mr. Poole’s office this afternoon. […] As a Social Democrat, he had always been
opposed to Communism, and he was unwilling to acknowledge any recent
Communist gains in
Austria
.“23 Aus denselben Dokumenten geht aber auch hervor, dass
dieses Nicht-Verhältnis nicht so lückenlos gewesen ist. Während
nämlich Julius Deutsch seine Ablehnung der KommunistInnen wiederholt
bekräftigt, pflog Maria Deutsch gute Kontakte zum kommunistischen Exil24,
und das blieb auch den Behörden nicht verborgen: „It seems that Mrs. (Maria)
Deutsch has contacts with Communist circles but it is seemingly evident
that Deutsch himself is definitely anti-Communist. He gives the
impression as if he ignored his wife´s ties to the Communists, but both
are proceeding on a pre-arranged mutual agreement in this question (in
this writers opinion.) […] P.“25
Maria Deutsch fungierte vor allem gegen Ende des Krieges, als das
Haupthindernis der Zusammenarbeit mit anderen österreichischen
Exilgruppen – die Infragestellung eines selbständigen Österreich
durch die Sozialdemokratie – quasi nicht mehr vorhanden war, als Bündnisfunktionärin
und trat beispielsweise auf nicht-sozialdemokratischen Veranstaltungen
als Rednerin auf.
Freiheit
für Österreich und Austro American Tribune
Die
1941 gegründete Austrian Action Ferdinand Czernins brachte eine neue
Konstellation ins österreichische Exil in den USA. Czernin strebte eine
breite Zusammenarbeit auch mit linken Kräften an und 1941 begannen mit
dem Beitritt von Vera Ponger, James Herzig und Kurt Ponger zur Austrian
Action erste organisatorische Berührungen.26 Da vor allem
Vera und Kurt Ponger durch ihre Aktivitäten bereits innerhalb des österreichischen
Exils bekannt waren, schlug Czernin von konservativer und
monarchistischer Seite heftige Kritik entgegen.27 Doch die
Kooperation vertiefte sich: in gemeinsamer Ablehnung monarchistischer
Aktionen – allen voran des „Austrian Battalions“28 –
schlossen sich 1943 die Austrian Action und das von Alois Engländer
geleitete Assembly for a Democratic Austrian Republic mit den
kommunistisch dominierten Organisationen Free Austrian Youth Committee
und Austrian Youth Assembly zur American Federation of Austrian
Democrats zusammen und gaben die Freiheit für Österreich (FFÖ), Vorläufer
der Austro-American Tribune (AAT) heraus.29
Obwohl die Zeitung aufgrund der Beteiligung unterschiedlicher
Organisationen überparteilichen Charakter hatte, stand sie bald in dem
Ruf, ein Organ der österreichischen KommunistInnen zu sein. In einem
OSS-Memorandum wird die Linie der AAT als „strongly nationalist,
anti-monarchist, pro-Russian, pro-Czechoslovak“30, sowie
die Herausgeberorganisationen als „plainly influenced by
fellow-travelers and Communists“31 charakterisiert, wenn
auch gleichzeitig auf den Umstand hingewiesen wird, dass prominente
Nicht-KommunistInnen in der Zeitung publizierten: „Like all
periodicals of its kind, the ,Tribune‘ makes a point of printing
articles and contributions by prominent writers of non-Communist
character.“32 In einem anderen OSS-Bericht wiederum wird
die AAT als „Communist sponsored monthly“33 bezeichnet.
Inhaltlich standen nicht-tagesaktuelle Themen im Vordergrund. Dies lag
zum einen an der monatlichen Erscheinungsweise und an den beschränkten
Mitteln, welche der Redaktion zur Verfügung standen, war aber auch in
der inhaltlichen Ausrichtung der Zeitung begründet, welche einen
Beitrag zur Schaffung eines Österreichbewusstseins sowohl bei den in
die USA emigrierten ÖsterreicherInnen, als auch bei den Einheimischen
forcieren wollte, weshalb „die Nichtanerkennung des Anschlusses
seitens der USA, die Bildung eines österreichischen
Nationalausschusses, die Aufnahme Österreichs in die Vereinten
Nationen, sowie die Bekämpfung der monarchistischen Legion im
Vordergrund der Berichterstattung“34 standen. Hervorzuheben
ist die von Vera Ponger redigierte Jugendbeilage der FFÖ, welche sich
rasch zu einem eigenständigen Teil der Zeitung entwickelte und der
Austro-American Youth als Sprachrohr diente.
Die Namensänderung der FFÖ in Austro-American Tribune erfolgte im Juli
1943 und im Impressum der Ausgabe vom April 1944 findet sich erstmals
William Green35 als Editor. Gründorfer hatte diese Position
bis 1946 inne; erst nachdem klar war, dass seinem Rückkehr-Antrag
stattgegeben würde und er die USA würde verlassen können, beendete er
seine Redaktionstätigkeit.36
FFÖ und AAT standen AutorInnen der unterschiedlichsten politischen
Lager offen: „Wir haben dann später [...] praktisch alle die Leute,
die in irgendeiner Form im kulturellen Leben gestanden sind und nicht
ausgesprochen reaktionär waren, (in unserem Umfeld gehabt); sie haben
entweder mitgearbeitet, durch Beiträge oder sind Sympathisanten
gewesen.“37
Diese konzeptionelle Offenheit der AAT resultiert aus der Konzeption
einer antifaschistischen Zeitung, zu deren wichtigsten Aufgaben die
Weiterführung einer österreichischen Kulturtradition zähle; dies
wurde unabhängig von einer näheren inhaltlichen Bestimmung dieser
Kulturtradition als wichtiges Element des ideologischen Kampfes gegen
den Nationalsozialismus gesehen, da dieser grundsätzlich jegliche
Kultur zu vernichten angetreten sei: „Diese Kultur zu retten ist nicht
nur unsere Pflicht unserer neuen Heimat gegenueber, sondern auch ein
Schlag gegen den Nazismus. Wir wissen dass der Faschismus nicht Halt
macht bei der Pluenderung und Ermordung Einzelner, bei der
Unterdrueckung und Entrechtung der kleinen Voelker, sondern dass jedwede
Kultur und Zivilisation sterben muss, damit seine Herrschaft gesichert
sei.“38
Gründorfer spricht diesen Zusammenhang auch auf einer Rede anlässlich
des sechsten Jahrestags des „Anschlusses“ an: „As Austro-Americans,
we regard it our duty to preserve Austrian culture which the Germans
have tried to destroy, and give it its rightful place.“39
Auch hier folgt keine nähere inhaltliche Bestimmung des Begriffes einer
„österreichischen Kultur“, diese wird – durchaus den
Auseinandersetzungen Alfred Klahrs folgend40 – als ein
Kennzeichen einer eigenständigen österreichischen Nation
charakterisiert: „Countering the racial theories of Nazism, according
to which nations are determined by their common language, it is of
decisive importance to maintain an independent Austrian culture.“41
Die relative Breite in der politischen Ausrichtung der Zeitung ist natürlich
der Tatsache geschuldet, dass die FFÖ/AAT vom Assembly for a Democratic
Austrian Republic herausgegeben wurde, dem – wie oben beschriebenen
– Zusammenschluss konservativer und kommunistisch dominierter
Exilorganisationen. Es wäre somit falsch, die FFÖ/AAT als
„kommunistische Zeitung“ einzustufen, wenngleich KommunistInnen
nicht nur von Beginn an maßgeblich an der Produktion beteiligt waren,
sondern darüber hinaus im Laufe der Jahre – beispielsweise in Person
des Herausgebers Wilhelm Gründorfer – bestimmend die Zeitung
gestalteten. Es erscheint aber auch verfehlt, die FFÖ/AAT als Organ der
liberal-konservativen, nicht-monarchistischen Emigration darzustellen,
an welcher eher zufällig KommunistInnen beteiligt gewesen wären, wie
dies in der Literatur zum Teil angedeutet wird.42
Der Gründung der von Elisabeth Freundlich redaktionell betreuten
Literaturbeilage, die ab Herbst 1943 erschien, waren Gespräche mit
Vertretern der deutschen literarischen Emigration – unter anderem war
Bertolt Brecht an diesen Treffen beteiligt – vorangegangen, in denen
die Gründung einer deutschsprachigen Literaturzeitschrift erörtert
worden war, bei welcher ÖsterreicherInnen und Deutsche mitarbeiten
sollten. Da diese Überlegungen der Gründung der AAT-Literaturbeilage
unmittelbar vorausgingen, ist anzunehmen, dass konzeptionelle Überlegungen
des nicht zustande gekommenen Projektes in Freundlichs Arbeit
einflossen.
Das Nichtzustandekommen einer gesamtdeutschen Zeitung sieht Gründorfer
vor allem als Ausdruck der spezifischen Aufgaben, welche sich die
Redaktion der FFÖ/AAT gestellt hatte, da „[wir] die Aufgabe, die wir
uns gestellt hatten – oder sagen wir so, die wir von der Geschichte
aus für uns gestellt sahen – wir damit nicht erfüllen konnten. Man hätte
kulturell mehr gemacht, man hätte sich sicher an wesentlich mehr Leute
wenden können, aber das war unter einer anderen Perspektive und das
haben wir abgelehnt.“43 An anderer Stelle verweist Gründorfer
zum selben Problem, dass eine solche Konzeption einen ganz zentralen
Punkt des Zeitungskonzepts vollkommen umgestoßen hätte: „Wären wir
darauf eingegangen [auf die Vorschläge Brechts, Anm.], dann wäre die
Austro American Tribune keine Austro American Tribune geworden. Wir
mussten darauf verzichten, diesen Weg zu gehen, was uns nicht leicht
gefallen ist; aber es blieb uns nichts anderes übrig, da wir eine österreichische
Zeitung gestalten wollten.“44
Die Beilage entwickelte sich zu einer angesehenen Kulturzeitung, in
welcher im Laufe der Jahre namhafte SchriftstellerInnen publizierten45
und deren Ruf weit über den Rahmen der vormaligen AAT-LeserInnen hinaus
das Ansehen der AAT steigerte.46 Gründorfer resümiert
dieses kulturpolitische Engagement der AAT als jene Leistung, „die die
Zeitung zu dem gemacht hat, wofür sie 1945 vielfach geschätzt
wurde.“47
Gegen Ende des Krieges kam es noch einmal zu einem kleinen Aufschwung
durch die im April 1944 vom War Department erlaubte Verbreitung der AAT
in Kriegsgefangenenlagern. Es folgte eine entsprechende Kampagne und
zahlreiche regelmäßige Leser konnten auf diese Weise gewonnen werden.48
Allerdings gibt es auch Berichte, welcher dieser Aktion nur einen
mäßigen Erfolg zusprechen. Kriegsgefangene berichteten, dass die
Verbreitung der Zeitung – trotz offizieller Erlaubnis durch die Behörden
– deshalb schwierig gewesen sei, weil „die Lagerführung, die nur
aus Nazi bestand, auch die amerikanische Lagerführung beeinflussen
konnte und so den Bezug der ‚A.A.T.‘ verhinderte [...].“49
Da mit dem Ende des Krieges auch das zentrale Thema der AAT – der
Kampf für die Befreiung vom Faschismus – beseitigt war, veränderten
sich die Umstände der Produktion; vor allem die Einheitlichkeit der
Ziele, welche die an der Produktion Beteiligten anstrebten, ging rasch
verloren: „Es fehlte bald an Elan und Überzeugung, und die Interessen
waren schon sehr zersplittert.“50 Gründorfer arbeitete während
der letzten Jahre des Bestehens der AAT – die Zeitung erschien bis
August 1948, bis 1949 gab es noch eine Nachfolgezeitung, die Forum and
Tribune – nicht mehr mit, womit auch der maßgebliche kommunistische
Einfluss verloren ging: „Ich hatte mich jedoch schon 1946 aus der
Zeitung zurückgezogen, weil ich erwartet hatte, so in zwei, drei Tagen
wegfahren zu können. Die Tage haben sich halt gezogen.51
Deshalb kann ich also über die letzten Jahre des Blattes keine Auskunft
geben.“52
Von der nach 1945 endgültig in der Vordergrund tretenden
antikommunistischen Außen- wie Innenpolitik der USA und den damit
einhergehenden strafrechtlichen Verfolgungen tatsächlicher oder
vermeintlicher KommunistInnen war auch die AAT betroffen, deren
Herausgeber 1948 vor das HCUA vorgeladen wurden.53 Diese
politischen Schikanen und Repressionen trugen schließlich auch zum endgültigen
Ende der AAT bei.
Repressionen
und Remigration
Ab
1948 häuften sich die Vorladungen österreichischer KommunistInnen vor
das HCUA. Nicht selten hing es lediglich von Zufällen ab, ob jemand von
den Repressionen direkt betroffen war oder nicht: „Und da hab ich auch
Glück gehabt, dass ich gerade während der McCarthy54-Periode
in einer Sitzung, wo ein gewisser Filbring war, der ein FBI-Spitzel war,
nicht dabei gewesen bin. Alle anderen sind aufgeflogen. Was ihnen
passiert ist, ist, dass sie ihre Stellungen verloren haben, einer war
Mittelschulprofessor, einer war Hochschulprofessor, andere waren
Privatbeamte, die sind sofort entlassen worden.“55
Otto Langer war 1948 vor den Ausschuss geladen worden und wurde, da er
sich weigerte, entsprechende Aussagen zu machen, verurteilt. Dies führte
zu einer eiligen Rückkehr nach Österreich, durch welche Langer einer
Gefängnisstrafe entging, die aber auch ein abruptes Ende seiner Tätigkeit
als Funktionär der maßgeblich durch seine Initiative gegründeten
Filmangestelltengewerkschaft mit sich brachte.56
Ein Sonderfall in Zusammenhang mit Repressionen gegen österreichische
KommunistInnen durch die US-Behörden sind sicherlich die Verhaftungen
Kurt Pongers und Otto Verbers.57 Ponger und Verber waren
beide für das OSS tätig gewesen und hatten beispielsweise
Informationen über die Lage in den Konzentrationslagern gesammelt, nach
1945 waren sie an Vernehmungen in Zusammenhang mit der Vorbereitung der
Nürnberger Prozesse beteiligt.58 1953 wurden beide in Wien
verhaftet und in die USA geflogen, wo sie wegen Spionage für die
Sowjetunion angeklagt wurden; die Verhaftungen waren nicht nur aufgrund
der Tatsache spektakulär, dass zurückgekehrte Österreicher in die USA
verhaftet wurden, sondern scheinen auch entsprechend inszeniert worden
zu sein: „Das Haus wurde umstellt, [...] wie in einem schlechten
Krimi...,Raise your hand and don’t move‘. Und ab ins Flugzeug und ab
nach Amerika.“59 Ponger und Verber wurden zu mehrjährigen
Gefängnisstrafen verurteilt und kamen erst Anfang der 1960er Jahre nach
Österreich zurück.
Die Tatsache, dass viele ZeitzeugInnen ungefragt von diesem Ereignis
berichten60, zeigt, dass der Vorfall ein einschneidendes
Erlebnis war; dies sicherlich nicht zuletzt deshalb, weil die Verhaftung
deutlich macht, wie prekär die Situation in die USA emigrierter
KommunistInnen zu jedem Zeitpunkt war.
Anmerkungen:
1/ Der Grund, warum vorrangig von „KommunistInnen“ und nicht von
der KPÖ die Rede ist, liegt daran, dass nicht wenige Personen, welche
in den USA Mitglieder in von österreichischen KommunistInnen geleiteten
Organisationen waren, in Österreich Mitglieder sozialdemokratischer
oder anderer Organisationen gewesen waren oder noch zu jung, um
politisch organisiert gewesen zu sein. Erst die Erfahrung und
Bekanntschaft mit österreichischen KommunistInnen in den USA führte zu
einer Annäherung und nicht selten zu einer offiziellen KPÖ-Mitgliedschaft
nach 1945. Darüberhinaus sind die Informationen über die unmittelbaren
Parteiaktivitäten – also die Organisierung einer tatsächlichen KPÖ-Struktur
in den USA, Aufnahme neuer Mitglieder, Kontakt zur Parteiführung und
anderen KPÖ-Exilgruppen – relativ gering, weil viele ZeitzeugInnen
aufgrund der Situation der Illegalität, in welcher sich kommunistischen
ImmigrantInnen befanden, sich noch in den 1990er Jahren nicht
legitimiert fühlten, allzu detaillierte Informationen über Strukturen
und beteiligte Personen preiszugeben.
2/ Hinsichtlich Zahlenangaben österreichische USA-Exilierte betreffend
muss hier auf die mangelnde Unterscheidung zwischen ÖsterreicherInnen
und Deutschen durch die Behörden verwiesen werden, was abweichende
Angaben in der Literatur zur Folge hatte. Allgemein geht man nunmehr
aber von mehr als 30.000 ÖsterreicherInnen aus, welche vor dem
NS-Regime in die USA flohen, „von denen mehr als 80 Prozent ihrer
Religion oder der Herkunft nach jüdisch waren.“ (Eppel, 1987, S. 180)
3/ Trotz dieser Restriktionen, welche vielen zur Flucht entschlossenen
das Leben kostete, muss festgehalten werden, dass die USA das größte
Exilland waren, in welches sich allein über 130.000 jüdische Flüchtlinge
retten konnten.
4/ Aus den Akten des US-Geheimdienstes Center of Information (COI) bzw.
ab 1942 des Office of Strategic Services (OSS) lässt sich die
Durchleuchtung der politischen Emigration relativ genau nachvollziehen.
5/ Vgl. Eppel (1987), S. 187
6/ Für diese ursprünglich zur Verfolgung US-amerikanischer Nazis gegründete
Institution gibt es divergierende Bezeichnungen. Anfangs
hieß es (House) Special Committee on Un-American Activities, „better
known as the Dies committee after its chairman, Representative Martin
Dies“, Klehr/Haynes/Firsov (1995), S. 156. Ab
Mitte der 1940er Jahre wurde das Komitee als House Committee on
Un-American Activities (HCUA) bezeichnet, in der Literatur ist häufig
auch die Bezeichnung House Un-American Activities Committee (HUAC) zu
finden; umgangssprachlich bürgerte sich die Bezeichnung
„McCarthy-Komitee“ ein, nach Joseph McCarthy, welcher das Komitee ab
1950 leitete und dessen antikommunistische Aktivitäten bis zur Auflösung
des Komitees zum Höhepunkt führte.
7/ Vgl. DÖW, USA/Bd. 2 (1995), S. 641
8/ Vgl. Mörl (1996), S. 24 und DÖW, Erzählte Geschichte,
Interviewabschrift 145, Teil V, 21.5.1984 (Gründorfer), S. 16
9/ Vgl. Mörl (1996), S. 25
10/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 145, Teil V,
21.5.1984 (Gründorfer), S. 16
11/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 677, 23.8.1989
(Waldinger), S. 76f.
12/ Neben der Austro American Association tauchen auch immer wieder
andere Organisationsnamen auf, welche jedoch zum Teil nur kurzzeitig
aktiv waren und im Allgemeinen von demselben Personenkreis initiiert
wurden: „An Organisationen, die der Freien Österreichischen Jugend
und der ,Austro American Tribune‘ nahestanden, vom OSS als
kommunistische Tarnorganisationen bezeichnet wurden und weitgehend von
denselben Leuten an denselben Adressen geleitet wurden, sind das
Austro-American Committee, der Austrian Social Club, das Austro-American
Trade Union Committee for Vicotry, die Austro American Association und
das Austro-American Committee for the Re-election of President Roosevelt
zu nennen.“ DÖW, USA/Bd. 2 (1995), S. 641, vgl. auch DÖW 10.588
13/ Ebd., S. 76
14/ Ebd., S. 76
15/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 145, Teil V,
21.5.1984 (Gründorfer), S. 15
16/ Gründorfer (1989), S. 30
17/ 1942 wurden nach der faktischen Auflösung der Auslandsvertretung
der österreichischen Sozialisten (AVÖS) das Austrian Labor Committee
und das Austrian National Committee gegründet, daneben gab es noch
weitere ebenfalls von SozialdemokratInnen dominierte Organisationen in
den USA.
18/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 145 (Gründorfer),
Teil V, S. 11
19/ Ebd. S.12. Noch deutlicher Otto Langer: „Ich kann mich nicht
erinnern, dass dort eine eigene Gruppierung war, kann mich nicht daran
erinnern, nein.“ (Interview Otto Langer, 2003)
20/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 145 (Gründorfer),
Teil V, S. 12. Besonders offensichtlich war dies in Großbritannien, wo
österreichische KommunistInnen mit VertreterInnen aller politischen
Lager – auch den Legitimisten – in gemeinsamen Organisationen
arbeiteten, während zu den SozialdemokratInnen bis zum Ende des Krieges
ein distanziertes Verhältnis gewahrt wurde.
21/ DeWitt C. Poole war einer der leitenden Funktionäre der Foreign
Nationalities Branch (FNB) des COI/OSS.
22/ Der Politologe August Heckscher war neben John C. Wiley und Charles
B. Friediger einer der Österreich-Experten der FNB.
23/ OSS-FNB INT-4AU-40 (MEMORANDUM OF A CONVERSATION WITH GENERAL JULIUS
DEUTSCH, by DeWitt C. Poole, 11.3.1942)
24/ In einem OSS-Bericht über eine Veranstaltung vom sechsten Jahrestag
des „Anschlusses“ wird Maria Deutsch als „frequent speaker at
meetings of German Communists and Fellow Travellers“ bezeichnet. (OSS-FNB
INT-4AU-492)
25/ OSS-FNB INT-4AU-284 (28.1.1943)
26/ Vgl. Link (1972), S. 61
27/ Vgl. Haberleitner (1990), S. 86f.
28/ Das von Otto von Habsburg initiierte und von den US-Behörden
unterstützte Projekt eines Österreicher-Bataillons innerhalb der US
Army stieß bei allen österreichischen Exil-Gruppen sowie bei
VertreterInnen von Ländern, welche ehemals Teil der Habsburgermonarchie
waren, auf heftige Ablehnung. Die
Free Austrian Youth schrieb in einem an Habsburg adressierten Brief: „We
know your program – and we know your aims – and we refuse to enlist
with you. […] Your committee has greatly discredited the fine idea of
an Austrian fighting unit within the United States Army, and it has
harmed the cause of the Austrian people now under the Hitler yoke who
are striving for their liberation and who have no sympathy with your
projects.“, s. OSS-FNB INT-4AU-245 (2.1.1943). Aufgrund
der heftigen Reaktionen wurde das Projekt schließlich fallengelassen.
29/ Vgl. Link (1972), S. 41
30/ OSS-Memorandum Nr. 165 (8.12.1943); zit. nach DÖW, USA/Bd. 1, S.
354
31/ Ebd.
32/ Ebd.
33/ OSS-FNB INT-4AU-568 (Bericht Friediger an Poole, 15.8.1944)
34/ Hertling (o.J.), S. 5
35/ d.i. Wilhelm Gründorfer
36/ Vgl. Hertling (o.J.), S. 8
37/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 145 (Gründorfer),
Teil V, S. 12
38/ AAT, Nr. 1, July, 1943 (DÖW 03003)
39/ DÖW 16969
40/ Klahr betont in seinen zwei Aufsätzen „Zur nationalen Frage in Österreich“,
dass die österreichische Kultur zwar, „wie die Kultur jedes
kapitalistischen Landes, eine Kultur der herrschenden Klasse“ (Klahr,
WuZ Nr. 4, 1937) sei, es aber dennoch im Sinne der Begründung einer österreichischen
Nation notwendig sei, auf eine von Deutschland unabhängige österreichische
Kulturtradition zu verweisen.
41/ DÖW 16969
42/ Bei Haberleitner entsteht beispielsweise der Eindruck, als wäre in
der FFÖ/AAT lediglich das kommunistische Exil positiv bewertet worden
(vgl. Haberleitner, 1990, S. 98ff.). Abgesehen von einem Hinweis auf die
„zum Teil sehr links stehenden“ (ebd. S.100) Mitarbeiter der
Kulturbeilage fehlt bei ihr jeder Hinweis auf die vorrangige Beteiligung
von KommunistInnen an der FFÖ/AAT. Kommunistischer Charakter sei der
AAT lediglich von ultrakonservativer Seite diffamierend unterstellt
worden. (vgl. ebd.)
43/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 145 (Gründorfer),
Teil V, S. 12
44/ Gründorfer (1989), S. 28 (Hervorhebung im Original)
45/ „Die meisten der österreichischen Schriftsteller, die in den
Vereinigten Staaten lebten, waren nicht nur bereit mitzutun, sondern
stellten sehr gerne unserer Zeitung Beiträge zur Verfügung.“ (Gründorfer,
1989, S. 28)
46/ „Zu den ständigen Mitarbeitern der Beilage gehörten neben den
Kunsthistorikern Else Hoffmann und Hans Tietze auch der Musikkritiker
Paul Stefan, der Architekt Josef Frank, der Regisseur und Dramaturg
Heinrich Schnitzler, sowie die Journalisten Ludwig Ullmann, Robert
Breuer, Ernst Sommer, Hugo Kauder, Ruth Domino, Elisabeth Freundlich und
natürlich Ferdinand Bruckner und Berthold Viertel.“ (Hertling, o.J.,
S. 10)
47/ Gründorfer (1989), S. 28; Eppel bezeichnet – ebenfalls mit
Hinweis auf die Kulturbeilage – die AAT als „die interessanteste öst.
Exilztg.“ (Eppel, 1988, S. 4)
48/ Vgl. Link (1972), S. 62f.
49/ Walter Elnreider, ehemaliger Kriegsgefangener, zit. nach Link
(1972), S. 63
50/ Ebd. S. 31
51/ „Gezogen“ haben sich die Tage zwei Jahre lang, vom Sommer 1945
– als Gründorfer seine Bemühungen um Ausreisegenehmigung aus den USA
und Einreisegenehmigung in Österreich startete – bis zum Sommer 1947,
seiner Rückkehr nach Österreich. (Vgl. Gründorfer, 1989, S. 28)
52/ Gründorfer (1989), S. 28
53/ Vgl. Link (1972), S. 35
54/ Die Bezeichnung „McCarthy“-Komitee lässt nur bedingt auf den
Zeitraum des erzählten Ereignisses schließen, da fast alle
ZeitzeugInnen auch für die Zeit vor 1950 – von 1950–1954 war Joseph
McCarthy Vorsitzender des HCUA – dieses als „McCarthy“-Komitee
bezeichnen.
55/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 677, 19.9.1989
(Waldinger), S. 85
56/ Interview Langer (2003). Bei der Abschiedsfeier Langers war auch
Harry Belafonte zugegen, den Langer bereits seit längerer Zeit kannte;
im Zuge dieses Festes bot Belafonte einen eigens für Otto Langer
komponierten „Calypso“ dar: „Ich hab da eine Party gemacht, wo
viele Leute dort waren und der Belafonte sozusagen zu meiner
Verabschiedung den Calypso geschrieben hat, denn der Belafonte hat ja
vorher fast jeden Samstag bei Partys von uns gesungen, damals war er
noch nicht so berühmt. Er hat uns geholfen, die Finanzen der
Gewerkschaft überhaupt zu ermöglichen durch die Partys, [...] und als
er dann gehört hat, dass ich Amerika verlasse, hat er diesen Calypso
komponiert.“ (Interview Langer, 2003; vgl. auch Zellhofer, 1998)
57/ Vgl. DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 145, Teil V,
21.5.1984 (Gründorfer), S. 18f.
58/ Ebd. S. 17f.
59/ DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 597, Otto Verber;
zit. nach DÖW/USA, Bd. 2
60/ Vgl. DÖW Erzählte Geschichte, Interviewabschriften 145, 349, 677 (Gründorfer,
Waldinger, Langer), Interview Langer (2003)
Literatur und Quellen:
AAT, Nr. 1, July, 1943 (DÖW 03003)
Belafonte, Harry: To Otto Langer. Manuskript, aus dem Privatbesitz von
Otto Langer
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.): Österreicher
im Exil. USA. 1938–1945. Band 1+2. Wien 1995
DÖW 10.588 Liste österreichischer Organisationen weltweit
DÖW 16969 Speech held by William Green, Editor of the Austro-American
Tribune, at Hunter College on March 11th, 1944
DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 69: Interview mit Maria März-Szecsi
vom 31.1.1983. (Interviewer Hans Saffrian/Hans Witek)
DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 145: Interview mit
Wilhelm Gründorfer, 21.5./25.5.1984. (Interviewer Hans Schafranek)
DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 258: Interview mit Prof.
Eduard März vom 19. Februar 1985. (Interviewer Peter Eppel)
DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 349: Interview mit Otto
Langer, 30.6.1986. (Interviewerin Irene Etzersdorfer)
DÖW, Erzählte Geschichte, Interviewabschrift 677: Interview mit
Theodor Waldinger, 23.8.1989. (Interviewerin Andrea Schwab)
Eppel, Peter: Österreichische Emigranten in den USA 1938–1945. In:
Steinbach, Peter (Hg.): Widerstand. Ein Problem zwischen Theorie und
Geschichte. Köln 1987
Gründorfer, Wilhelm: „...irgendwo doch einen Erfolg gehabt“.
Erinnerungen von Dr. Wilhelm Gründorfer (Wien) an die Zeit als
Chefredakteur der New Yorker Exilzeitschrift Austro American Tribune.
In: iwk – Mitteilungen des Instituts für Wissenschaft und Kunst
3/1989, S. 27–31
Haberleitner, Elisabeth: Die politischen Organisationen der
konservativen österreichischen Emigration in Frankreich und den USA
1938–1945. Dipl. Wien 1990
Hertling, Viktoria: „...irgendwie doch einen Erfolg gehabt.“ Die
Austro-American Tribune in New York (1942–1945). [to be published in:
Die Resonanz des Exils. Gelungene und mißlungene Rezeption
deutschsprachiger Exilautoren (Rodopi: Amsterdam 1992)], Manuskript,
Reno o.J. (DÖW 25328)
Klahr, Alfred: Zur nationalen Frage in Oesterreich. In
Weg und Ziel Jg. 2, Nr. 3 (1937), S. 126–133 und Nr. 4 (1937), S.
173–181
Klehr, Harvey, John Earl Haynes and Fridrikh Igorevich Firsov: The
Secret World of American Communism. New
Haven and London 1995
Kreilisheim, Otto: Ich erinnere mich... Wien o.J.
Langer, Otto: Interview mit Otto Langer, durchgeführt von Simon Loidl,
Wien, 25.6.2003
Link, Benjamin: Die österreichische Emigrantenpresse in den Subkulturen
von New York City 1942–1948. (Inhalts- und Strukturanalyse der
Anpassungsleistung und des politischen Inhalts). Diss. Salzburg 1972
Mörl, Benedikt: Leo Katz – sein Leben und seine Sicht des Judentums.
Dipl. Wien 1996
OSS-FNB INT-4AU-40 (MEMORANDUM OF A CONVERSATION WITH GENERAL JULIUS
DEUTSCH, by DeWitt C. Poole, 11.3.1942)
OSS-FNB INT-4AU-245 (2.1.1943)
OSS-FNB INT-4AU-284 (28.1.1943)
OSS-FNB INT-4AU-492 (Bericht Friediger an Poole über die Veranstaltung
„For the Independent Democratic Austrian Republic!“, welches am
11.3.1944 im Hunter College stattgefunden hatte, 13.3.1944)
OSS-FNB INT-4AU-568 (Bericht Friediger an Poole, 15.8.1944)
Zellhofer, Klaus: Calypso für Otto. In: Falter 11/98, S. 64
Mitteilungen
der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 1/2006 |