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Zum
Tod des österreichischen Antifaschisten, revolutionären
Gewerkschafters und Kommunisten Otto Langer
Von
Roter Webmaster/29. Mai 2008
Er
wurde von den Austro-Faschisten Dollfuß, von den Hitlefaschisten und
von den Kommunistenjäger Mc. Carthy verfolgt.
Zuletzt
waren es die revisionistischen Verräter, allen voran der Ex-Vorsitzende
der KPÖ Wlter Baier, der ihn vor Gericht zerrte. Und das nur deshalb,
weil Genosse Otto Langer in seiner Zeitschrift „Tribüne für die
Wahrheit“ eben jene Wahrheit aussprach: Der Revisionist Baier hatte
eine wertvolle Immobilie, das Ernst-Kirchweger-Haus an einen Neonazi für
einen Spottpreis verhökert, er hatte Vermögen der Kommunisten einen
Faschisten in den Rachen geworfen.
Diese
Wahrheit passte Baier nicht, also rannte er zum bürgerlichen gericht
und verklagte Otto Langer – ein langjähriges Mitglied der Partei und
verdienten Funktionär. Baier sah ein Kreditwürdigkeit in Gefahr. Als
ob dieser Baier nicht schon längst jeglichen politischen Kredit
verspielt hätte. Und diese Kreditwürdigkeit kann ihm kein bürgerliches
Gereicht zurück geben.
Oto
Langer starb, fast 90 Jahre alt, bevor der Prozess gegen ihn
letztendlich abgeschlossen war. Die Schande aber, einen alten Genossen
und Widerstandskämpfer mit Prozessen verfolgt zu haben, bleibt an Baer
haften. Von ihm haben sich wichtige österreichische antifaschistische
Organisationen distanziert. So wurde seine Partei aus dem Antifa-Bündnis
in Wien wegen des Geschäfts mit dem Neo-Nazi ausgeschlossen[1].
Die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek sagte: „Bin
fassungslos über das Verhalten von Walter Baier.“[2]
Aber
den eingefleischten Erzrevisionisten Walter Baier focht das alles nicht
an. Er wollte seine Kreditwürdigkeit zurück – und verlor sie damit
vollständig. Er taugt nicht einmal mehr als Verräter. Kein Kommunist
gibt ihm noch einen Euro, geschweige denn politische Anerkennung.
Otto
Langer ist tot, er starb hochbetagt und ungebrochen, bis zuletzt blieb
er Kommunist.
Rotfront
Otto, Du sollst uns Vorbild sein.
G.A.
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Ein
Nachruf von Otto Bruckner (Vorsitzender
der Kommunistischen Initiative Österreich)
Otto
Langer gehörte zur „alten Garde“ in der Wiener KPÖ. Ganz
selbstverständlich verbanden Funktionäre wie er großes
organisatorisches Talent, welches auch für besser dotierte Jobs in
anderen Tätigkeiten gereicht hätte, mit großer Disziplin und Loyalität
gegenüber der Partei.
Seine
Verantwortung im Vertrieb des Globus-Verlages und seine langjährige
organisatorische Leitung des Volksstimme-Festes waren Tätigkeiten, in
denen er die Außenwirkung der Partei wesentlich mitgestaltete.
Er
konnte sehr strikt für seine Auffassungen eintreten, was ich als
Vertreter der KJÖ im Volksstimme-Festkomitee in den 1980er Jahren auch
manchmal zu spüren bekam. So gerieten wir nicht selten aneinander, wenn
es um die kulturelle Ausrichtung des Festes ging, waren aber
Festlegungen getroffen, war jeder Streit vergessen, auch das konnte man
von ihm lernen.
Sein
politischer Werdegang und seine Rolle als Gewerkschafter in den USA hat
sich uns Jungen erst mit der Zeit erschlossen. Er hat nie damit
geprahlt.
Besonders
bitter muss für Otto die Erfahrung gewesen sein, dass ausgerechnet jene
Leute in der Partei, mit denen er lange Jahre loyal zusammengearbeitet
hat, ihn schließlich aus der Partei warfen und an seinem Lebensende vor
Gericht zerrten. In einer letztklassigen Inszenierung wurde vom Wiener
Parteiapparat, der zu diesem Zeitpunkt schon voll im Griff des Baier-Klüngels
war, ein Ausschlussverfahren gegen ihn und Ronald Freysinger
durchgezogen.
Nach
dem statutenwidrigen 33. Parteitag folgte eine weitere Säuberungswelle
gegen Kritiker in der KPÖ, der unter anderem Lisl Rizy und Helmuth
Fellner zum Opfer fielen. Große Teile der marxistisch-leninistischen Kräfte
zogen daraus die Konsequenz, die KPÖ zu verlassen und gemeinsam die
Kommunistische Initiative aufzubauen. Otto Langer und seine GenossInnen
der „Tribüne für die Wahrheit“ kämpften weiterhin für eine
revolutionäre Erneuerung der KPÖ und teilten unsere Auffassung nicht,
dass dieser Kampf nach dem 33. Parteitag vergebens sei. Ungeachtet
dessen blieben wir in Kontakt und in solidarischer Verbundenheit.
Bruno
Furch betitelte in den 1990er Jahren ein Buch über die KPÖ mit dem
Satz „Das schwache Immunsystem“. Dieses muss inzwischen vollständig
kollabiert sein; denn nicht nur die Prozesslawine, die Baier und Graber
gegen kominform vor ein paar Jahren lostraten, wurde von der Partei
(bestenfalls murrend) toleriert, auch der Gipfel an selbstgerechter
Eitelkeit, einen 88-jährigen, verdienten Genossen vor Gericht zu
zerren, wurde ohne nennenswerten Protest hingenommen.
Und
so blieb es Otto Langer nicht erspart, schwerkrank und auf die Neunzig
zugehend, noch vor Gericht zu erscheinen, damit die „Ehre“ des
Parvenues Walter Baier wieder hergestellt wird. Dabei ist es ja
mittlerweile unstrittig und auch gerichtlich bestätigt, dass Baier das
Ernst Kirchweger Haus an einen Mann aus der rechtsextremen Szene
verkauft hat, der früher auch der mittlerweile verbotenen Aktion Neue
Rechte (ANR) angehörte. Anstatt sich für diesen Skandal in Grund und
Boden zu schämen und schleunigst die politische Bühne zu verlassen,
werden reihenweise Kommunisten und Antifaschisten vor den Kadi gezerrt.
Wenige
Tage nach der erstinstanzlichen Urteilsverkündung in einem der
Prozesse, die Baier mit Parteianwalt Löw gegen ihn angestrengt hat, ist
Otto Langer in Wien verstorben. Dieser zeitliche Zusammenhang mag Zufall
sein oder auch nicht. Zuträglich war es der Gesundheit eines
schwerkranken Mannes in diesem Alter jedenfalls nicht, mit aberwitzig
hohen Streitwertsummen bedroht zu werden.
Ottos
Leben und Wirken wird in den Reihen der österreichischen KommunistInnen
unvergessen bleiben. Er musste es in seinem Leben mit vielen - teils übermächtigen
- Gegnern wie dem Mc Carthy-Amerika aufnehmen.
Das
Wirken Baiers wird als eitle, selbstgerechte Spiegelfechterei eines
Mannes, der maßgeblich zum Niedergang der Kommunistischen Partei Österreichs
beigetragen hat, in Erinnerung bleiben. Und auch, dass diese Partei ihn
gewähren ließ, sollte nicht vergessen werden. Für Otto und viele
andere aufrechte KommunistInnen war es immer besonders enttäuschend,
dass gerade die steirische KPÖ, die sich durch ihren eigenständigen
Kurs dem Niedergang entziehen konnte, dem Treiben Baiers und der
Bundes-KPÖ tatenlos zusah.
Mit
Otto Langer starb ein Kommunist mit Rückgrat. Eine mittlerweile leider
selten gewordene Spezies in der KPÖ.
Unser
aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen vielen Freunden.
Abschied von Otto Langer
Genosse
Otto Langer wurde – wie es einem alten Kämpfer gegen den Faschismus
und für eine bessere Gesellschaft gebührt – würdevoll
verabschiedet.
Außer
seiner Familie waren zahlreiche alte KampfgefährtInnen, GenossInnen,
die mit ihm gemeinsam Widerstand gegen die Zerstörung der KPÖ
geleistet haben, und viele junge GenossInnen gekommen. Ronald Freysinger,
in den letzten Jahren der engste Kampfgefährte Ottos, hielt den
politischen Nachruf und fand die passenden Worte für seine politische
Bedeutung im US-Exil, in der Nachkriegszeit, in der KPÖ und als
Herausgeber der „Tribüne für die Wahrheit“ ein.
Andrea,
die Tochter seiner Lebensgefährtin, betonte in einer zu Herzen gehenden
Rede Ottos Menschlichkeit. Umrahmt wurde der Abschied mit der Ballade
„Joe Hill“ - gesungen von Paul Robeson, mit „Try to Remember“
seines Freundes Harry Belafonte. Den Abschluss bildete die
„Internationale“.
Die
verbliebene KPÖ und ihrer „Führung“ glänzte durch Abwesenheit und
konnte über den Tod hinaus dem jahrzehntelangen Parteimitglied und
Verantwortlichen für das Volksstimmefest seine Geradlinigkeit,
Prinzipienfestigkeit und Unbeugsamkeit nicht verzeihen. In selbst zerstörerischer
Nibelungentreue zu Walter Baier, der den schwerkranken Otto noch vor
Gericht zerrte, hielt man an der Ächtung des großen alten Kommunisten
fest. Aber auch die KPÖ Steiermark hat bedauerlicherweise keinen
Vertreter zum Begräbnis entsandt.
(Aus
der Internetzeitung kominform)
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Rede
Ronald Freysingers bei der Verabschiedung von
Otto Langer
Geschätzte
Familie, Freundinnen und GenossInnen!
Wir
haben soeben die Ballade von „ Joe Hill“ gehört, dem mutigen
Gewerkschaftsagitator, der sich gegen die Minenbesitzer stellte und auf
deren Betreiben in Utah des Mordes angeklagt und erschossen wurde. Otto
liebte diese Ballade. Sagt doch Joe Hill darin „ Wen die Kupferbosse
nicht liquidieren konnten, macht sich jetzt auf, die Bergarbeiter zu
organisieren.“
Auch
Otto erkannte schon sehr früh, dass Stärke und Erfolg einer Bewegung
von einer guten Organisation abhängen. Die schwere Schule, durch die er
gegangen ist, waren die Niederlage der österreichischen
ArbeiterInnenbewegung durch den Faschismus 1934, die Okkupation Österreichs
durch Hitler-Deutschland 1938 und seine Flucht vor den Nazi-Faschisten.
Sie haben das Ihre zu Ottos Entwicklung als politischem und
gewerkschaftlichem Organisator beigetragen.
Schon
kurz nach seiner Ankunft in den USA bewarb er sich als Laufbursche bei
der Filmgesellschaft Paramount. Nachdem Otto dort einige Wochen
gearbeitet hatte, fragte er den Oberlaufburschen, einen Iren, wer denn
den Gewerkschaftsbeitrag kassiert. Dieser deutete ihm leise zu sprechen
und sagte, dass es für die Angestellten keine Gewerkschaft gäbe, weil
das die Bosse nicht wollten.
Otto
begann sich unverzüglich mit Gleichgesinnten zu beraten, um die
Gewerkschaft aufzubauen. Trotz großer Schwierigkeiten, wie Korruptions-
und Spaltungsversuchen der Filmbosse und Vorurteilen und Kleinmut bei
KollegInnen, stellten sich bald Erfolge ein. Die Krönung seiner Arbeit
war die Zulassung der Gewerkschaft für Film-Angestellte und der
Abschluss eines Kollektivvertrages für sie. Etwas später wurde Otto
als Zentralbetriebsrat von 14 Filmfirmen und als
Gewerkschafts-Zentralsekretär der Film-Angestellten gewählt. Künstler
wie Harry Belafonte, Paul Robeson und der Filmschauspieler Sam
Wannemaker traten für die neu gegründete Gewerkschaft auf, um Geld
einzuspielen.
1948
kehrte Otto Langer, nunmehr verfolgt von Mc. Carthy’s
antikommunistischem Komitee, aus der Emigration nach Wien zurück und
wurde kurz nach seiner Anstellung beim Globus Verlag Vertriebsleiter der
Volksstimme. Das Volksstimmefest im „grünen Prater“ in den Farben
des Spätsommers mit geistreicher Kultur, aufregendem Sport, gutem Essen
und Trinken – das fällt einem spontan zu Otto ein. Dieses
Jahrzehntelang größte Volksfest Wiens war bei der arbeitenden Bevölkerung
besonders beliebt.
Dort
hatte ich 1975 auch meine erste Begegnung mit ihm. Damals, als ich
Sportfreunden, die in der Kommunistischen Jugend im 2. Bezirk
organisiert waren, bei ihrem Flohmarkt half, inspizierten einige Männer
den Verkaufsstand. Einer von ihnen begrüßte uns persönlich, mit Händedruck.
Später erfuhr ich von meinen Freunden, dass dieser freundliche Mann der
Verantwortliche des Volkstimmefestes war und Otto Langer hieß.
Kurz
darauf erhielt ich die Gelegenheit, mit Otto persönlich zu sprechen,
wir unterhielten uns unter anderem über
seine und
meine Gewerkschaftstätigkeit.
Seine
Sachkenntnis in Gewerkschaftsfragen und seine Parteilichkeit für die
arbeitenden Menschen beeindruckten mich sehr. Das war der Beginn unserer
33-jährigen Freundschaft und Zusammenarbeit in der KPÖ, der
Gewerkschaft, der Friedens- und antifaschistischen Bewegung.
Wer mit Otto zusammenarbeitete, merkte bald, dass
sein Organisationstalent Vieles möglich machte, worauf man später mit
Recht stolz sein konnte. Eine seiner hervorstechenden Eigenschaften war
mit den Menschen zu kommunizieren. Seine ruhige, sachliche aber
bestimmte Art und seine Durchschlagskraft waren legendär. So kam es
auch, dass ihm als Funktionär des Verbandes Österreichischer
Herausgeber und Zeitungsverleger durch Bundeskanzler Bruno Kreisky das
goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreichs überreicht
wurde.
Otto
war Revolutionär, Kommunist, Leninist. Er folgte dem Ruf von Marx und
Engels „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ und bemühte
sich, seinen Beitrag zur Befreiung der Arbeiterinnenklasse von
kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung zu leisten. Dafür hat er
mit Optimismus, Leidenschaft und Zähigkeit gekämpft.
Noch
im hohen Alter, als Herausgeber der „Tribüne für die Wahrheit“,
trat er für die Einheit der Kommunistischen Partei auf prinzipienfester
Grundlage sowie für einen konsequenten Antifaschismus ein.
In
der letzten Phase seines Lebens, krank, als 89-Jähriger, wurde Otto vom
ehemaligen KPÖ-Vorsitzenden geklagt, weil er die Wahrheit über dessen
Geschäft mit einem Neonazi schrieb.
Viele
von euch, die heute gekommen sind, haben auch mit Otto
zusammengearbeitet. Der Tod unseres Freundes wird von allen betrauert,
die seine Leistungen begreifen und zu schätzen wissen.
Lieber
Otto, wir versprechen dir, in deinem Sinne weiterzukämpfen!
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Wir
danken allen Genoss(inn)en und antifaschistischen Freund(inn)en
für ihre Solidarität und Anteilnahme. Noch kurz vor Otto’s
Tod sind Solidaritätserklärungen gegen Baier’s Klage von
Genossen wie Kurt Gossweiler, Klaus Steiniger und Genoss(inn)en
des „Rotfuchs“ sowie des Musikers Christian Peterka
eingetroffen. Ein wunderschöner Kranz mit roten Nelken von der
Kommunistischen Initiative erinnerte bei der Verabschiedung an
die Tradition der Arbeiter(innen)bewegung.
Bei
einer Gedenksendung von Radio Orange wurden Aufzeichnungen von
Otto anlässlich seines Auftritts in der KPÖ-Grundorganisation
Dogma im Jahr 2002 sowie Musik von und mit Harry Belafonte
gebracht.
Das
Kollektiv |
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