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Imperialistische
Klassenjustiz versucht Prof. José Maria Sison
kaltzustellen
Niederländische
Polizei nimmt den Gründer der KP der Philippinen unter fadenscheinigen
Anschuldigungen fest
Erneut
politischer Gefangener
Von
Kassandra/28. August 2007
Der
seit 1987 im politischen Exil in den Niederlanden lebende Gründer der
Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP), José Maria Sison, ist in
Utrecht verhaftet worden. Dem 68jährigen Sison werde die Verwicklung in
Morde auf den Philippinen vorgeworfen, teilten die niederländischen Behörden
am Dienstag mit. „Der Kommunistenführer stand im Verdacht, von den
Niederlanden aus die Ermordung seiner früheren politischen Weggefährten
Romulo Kintanar und Arturo Tabara angeordnet zu haben“, erklärte die
Staatsanwaltschaft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, die
Verhaftung bedeute nicht, dass Sison an die Philippinen ausgeliefert werde
(1).
Was
steckt dahinter?
Es
ist nicht das erste Mal, dass versucht wird, Prof. Sison mit juristischen
Mitteln kaltzustellen. Sondern dies begann schon zu Beginn seines
politischen Exils in den Niederlanden m 1990. Der höchste niederländische
Verwaltungsgerichtshof Raad van State stellte 1992 und 1995 mit Bestätigung
1997 fest, dass Prof. Sison ein politischer Flüchtling nach Artikel 1 A
der Flüchtlingskonvention und Rechtseenheidkamer REK ist (2). Diesmal
wird ihm vorgeworfen, die „Ermordung von zwei ehemalige Verbündeten auf
den Philippinen“ angeordnet zu haben. Er soll am Freitag einem Richter
in Den Haag vorgeführt werden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte,
Sison werde in den Niederlanden vor Gericht gestellt. In dem Verfahren
geht es um die Tötung von Romulo Kintanar und Arturo Tabara im Januar
2003. Zu der Tat bekannte sich damals die NPA (3) Die niederländische
Klassenjustiz strich ihm bereits vor Jahren jegliche Sozialhilfe und
Rente, so dass er von dem mitleben muss, was seine Frau an Unterstützung
und er von der philippinischen Gemeinschaft in den Niederlanden als
Spenden erhält (4). So sieht „politisches Asyl“ in diesem Fall aus!
Ex-Verbündete?
Wer waren Kintanar und Tabara?
Kintanar
und Tabara hatten sich als Unterwanderer hohe Funktionen in der CPP und
NPA Mitte der 80er Jahre erschlichen, als nach Ende der Marcos-Diktatur
die CPP sich für Zulauf (zu) weit öffnete und erheblich von Agenten
infiltriert wurde. Beide Agenten wurden aus der CPP zu Beginn der 90er
Jahre ausgeschlossen und betätigten sich anschliessend massgeblich bei
der Bildung der „Revolutionären Proletarischen Armee - Alex Boncayao
Brigade“. Diese Todesschwadron führte als paramilitärische Hilfstruppe
der philippinischen Streitkräfte ihren konterrevolutionären Krieg gegen
die NPA. Es kam zu einigen Feuergefechten zwischen ihr und der NPA. Es gehört
somit zu den Kriegshandlungen, dass Kintanar am 23.01.2003 und Tabara im
September 2006 als Verräter und aktive Feinde der CPP/NPA getötet
wurden. Dazu bekannten sich CPP und NPA, nicht jedoch fungierte Prof.
Sison nach seiner Verhaftung und grossteil Isolationshaft von 1977 bis
Mitte der 80er Jahre und hernach als Befehlsgeber in der CPP oder NPA (5).
Was
heisst Verurteilung bei der NPA?
Die
NPA erklärte, dass Kintanar wegen seiner Verbrechen gegen die Revolution
und am Volk vom Sondergericht des Volkes zum Tode verurteilt worden war,
und die Todesstrafe von einem Sonderkommando der NPA ausgeführt wurde
(6). Über den Fall Tabara führte eine Publikation der NPA aus, dass er
ein „verbrecherischer und fanatischer Konterrevolutionär“ war. Er
wurde getötet, weil er Widerstand leistete, als eine Sondereinheit der
NPA ihn in Arrest nehmen wollte (6).
Solche
Arrests führt die NPA an Personen aus, die vor ein Gericht jener Menschen
aus dem Volke gestellt werden, welche unter den Machenschaften dieser
Personen zu leiden hatten. Wie auch hier in Kommunisten-Online veröffentlichte
Beispiele zeigen, sind die Urteile solcher Gerichte des Volkes sehr verhältnismäßig
und bestehen zumeist aus Abmahnungen. Folter an Gefangenen,
Vergewaltigungen und Misshandlungen gibt es bei der sehr diszipliniert
operierenden NPA nicht.
Wer
sich jedoch brutaler Gewaltverbrechen am Volke schuldig gemacht und mit
blutigen Händen vor dem Volke steht, kann auch mit dem Tode bestraft
werden. Blutrache ist auf den Philippinen durchaus verbreitet. Und
dass Militär, Sicherheitsdienste, paramilitärische Banden und Polizei
mit Mord und schwersten körperlichen und psychischen Folterungen sowie
Misshandlungen und Vergewaltigungen gegen insbesondere Kommunistinnen und
Kommunisten sowie mutmassliche Rebellen operieren, ist trauriger und
opferreicher Alltag für das philippinische Volk. Die von
fortschrittlichen Initiativen erfasste Zahl der unter dem gegenwärtigen
Arroyo-Regime verschwundenen, verschleppten und ermordeten linken
Oppositionellen liegt bei mehr als 1200. Darüber hinaus gibt es eine beträchtliche
Dunkelziffer.
Offen
terroristische Diktatur der Kompradorenbourgeoisie
Das
Arroyo-Regime der philippinischen Kompradorenbourgeoisie hält sich also
mit offen staatsterroristischen Mitteln und alltäglicher Gewalt am
eigenen Volke an der Macht. Die US-Army, Navy und Air Force darf im Rahmen
einer heuchlerisch „Gästeabkommen“ genannten Vereinbarung am
„Antiterrorkrieg“ teilnehmen, die GIs unterliegen dabei weder in ihrem
mörderischen Tun noch in den Vergewaltigungsfällen der philippinischen
Rechtsprechung und agieren somit mit einem rechtlichen Freibrief für
begangene Verbrechen aller Art wie eine Kolonialarmee. Zwar ist in
offiziellen Verlautbarungen nur vom Einsatz des US-Militärs in Basilan/Sulu
gegen die Abu Sayyaf - Bande als mutmaßlicher Teil von Al-Kaida (faktisch
reine Lösegeld-Erpresser-Bande) die Rede, jedoch ist naturgemäß die CPP/NPA
die Hauptzielscheibe der eingreifenden US-Truppen.
Solidarität
mit Prof. Sison, der CPP und dem philippinischen Volk
Wir
Kommunisten erklären uns brüderlich solidarisch mit Prof. Sison und
fordern von der niederländischen Justiz seine sofortige Freilassung. Wir
stehen fest an der Seite des philippinischen Volkes, dessen beste Söhne
und Töchter als rote Kämpferinnen und Kämpfer in den Reihen der CPP und
NPA, der fortschrittlichen Listengruppen und Initiativen dem
verbrecherischen und faschistoiden Arroyo-Vasallenregime des
US-Imperialismus anwachsenden Widerstand in vielfältigen Kampfformen
entgegensetzen.
Kassandra
(1)
Rheinpfalz.de (Dienstag, den 28. August 2007 - 17:09 Uhr)
(2)
kommunisten-online.de/International/
(3)
net-tribune.de/
(4)
todayonline.
(5)
habs-cbnnews.com/
(6)
tribune.net.ph |