|
Internationale
Konferenz zur Solidarität mit den politischen
Gefangenen
-
Schlusserklärung -
Die
Internationale Konferenz zur Solidarität mit den politischen Gefangenen
wurde vom 24.-25. Mai 2008 mit Delegierten aus Palästina, der
West-Sahara, Dänemark, Italien, Spanien, Indien, Deutschland, der
Schweiz, Belgien, Türkei/Nordkurdistan, Frankreich und dem Iran mit
insgesamt 150 Teilnehmern aus 12 Ländern erfolgreich durchgeführt.
Die
Eröffnungsrede wurde im Namen des Kommitees Freie Gefangene Europa
gehalten. An der Konferenz nahmen Vertreter folgender Organisationen und
Einrichtungen, sowie auf die jeweiligen Themen spezialisierte Personen
wie Psychologen und Anwälte teil: Addameer- Palästina, Proletarische
Solidaritätsorganisation (ASP)- Italien, AFAPREDESA- West-Sahara
(Teilnahme durch Videokonferenz), Arbeiter Partei Iran (Toufan)- Iran,
ICAD (Sektion Deutschland und Niederlande), Manik Mukherjee im Namen von
SUCI, IAPSCC und AIAIF - Indien, Rote Hilfe Frankreich, Rote Hilfe
International (RHI) - Schweiz, Rote Hilfe Deutschland, Kommunistische
Partei Frankreich-Maoistisch, IHD (Menschenrechtsverein) Istanbul- Türkei,
Angehörige der Gefallenen und Gefangenen der ESP (Sozialistische
Platform der Unterdrückten)- Türkei/ Nordkurdistan, AvEG-Kon (Konföderation
der Unterdrückten Migranten Europa), der Psychologe Dr. Jean-Claude Métraux-
Schweiz, der Pädagoge- Sozialexperte Ümit Kosan- Deutschland, Kamil
Agaoglu, der Anwalt der Gefangenen des 10. September Prozesses - Türkei,
Internationale Initiative “Freiheit für Abdullah Öcalan- Frieden für
Kurdistan”- Deutschland, Internationales Forum- Dänemark, Persien
Dialog- Deutschland, Aufbau- Schweiz, PCE(r), Grapo und Socorro Rojo
Gefangenen Kollektiv - Spanien Internationale Rote Hilfe Kommission-
Belgien, AGIF- Deutschland, IGIF- Schweiz, ACTIT- Frankreich, GIK-DER-
Britannien, EGK- Belgien, MKP (Maoistische Kommunistische Partei) - Türkei-Nordkurdistan.
Die Teilnehmer referierten auf der Konferenz zu Themen ihres jeweiligen
Fachgebiets.
An
der Konferenz nahmen auch Hatice Toraman, die Mutter eines
Verschwundenen, sowie Teilnehmer des Todesfastens in den Jahren 1996 und
2000 in den Gefängnissen der Türkei und Nordkurdistan und auch
ehemalige Gefangene, die viele Jahre inhaftiert waren.
Es
gab viele Einrichtungen, die die Konferenz unterstützten, jedoch aus
verschiedenen Gründen nicht teilnehmen konnten. Diese begrüßten die
Konferenz mit Grußbotschaften. Neben den Gefangenen des Prozesses der
MLKP (Marxistische Leninistische Kommunistische Partei) schickten auch
die palästinensischen Gefangenen in den israelischen Gefängnissen,
vertreten durch den Generalsekretär der FHKC Ahmed Saadat, und
die Gefangenen in den Gefängnissen in Italien und der Schweiz Grußbotschaften
zur Konferenz und nahmen somit teil.
Die
Konferenz, veranstaltet vom Kommitee Freie Gefangene Europa (AÖTDK),
bezweckte, das Interesse gegenüber den Gefängnissen und den Problemen
der politischen Gefangenen auf der gesamten Welt zu steigern, das
Bewusstsein der internationalen Solidarität mit den politischen
Gefangenen zu entwickeln und diese Solidarität zu vernetzen. Weiterhin
war das Ziel, das Verhältnis zwischen den Einrichtungen zu stärken,
die sich mit den Gefängnissen und den Problemen der politischen
Gefangenen beschäftigen, die Zusammenarbeit zwischen diesen
Einrichtungen und den gemeinsamen Kampf zu entwickeln, zeitgleich
Kampagnen zu führen, bei verschiedenen Aktionen und Aktivitäten
international koordiniert zu handeln und führte dies bezüglich
wichtige Diskussionen. Auf der Konferenz wurden umfangreiche
Diskussionen seitens der Delegierten zu den Erfahrungen, Gefängnissen
und den Problemen der politischen Gefangenen in ihren Ländern und den
Aufgaben geführt. Die Bedeutung und Wichtigkeit, die politischen
Gefangenen zu schützen und sich international mit ihnen zu
solidarisieren wurde ebenfalls betont. Die
Diskussionen, die auf der Konferenz geführt wurden, motivierten die
Teilnehmer gegenseitig.
Folgende
Schlussfolgerungen wurden festgehalten:
-
Das Problem der Gefängnisse ist kein lokales, regionales oder
nationales Problem, sondern ein Problem von internationaler Bedeutung.
Es werden Inselgefängnisse, Abschiebegefängnisse und geheime CIA
“Flugzeuggefängnisse” gebaut.
-
Gefängnisse sind ein Gebiet des internationalen Klassenkampfes.
-
Auch wenn die Länder, die Städte und die alphabetischen Namen
verschieden sind, ist Isolation die internationale Politik der
Imperialisten.
-
Isolation ist ein Teil der Angriffe der Imperialisten auf die
Arbeiterklasse und unterdrückten Völker.
-
Isolation ist ein Problem des Konzeptes der Imperialisten, sich aufs
Neue zu organisieren.
-
Die neuen Isolationsgefängnisse werden auf der ganzen Welt seitens der
Herrscher als “Hochsicherheitsgefängnisse” bezeichnet. Gefängnisse
wie Stammheim, Meza, Evin, F Typ, Guantanamo, Libertet, Nafa, Ýmralý
symbolisieren dies.
-
Die Gefängnisse und die Probleme der politischen Gefangenen sind nicht
nur die Probleme der Gefangenen selbst, sondern vielmehr von
Nicht-Inhaftierten. Es ist vor allem ihre Aufgabe, diesen Kampf zu führen.
Der Kampf gegen die Isolation und die Repression in den Gefängnissen
kann nicht allein den politischen Gefangenen überlassen werden. Die Gefängnisse
und die Probleme der politischen Gefangenen dürfennicht auf die
Gefangenen und ihre Familien beschränkt werden.
-
Die Probleme der Gefangenen weltweit sind mehr oder weniger dieselben.
Von Tag zu Tag ähneln sie sich immer mehr.
-
Die Gefängnisse und die Probleme des Gefangenseins sind die Probleme
einer ganzen Gesellschaft, der Arbeiter und Werktätigen.
-
Die Gefängnisse und die Probleme der Gefangenen beinhalten neben den
politischen Problemen ebenso familiäre, juristische und gesundheitliche
Probleme.
-
Die Solidarität mit den Gefangenen ist enorm wichtig. Das soll nicht
nur gesagt werden, sondern soll auch eine aktive Solidarität
beinhalten.
-
Das Interesse und die Sensibilität gegenüber den Gefängnissen und den
Problemen der Gefangenen müssen auf einer internationalen Grundlage
behandelt werden.
-
Die Probleme der politischen Gefangenen und die ihrer Familien und
Verwandten sind ein wichtiger und spezieller Arbeitsbereich des Kampfes
für die Freiheit und den Sozialismus.
-
Es ist von großer Bedeutung, dass eigens für diesen wichtigen und
speziellen Arbeitsbereich Einrichtungen geschaffen werden.
-
Das Verhältnis zwischen den Einrichtungen in verschiedenen Ländern,
die zu diesen Gebieten arbeiten, muss gestärkt werden.
-
Es ist wichtig, dass das Verhältnis zwischen diesen Einrichtungen
internationalen Character trägt und gemeinsame Aktivitäten und
zeitgleiche Kampagnen geführt werden. Daher muss eine internationale
Koordination geschaffen werden.
-
Aus diesem Grund soll als erster Schritt ein “Kommunikationsnetz”
organisiert werden.
-
Der Aufbau eines
Interventionsnetzes gegen mögliche Angriffe auf politische
Organisationen und Gefangene wird diesen Kampf stärken.
-
Die Organisationen, die sich in diesem Sinne einig sind, veröffentlichen
in bestimmten Abständen ein Internationales Bulletin.
-
Die Organisation von internationalen Konferenzen zur Solidairtät mit
politischen Gefangenen und ähnliche Versammlungen müssen als wichtig
eingestuft werden. Diese werden dazu dienen, über die Probleme der
Zusammenarbeit und des gemeinsamen Kampfes zu diskutieren und
Perspektiven zu finden.
-
Die Solidarität mit den politischen Gefangenen muss konkret sein, sie
muss Aufrufen folgen und eine aktive Antwort sein. Dies wird die Kapazität
der Zusammenarbeit steigern.
Die
Konferenz verdammt die Angriffe auf die Textilarbeiter in Mahal/Ägypten,
und sie begrüßt den Hungerstreik der Arbeiter und unterstützt ihren
Widerstand.
Die
Konferenz erklärt ihre Unterstützung und Solidarität mit dem
Generalstreik der peruanischen Arbeiter am 9. Juni und dem Streik der
Gewerkschaft Limter-Is in den Werften von Tuzla in Istanbul am 16. Juni.
Sie ruft dazu auf, sich mit den Streiks und Widerständen zu
solidarisieren.
Die
Konferenz veröffentlichte einen Brief an die Gefangenen, die bei
Angriffen des reaktionären, faschistischen Regimes auf Arbeiter und
Werktätige in verschiedenen Ländern festgenommen wurden. In diesem
Brief wurde der Widerstand und der Kampf der Gefangenen begrüßt und
Erfolg gewünscht.
Die
Konferenz diente als Podium für die freien Gefangenen, ihre
Familien und Genossen, die hier ihre Stimmen und Kräfte vereinen und
den internationalen genossenschaftlichen Kampf entwickeln konnten.
Anläßlich
der Internationalen Wochen gegen das Verschwindenlassen nahmen sowohl
die ehemaligen Gefangenen, die sich am Todesfasten beteiligten, als auch
die internationalen Delegierten und alle anderen an einer Aktion teil
und vereinten die Stimme der Gefangenen mit der der Verschwunden
gelassenen.
Die
Konferenz endete, nachdem Hatice Toraman, die Mutter eines
Verschwundenen, anläßlich des 13jährigen Kampfes und ihrer wichtigen
Beiträge zum Kampf gegen das Verschwindenlassen im Rahmen der
Internationalen Wochen gegen das Verschwindenlassen eine Auszeichnung
erhielt. Zum Schluss wurden internationale Parolen gerufen.
Internationale
Konferenz zur Solidarität mit den politischen Gefangenen
24.-25.
Mai 2008, Köln, Deutschland
|