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Portugiesische
Gewerkschaften rufen zum Generalstreik am 24. November
Von
mh (Schweiz)
Quelle:
Kommunisten.ch
vom 19.10.2011
Auf
Kommunisten-online am 21. Oktober 2011 – Die portugiesischen
Gewerkschaftsbünde CGTP-Intersindical und die
kleinere UGT rufen einen 24-stündigen
Generalstreik aus, um gegen die Austeritätspolitik der Regierung von
Pedro Passos Coelho zu protestieren. Mit dem Streik reagiert die
portugiesische Arbeiterklasse auf das Staatsbudget der neuen Regierung.
Er findet am 24. November statt, am Vortag der Parlamentsabstimmung über
das Staatsbudget und auf den Tag genau ein Jahr nach dem letzten
Generalstreik.
Ein
Generalstreik gegen Verarmung und Ausbeutung
In
einer Fernsehrede zum Staatsbudget hat Passos Coelho neue, noch
weitergehende Einschnitte angekündigt, wobei die öffentlichen
Angestellten einmal mehr die Hauptlasten tragen. Gestrichen werden unter
anderem Lohnbestandteile wie Ferien- und Jahresendzulagen. Den Arbeitern
der Privatwirtschaft wird eine Verlängerung der täglichen Arbeitszeit
und eine unbezahlte halbe Stunde zugemutet. Die bezahlten Pausen werden
gestrichen, die Lohnansätze für Überstunden gesenkt.
Alle
populären Schichten sind betroffen von der massiven Anhebung der Sätze
der Mehrwertsteuer; diese werden für viele Produkte des täglichen
Bedarfs von der untersten Taxstufe (6%) in die mittlere (13%) oder höchste
umgeteilt (23%). Darunter fallen der Einkauf von Tafelgetränken
einschliesslich Mineralwasser, gefrorene Produkte wie Pommes, ebenso der
gesamte Konsum in Restaurants. (Was die Restaurants betrifft, musste
die neue Regierung ausdrücklich bestätigen, dass auch Restaurants von
Golfplätzen neu der 23%-Taxe unterliegen. Die Vorgängerregierung Sócrates
hatte die Golfplätze und ihre Betriebe von der höchsten in die
unterste Taxationsstufe umgereiht.)
An
der gemeinsamen Pressekonferenz beider Gewerkschaftszentralen sagte CGTP-Generalsekretär
Carvalho da Silva: «Es ist ein Generalstreik gegen die Erhöhung der
Ausbeutung. Die in den letzten zwei Jahren beschlossenen Massnahmen
bedeuten insgesamt eine Lohneinbusse von 30 Prozent für die
portugiesischen Lohnabhängigen.»
Ein
patriotischer Streik für ein souveränes Land und eine würdige
Entwicklung
Er
begründete den Streik auch im Interessen des Landes: «Es ist ein
Generalstreik, der ein souveränes und entwickeltes Portugal verlangt,
und der die unumstössliche Notwendigkeit betont, dass sich die Arbeiter
für ihre Rechte, für ihre Löhne, für die Freiheiten und die
grundlegenden Werte der Demokratie schlagen. (…) Wir halten die
Kampagne für unwürdig, die im Lande im Gang ist, um die Portugiesen
glauben zu machen, dass diese Politik unvermeidlich ist und dass die
Kreditwürdigkeit des Landes sich mittels Verarmung seiner Bevölkerung
und Ruin Portugals einstellen wird.»
Gegen
die Troika und ihre Politik der verbrannten Erde
Mit
dem gleichen Wort, welches kürzlich der Generalsekretär der
Portugiesischen Kommunistischen Partei (PCP)
zur Charakterisierung der Regierungspolitik gebraucht hatte, brandmarkte
Carvalho da Silva die Unterwerfung Portugals unter die “Politik der
verbrannten Erde”: «Einige sagen, dass eine Rezession notwendig sei,
um uns auf den uns zustehenden Lebensstandard zu versetzen, damit wir
nachher aus der Asche wieder auferstehen könnten. Das bedeutet eine
Politik der verbrannten Erde», unterstrich der Gewerkschaftsführer.
(19.10.2011/mh)
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