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Griechenland: PAME ruft alle Arbeiter auf

ERHEBT EUCH UND STREIKT AM 23. JUNI 2010

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

auf Kommunisten-online am 24. Juni 2010 – Mit dem vom Arbeitsministerium am Mittwoch veröffentlichten Präsidenten-Dekret schafft die Regierung den barbarischsten Dschungel in den Arbeitsverhältnissen. Sie versucht, einen entschiedenen Schlag gegen die Arbeiterrechte durchzuführen. Das Dekret setzt die entsprechenden Regeln aus dem von der Regierung, der EU und dem IWF durchgepeitschten Memorandum um.

Diese Maßnahmen beinhalten:

    * Betriebskollektiv-Vereinbarungen werden abgeschafft.

    * Mindestlöhne werden drastisch gesenkt, besonders für die jungen Leute.

    * Entlassungsgelder werden drastisch gesenkt um 50%.

    * Mindestlohn für bis 25 Jahre alte junge Menschen wird abgeschafft.

    * Bis 21 Jahre alte junge Menschen werden 80% der betreffenden Kollektiv-Vereinbarung oder des Nationalen Kollektiven Arbeitsreglements erhalten.

    * Zwischen 21 und 25 Jahre alte junge Menschen werden 85% des Mindestlohnes erhalten.

    * Der derzeitige Mindestlohn von 740 Euro gemäß Kollektivem Arbeitsreglement wird gesenkt auf 592 Euro brutto, d.h. ein junger Mensch wird 470 Euro netto und einen Tageslohn von 21 Euro verdienen!  

    * Die Regeln für die Lehrlinge haben eine Senkung um 500 Euro bei ihren ohnehin niedrigen Löhnen zur Folge.

    * Massenentlassungen werden entschiedener per Gesetz gefördert, weil die Entlassungsschwelle von derzeit 2% monatlich für Unternehmen mit über 200 Beschäftigten auf 5% steigt, und bei Unternehmen mit über 150 Beschäftigten ebenfalls gilt, während es bei Unternehmen mit unter 20 Beschäftigten keine Entlassungsschwelle gibt.

    * Entlassungsgelder werden um 50% gesenkt (von 24 Löhne auf 12 Löhne).

Gleichzeitig schaffen die Regierung, die EU und der IWF die Rechte des Volkes auf soziale Sicherheit und Renten ab, indem Renten abgeschafft und durch eine Beihilfe ersetzt werden und junge Menschen gezwungen werden, bis in ein Alter von über 65 Jahren zu arbeiten. Außerdem kürzen und vermarkten sie die gesundheitliche Betreuung.

KKE: die arbeitenden Menschen müssen die Schwere des Angriffs erkennen

Die KKE antwortete unverzüglich auf diese Maßnahmen. Der Generalsekretär des ZK der KKE, Aleka Papariga, gab eine Pressekonferenz wegen dieser Entwicklungen und unterstrich:

„Die öffentlichen Schulden sind nicht von den Beschäftigten und dem Volk verursacht worden, sondern von den großen Profitmachern, den riesigen staatlichen Fördermitteln, den Privilegien und den Steuergeschenken an die Gruppen der Geschäftsleute. Die Gruppen der Geschäftsleute sind die Ausplünderer. Derzeit sind sie die Kreditgeber der griechischen Regierung. Sie beteiligten sich an der Ausarbeitung des grotesken volksfeindlichen Memorandums. Das griechische Volk muss weder die Schulden noch das Memorandum anerkennen und respektieren.

Wir fragen die Regierung und den Premierminister persönlich, was die zehntausenden von Arbeiterfamilien denn tun sollen, wenn sie die Rechnungen, die Gebühren, die Steuern nicht mehr zahlen können. Wenn sie die notwendigen Nahrungsmittel für ihre Familien nicht mehr zahlen können. Was wird die Regierung tun? Wird sie sie alle in das Gefängnis stecken?

Das Volk muss dem ständig stärker werdenden Krieg der Regierung der PASOK, der Plutokratie, der EU und dem IWF den Krieg erklären. Das arbeitende Volk wird in Armeen hungriger Menschen umgewandelt.

Das Präsidenten-Dekret über die Arbeitsverhältnisse zeigt, dass die Regierung und ihre Verbündeten geradezu zügellos sind. Sie sind die Totengräber der dem Volke verbleibenden Errungenschaften. Sie setzen ein lebenslanges Dachau-Regime durch. Das Volk wird dazu verurteilt, vom Alter von 15 Jahren an bis in sein hohes Alter hinein nur zu einem einzigen Zweck zu arbeiten: den kapitalistischen Minotaurus zu füttern. Die Maßnahmen zu den Arbeitsverhältnissen und zum sozialen Sicherheitssystem, die sie da vorantreiben, verurteilen das werktätige Volk, für einen Minimallohn, eine Minimalrente und eine minimale Gesundheitsbetreuung zu arbeiten.

Es gibt eine Deregulierung der Entlassungsschwellen, eine drastische Senkung der Entlassungsgelder, eine Legalisierung für das Ermöglichen unregistrierter Beschäftigung für die jungen Menschen, die in die Sklaverei oder Lehre mit einem Sterbelohn von 592 Euro brutto gleich 470 Euro netto geführt werden!

Die Demontage des sozialen Sicherheitssystems, die drastische Erhöhung des Rentenalters für alle und darüber hinaus für die Arbeiterfrauen und die drastische Senkung der Renten verurteilt Arbeiter 40 Jahre lang aufeinanderfolgend zu arbeiten, um eine Wohlfahrts-Beihilfe statt einer Rente zu erhalten. Diese Maßnahmen derzeit schaffen die Renten ab und setzen drastische Kürzungen bei den Dienstleistungen im Gesundheitswesen durch.

Das werktätige Volk und seine Kinder werden zu einem Albtraum der Unsicherheit, zu einem lebenslänglichen harten Überlebenskampf verurteilt.

Die Arbeiter müssen die Tiefe und Brutalität der Offensive gegen ihre Klasse erkennen. Die Regierung, LAOS mit seiner starken Unterstützung der Regierung, ND mit seiner Zustimmung, - sie streben danach, den Interessen und Bedürfnissen des Großkapitals zu dienen. Ihr Ziel ist es, die Arbeiter für die Folgen der kapitalistischen Krise zahlen zu lassen, für die die Arbeiter keine Verantwortung tragen, und die künftigen hohen Profite und die Stärkung des griechischen Kapitals zu sichern. Sie schaffen die verbleibenden Errungenschaften der Arbeiter ab, um der todkranken kapitalistischen Produktionsweise Leben einzuhauchen. Der Kapitalismus ist verbraucht, verfault und parasitär. Er kann seine ihm wesenseigenen Widersprüche nicht überwinden. Und er wird daher aggressiver gegenüber der Arbeiterklasse und den selbständigen kleinen und mittleren Gewerbetreibenden.

Die KKE ruft die Arbeiterklasse, die Jugend, die Frauen, die Rentner und die armen Bauern dazu auf, ihre Kräfte in einer vereinten entschlossenen Schlacht zusammenzuführen. Wir müssen diesen Maßnahmen zuvorkommen und die volksfeindliche Politik und ihre Ausführer überwinden. Wir müssen unseren eigenen Kampf beginnen und die Macht der Monopole überwinden. Stoppt den Betrug an uns. Die kapitalistische Entwicklung führt nur zu Härten und Leiden, zu wilder Ausbeutung der Jugend und zur Ausgrenzung der Alten.

Eine vereinte Front des Kampfes für den Weg der Entwicklung im Dienste des Volkes und nicht der Profitmacherei der Monopole ist notwendig. Auf diesem Weg werden die Arbeiterklasse und das Volk ihre zeitgemäßen Lebensrechte erringen“.

PAME ruft auf zu einem 24-stündigen landesweiten Generalstreik

Die Arbeiterklasse und das Volk sind nicht verantwortlich für die Schulden. PAME (Kampffront Aller Arbeiter) ruft auf zu einem massenhaften kämpferischen landesweiten Generalstreik am 23. Juni. Wir rufen die Arbeiter auf, die klassenversöhnlerischen Gewerkschaftsführungen von GSEE und ADEDY (Gewerkschaften der entsprechenden privaten und öffentlichen Bereiche) zu verlassen, die unverschämt zu den Regierungsmaßnahmen erklärten: „An Stellen, wo diese Maßnahmen eingeführt wurden, ist die Wettbewerbsfähigkeit nicht gestiegen, sind die Lebensmittelpreise nicht gefallen, hat die Zahl der Arbeitsplätze nicht zugenommen“!!! Sie beschreiben das Dekret lediglich als „nicht verfassungsgemäß und nicht akzeptabel“.

Im Gegensatz dazu hat PAME eine klassenmäßig orientierte Erklärung abgegeben: „Der 23. Juni wird die massive, entschlossene, kämpferische Antwort sein. Jeder geht streiken. Wir können sie stoppen. Gewerkschaften müssen den Kampf an den Arbeitsplätzen organisieren. Die Arbeiter jeden Untrnehmens müssen am Streik teilnehmen, um erfolgreich auf das Verbrechen an den Rechten der arbeitenden Klassen zu antworten“.

Am Donnerstag, dem 17. Juni, wurden Treffen in allen Großstädten des Landes abgehalten. Eine anfängliche Antwort wurde gegeben. Die Forderungen der Arbeiter sind:

          o Gesetze gegen soziale Versicherung zurücknehmen.

          o Sofortunterzeichnen der Nationalen Kollektiven Vereinbarung und Branchen-Kollektiv-Vereinbarungen für wesentliche Lohnsteigerungen.

          o „Nein“ zur Abschaffung der Entlassungsgelder.

          o „Nein“ zu Kündigungen.

          o Schutz des Arbeitslosen, Arbeitslosenleistungen von insgesamt 1.120 Euro.

Quelle: http://inter.kke.gr/News/2010news/2010-06-18-info

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Griechenland / Athen / 1. Juni 2010

Mächtige Demonstration der KNE vor Israels Botschaft

VERURTEILUNG DES VERBRECHENS UND SOLIDARITÄT MIT PALÄSTINAS VOLK

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

auf Kommunisten-online am 18. Juni 2010 – Das neue imperialistische israelische Verbrechen gegen die Schiffe mit Hilfsgütern für Gaza traf auf die sofortige Antwort der jungen Leute des Kommunistischen Jugendverbandes KNE, die gestern Nachmittag eine Demonstration vor der Botschaft Israels in Athen organisierten.

Dort riefen sie laut in Sprechchören Parolen wie „Menschen sind keine Terroristen, die einzigen Terroristen sind NATO und Israel“. Sie marschierten zur Botschaft Israels. Dort verurteilten sie das mörderische Treiben Israels. Sie drückten ihre Solidarität mit dem leidenden palästinensischen Volk aus. Der Demonstrationszug wurde von Genossen Yannis Protoulis, dem Sekretär der ZK der KNE und Mitglied der KKE im griechischen Parlament, angeführt.

Der Vertreter der KNE prangerte „den mörderischen Angriff der israelischen Armee, welcher mit der Duldung und der von den USA, der EU, der NATO und den anderen imperialistischen Organisationen garantierten Straffreiheit durchgeführt wird“ an. Er machte einen Aufruf an „das Volk, die Arbeiter und die Jugend, ihre Unterstützung und Solidarität mit dem palästinensischen Volk auszudrücken“ und setzte hinzu: „Wir fordern den Stopp jeder Verwicklung unseres Landes in die imperialistischen Pläne in der Region“.

Die Protestierenden verurteilten die Haltung der griechischen Regierung, deren Kritik am Gemetzel sich darauf beschränkte, die „Ausweitung der ausgeübten Gewalt“ als Gegenstand zu haben. Des Weiteren hielt die griechische Regierung in den vorigen Tagen Luftwaffenmanöver mit der israelischen Armee ab und beendete lediglich die erste Stufe jener Manöver erst nachdem die Entwicklungen sie dazu zwangen. Die Manöver sollen planmäßig Ende Juni weiterlaufen. Dies im Rahmen der Beziehungen zwischen der griechischen Regierung und Israel, welche sowohl bei der derzeitigen PASOK-Regierung als auch bei der vorigen ND-Regierung gefördert wurden. Dazu sind sie vollauf eins mit den Standards der EU und deren Beziehungen mit dem Staat Israel, was sich auch im gemeinsamen Luftraum der EU und Israels zeigt.

Nur das Volk kann diese imperialistischen Pläne, Vereinbarungen und Wetteifereien durchkreuzen und seine Rechte durchsetzen, ohne dabei irgend etwas von den Imperialisten, ihren Organisationen und deren verbündeten unabhängigen Behörden zu erwarten.

PAME organisiert heute neue landesweite Demonstrationen gegen den volksfeindlichen Angriff und das brutale Gemetzel auf offener See vor Gaza, um so seine Unterstützung und Solidarität mit dem palästinensischen Volk auszudrücken.

01.06.2010

Quelle: http://inter.kke.gr/News/2010news/2010-06-01-palestine  

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