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POLITISCHER KARRIERISMUS IN DER VENEZOLANISCHEN REVOLUTION

von Juan Contreras und Oswaldo Flores (KP Venezuela)

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Caracas, 7.2.2010, Tribuna Popular TP.-   Sprechen wir es doch in aller Deutlichkeit aus: In den Reihen der bolivarischen Revolution gibt es Personen in Positionen von Regierungsstellen, die die übrigen Leute lediglich zu ihrem persönlichen Nutzen benutzen. Während ihre Verpflichtung eigentlich darin besteht, dass alle sich als „Revolutionäre“ bezeichnenden Personen den Volksmassen zu dienen haben. Auf diese Weise ist der Raub von Talenten eingetreten, wie sie in den Kollektiven mit ihrer abartigen Folge für den bolivarischen Prozess hervorgebracht worden sind. Es sind die Basisorganisationen der Revolution aufgerieben und zersetzt worden. Die Volksmacht ist auf diese Weise durch das Wirken des politischen Karrierismus und des persönlichen Eigeninteresses geschwächt worden, anstatt gestärkt zu werden.

Diese politischen Karrieristen konzentrieren ihr Handeln völlig darauf, wie sie Pfründe erzielen können. Dies auch um den Preis, einen revolutionären Mitstreiter und Genossen auf dem heißen Grill abzuschlachten. Sie reproduzieren die alte politische Praxis aus der Vergangenheit in den Amtsstuben der revolutionären Regierungsstellen. Diese Karrieristen in Machtfunktionen arbeiten nur für ihre Individualität und ihren Egoismus an jeder Arbeitsaufgabe oder in jeder Organisation, die sie sehen oder entdecken, und die ihnen für ihre Ziele zweckdienlich ist. Es ist Zeitvergeudung, innerhalb einer revolutionären Organisation an diesen Karrieristen durch die Schaffung einer Politik der Bildung von Kadern an der Rettung des individuellen und kollektiven Bewusstseins zu arbeiten, um bei der Bildung eines kommunalen Staatswesens mit sozialistischen Grundsätzen der Ethik und Moral voranzukommen.

Nach Meinung der Coordinadora Simón Bolívar machen wir, die vielen Revolutionäre, im allgemeinen eine Revolution durch das Folgen und unter der Leitung eines Revolutionsführers. Das ist bei uns der Fall. In diesem Sinne muss alles, was zu tun ist, in Übereinstimmung mit ihm und dem revolutionären Kampf erfolgen. Jedes Handeln muss geprägt sein vom strategischen und gemeinsamen Ziel für das Volk und sein Schicksal.

Gegenteiliges zu tun erleichtert dem Gegner dessen Belange. Der Kampf muss ein gemeinsamer Kampf sein. Er muss klug geführt werden, durchdacht sein und mit einer hohen Dosis an sozialistischer Ethik und Moral versehen sein. Der politische Karrierismus und das persönliche Eigeninteresse dürfen in unserer Revolution nicht herrschen, weil sich sonst das Vaterland in Widersprüchen zerfleischen wird und das Ziel nicht erreicht wird.

Quelle: http://www.pcv-venezuela.org/

Venezuela

Bundesstaatsgouverneur in Lara verlässt PSUV

HENRI FALCON BESTÄTIGT AUSTRITT AUS PSUV

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Barquisímeto, 21. Februar 2010, Tribuna Popular TP / Quelle Aporrea.-   Henri Falcón, Gouverneur des venezolanischen Bundesstaates Lara, bestätigte seinen Austritt aus der Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas (PSUV). In einer Mitteilung bei twitter@FalconHenri bekräftigt er: „Mein Rückzug gilt der PSUV, nicht dem revolutionären Prozess und meinen Grundsätzen. Meine Verpflichtung besteht gegenüber dem Bundesstaat Lara.“

Der gegenwärtige Gouverneur des venezolanischen Bundesstaates Lara, Henri Falcón, soll demnach einen offenen Brief an den Vorsitzenden der PSUV und Präsidenten der Republik Venezuela, Hugo Rafael Chávez Frías, geschrieben haben. Daran bekundet er seine Absicht des Austritts aus der PSUV, weil sie sich weit von ihren anfänglichen Zielen entfernt hat und sich von „der Bürokratie, der Diskussionslosigkeit, der Klientelwirtschaft, dem Gruppenegoismus und einem falschen Konzept der Loyalität“ unterwandern ließ. Dies hat nach seiner Meinung die Spielräume für den Dialog mit dem Präsidenten eingeengt.

In seinem Brief bestätigt Falcón akribisch, dass „die Beziehung zwischen einem Staatschef, den Gouverneuren und den Bürgermeistern nicht auf die Versendung von Anleitungen und Anweisungen begrenzt werden kann ohne die geringste Möglichkeit, Gesichtspunkte gegenüberstellen zu können, das Für und Wider verschiedener Initiativen zu analysieren und Entscheidungen zu revidieren oder rückgängig zu machen, die sich nach ihrer Ausführung als schädlich oder ungeeignet im Interesse der jeweiligen Region oder des Landes erweisen.“

„Angesichts dieser zuvor beschriebenen Rahmenbedingungen, die unabänderlich zu sein scheinen, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich mehr zu diesem Prozess von anderen Plätzen aus beitragen kann, wie sie die Reihen der Partei 'Vaterland Für Alle' (PPT) bieten. Dies ist eine Bewegung, deren Handeln vom Geiste jenes großartigen Venezolaners geprägt ist, welcher Alfredo Maneiro hieß. Daher beabsichtige ich, dort formell um Aufnahme zu ersuchen“, so dieses aus der PSUV austretende Mitglied.

Der Gouverneur schließt mit der Versicherung, dass er offen für eine Aussprache mit dem Staatschef wegen seines Parteiaustritts ist, wenn der venezolanische Präsident dieses Gespräch wünschen sollte.

Quelle: Aporrea, in

http://www.pcv-venezuela.org/

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