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Philippinen:
GRAUSAMER
FOLTER-MORD AN REBELYN PITAO UND WEITEREN ANGEHÖRIGEN VON „KA PARAGO“
DURCH KILLER-kOMMANDO DES GEHEIMDIENSTES
Ein Jahr später
gedenkt auch unsere Redaktion ihrer:
WIR
FORDERN:
GERECHTIGKEIT
FÜR REBELYN PITAO UND ALLE OPFER IMPERIALISTISCHER KRIEGSVERBRECHEN -
KEIN VERGEBEN UND KEIN VERGESSEN!!!
von
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Exklusive
für K-Online, 8. März 2010.-
Wir von Kommunisten-Online hatten vor einem Jahr über eines
der ganz besonders abscheulichen Kriegsverbrechen der philippinischen
Soldateska detailliert berichtet: die gewaltsame Entführung der jungen
Lehrerin Rebelyn Pitao auf ihrem Wege von ihrer Arbeitsstelle, dem St.
Peters College in Davao City zu ihrer Wohnstätte, dem Haus der Familie
Pitao im Wohngebiet Bago Gallera in einem nördlichen Außenbezirk der
weitflächigen Stadt Davao City.
Kurz
nach Einbruch der Dunkelheit gegen 18:30 Uhr schlugen an einer Kreuzung
am Eingang von Bago Gallera vier bewaffnete Paramilitärs zu. Zwei von
ihnen stoppten das Trycicle, in welchem die Tochter des populären
NPA-Kommandeurs „Genosse Parago“ saß. Zwei weitere Paramilitärs saßen
mit im Tricycle und stürzten sich sofort auf die unbewaffnete junge
Zivilistin, um die gewaltsame Entführung abzusichern. Sie zwangen
Rebelyn in einen weißen Van und fuhren mit ihr davon. Der
Trycicle-Fahrer nahm die Verfolgung des weißen Van auf, was aber
ergebnislos endete.
Am
nächsten Tage, dem 5. März 2009, schwamm die Leiche der 20 Jahre
jungen Frau in einem kleinen Fluss im nahegelegenen Stadtteil Carmen von
Davao City, wo Anwohner sie fanden. Die Leiche wies Spuren schlimmster
Folterungen und Vergewaltigungen auf. Feige und grausam war Rebelyn
ermordet worden. Kirchliche und andere Kreise der Öffentlichkeit vor
Ort machten sofort die vor Ort massiv stationierte philippinische
Soldateska für dieses Verbrechen verantwortlich. (1) Mehr als 2000
Menschen vor Ort brachten den großen Mut auf, mit dem Sarg Rebelyn
Pitaos den Highway entlang zu prozessieren und ihr damit kämpferisch
die letzte Ehre zu erweisen. Auf großem Spruchband forderte die
Prozession „Justice for Rebelyn Pitao“, Gerechtigkeit für Rebelyn
Pitao. Diese Gerechtigkeit wird es unter dem Arroyo-Regime nicht geben,
denn die Todesschwadronen handeln im Auftrage der Regierenden und der
wirtschaftlich und militärisch Mächtigen. Und mehr noch:
Es
blieb nicht bei dieser abscheulichen Bluttat gegen die Familie Pitao
Sie
sagen, sie „werden immer kleiner”. Gemeint ist die Familie des
Kommandeurs einer erfolgreichen NPA-Einheit im Gebiet von Davao del
Norte, Leoncito „Kumander Ka Parago” Pitao, nachdem am Samstag
bewaffnete Männer in Davao del Norte zwei weitere Familienangehörige
getötet hatten.“ (2) Dies geschah also am 23.5.2009. Kurze Zeit später,
im Juni 2009, wurde der Bruder von Genosse Parago, Danilo, in Tagum City
(nahe Davao) gewaltsam von Paramilitärs entführt und anschließend
ermordet. (1) Somit reißt die Kette bestialischer politischer Morde
gegen die Familie Pitao nicht ab. Von den philippinischen Behörden ist
keine Aufklärung zu erwarten, denn die Todesschwadronen bestehen aus
Angehörigen von Militär und Polizei und werden von höchsten Stellen
nicht nur gedeckt, sondern beauftragt.
In
den bundesdeutschen oder westeuropäischen oder sonstigen
imperialistischen Medien außerhalb der Philippinen findet sich kein
Wort über diese abscheulichen faschistoiden Kriegsverbrechen der
philippinischen Soldateska an unbewaffneten Zivilpersonen, welche
lediglich Angehörige von bekannten Aufständischen sind. Über
Kriegsverbrechen des Imperialismus schweigt sich die Auftragspresse der
Bourgeoisie aus, denn es soll weltweit bitte keinerlei Solidarität mit
dem gerechten Widerstandskampf des philippinischen Volkes gegen die
blutige Herrschaft des US-gestützten Arroyo-Regimes geben. Innerhalb
der EU findet lediglich in Brüssel ein Mal im Jahr ein größerer öffentlicher
Massenprotest gegen die politischen Morde in den Philippinen statt,
organisiert von internationalistischen Kräften in den Gewerkschaften
und in der Drittwelt-Solidaritätsbewegung des kleinen Belgien. Auch darüber
berichtete in den letzten Jahren K-Online. Und wir sind nahezu die
Einzigen, die im deutschsprachigen Raum darüber berichten, außer
zuweilen noch die „junge Welt“ oder, aus ganz anderem Blickwinkel
ehr eines Feigenblattes „amnesty international“.
Unser
Besuch zum Gedenken an Rebelyn Pitao
Wir
von Kommunisten-Online beließen es im Fall von Rebelyn Pitao nicht bei
unserer Berichterstattung aus dem Jahre 2009. Im Februar 2010 kam es
unsererseits zu einem Besuch vor Ort in Bago Gallera, Talomo-Distrikt
von Davao City. Wir ließen uns am Eingang zu jener ländlichen
Wohnsiedlung von einem Taxi absetzen. Wir glaubten, zum Gedenken an
Rebelyn einen Blumenstrauß an ihrem Grabe auf einem nahegelegenen
Friedhof ablegen zu können. Aber es sollte anders kommen.
Da
über keinen Friedhof im Zusammenhang mit Rebelyn Pitao durch
Internetrecherche etwas zu erfahren war, befragten wir einen jungen
Trycicle-Fahrer. Denn diese Leute vor Ort mussten ja mit Sicherheit
alles wissen, schließlich war ein Trycicle-Fahrer unmittelbar bei der
Entführung dabei und hatten sich diese jungen Leute dann natürlich
intensiv darüber ausgetauscht. „Unser Trycicle-Fahrer“ wusste nicht
nur alles, er fuhr uns auch sofort sehr bereitwillig zu einem kleinen
Weg: „Geht bitte hier entlang, und Ihr werdet nach wenigen Metern
rechts das Haus der Familie von Rebelyn finden. Gott schütze Euch! Und
Vorsicht mit den Soldaten. Ich fahre lieber wieder weg.“ So seine
leisen Worte, als er uns dort absetzte. Geld wollte er nicht. Wir gaben
es ihm trotzdem. Und er klopfte uns aufmunternd auf die Schultern zum
Abschied. Ob er dies mit „Gringos“ auch macht?
Es
war wirklich nicht schwer, das Haus der Familie Pitao zu finden. Der
Eingang zum Grundstück war verschlossen und mit einer schweren Stahltür
gesichert. Am Hauseingang im Grundstück hing ein Plakat
„Gerechtigkeit für Rebelyn Pitao (1988-2009)“. Auf dem Grundstück
war niemand anwesend.
Wir
trafen jedoch einige Leute in der Nachbarschaft an. Ihre Gesichter
fotografierten wir nicht, denn wir wollen sie keinesfalls gefährden.
Wir konnten uns mit ihnen unterhalten. Demzufolge hat die Familie Pitao
ihr Grundstück im vorigen Jahr verlassen, weil die Morde an den
Familienangehörigen kein Ende nahmen. Ihr derzeitiger Aufenthaltsort
wird geheim gehalten.
Wir
erfuhren, dass Rebelyn Pitao kein Grab auf einem Friedhof hat. Ihre
Leiche wurde auf dem Grundstück der Familie verbrannt, damit ihr Vater
in den Bergen zumindest eine Urne erhalten konnte.
Wir
dankten den Menschen vor Ort für ihr Vertrauen und die Informationen.
Wir brachten unser tiefstes Mitgefühl und Beileid ebenso zum Ausdruck
wie unseren Abscheu gegenüber derartigen Kriegsverbrechen, noch dazu am
eigenen Volke durch eine faschistoide Soldateska. Und wir versicherten
den Menschen dort unsere unverbrüchliche Solidarität mit ihrem
gerechten Kampf für ein besseres Leben. Wir erfuhren auch, dass wir die
ersten ausländischen Besucher an jener Stätte waren.
Anschließend
gedachten wir am Eingang des Grundstückes der Familie Pitao der feige
verschleppten, brutal gefolterten und kaltblütig ermordeten Opfer, die
diese Familie Pitao bisher bringen musste. Wir verneigten uns im
Gedenken an Rebelyn Pitao. Und wir schämten uns. Für wohl ca. 80
Millionen Menschen in Deutschland, die derzeit offenbar von all dem
nichts wissen wollen, was an imperialistischen Kriegsverbrechen in Ländern
wie den Philippinen geschieht. Natürlich werden wir weiter berichten.
Dies umso mehr, je weniger die bürgerlichen Medien bringen.
Wird
hier „Gleiches mit Gleichem vergolten“?
Wir
möchten darauf aufmerksam machen, dass die kommunistischen Kämpfer der
NPA ihre Handlungen ausschließlich gegen bewaffnete Kräfte des
Arroyo-Regimes richten. Folter, Vergewaltigung, Entführung oder Mord
von Angehörigen von Kriegsverbrechern aus den Reihen von Militär und
Polizei des Arroyo-Regimes gehören nicht zu den Methoden der
Guerrilla-Kriegsführung der NPA. Kriegsgefangene werden von der NPA
entsprechend einst mit der Regierung der Philippinen ausgehandelten
Regeln und gemäß Völkerrecht gut behandelt und lediglich dann nach
Schwere des Falls abgeurteilt, wenn sie in schwerwiegende Verbrechen am
Volke im Einzelfall ganz konkret nachweisbar als aktive Täter oder
aktive Mittäter verstrickt sind. Dass dies sehr strikt von der NPA
gehandhabt wird, darüber haben wir in den vergangenen Monaten immer
wieder detailliert anhand von Verlautbarungen berichten können, welche
uns von den Genossen der Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP)
gemailt wurden.
Diese
abschließende Anmerkung ist notwendig, weil imperialistische Kreise die
NPA auf Listen „terroristischer Organisationen“ führen und damit
den Eindruck zu erwecken versuchen, diese von den philippinischen
Kommunisten geführte sehr disziplinierte und kampfstarke
Guerilla-Bewegung würde selbst Verbrechen begehen. Viel mehr sind Fälle
bekanntgeworden, wo Büttel des Arroyo-Regimes NPA-Guerrilleros
nachahmten und Verbrechen wie Vergewaltigungen und Morde begingen, um
den einwandfreien Ruf und das hohe Ansehen der NPA vor Ort bei den
Menschen zu beschädigen.
Wir
Kommunisten wissen aus der Geschichte: Seitens des Imperialismus ist
jeder Krieg ein ungerechter und schmutziger Krieg voller
Kriegsverbrechen, Leid und Verwüstung für die Völker. Seitens des
Volkes ist der Aufstand gegen ein gewaltsam unterdrückendes
imperialistisches Regime ein gerechter Krieg, wie bei Lenin nachzulesen
ist und auch von den Befreiungstheologen anerkannt wird. Und das Volk,
erst recht seine besten kämpferischen Söhne, begeht gegen sich selbst
keine Kriegsverbrechen.
Alle
unsere Fotos stammen unmittelbar aus Bago Gallera, wo die Pitaos
wohnten.
(1)
http://www.bulatlat.com/
(2)
http://blog.philippinen-nachrichten.info/?
siehe
auch: National-Demokratische
Front der Philippinen erklärt: WIR
VERURTEILEN AUF DAS SCHÄRFSTE DEN MORD AN REBELYN PITAO mehr
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