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Wort
an die Arbeiter
Zeitung
der Kommunistischen Partei Russlands für MoskauW
Stimme
der Ar |
Die
Wahlen zur Moskauer Stadtduma.
Von
der Abstimmung zum Aufstand!
„Das
Kapital mietet die Macht. Und eine Form der Miete sind die
Wahlen.“
B.A.Beresowski
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Von
Wladimir Korobow, Arbeiter aus Moskau (20.10.2009)
Übersetzung
aus dem Russischen von Gerrit Junghans
Nunmehr
hat also nach offiziellen Angaben bei den Wahlen zur Moskauer Stadtduma
„Einiges Rußland“ 66,24 % und die KPRF 13,3 % der Stimmen erreicht.
Die vier übrigen Parteien haben zusammengenommen wie bereits zuvor bei
Wahlen nicht mehr als 7 %, wobei die Wahlbeteiligung bei ungefähr 35 %
lag. Von den 18 Sitzen hat „Einiges Rußland“ 15 Sitze und die KPRF
– 3. Somit sind die „Bären" aus allen 17 Wahlbezirken der
Stadt mit je einem Mandat als Sieger hervorgegangen. In der
Zusammensetzung der Moskauer Stadtduma werden die „Einheitsrussen“
(wenn sich nichts ändert) demnach 32 Sitze haben, und 3 die
Kommunisten.
So
stimmen die bisherigen Machthaber auch allein über die Ehrlichkeit und
die Gesetzlichkeit der abgelaufenen Wahlen ab. Der KPRF und uns liegen
jedoch andere Angaben und Beweise vor:
Bestechung
von Wählern, Ausgabe falscher Listen, die Schwindelgeschäfte mit
angekreuzten Stimmzetteln, Entfernung von Beobachtern der
kommunistischen Partei aus den Wahlbezirken, aufdringliche Werbung der
„Einheitsrussen“ und ihrer gleichgeschalteten Parteigänger am Tag
der Abstimmung, die mit ihren diebischen Fratzen, mit dem
Stadtwappentier auf unsere Rechnung überklebten Plakate, die schändliche
Arbeit der Sozialarbeiter um Stimmenfang außerhalb der Wahlbezirke bei
Behinderten, Altersschwachsinnigen und den von der Gnade der Sozialhilfe
abhängigen älteren Leuten, sowie die übrige Fokussierung auf die
Partei der derzeitigen Machthaber. Was all der Verdrehung und Verfälschung
aber noch die Krone aufsetzt, das ist das elektronische System der Auszählung
der Wählerstimmen. Wie ein bekannter Programmierer versichert, wurde
dieses Programm von Programmierern der Firma GAZPROM geschrieben und läßt
eine Niederlage der Herrschenden nicht zu. Nach demselben Prinzip
arbeiten auch die Programme der Spielautomaten in den Kasinos, wo der
Besitzer des Kasinos immer der Gewinner ist. Das System der Stimmenauszählung
ist der endgültige Filter für die Beseitigung unerwünschter
Ergebnisse bei der Abstimmung für die Partei der Herrschenden – für
die Partei des Großkapitals.
Im
vorausgegangen Stadium der Abstimmung wurde die Willensäußerung der Bürger
wie folgt verhöhnt. Ich werde nur einige Tatsachen bringen:
Durch
„Einiges Rußland“ wurden in Moskau mobile Gruppen zur mehrfachen
Abstimmung geschaffen. Sie mischten angekreuzte Wahlzettel unter die
Pakete für die Wahlbezirke. Alles war durchgedacht. Die ganze „Wählerschaft"
bestand aus mehr als 50 Maschinen, an denen jeweils 4-5 Menschen saßen.
Eine Gruppe war für die Hand der Kommunisten bestimmt, sie verteilte
sie ein Paket angekreuzter Stimmzettel und Umzugskarten nach
Wahlbezirken Moskaus.
In
den Wahlbezirken 455, 456, 681, 686 wurden Menschen mit Bussen
herangekarrt, um mit ausgefüllten Wahlzetteln abzustimmen – versteht
sich für wen.
In
den Wahlbezirken 2114, 2115 in Sjusino kamen über hundert Menschen mit
angekreuzten Wahlzetteln mit Bussen und Kleinbussen zum Handelskomplex
„RIO Lianosowo“ angefahren.
Im
Wahlbezirk 464 in Chorwino hat der Vorsitzende der Wahlkommission gleich
selbst die „Blüten“ für die Abstimmung in die Urne eingeworfen.
Ein
Einwurf von Wahlzetteln wurde auch von den Beobachtern in den
Wahlbezirken 45, 65, 1046, 1048, 1529, 1552 und anderen festgestellt.
Neben
dem Gebäude des TIK im Bezirk Begowaja wurden hinter den Mülltonnen
440 ausgefüllte Wahlzettel entdeckt.
In
TIK № 8, im Textilarbeiterbezirk, wurden 508 Wahlzettel
„verloren".
Im
Wahlbezirk 2300 in Tscherjomuschki wurde der Einwurf mit einer veränderten
Eintragung des bevollmächtigten Vertreters der KPRF A.Goroschkow
festgestellt.
Im
Bezirk Bogorodskoje in den städtischen Polikliniken und Schulen zwang
die Leitung die Mitarbeiter, angekreuzte Stimmzettel in Wohnort
mitzunehmen, wobei die Stimmzettel bei ihnen eingezogen und angekreuzte
Zettel ausgehändigt wurden, die schon mit einem Kreuz zugunsten von
„Einiges Rußland“ und A.N.Metelski versehen waren.
Es
gab auch solche Situationen der Kategorie „einfach nicht
nachdenken“:
Der
Parteichef von „JABLOKO“ S. Mitrochin stimmte zusammen mit seiner
Familie im Wahlbezirk 192 in Chamowniki ab. Wie groß war sein
Erstaunen, als sich nach den Ergebnissen der Abstimmung in diesem
Wahlbezirk keine Stimme für „JABLOKO“ zeigte! Wobei auch kein ungültiger
Stimmzettel gefunden wurde! Die offiziellen Wahlergebnisse in diesem
Wahlbezirk zeugen auch der „Wahrhaftigkeit": 904 von 1020 Stimmen
waren für „Einiges Rußland“, 87 für die KPRF. Die LDPR, die
„Patrioten Rußland“ und „JABLOKO“ bekamen keine einzige Stimme.
In
den zwei benachbarten Wahlbezirken 160 und 161 betrug die
Wahlbeteiligung 18,3 % bzw. 94,3 %. Glauben Sie daran?
In
mehr als 10 Wahlbezirken erhielt „Einiges Rußlands“ im Ergebnis 98
% aller Stimmen! Glauben Sie an eine solche Einstimmigkeit? Ähnliche
„Ergebnisse" waren früher für Moskau nicht charakteristisch und
wurden auch in den Nationalrepubliken normalerweise nicht festgestellt.
Und
trotzdem ist die einfachste und augenfälligste Fälschung das
gewinnsichere System der Stimmenauszählung, mit dem man die gewünschten
Ergebnisse erreichen kann, nachdem man in den zusammenfassenden
Wahlprotokollen der Wahlbezirke einige „Unexaktheiten" und
„Nichtübereinstimmungen" angemahnt hat. Dort richtet man sich
nach Jahrzehnten – es wird sich schon nichts ändern.
Von
Interesse ist auch die Analyse einer Expertengruppe, veröffentlicht in
Gazeta.ru, die die Ergebnisse der Wahlen mit Hilfe mathematischer
Methoden einschätzte und auf mögliche Verfälschungen analysierte.
Nach ihren Angaben war die Wahlbeteiligung in Moskau um 13 % überhöht,
die Ergebnisse von „Einiges Rußland“ wurden um 20 % überhöht, die
der übrigen Parteien erheblich unterbewertet. In der Moskauer Stadtduma
sollte es fünf Parteien geben, und das ohne die einmandatigen
Ergebnisse in den Wahlbezirken. Für die Partei der Machthaber haben über
710 Tausend Wählern abgestimmt – und noch 930 Tausend Stimmen wurden
ihnen zugeschrieben.
Man
fragt sich, kann man bei einem Gauner gewinnen? Eindeutig – nein,
selbst wenn man die Betrügerei vor den Gerichten beweisen kann. Sie
werden die Gewalt freiwillig nicht wieder abgeben. Mit dem Einwurf eines
Zettels in den hölzernen Kasten kann sich das Leben nicht verändern,
und man kann nicht die Macht erhalten. Obwohl das Beispiel von Hugo
Chavez in Venezuela oder Evo Moralez in Bolivien sehr ansteckend ist.
Wir sind nicht Lateinamerika, bei uns gelten andere Regeln. Bekanntlich
verlaufen die Wahlen in der bürgerlichen Gesellschaft nach dem Diktat
der Bourgeoisie, entsprechend den Interessen der Bourgeoisie und gehen
mit dem Sieg der Bourgeoisie zu Ende.
In
einem lärmenden Interview antwortete der Oligarch und Kremlunterstützer
O.Deripaska auf die Frage eines Journalisten: „Ist diese Macht
demokratisch?“ Er sagte: „Was heißt hier demokratisch? Um einmal
das Märchen von der Demokratie aufzuschlagen, wo angeblich irgend
jemand über irgend etwas in der Wahlkabine entscheidet. In Wirklichkeit
existieren die Wahlkabinen nur, damit die Bevölkerung die Möglichkeit
hat, dorthin zu kommen, feierlich – und mit musikalischer Begleitung.
Die Bevölkerung soll lange Zeit merken, daß sie die demokratische Möglichkeit
hat, das Kreuzchen an eine beliebige Stelle zu setzen, wo sie es denn möchte.
Es ist ein Element der Stabilisierung der öffentlichen Prozesse. Ganz
klar, daß die Wirtschaft, das große konkurrenzfähige Business auf ein
solches große Risiko – eine willkürliche Bestimmung der Manager des
Staatsapparates – nicht eingehen
kann. So wie sich Gott für eine Seele entscheidet.
Ein
Führer im Staatsapparat ist
nicht unbedingt der reale Führer eines Landes. Er hat nur in Vollmacht
derer zu handeln, die die reale Macht haben. Er kann zum Beispiel ein
gemieteter Manager sein, der für die Koordination der Aktivitäten von
verschiedenen Unternehmen in der Region verantwortlich ist, für die
Publicity des Geschäftes und des Staates. Die Bezeichnung ist
unwesentlich – Präsident, Premier oder irgendwie anders. Wenn ich
Business sage, dann habe ich natürlich das große Business im Blick.“
Wir
danken dem Klassenfeind für seine Offenbarung und die erteilte Lektion.
Ich
rufe nicht dazu auf, nicht zu den Wahlen zu gehen. In Gegenteil, es ist
eine der Arten des Klassenkampfes. Man darf darüber nicht verzweifelt
sein und der Enttäuschung nachgeben. Andersherum – es hat alles erst
begonnen! Der Kampf setzt sich fort und nimmt andere Formen an. Der
Kampf wird verzweifelt und hart sein. Alles wird sich auf der Straße
und in den Unternehmen entscheiden, und die Wahlen können als
Katalysator dienen, wenn die gedemütigten und von den Ergebnissen der
Abstimmung verletzten Massen, die Straßen füllen werden und ihre
Rechte kräftig wahrnehmen. Die kommunistische Partei hat den
gesamtrussischen, politischen Streik vorzubereiten und muß ihr
Organisator sein!
Und
noch etwas über die Wahlen: vergessen Sie die Illusionen über die
Mehrparteilichkeit. Die kommunistische Partei vertritt die
Klasseninteressen der ausgebeuteten Proletarier, aller gemieteten
Arbeiter. Alle übrigen Parteien, die sich um die Duma reißen,
vertreten die Interessen des Kapitals, der großen oder kleinen
Ausbeuter und der Parasiten, die von fremder Arbeit leben, die sich
fremde, unbezahlte Arbeit aneignen. Sie alle werden im entscheidenden
Moment der Geschichte auf der Seite des Kapitals stehen. Treffen Sie
Ihre Wahl!
Nieder
mit dem Privateigentum!
Es
lebe die künftige proletarische, sozialistische Revolution!
Wladimir
Korobow, Arbeiter.
20.10.2009
Quelle:
http://sovrab.ru/content/view/3238/1/
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