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Zur
Studienreise von SDS und PDS-Führungssozis
der „Linken“
„Kritische
Solidarität“ mit Venezuelas Revolutionären
Ein
erster Kommentar
Von
Redaktionsmitglied Jens-Torsten Bohlke/27. Februar 2008
Die
Delegationsreise von 40 „Genossinnen und Genossen“ des
Studierendenverbandes DIE LINKE.SDS wurde auf dem Gründungskongress des
Verbandes im Mai 2007 beschlossen. Aus der Bundestagsfraktion der LINKEN
nehmen die reformistischen Politfuzzis Nele Hirsch, Paul Schäfer und
Dorothée Menzner an der Reise teil. Mit dabei ist außerdem Janine
Wissler aus der Fraktion der LINKEN im Hessischen Landtag.
Das
bezeichnende Motto der studentischen Teilnehmer lautet „Venezuela:
Sozialismus des 21. Jahrhunderts?“ und nicht etwa „Venezuela auf dem
Wege zum Sozialismus im 21. Jahrhundert“. Man gibt sich also schon im
Ansatz konsequent kleinbürgerlich-sozialistisch, was unsereins bei
diesen Gegnern jeglichen Marxismus-Leninismus' nicht verwundern kann.
Dies sehr möglicherweise in Anlehnung an die Postulate jenes unsäglichen
Soziologen Prof. Dieterich, der gegen den von Hugo Chávez Frias
eingebrachten Entwurf einer sozialistischen Verfassung Venezuelas
Stellung nahm. Wohl, weil eine in der Realität sich aufbauende
sozialistische Gesellschaft nichts mit trotzkistischer Lyrik eines
antikommunistischen Gesellschaftsmodells zu tun haben kann.
Die
vier bürgerlichen Berufspolitikaster der „Linken“ werden vom
venezolanischen Parlament empfangen werden und dort ihre berüchtigte
Rolle als Salonsozis weiterspielen. Wie einst im Namen „kritischer
Solidarität“ PDS-Chefideologe Herr Brie in Havanna den
Schulterschluss mit den kubanischen konterrevolutionären „Damen in
weiss“ suchte und fand, kann nun ein Herr Schäfer mit venezolanischen
Contras in Nadelstreifenanzügen herumkungeln. Alles unter dem Label
politisch „rot“, welches einst PDS und nun „Linke“ ja ständig
rosstäuscherisch öffentlich hervorkehren.
Die
venezolanische Regierung empfängt diese eben auch aus Parlamentariern
bestehende Delegation mit zu viel der Ehre. Sie lässt sie seit dem 25.
Februar 2008 im einstigen Hotel Hilton in Caracas, dem jetzt
verstaatlichten „Hotel ALBA“, kostenlos logieren. Einige
Delegationsmitglieder kamen in der Fernsehsendung „Alo Presidente“
von Hugo Chavez Frias vor die Kameras des Regierungsfernsehkanals VTV.
Für
die Salonsozis vom SDS der „Linken“ wirft all dies „natürlich die
Frage nach der Unabhängigkeit unserer Eindrücke und des politischen
Programms auf“. Also Achtung, Kameraden Kommilitonen, bloß nicht etwa
zu regierungsnah dort geben, sonst könnten sie noch in den Geruch
kommen, selbst irgendwo noch einen Rest von revolutionärer Ideologie in
sich zu bergen! Immer schön auf Distanz bleiben zu einem revolutionären
Demokraten wie Hugo Chavez Frias! Vielleicht findet sich ja noch eine
politisch bräunliche Burschenschaft für den Dialog, ganz in
„Vorturner“ Bries vorgegebener Orientierung!
Sie
hatten sich laut ihrer Darstellung viele Wochen auf die Begegnungen in
Venezuela vorbereitet und dennoch nicht damit gerechnet, dass ihr Gesprächspartner
bei der KP Venezuelas, der für Internationales im ZK der KP Venezuelas
zuständige Genosse Carolus Wimmer, mit ihnen auf deutsch reden würde.
Noch größer wohl die Überraschung, dass Genosse Wimmer einst beim
authentischen SDS in der Bundesrepublik der 60er Jahre politisch aktiv
war! Beim UZ-Pressefest, wo ich ihn zuletzt gesprochen hatte, lassen
sich studentische Sozi-Zöglinge ja bekanntlich nicht sehen. Kommunisten
gegenüber aufgeschlossen geben sie sich lediglich im Ausland, z.B. in
Venezuela, an den Rockschößen ihrer geistigen Ziehväter aus der
bourgeois-korrupten Berufsparlamentarieretage.
Den
Linksrutsch in Lateinamerika bewertete Genosse Wimmer vor ihnen als Teil
einer Offensive der Völker gegen den Imperialismus und Kapitalismus.
Wohl eher innerlich noch kopfschüttelnder nahmen die „Linken“ aus
Deutschland die anschließenden Verabschiedungsworte des anwesenden
Vertreters des venezolanischen Außenministeriums auf, welche er an die
ach so „unabhängig-kritisch solidarischen Gäste“ in direkter persönlicher
Ansprache richtete: „Sie sind Bestandteil dieses Prozesses. Dieser
Prozess ist international.“ Ob er je merken wird, wessen Geistes
Kinder er da vor sich hatte? Der gute Carolus hätte ihnen besser mal
„Das Manifest der Kommunistischen Partei“ von Karl Marx in die Hand
drücken sollen. Wer wirklich willens ist, Klassenkampfsituationen wie
in Venezuela zu erfassen, wird durch solche Lektüre am ehesten auch
dazu befähigt.
Redaktionsmitglied
Jens-Torsten Bohlke
Quellen:
- http://venezuela.linke-sds.org/
-
http://www.tribuna-popular.org |