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SIDOR-ARBEITER
DEMONSTRIEREN IN SAN FELIX:
Für
gerechte Löhne und die Nationalisierung des Unternehmens
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
José
„Acarigua“ Rodríguez wies die Ruhe des Regierungsoberhauptes zurück,
die Chavez trotz der Tatsache an den Tag legt, dass „im Massaker vom 14.
März 2008 53 Arbeiter festgenommen wurden, über 40 Fahrzeuge zerstört
wurden und mehr als 15 Menschen im Ergebnis eines Befehls von oben
verletzt worden waren.
San
Félix, Bundesstaat Bolívar, 28. März 2008, Tribuna Popular TP.- Mit
ungebrochen kämpferischer Haltung demonstrierten die Arbeiterinnen und
Arbeiter von SIDOR mit Familienangehörigen, Genossen, Freunden,
Mitgliedern von gesellschaftlichen Organisationen und politischen Parteien
gestern gemeinsam für die Forderung nach Unterzeichnung der kollektiven
Betriebsvereinbarung, gerechte Löhne und die Rücknationalisierung des
Unternehmens.
Mehr
als 6.000 Menschen fanden sich zur Demonstration zusammen. Sie wiesen die
Arbeitspolitik des Konsortiums TERNIUM-SIDOR zurück, welches die
Aktienmehrheit des Unternehmens kontrolliert und sich systematisch
geweigert hat, die kollektive Betriebsvereinbarung mit den von den
Arbeitern angefragten Forderungen der Menschenwürde zu unterzeichnen.
Zu
Calypso-Rhythmen durchquerte der Demonstrationszug einen langen Weg durch
die Stadt. Begonnen hatte dies um 9 Uhr früh an der Kreuzung der UD-145.
Dann ging es zur Plaza Bolívar der Stadt San Félix, wo die Demonstration
mittags erfolgte. Auf ihrem Zuge bewährte sich das Schöpfertum der
SIDOR-Belegschaft, um ihre Forderungen auszudrücken und die Bevölkerung
wegen das Kampfes für einen gerechten Lohn „anzusprechen“.
Die
Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) drückte gemeinsam mit hunderten
Funktionären gesellschaftlicher und gewerkschaftlicher Organisationen
ihre ständige Solidarität mit den Werktätigen und ihre ideologische und
grundsätzliche Verbundenheit mit der Arbeiterklasse und ihren gerechten
Forderungen aus. Die Delegation der KP Venezuelas wurde von Pedro Eusse
angeführt. Er ist Abgeordneter des Parlatino und Nationalsekretär mit
Zuständigkeit für die Massenorganisationen. Auch mit an der Spitze der
Delegation standen die Funktionäre des Kommunstischen Jugendverbandes (JCV)
Lenin Sevilla und Hanoi Hernández.
Die
Losung „SIDOR SIND WIR ALLE“ war im gesamten Demonstrationszug in den
unzähligen Blöcken der SIDOR-Arbeiter präsent. Von Kindern über
Jugendliche und Frauen bis hin zu Menschen hohen Alters war in der
Demonstration alles vertreten.
Einige
Mütter und Ehefrauen der SIDOR-Arbeiter hielten in ihren Händen eine
weisse Nelke oder einen Friedensluftballon. Andere Werktätige zeigten
sich schlicht als „typische Person“ im transnationalen Konzern. Aber
alle äusserten ihren Protest gegen das, was sie als Missbrauch und
Verletzung der Verfassung ansehen.
Die
Ablehnung des Vorschlags von SIDOR und der Ruhe des Arbeitsministeriums
wurde mit Sprechchören, Losungen und Transparenten ausgedrückt. Noch
schlimmer, „ich bedaure, dass ein Gouverneur des Bundesstaates Bolívar
befohlen hat, uns mit Bomben zu ersticken“, so sagte es ein Arbeiter.
Der
Demonstrationszug war mit einigen hochgehaltenen roten Fähnchen und
verschiedenen Transparenten der verschiedenen Gremien, Gewerkschaften,
gesellschaftlichen Organisationen und politischen Parteien geschmückt,
welche die Demonstration solidarisch begleiteten.
Die
Anführer und die verschiedenen Strömungen der Aluminiumindustrie
schlossen sich diesem Demonstrationszug an. Sie hoben hervor, dass die
Verletzung der Arbeitsrechte alle betrifft. „Wenn man einen Präzedenzfall
zulässt, zweifeln wir nicht an Folgefällen“, meinten die Führungspersönlichkeiten.
Der
Vorsitzende der Einheitsgewerkschaft der Arbeiter der Stahlindustrie (SUTISS),
José „Acarigua“ Rodríguez, wies die Ruhe des Regierungsoberhauptes
zurück, welche Hugo Chávez Frias an den Tag legt trotz der Tatsache,
dass „im Massaker des 14. März 2008 53 Arbeiter festgenommen wurden,
mehr als 40 Fahrzeuge beschädigt wurden und mehr als 15 Menschen verletzt
wurden infolge eines Befehls von oben“.
Er
sagte, dass er keine kollektive Betriebsvereinbarung ohne gerechte
Entlohnung unterzeichnen wird. Gerechte Entlohnung heisst 44 neue Bolívares
an täglichem Lohnzuwachs, Ruhestandsregelung und Gesundheitsregelung auch
für Zeitvertragsarbeiter und prekär Beschäftigte in der Stahlproduktion
und letztendlich deren Übernahme in feste Arbeitsverhältnisse.
In
diesem Sinn bekannten einige Ehefrauen von Arbeitern, dass sie angesichts
der öffentlichen Verlautbarungen des transnationalen Konzerns in den
gesellschaftlichen Massenmedien an den Klagen ihrer Ehemänner zweifeln.
„Er musste sich erst mal mit mir hinsetzen mit einem Blatt. Um die
Quittung zu sehen, wie sie ist. Denn aus den Zahlen des Unternehmens gehen
einige Dinge nicht hervor, die aus seinem Lohn herausgenommen werden.“
Nachmittags
kamen die Arbeiter in Begleitung der Ordnungsleute auf der Plaza Bolívar
an, wo eine Schweigeminute für den verstorbenen Arbeiter eingelegt wurde,
nachdem für Simon Bolívar ein Blumenkranz niedergelegt worden war. Mit
dem Abspielen der Nationalhymne erreichte der Demonstrationszug seinen Höhepunkt.
DIE
ZAHLEN LÜGEN NICHT
Die
SIDOR-Arbeiter verteilten einige Flugblätter, auf denen der Lohn des
Arbeiters ersichtlich ist. Darin wird erklärt, dass der gegenwärtige
Tageslohn 41.33 neue Bolívares beträgt, gleich 1.240 neue Bolívares im
Monat. Würde es zur Unterschrift kommen, wären es 53,23% mehr „und
nicht 107,34%, wie SIDOR sagt“.
Mit
der Erhöhung von täglich 44 neuen Bolívares plus 1,5% Erhöhung ab
Januar für die Jahre 2009 und 2010, was aus dem Vorschlag von SIDOR übertragen
würde, hätte die Situation ihre Veränderung. Im Unterschriftsfall
(2008) würde ein Arbeiter 63,33 neue Bolívares täglich verdienen. Im
Januar 2009 würde er 74,43 neue Bolívares erhalten, das sind 2.233 neue
Bolívares monatlich. Im Januar 2010 würde ein Arbeiter 85,70 neue Bolívares
täglich verdienen, das sind 2.570,99 neue Bolívares monatlich.
Die
Pressemitteilung erklärt, dass die Prozentzahl insgesamt von 2008 bis
2010 85,45% ausmacht, d.h. 53,3 Millionen pro Jahr für den Arbeiter mit
Arbeitstagregelung und 83,1 Millionen für den Schichtarbeiter, - dies
entgegen dem, was SIDOR mit 112 Millionen glauben machen will.
Die
italienisch-argentinische Gruppe TECHINT als Eigentümer von TERNIUM ist
der grösste Aktionär von SIDOR, der grössten Stahlindustrie in der
Anden- und Karibikregion mit einer Produktion von 4,2 Millionen Tonnen Flüssigstahl
im Jahre 2006.
TERNIUM
besitzt 60% von SIDOR, der venezolanische Staat 20% und die Arbeiter und
Pensionierten weitere 20%. TERNIUM kontrolliert ausserdem die
argentinische SIDERAR und die mexikanische HYLSAMEX.
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org21
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