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Venezuelas KP-nahe Frauenorganisation „Clara Zetkin“ fordert Bekenntnis der Chavez-Regierung zur Arbeiterklasse:

SOLIDARITÄTSERKLÄRUNG MIT DEN STAHLARBEITERN VON SIDOR

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Quelle: http://www.tribuna-popular.org/

siehe auch

Als Frauenorganisation „Clara Zetkin“ wollen wir entsprechend unseren Grundsätzen des Kampfes für die Emanzipation der Arbeiterklasse sowie unserem Beispiel des Kampfes für die Arbeiterinnen und Arbeiter der Welt namens Clara Zetkin folgend unsere uneingeschränkte Unterstützung und Solidarität mit den Arbeiterinnen und Arbeitern von SIDOR in deren Konflikt mit dem transnationalen Konzern TERNIUM der TECHINT-Gruppe erklären. Dies ist eine internationale Unternehmergruppe, die die Aktienmehrheit des Unternehmens SIDOR hält.

Wir klagen an, dass die Siderurgia del Orinoco (SIDOR) seit ihrer Privatisierung eine tiefgreifende Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Stahlarbeiterklasse heraufbeschworen hat, viel tiefgreifender und schlimmer noch für die Arbeiterinnen und Arbeiter in prekären Arbeitsverhältnissen. Ihnen werden die Mindestarbeitsgarantien vorenthalten, denn sie zählen nicht direkt zu SIDOR, weil sie für Leih- und Arbeitskraftüberlassungsfirmen und -subunternehmen unter Bedingungen einer extremen Ausbeutung tätig sind.

Wir Mitglieder von der Frauenorganisation „Clara Zetkin“ drücken unsere Besorgnis wegen der vom Minsterium für Volksmacht für Arbeit und Soziale Sicherheit eingenommenen Haltung aus, wie sie dessen Vertreter im Konflikt und selbst der Minister Rivero zeigen. In den letzten Versammlungen und öffentlichen Erklärungen ist deren zentrale Orientierung gewesen, auf die Betriebsangehörigen Druck auszuüben, den Vorschlag des Unternehmens zu akzeptieren. Sie versuchen, die Werktätigen zu demoralisieren. Angesichts der Rechtmässigkeit und gesetzlichen Zulässigkeit des von den gewerkschaftlich geführten SIDOR-Arbeiterinnen und -Arbeitern entfachten Konflikts, ihrer rechtmässigen Ausübung des Streikrechtes, wollen wir ihnen unsere stärkste Unterstützung aussprechen. Es ist an der Zeit, die Notwendigkeit zu bekräftigen, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter von SIDOR für die Rücknationalisierung von SIDOR kämpfen, um aus SIDOR eine sozialistische Stahlindustrie zu machen, im Einklang mit den Interessen des Landes, der Arbeiterklasse und der Perspektive des Sozialismus für Venezuela. WIR FORDERN VON DER VENEZOLANISCHEN REGIERUNG DIE SOFORTIGE LÖSUNG DIESES ARBEITSKAMPFES!!!

ES LEBE DIE ARBEITERKLASSE VON SIDOR!

Für die Frauenorganisation „Clara Zetkin“

Elena Linarez, Vorsitzende

Juana García, Exekutivleiterin

Yuri Weky, Bildungskoordinatorin

Caracas, 27. März 2008

Quelle: http://www.tribuna-popular.org/

Anmerkung: Hervorhebungen von der Redaktion

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SIDOR-ARBEITER DEMONSTRIEREN IN SAN FELIX:

Für gerechte Löhne und die Nationalisierung des Unternehmens

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

José „Acarigua“ Rodríguez wies die Ruhe des Regierungsoberhauptes zurück, die Chavez trotz der Tatsache an den Tag legt, dass „im Massaker vom 14. März 2008 53 Arbeiter festgenommen wurden, über 40 Fahrzeuge zerstört wurden und mehr als 15 Menschen im Ergebnis eines Befehls von oben verletzt worden waren.

San Félix, Bundesstaat Bolívar, 28. März 2008, Tribuna Popular TP.- Mit ungebrochen kämpferischer Haltung demonstrierten die Arbeiterinnen und Arbeiter von SIDOR mit Familienangehörigen, Genossen, Freunden, Mitgliedern von gesellschaftlichen Organisationen und politischen Parteien gestern gemeinsam für die Forderung nach Unterzeichnung der kollektiven Betriebsvereinbarung, gerechte Löhne und die Rücknationalisierung des Unternehmens.

Mehr als 6.000 Menschen fanden sich zur Demonstration zusammen. Sie wiesen die Arbeitspolitik des Konsortiums TERNIUM-SIDOR zurück, welches die Aktienmehrheit des Unternehmens kontrolliert und sich systematisch geweigert hat, die kollektive Betriebsvereinbarung mit den von den Arbeitern angefragten Forderungen der Menschenwürde zu unterzeichnen.

Zu Calypso-Rhythmen durchquerte der Demonstrationszug einen langen Weg durch die Stadt. Begonnen hatte dies um 9 Uhr früh an der Kreuzung der UD-145. Dann ging es zur Plaza Bolívar der Stadt San Félix, wo die Demonstration mittags erfolgte. Auf ihrem Zuge bewährte sich das Schöpfertum der SIDOR-Belegschaft, um ihre Forderungen auszudrücken und die Bevölkerung wegen das Kampfes für einen gerechten Lohn „anzusprechen“.

Die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) drückte gemeinsam mit hunderten Funktionären gesellschaftlicher und gewerkschaftlicher Organisationen ihre ständige Solidarität mit den Werktätigen und ihre ideologische und grundsätzliche Verbundenheit mit der Arbeiterklasse und ihren gerechten Forderungen aus. Die Delegation der KP Venezuelas wurde von Pedro Eusse angeführt. Er ist Abgeordneter des Parlatino und Nationalsekretär mit Zuständigkeit für die Massenorganisationen. Auch mit an der Spitze der Delegation standen die Funktionäre des Kommunstischen Jugendverbandes (JCV) Lenin Sevilla und Hanoi Hernández.

Die Losung „SIDOR SIND WIR ALLE“ war im gesamten Demonstrationszug in den unzähligen Blöcken der SIDOR-Arbeiter präsent. Von Kindern über Jugendliche und Frauen bis hin zu Menschen hohen Alters war in der Demonstration alles vertreten.

Einige Mütter und Ehefrauen der SIDOR-Arbeiter hielten in ihren Händen eine weisse Nelke oder einen Friedensluftballon. Andere Werktätige zeigten sich schlicht als „typische Person“ im transnationalen Konzern. Aber alle äusserten ihren Protest gegen das, was sie als Missbrauch und Verletzung der Verfassung ansehen.

Die Ablehnung des Vorschlags von SIDOR und der Ruhe des Arbeitsministeriums wurde mit Sprechchören, Losungen und Transparenten ausgedrückt. Noch schlimmer, „ich bedaure, dass ein Gouverneur des Bundesstaates Bolívar befohlen hat, uns mit Bomben zu ersticken“, so sagte es ein Arbeiter.

Der Demonstrationszug war mit einigen hochgehaltenen roten Fähnchen und verschiedenen Transparenten der verschiedenen Gremien, Gewerkschaften, gesellschaftlichen Organisationen und politischen Parteien geschmückt, welche die Demonstration solidarisch begleiteten.

Die Anführer und die verschiedenen Strömungen der Aluminiumindustrie schlossen sich diesem Demonstrationszug an. Sie hoben hervor, dass die Verletzung der Arbeitsrechte alle betrifft. „Wenn man einen Präzedenzfall zulässt, zweifeln wir nicht an Folgefällen“, meinten die Führungspersönlichkeiten.

Der Vorsitzende der Einheitsgewerkschaft der Arbeiter der Stahlindustrie (SUTISS), José „Acarigua“ Rodríguez, wies die Ruhe des Regierungsoberhauptes zurück, welche Hugo Chávez Frias an den Tag legt trotz der Tatsache, dass „im Massaker des 14. März 2008 53 Arbeiter festgenommen wurden, mehr als 40 Fahrzeuge beschädigt wurden und mehr als 15 Menschen verletzt wurden infolge eines Befehls von oben“.

Er sagte, dass er keine kollektive Betriebsvereinbarung ohne gerechte Entlohnung unterzeichnen wird. Gerechte Entlohnung heisst 44 neue Bolívares an täglichem Lohnzuwachs, Ruhestandsregelung und Gesundheitsregelung auch für Zeitvertragsarbeiter und prekär Beschäftigte in der Stahlproduktion und letztendlich deren Übernahme in feste Arbeitsverhältnisse.

In diesem Sinn bekannten einige Ehefrauen von Arbeitern, dass sie angesichts der öffentlichen Verlautbarungen des transnationalen Konzerns in den gesellschaftlichen Massenmedien an den Klagen ihrer Ehemänner zweifeln. „Er musste sich erst mal mit mir hinsetzen mit einem Blatt. Um die Quittung zu sehen, wie sie ist. Denn aus den Zahlen des Unternehmens gehen einige Dinge nicht hervor, die aus seinem Lohn herausgenommen werden.“

Nachmittags kamen die Arbeiter in Begleitung der Ordnungsleute auf der Plaza Bolívar an, wo eine Schweigeminute für den verstorbenen Arbeiter eingelegt wurde, nachdem für Simon Bolívar ein Blumenkranz niedergelegt worden war. Mit dem Abspielen der Nationalhymne erreichte der Demonstrationszug seinen Höhepunkt.

DIE ZAHLEN LÜGEN NICHT

Die SIDOR-Arbeiter verteilten einige Flugblätter, auf denen der Lohn des Arbeiters ersichtlich ist. Darin wird erklärt, dass der gegenwärtige Tageslohn 41.33 neue Bolívares beträgt, gleich 1.240 neue Bolívares im Monat. Würde es zur Unterschrift kommen, wären es 53,23% mehr „und nicht 107,34%, wie SIDOR sagt“.

Mit der Erhöhung von täglich 44 neuen Bolívares plus 1,5% Erhöhung ab Januar für die Jahre 2009 und 2010, was aus dem Vorschlag von SIDOR übertragen würde, hätte die Situation ihre Veränderung. Im Unterschriftsfall (2008) würde ein Arbeiter 63,33 neue Bolívares täglich verdienen. Im Januar 2009 würde er 74,43 neue Bolívares erhalten, das sind 2.233 neue Bolívares monatlich. Im Januar 2010 würde ein Arbeiter 85,70 neue Bolívares täglich verdienen, das sind 2.570,99 neue Bolívares monatlich.

Die Pressemitteilung erklärt, dass die Prozentzahl insgesamt von 2008 bis 2010 85,45% ausmacht, d.h. 53,3 Millionen pro Jahr für den Arbeiter mit Arbeitstagregelung und 83,1 Millionen für den Schichtarbeiter, - dies entgegen dem, was SIDOR mit 112 Millionen glauben machen will.

Die italienisch-argentinische Gruppe TECHINT als Eigentümer von TERNIUM ist der grösste Aktionär von SIDOR, der grössten Stahlindustrie in der Anden- und Karibikregion mit einer Produktion von 4,2 Millionen Tonnen Flüssigstahl im Jahre 2006.

TERNIUM besitzt 60% von SIDOR, der venezolanische Staat 20% und die Arbeiter und Pensionierten weitere 20%. TERNIUM kontrolliert ausserdem die argentinische SIDERAR und die mexikanische HYLSAMEX.

Quelle: http://www.tribuna-popular.org21

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KP-Mitglieder zum SIDOR-KONFLIKT:

Verflixt, Chávez, warum schweigst du da weiterhin?

Äußere dich, wir brauchen jetzt deine Worte!“

von Miriam Pardo, Mitglied eines „Kollektivs der revolutionären Arbeit“

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Als ich diese Gedanken aufzuschreiben begann, kam ich viel in das Nachdenken. Ich wollte mich sogar schon entschließen, ganz rauszugehen aus dem, was du denkst und fühlst. damit du nicht das Risiko eingehst, die Dinge sehr anzupassen. Dies hilft nicht weiter. Da sagte ich mir:

ÄUSSERE DICH!

SCHÖN, im Gespräch mit einigen Genossen über dieses Thema kam heraus, so sagten wir, dass jemand weiterhin darüber reden muss: DIE ARBEITER VON SIDOR.

Heute fragen wir uns, wie es möglich ist, dass in dem im revolutionären Wandel entschlossenen Venezuela mit einer Zukunft der Umgestaltungen hin und auf dem Wege zum Aufbau des SOZIALISMUS im oder des Jahrhunderts, wie dem auch sei, wir vor einer Konfliktsituation der Arbeiter eines der wichtigsten Schlüsselbetriebe des Staates (SIDOR) stehen, wo diese Arbeiter Knüppel ohnegleichen abbekommen, ihnen übel mitgespielt worden ist sogar vom Arbeitsminister selbst. Das verstehe ich nicht.

Denn man nimmt an, dass dies der Minister vom Ministerium DER VOLKSMACHT für die Arbeit ist. Somit für den Arbeiter. Denn ich glaube nicht, dass es ein Ministerium für den Unternehmer sein soll. Sogar früher waren sie dort Verteidiger der Arbeiterklasse.

Es ist nicht möglich geworden, dass die Interessen der Arbeiterklasse vorherrschen, gut aufgenommen wären und außerdem über den transnationalen Konzern TERNIUM hinaus zu diskutieren man vorgehabt hätte, auch hinsichtlich der verbrieften Interessen der Nation seitens derer, die die möglichen Lösungsalternativen herbeiführen.

Schon bei anderen Konflikten der Arbeiter, z.B. im Werk SANITARIOS MARACAY in Maracay, da waren es die Arbeiter, die draufgezahlt haben und es ausbaden mussten. Und an dieser Stelle dreht sich mir alles um. Vor allem, wenn ich auf dem absoluten, überzeugten und konsequenten KLASSENSTANDPUNKT MEINES ALTEN  Carlos Arturo stehe, mit dem wir immer gelernt haben, dass man sich vorzugsweise zugunsten des Arbeiters irren kann, aber niemals zugunsten des 'Herrn'.

Darum sage ich meinem Genossen Oscar Figuera*, der diesen Konflikt von seiner Position in der Nationalversammlung aus gegenüber den Arbeitern begleiten will, dass sie auf mich und die Kollektive der revolutionären Arbeit (CRAM) und auf viele sensible politische Leute zählen können. Dass wir glauben, dass nur mit der von den Kapitalisten, eingeschlossen denen von TERNIUM SIDOR und dem da (als Grossaktionär) heute beteiligten Staat ausgeplünderten ARBEITERKLASSE die historischen Sprünge und Brüche zum Durchführen der bolivarischen Revolution Venezuelas und Lateinamerikas machbar sind.

Wir von den REVOLUTIONÄREN KOLLEKTIVEN fragen uns derzeit (obwohl wir uns der Fülle an Schwierigkeiten bewusst sind): Verflixt, Chávez, was geht hier vor? Wollen wir abwarten, bis uns diese Zeitbombe im Gesicht zerplatzt? Prüfe dies! Und sage was! Äußere dich! Wir sind mit dir und mit den Arbeitern. Denen wir sagen, was uns immer geleitet hat, als Teil der Volksbewegung, WIDERSTAND!

NUR DAS VOLK RETTET DAS VOLK!

Quelle: http://www.tribuna-popular.org/index.php?option=com_content&task=view&id=2480&Itemid=49

Anmerkungen:

* Genosse Oscar Figuera, Generalsekretär der KP Venezuelas und Parlamentsmitglied in der Nationalversammlung Venezuelas

- Hervorhebungen im Text von der Redaktion -

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