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EU:
Massenproteste
gehen weiter
TAUSENDE
MENSCHEN DEMONSTRIERTEN IN MADRID GEGEN DIE VERFASSUNGSREFORM
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Havanna,
6. September 2011, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 9. Sept. 2011)
– Tausende Menschen demonstrierten am vergangenen Dienstag in
Madrid gegen die Verfassungsreform. Diese Reform sieht vor, in der
Verfassung Spaniens den Grundsatz der Haushaltsstabilität zu verankern.
Die Demonstrationsteilnehmer fordern eine Volksabstimmung über diese
Verfassungsreform.
Die
demonstrierenden Menschen folgten dem Aufruf der beiden großen
spanischen Gewerkschaftsverbände CC.OO. und UGT. Ihr Demonstrationszug
verlief vom zentralen Cibelesplatz bis zur Puerta del Sol. An der Spitze
gingen die Führungspersönlichkeiten der beiden großen spanischen
Gewerkschaften. Sie trugen ein großes Spruchband, auf dem zu lesen war:
„Nein zu dieser Verfassungsreform - Für Volksabstimmung!“
„Die
Verfassungsreform ist der Einstieg in noch massivere Einschnitte“,
sagte der 34 jährige Lehrer Ricardo gegenüber AFP, während ringsum
die Demonstrationsteilnehmer die Fahnen der beiden großen
Gewerkschaften Spaniens schwenkten. Sie zeigten auch Spruchbänder, auf
denen sie Demokratie einfordern. So war zu lesen „Meine Verfassung nur
mit meiner Stimme“, „Ich fordere Abstimmung bei Verfassungsänderung“
oder „Armut als Verfassung - Nein“.
„Wenn
da jemand bereit ist, die Kürzung der öffentlichen Ausgaben in die
Verfassung zu bringen, dann sagt das einiges aus. Wir laufen in ein
Modell, welches sich ausschließlich auf den Privatsektor gründet“, fügte
Ricardo hinzu. Die Demonstrationsteilnehmer befürchtetn, daß die
Verfassungsreform, die auf die Begrenzung des Haushaltsdefizits abzielt,
Kürzungen bei den Sozialleistungen mit sich bringen wird.
Die
Verfassungsänderung geht mit einem angenommenen Gesetz einher, welches
im Juni 2012 in Kraft treten soll und die maximal zulässige
Verschuldung festlegen soll. Demzufolge soll die Verschuldung bei 0,4%
des Brutto-Inlands-Produkts ab 2020 liegen.
„Ich
glaube nicht, daß diese Demonstration hier ausreichen wird, damit die
großen bürgerlichen Parteien PSOE und PP ihre Positionen ändern. Aber
zumindest ist dies hier ein Ausdruck der Ablehnung innerhalb einer
Protestbewegung, die sich fortsetzen muß“, sagt Teresa Arangueren,
eine 66 Jahre alte Teilnehmerin der Demonstration.
Die
Demonstrationsteilnehmer kamen an der bekannten Puerta del Sol an. Dort
wurde ein Manifest verlesen. Der spanische Senat hat vorgesehen, am
Mittwoch grünes Licht für die Verfassungsreform zu geben. Dies nachdem
am vergangenen Donnerstag der Kongreß der Verfassungsreform bereits
zugestimmt hatte.
(Gestützt
auf Meldungen von AFP)
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/
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