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Brüssel/Belgien: 11. Dezember 2010

Solidaritätstag mit den demokratischen Massenbewegungen der Völker

„STOP THE KILLINGS - JUSTICE NOW!“

von Jens-Torsten Bohlke

Kommunisten-Online, 12. Dezember 2010. – Die belgische Aktionsplattform „Stopp tue killings“ organisiert an diesem Sonnabend, dem 11. Dezember 2010, erneut den Tag der internationalen Solidarität mit den demokratischen Massenbewegungen der Völker.

Dieses alljährliche Ereignis ging aus der seit Jahrzehnten in der ACV-CSC-Gewerkschaft sehr aktiven Unterstützergruppe für die philippinische Gewerkschaftsbewegung hervor, von der ständig jemand vor Ort in den Philippinen ist und vom dortigen blutigen Alltagsleben derer berichtet, die sich lediglich für die Rechte von Arbeitern, Bauern, Slumbewohnern, Kindern und überhaupt armen Menschen einsetzen und dafür jeden Tag erneut ihr Leben riskieren und häufig die Opfer der mörderischen Anschläge von paramilitärischen Auftragsmörderbanden sind. Die vor Ort in den Philippinen sich informierenden  belgischen Gewerkschafter waren schon in den 80er Jahren und noch zu Zeiten der Marcos-Diktatur äußerst empört über den wütenden Staatsterrorismus in den Philippinen und wollten dagegen auch im heimatlichen Belgien aktiv protestieren.

So organisierten sie viele Jahre lang und alljährlich Fackelzüge am 11. Dezember rings um die Gegend, wo sich in Brüssel die Botschaft der Republik der Philippinen befindet. Eine Abordnung der Protestierenden überbrachte den Protest auch den philippinischen Diplomaten, welchen zumeist nicht viel mehr einfiel, als nach der Polizei zu rufen. In Manila/Philippinen hätte diese Polizei sicherlich sofort die Demonstration blutig aufgelöst. Die Polizei in Belgien weiß jedoch nur zu gut, dass gewerkschaftlich organisierte protestierende Arbeiter keinem Diplomaten etwas antun, so dass da jeweils dann zwei Polizistinnen und ein Polizist am Eingang der Botschaft der Philippinen dem Treiben der lautstarken ca. 1000 Protestierenden eher lächelnd zuschauten.

Die Meinung der belgischen Öffentlichkeit mussten die philippinischen Diplomaten schon aushalten. Und Todesschwadronen in Belgien finden sich höchstens gelegentlich in Form von landenden „Kalitta“-Flugzeugen, die im Auftrag der CIA mit weltweitem Freifahrtschein des Imperialismus auch so manches Opfer zu den geheimen und bekannten Folterzentren der verbrecherischen CIA und US Army befördern. Auch gegen die Lande-Erlaubnis für „Kalitta Air“ protestierten etliche belgische Organisationen bereits heftig und sehr berechtigt, denn weltweit agierenden Todesschwadronen des Imperialismus unter solchen Namen wie CIA und MOSSAD sollte in jedem zivilisiert sich nennenden Land endgültig nur noch die rote Karte gezeigt werden.

In den letzten fünf Jahren bildete sich die Aktionsplattform „Stop the killings“ um in ein Bündnis gewerkschaftlicher und anderer Solidaritätsgruppen mit Schwerpunkt nicht mehr allein auf den Philippinen, sondern auch anderen Ländern, in welchen die einheimische Oligarchie auch im Interesse US-amerikanischer Konzerne und des Imperialismus mit Todesschwadronen und paramilitärischen Mordkommandos gegen die sich formierende demokratische Volksbewegung vorgeht. Kolumbien, Guatemala und jetzt auch Honduras sind die Schwerpunktländer, die neben den Philippinen in diesem Jahr Gegenstand des Massenprotests sind. Im Aufruf zur diesjährigen Demonstration am 11. Dezember 2010 ab 16 Uhr nahe dem Brüsseler Zentralbahnhof wird darauf hingewiesen, dass das Jahr 2010 ein Wahljahr gewesen ist, welches zeigte, dass die Rechte jener Völker auf gleichberechtigte Teilnahme an den dortigen Wahlen wieder ein Mal nur blutig geschändet wurden.

2009 wurden weltweit 101 Gewerkschaftsaktive ermordet. Dies steht im jüngsten Bericht der ITUC, Zahlenmäßig heißt dies, dass 2009 30% mehr Gewerkschaftsaktive umgebracht wurden als 2008. Fast die Hälfte dieser Morde geschah in Kolumbien. Kolumbien ist damit immer noch eines der gefährlichsten Länder der Welt für diejenigen, die sich schlicht lediglich für die Rechte der Arbeiter einzusetzen wagen. Guatemala und Honduras gehörten zu den „Top 3“ dieser schlimmen Bilanz. Und auch die Philippinen sind diesbezüglich wieder weit vorn zu finden.

Die Anzahl von Mitgliedern demokratischer Massenorganisationen der Völker, die zu Opfern von Mordanschlägen wurden, ist auch in den letzten Jahren ständig weiter angewachsen. Dabei geht es nicht allein um Gewerkschafter, sondern auch um Menschenrechtsaktive, Aktive in Bauern- und Frauenorganisationen, Rechtsanwälte und Journalisten. Die moralische Entrüstung auch in bürgerlichen Kreisen über diese Schändung der Menschenrechte ist groß. Aber selten bis nie wurden Maßnahmen durchgesetzt, um die Straflosigkeit bei diesen Verbrechen an den Völkern zu beenden. Nur ein Bruchteil der Täter wurde identifiziert und vor Gericht gestellt.

Die Organisatoren laden die Menschen in Belgien dazu ein, um 15 Uhr am Brüsseler Zentralbahnhof dabei zu sein, wenn sich 101 Gewerkschafter im Gedenken an die ermordeten Kollegen symbolisch beerdigen lassen, um so gegen die Schändung der Menschenrechte ganzer Völker zu protestieren. Auf www.stopthekillings.be können sich Menschen eintragen, um den Namen eines ermordeten Kollegen aus diesen Ländern des Südens zu erhalten und mit diesem Namen an der Demonstration teilzunehmen.

Um 16 Uhr soll es mit Workshops, Diskussionen, Film und Musik im Gebäude der ACV-CSC-Gewerkschaft in Brüssel (Pletinckxstraat 19) weitergehen.

Kommunisten-Online ist dabei und wird auch mit Fotos und Videos von dieser großartigen Solidaritätsaktion des proletarischen Internationalismus berichten.

Quelle:

http://www.stopthekillings.be/

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