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Lateinamerika
atomwaffenfrei und ohne Krieg
UNASUR-VERTEIDIGUNGSRAT
TAGTE
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Quito,
28. November 2009, Tribuna Popular TP.-
Am Freitag, dem 27. November 2009, fand in Quito eine
außerordentliche Sitzung des Verteidigungsrates von UNASUR statt. Dort
wurde beschlossen, zwischen den Mitgliedsstaaten „die Anwendung oder
Drohung von Gewaltanwendung wie auch jede Art militärischer Aggression
oder Bedrohung der Stabilität, der Souveränität und der territorialen
Unantastbarkeit anderer Mitgliedsstaaten zu verbieten.“ Die großen
Abwesenden bei dieser Tagung waren die Verteidigungsminister und Außenminister
Kolumbiens, Gabriel Silva und Jaime Bermúdez, welche ihre Teilnahme in
letzter Minute absagten.
In
der von allen Teilnehmern unterzeichneten Abschlusserklärung wurde
beschlossen, dass UNASUR gewährleisten wird, dass die Region
Lateinamerika eine kernwaffenfreie Zone ist und nur für friedliche
Zwecke benutzt wird.
Die
Vereinbarung schließt auch ein, dass „jeder der 12 Mitglieder der südamerikanischen
Union dazu beiträgt zu gewährleisten, dass die Region frei von
Atomwaffen ist und nur für friedliche Zwecke genutzt wird“, hebt das
Dokument hervor, welches fünf Punkte umfasst.
„Es
ist zu gewährleisten, dass Südamerika als eine atomwaffenfreie Zone
bewahrt wird und sicherzustellen, dass nukleare Technologie ausschließlich
für friedliche Zwecke entsprechend dem Vertrag von Tlatelolco und den
anderen internationalen Verträgen über diese Materie genutzt wird.“
Auch
fordert das Sicherheitsorgan von UNASUR seine Mitglieder auf, dass
jegliches von einem Mitgliedsstaat unterzeichnete Abkommen über militärische
Zusammenarbeit „die Beachtung der Prinzipien der souveränen
Gleichheit der Staaten, der territorialen Unantastbarkeit und
Unverletzlichkeit und der Nichteinmischung in die inneren
Angelegenheiten von anderen Staaten sicherstellt.“
In
diesem Sinne „werden die Mitgliedsstaaten von UNASUR formell gewährleisten,
dass die Vereinbarungen über Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
Verteidigung im Falle irgendeiner damit verbundenen Anwesenheit von
militärischem oder zivilem Personal und/oder Bewaffnung und Ausrüstungen
aus Staaten der Region oder außerhalb der Region auf ihren Territorien
nicht benutzt werden zum Angriff auf die Souveränität, die Sicherheit,
die Stabilität und die territoriale Unantastbarkeit der südamerikanischen
Staaten. Sie versichern, dass die aufgrund solcher Abkommen erfolgenden
Handlungen keine Folgen für das Territorium und den souveränen Raum
eines anderen Mitgliedsstaates von UNASUR haben.“
Auch
wurde vertraglich die Schaffung eines Netzwerkes vereinbart, um
Information über Verteidigungspolitik und Verteidigungshaushalte der
Mitgliedsländer der letzten fünf Jahre auszutauschen.
Der
Punkt A bezieht sich auf die Verteidigungssysteme in der Abschluserklärung
der Ministerberatung in Quito: „Schaffung eines Netzwerkes zum
Informationsaustausch über die Verteidigungspolitik“.
Zum
Erwerb und der Weitergabe von konventionellen Waffen beschloss der
Gipfel von Quito die Einrichtung einer Informationsdatenbank bei UNASUR.
„Einrichtung
einer Informationsdatenbank der Länder von UNASUR zur Registrierung der
Weitergabe und des Erwerbs von konventionellen Waffen und Ausrüstungen
zur Ergänzung der Information, die an die UNO und die OAS gegeben
werden muss“.
Zu
den militärischen Verträgen innerhalb und außerhalb der Region
einigte sich der Südamerikanische Verteidigungsrat auf die
Notwendigkeit, ein System zu entwickeln, welches den Grundsatz der
Vertraulichkeit, der Benachrichtigung und Registrierung gegenüber
UNASUR beim vollen Wortlaut aller dieser Verträge beachtet, sofern sie
ein Mal angenommen worden sind. Das Dokument, welches dem südamerikanischen
Organ vorzulegen ist, muss enthalten: allgemeine Zielstellungen,
Reichweite und Gültigkeit, Registrierung von Erwerbungen und
Weiterleitungen von Waffen und Ausrüstungen.
Die
UNASUR legte auch die Errichtung eines freiwilligen Systems von
Besichtigungen militärischer Einrichtungen fest, um den Daten- und
Erfahrungsaustausch bezüglich der Strategien, Politik und
Vorgehensweisen beim Kontrollieren an den Grenzen zu fördern.
Am
Schluss vereinbarte der südamerikanische Gipfel die Einberufung der nächsten
Tagung des Südamerikanischen Rates des Kampfes gegen Drogenhandel
seitens Ekuadors, welches derzeit den zeitweiligen Vorsitz von UNASUR
innehat, um die beim vorigen Gipfel der Staats- und Regierungschefs in
Bariloche, Argentinien, festgelegten Ziele zu erreichen.
Eine
Pressemitteilung der Kanzlei Kolumbiens entschuldigte die Abwesenheit
der beiden Minister der Uribe-Regierung folgendermaßen: „Die Haltung
und kürzliche Spirale der Zuspitzungen gegen die Regierung und das Volk
von Kolumbien ermöglichen nicht vorherzusehen, dass die Diskussionen
(...) sich im Ton des Respekts, der Objektivität und des thematischen
Gleichgewichtes entwickeln, welche dieses Forum erfordert.“
Dieselbe
Verlautbarung äußert: „Kolumbien wünscht, dass UNASUR die Aufgaben
voranbringt, die UNASUR aufgetragen worden sind, und ist bereit, diesbezüglich
konstruktiv beizutragen.“
Dessen
ungeachtet hatte Ekuador angesichts einer von Silva abgegebenen Erklärung
ein Klima des Respekts für die hohen Vertreter der Mitgliedsstaaten gewährleistet.
Die
Nichtanwesenheit von Kolumbien und die Entsendung einer Abordnung
niedrig karätiger Leute wurde am vorigen Freitag vom venezolanischen
Kanzler Nicolás Maduro als Verachtung gegenüber UNASUR abqualifiziert.
Zuvor
hatte Quito über seinen Außenminister in einer Pressemitteilung angekündigt,
dass die Beratung wegen der Absage der kolumbianischen Delegation
stagnieren würde, was den Einbezug eines Punktes zur Verurteilung der
Einrichtung von ausländischen Stützpunkten in der Region betrifft.
Die
Entscheidung wurde angenommen, um die Sackgasse zu überwinden, die mit
einem Abbruch der Beratung drohte, und dass die kolumbianischen
Delegierten „legitime Argumente haben, nicht das Dokument zu
akzeptieren, welches gegenwärtig debattiert wird“, so die
Verlautbarung dazu.
Das
Treffen in der ekuadorianischen Hauptstadt entspricht dem, was das
Gipfeltreffen der Präsidenten der 12 Mitgliedsländer vom 28. August
2009 in Bariloche (Argentinien) zum Maßnahmepaket zur Förderung des
Vertrauens und der Sicherheit in der Region vereinbarte.
Quelle:
Telesur – Tribuna Popular
in:
http://www.pcv-venezuela.org/index.php?option=com_content&task=view&id=6074&Itemid=1
Anmerkung:
Der Artikel wurde insofern gekürzt, dass inhaltliche Doppelungen
weggelassen wurden.
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