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„Totgesagte
leben länger - und diesem oft Totgesagten gönnen wir ein besonders
langes Leben“
Wünschen
der Übersetzer und die Redaktion Kommunisten-online
Übersetzung
für Kommunisten-online: J.T. Bohlke, Brüssel
Die
deutsche Übersetzung bringen wir exklussiv auf Kommunisten-online
Fidel
spricht mit Chavez in „Hallo, Präsident“
Ich
fühle mich kraftvoller, stärker
und
habe mehr Zeit fürs Studieren
*32
Minuten besprachen beide Revolutionsführer verschiedene Themen
Hugo
Chávez.- Mit wem spreche ich?
Fidel
Castro.-
Hörst du mich?
Hugo
Chávez.- Ich höre dich.
Fidel
Castro.- Edler und geliebter Freund, wie
geht es Ihnen?
Hugo
Chávez.- Verdammt, das ist ja wirklich
Fidel! (Beifall und Rufe „Fidel, Fidel, Fidel!“)
Fidel
Castro.- Höre mal, ich höre dich gerade
hier in Hallo, Präsident, mit all den Daten, die du in einigen Minuten da
dargelegt hast. Mir scheint die Argumentation über das Wachstum, das
Bruttoinlandsprodukt, über das Anwachsen der Beschäftigung sehr gut zu
sein. Viele sehr
interessante Dinge.
Hugo
Chávez.-
How are you, Fidel?
Fidel
Castro.-
Very well (Lachen).
Hugo
Chávez.- Höre mal, du weisst gar nicht,
welche Freude du uns machst, deine Stimme zu hören und
zu wissen, dass es dir gut geht.
Fidel
Castro.- Vielen Dank.
Hugo
Chávez.- Eine Umarmung, wir sind sehr überrascht,
angenehm überrascht. Und wie fast immer haben wir gerade von dir
gesprochen.
Fidel
Castro.- Ich wusste, dass dies endete in
einem Hallo, Präsident.
Hugo
Chávez.- Jetzt ist jeden Tag.
Fidel
Castro.- Nein, nein, nein, lass mich das
nicht machen, denn ich habe hart zu arbeiten hier (Lachen), ich studiere
viel, vor allem. Aber ich sehe, dass du die Bücher nicht fallenlässt. Um
welche Uhrzeit gehst du schlafen?
Hugo
Chávez.- Gut, im Morgengrauen schlafe ich
ein wenig.
Fidel
Castro.- Ein wenig.
Hugo
Chávez.- Ich schlafe ein wenig, ich
studiere viel, denn das ist eine Aufgabe jeden Revolutionärs. Und wir
folgen deinem Beispiel.
Fidel
Castro.- Ja, und du brauchst viel Zeit fürs
Lesen und hast ein herausragendes Talent, alles zu behalten und dich an
alles zu erinnern. Was du manchmal vergisst, das sind die Zahlen. (Lachen)
Hugo
Chávez.- Gut, ich vergesse sie, nicht so
oft.
Fidel
Castro.- Aber du hast dort alles
angestrichen, damit keine verlorengeht. Dir die Rechnung zu geben ist
schwierig.
Hugo
Chávez.- Weisst du, wieviel Hektar Mais
wegfallen, um eine Million Barrels Äthanol zu produzieren?
Fidel
Castro.- Beim Äthanol hast du, glaube ich,
an einem anderen Tage von 20 Millionen Hektar gesprochen, irgendwie sowas
(Lachen), aber erinnere mich daran.
Hugo
Chávez.- Zwanzig Millionen. Nein, du bist
derjenige, welcher das herausragende Gedächtnis hat.
Fidel
Castro.- Aha, 20 Millionen.
Gut,
und gleich dazu; die Idee, aus Nahrungsmitteln Brennstoffe zu produzieren,
ist tragisch, ist dramatisch. Niemand hat Sicherheit, wohin die Preise für
die Nahrungsmittel ansteigen werden, wenn die Soja in Brennstoff
umgewandelt wird. Bei all dem Mangel an Soja, den dies bereitet in der
Welt für die Produktion von Eiern, für die Produktion von Milch, für
die Produktion von Fleisch. Und es ist eine weitere Tragödie unter den
vielen Tragödien, die es in diesem Moment gibt.
Ich
freue mich sehr, dass du die Fahne hochhältst, um die Gattung zu retten.
Denn es ist hart, darum kämpfen zu müssen, die Gattung zu retten. Weil
es neue Probleme gibt, die sehr schwierig sind. Und du bist wie ein
katholischer Prediger. Wirklich ein grosser Prediger, der zum Verteidiger
der Sache geworden ist, oder Verteidiger des Lebens der Gattung. Aus
diesem Grunde beglückwünsche ich dich.
Ich
sehe dich mit dem moralischen und deutlichen Programm kämpfen, um die
Leute zu erziehen, damit sie begreifen. Und darüber gibt es einen Haufen
Details, die ich jeden Tag lese und prüfe, und ich bin da sehr dran:
Kriegsgefahren, Klimagefahren, Ernährungsgefahren. Denn, genau wie du
schon in Erinnerung gerufen hast, es gibt Millionen Menschen im Hunger.
Und das sind Realitäten.
Zum
ersten Mal in der Geschichte der Regierungen ist daran gegangen worden, über
all dies nachzudenken. Dass sie vermögen und die moralische Autorität
haben, um es zu tun. Und du bist eines dieser seltenen Beispiele.
Vor
kurzem habe ich gelesen, dass Österreich sich als erstes Land der Welt
ausgerufen hat, welches eine Energierevolution macht. Da handelt es sich
um ein Projekt, welches in zwei oder drei Jahren zu realisieren ist. Man
will darüber lachen, weil sie in zwei Monaten schon 34 Millionen Glühlampen
eingesetzt haben, und in vier Monaten werden sie das erste Ziel beim
Einbringen dieser Glühlampe erreicht haben. Einer Glühlampe mit sovielen
Vorteilen für alle Haushalte. Klar, es gibt verschiedene Meinungen. Aber
schon diskutieren einige, dass Australien da der erste Ort ist.
Es
gibt weder in Europa noch einem anderen Teil der Welt auch nur ein
einziges Land, welches heute nicht wegen diesem Problem besorgt ist.
Entschuldige,
dass ich so ausführlich gewesen bin und dir die Hälfte deines Programmes
geraubt habe.
Hugo
Chávez.- Nein, was denn ausführlich, das
macht nichts,. Es sind 7:49 Minuten dieses heutigen Tages. Wir haben uns
gerade an dich erinnert. Denn du weisst ja, heute ist der 27. Februar. Und
hier sagten sie uns vor 18 Jahren, dass du, als du hierher gekommen warst,
eine der Ursachen für den Caracazo warst, 200 Agitatoren hier gelassen
hast, die die Wiese zum Brennen brachten, wie man so sagt. Und wir
analysieren gerade die Ursachen für das ganze Thema der
Auslandsverschuldung, das Thema des schwarzen Freitags, die Ausplünderung
des Landes, die Kapitalflucht, die Privatisierungen, die Inflation in
Begleitung einer schrecklichen Rezession, die Arbeitslosigkeit, des
Zerfalls bis hinein in die Mittelklasse.
Gut,
wie sagte Einstein, was wir seit einer Minute gerade lesen, ich weiss
nicht, ob du es gehört hast, als er über den Sozialismus nachdachte. Und
Einstein schlussfolgerte, dass der Kapitalismus ein Chaos erzeugt.
So
erinnern wir uns mit dem Caracazo an dich, Fidel. Und ich erinnerte daran,
dass ich dich in jenen Tagen von weither gesehen habe, wie ich weiter an
dich heranrückte, um dich zu begrüssen, auch wenn ich das nicht konnte.
Aber wir schritten hier schon in der revolutionären Bewegung weiter. Und
es soll von hier aus der Welt durch Hallo, Präsident, gesagt werden: Dich
jetzt zu hören und mit dir jetzt zu sprechen, was für eine grosse Ehre,
dass an jenem Tage sich ein Volk gegen den Neoliberalismus erhoben hat.
Der
Caracazo war, Fidel du weisst es, die weltweit erste Antwort, mit einer
enormen Schlagkraft, gegen den neoliberalen Plan. Als die Sowjetunion
schon gefallen war, die Mauer von Berlin, und begonnen wurde zu sagen, man
sei beim Ende der Geschichte angekommen und beim Einheitsdenken.
Und
vom Caracazo aus kam dann der 4. Februar. Du weisst, dass diese
Ereignisse, das eine ohne das andere, sich nicht verstanden hätten. Und
danach dieser Weg, diese unsere Revolution, in der Kuba immer dabei ist,
dabei gewesen ist und dabei sein wird, und zwar das Kuba mit dir an der
Spitze. Soviele Dinge, um Dank zu bekunden, denn jene energische
Revolution wäre ohne Kuba nicht möglich gewesen.
Jetzt
machen wir weiter mit dir. Heute arbeitete gerade die VII. Beratung der
Gemischten Kommission auf hohem Niveau dort in Havanna, wie du weisst. Und
die Ergebnisse, die bei mir bisher angekommen sind, sind ausserordentlich,
beim Voranschreiten von ALBA und der bilateralen Beziehung.
Ich
muss dich informieren, du müsstest schon informiert sein, aber dir
berichten, damit alle es erfahren, dass ich gestern Rafael Ramirez in das
Amt einführte, den Minister, die Errichtung eines Mischunternehmens mit
Vietnam. Und ich bat darum, es heute dort in Havanna zu projektieren. Denn
wir Cuba-Vietnam-Venezuela können hier in Venezuela oder in Kuba, in
beiden Republiken, eine Glühlampenfabrik aufmachen, um die Revolution
weiter auszuweiten. Sparglühlampen und andere Elemente mehr, die fehlen,
um die Energierevolution zu vertiefen, die Solarpanelen, die
Windkraft. Ich will, dass wir hier all diese Fabriken aufbauen, Fidel. Wir
holen die Technologien her.
Was
hältst du davon?
Fidel
Castro.- All das scheint mir herrlich zu
sein.
Vor
drei Tagen weihten wir einen Windradpark
auf der Insel der Jugend ein. Noch klein, Luftgeneratoren von 275
Kilowatt. Aber sie dienen für die Prüfung, die wir dort machen werden.
Und es gibt ein sehr wichtiges Gebiet im Osten des Landes, wo wir gerade
all die Messungen durchführen, um andere Windradparks zu installieren,
die Elektrizität mit weniger Investitionskosten erzeugen. Ihr habt einen
Vorteil, den Ihr seid ein Land ohne Zyklone, während uns hier ständig
Zyklone besuchen. Man muss Massnahmen ergreifen, um sie zu schützen, all
dies in vielerlei Art. Manchmal Kräne verwenden, ihnen manchmal die Flügel
abnehmen und letztendlich Lösungen finden. Die Solarenergie, die ihr dort
in Caracas installiert habt, das ist eine Technologie, die sich lohnt, die
hohen Nutzen hat, auch wenn die Investition kostenträchtig ist.
Hinterher, wenn man sie im Lande fertigt, wird sie sehr viel
wirtschaftlicher werden. Ihr werdet eine Fabrik für rostfreien Stahl
aufmachen und dort die billige Energie nutzen, die heute verfügbar ist,
und vor allem die Energie, die ihr einsparen könnt. Venezuela zählt ein
Territorium von fast einer Million Quadratkilometer, wir sind eine
Nussschale, die die Golfströmung sehr nahe an deine Freunde im Norden
heranbrachte.
Hugo
Chávez.-
Our friends.
Fidel
Castro.-
Du sagst, dass ich englisch kann, aber ich konnte es in einer Zeit.
Hugo
Chávez.- Hast du es vergessen?
Fidel
Castro.- Das Trauma, welches sie mir später
hinterliessen, hat mich vergessen lassen. Und darum habe ich nicht das
herausragende Gedächtnis, welches du hast, die Fähigkeit zur Synthese,
dein musikalisches Gehör, deine Fähigkeit der Erinnerung an jedwedes
Lied. Denn ich kann nicht glauben, dass du soviel gefeiert hast, damit du
dich erinnerst an alle die Lieder, die du in Hallo, Präsident, anstimmst.
So beneide ich dich darum.
Hugo
Chávez.- Nein, ich habe nicht gefeiert wie
du. Ich ging nie wie du auf Feste, ich habe nie wie du gesungen.
Fidel
Castro.- Nein, Mann, nein! Ich erinnere mich
mehr oder weniger des Gehaltes der Ideen, aber du hast das exakte Wort.
Wann immer ich dich beobachte, wie du es suchst, es wiederholst. Du suchst
das exakte Wort.
Schliesslich
und zuletzt, du wirst unter den grossen Schriftstellern dieser Hemisphäre
sein. Und bedaure dies nicht, denn die Schriftsteller haben eine immer grössere
Macht.
Hugo
Chávez.- Ich wollte dich gerade etwas
fragen.
Was
hältst du von der Nachricht der letzten Stunde, die hier ankam? 67% der
US-Amerikaner ist gegen die Politik von Bush in Irak. Du weisst ja, dass
wir uns vorbereiten, Bush ein Willkommen in Südamerika zu bereiten.
Fidel
Castro.- Aha! Ihr werdet ihn willkommen
heissen.
Ja,
ich habe einiges vom Sagen gehört. So dass ich glaube, dass es
Massenorganisierungen geben wird, alles in einem sehr friedlichen und sehr
respektvollen Geiste. Aber ich merke, dass du zwei neue Nachrichten von
heute nicht kennst.
Hugo
Chávez.- Sag mir, ich will sehen, gib mir
einen Fanfarenstoss hierher in Hallo, Präsident.
Fidel
Castro.- Zum Beispiel, die Börse von
Shanghai fiel heute um 9%. Und die Börse von New York, die Königin, fiel
heute um 4%. Das ist einer der grössten Rückgänge der letzten Jahre.
Und dies bestätigt real, was wir denken.
Hugo
Chávez.- Gut, diese Nachrichten habe ich
nicht...
Fidel
Castro.- Heute verloren sie dort 800 000
Millionen Dollars. Und das ist die Königin der Börsen. Und sie fiel
mehr, als sie bei jener Krise dort in Südostasien gefallen ist.
Somit
weiss ich nicht, was die Führer der Vereinigten Staaten mehr bewegen wird
- gut, zu wem führen sich die Vereinigten Staaten des Eigennutzes?-, eben
die Nachricht des Geschehens dort oder seine Rundreise durch Südamerika.
Was denkst du?
Hugo
Chávez.- Nein, ich sage dir, dass ich nicht
diese Nachrichten hatte, von diesen Einbrüchen an der Börse von Shanghai
und an der Börse von New York. Du musst wissen, denn du weisst das alles,
dass der Währungsfonds in der Krise ist. Und ich sagte gestern und heute,
dass sie bestenfalls ein Darlehen bei der Bank des Südens erbitten müssen.
Der Währungsfonds kann nicht mal Löhne zahlen, sie verkaufen gerade die
Goldbarren.
Fidel
Castro.- Ja, es wird Gold verkauft. Es ist
das Einzige, was jetzt was wert ist. Was verkauft werden muss, sind
Papiere. Die Papiere, mit denen die Vereinigten Staaten bezahlen. Jetzt
Gold zu verkaufen ist ein Ding der Verrückten. Aber gut, die Bank des Südens
ist eine seriöse Bank. Sie ist bestrebt, eine seriöse Bank zu sein.
Hugo
Chávez.- Sie wird eine seriöse Bank sein.
Fidel
Castro.- Der Internationale Währungsfonds
war das nie, ab er er probt die Krise, er probt die Krise. Pass mal auf,
dies wurde erzeugt zwei oder drei Tage vor diesem Einbruch der Börsen.
Hugo
Chávez.- Es ist dieselbe Krise
- wie du gut weisst - , die Krise der Weltwirtschaft, jedoch von
der Alternative. Auf nationaler Ebene hat jeder sein eigenes Modell: wir
den Sozialismus, dort in Kuba, hier in Venzuela, mit seinen
Besonderheiten. Und auf internationaler Ebene die ALBA (1), die wir gerade
beschleunigen, Fidel, wie du gut weisst, gerade beschleunigen.
Alle
Welt fragt nach dir. Wir fuhren durch Martinique, wir waren in Dominica
und in San Vicente, - es senden dir viele Grüsse die Premierminister
Roosevelt Skerrit, unser Freund, und der Premierminister von San Vicente
und den Grenadinen. Wir sahen das Werk des Flughafenausbaus. Dort
vollendete ich es mit den kubanischen Werktätigen und den venzolanischen,
dem Ingenieurs-Corps der venezolanischen Armee. Wir weihten das erste
Brennstofflager in Dominica ein sowie die Gasabfüllungsanlage in San
Vicente mit Ralph Gonsalves.
Alle
fragen mich nach dir. Und ich sage ihnen, was ich weiss. Von deiner
Genesung, von deiner neuen Sierra Maestra, dieser grossen von dir da
geschlagenen Schlacht, die du weiter schlägst, und in welcher wir dich
tagtäglich begleiten. Wobei wir Gott bitten, wie du gesagt hast: „Hilf
Chavez und seinen Freunden“, dass er dir weiterhelfen möge zu deiner
vollen Genesung. Wir alle sind Millionen. Das weisst du, Fidel. Auf der
Welt, die wir dich bald wieder voll genesen sehen wollen. Wie ich sicher
bin, dass dies sein wird.
Gut,
es kam Daniel Ortega vor drei Tagen. Wir sprachen einige Stunden. Wir
hatten die Woche, wo die Beratung dort in Managua von der Gemischten
Kommission kommt.
Es
kam Kirchner, wie du weisst, zur Gegend des Orinoco. Und gut, Kirchner hat
mich eingeladen. Ich nutze die Gelegenheit, dies öffentlich zu machen,
durch deinen Anruf. Wir hatten das nicht öffentlich gemacht. Wir werden
eine Beratung in Buenos Aires nächste Woche machen. Wir werden weiter
vorankommen in der bilateralen Beziehung Argentinien-Caracas. Und dann
folgt eine weitere Beratung in Bolivien. Wir werden Evo in dieser nächsten
Woche besuchen. Vom strategischen Bündnis, der Achse Caracas-Buenos
Aires, über Brasilien, die Achse mit La Paz, jetzt mit Correa. In Quito
kam das erste Schiff an, was du schon wissen musst. Ich nutze nur die
Gelegenheit deines Anrufs, alle diese Dinge wiederaufzufrischen, wie wir
vorankommen und immer weiter vorankommen.
Und
du, das Beispiel des Widerstandes und jetzt des Angriffs, Fidel. Ich will
die Gelegenheit deines überraschenden Anrufes nicht vorübergehen lassen,
denn dies motiviert uns so sehr, erfreut und so sehr, um unsere Völker
weiter an den Wert des revolutionären Kubas und deinen Wert zu erinnern.
Deinen Wert, dein Bewusstsein.
Wir
haben uns erinnert, dass du hier warst 1959, als das sogenannte
demokratische Experiment begann, welches rundweg gescheitert ist. Und
dieses Scheitern führte zum Caracazo. Und vom Caracazo zum 4. Februar.
Und vom 4. Februar zum heutigen Tage. Zu dem, was hier gerade geschieht.
Aber du, Kuba und sein Beispiel von Würde, von Kampf, von Mut und von
immerwährender unaufhörlicher Solidarität sind gewesen und werden
weiterhin mit uns sein als Beispiel, Fidel.
Fidel
Castro.- Höre, Hugo, ich wollte dir sagen,
dass ich mich beraten habe mit dem Chef deiner Delegation. Wir haben
miteinander gerade gesprochen, als die Nachrichten von dort eintrafen, so
dass ich sehr zufrieden bin. Ich werde sehen, ob ich sage
- persönlich bin ich mit ihm -
mit einigen der Persönlichkeiten etwas weiter voran.
Hier
arbeiten sie gerade sehr viel, mit grosser Begeisterung. Sie nutzen die
wenige Zeit, die uns bleibt. Den Zeitfaktor darf man nicht vergessen, und
nach meiner Meinung bleibt uns wenig Zeit. Und sie sind sich dessen
offensichtlich sehr bewusst.
Ich
danke dir sehr für alle deine Grüsse, deine Übermittlungen. Und vor
allem will ich dir die Mikrofone zurückgeben, damit ich mich nicht so
lautstark äussere wie du. Konkurrieren kann ich nicht, aber wetteifern
schon ein wenig.
Auch
will ich mich bedanken für die Grüsse der Venezolaner, dieses so
heldenhaften, so geliebten Volkes, welches dich in die Verantwortungen
gebracht hat, die du heute hast. Die Geschichte ist wieder einmal neu
geschrieben worden. Aber vor 200 Jahren war alles ganz anders. Die Welt
hat sich vor allem in den letzten 60 Jahren enorm verändert. Und dies ist
die Zeit, die genutzt werden muss, und worüber viel nachgedacht werden
muss. Ich widme dem viel Zeit. Und ich fühle mich wohl, denn ich glaube,
dass es nichts Wichtigeres gibt. Und ich bin zufrieden, auch zu sehen, wie
deine Leute arbeiten. Dazu habe ich dir schon einiges gesagt, - mit
Begeisterung, mit Ernsthaftigkeit. Und ihnen allen danke ich für den
Beweis ihrer Herzlichkeit und die Kraft, die sie mir geben. Jetzt, wo ich
mich dieser Aufgabe widme.
Ich
kann dir nicht versprechen, alsbald loszufahren dorthin und dich auf einer
jener Reisen zu begleiten. Aber ja, ich gewinne schon Terrain. Ich fühle
mich mit mehr Energie, mehr Kraft und mehr Zeit, um zu lernen. Ich bin
wieder Student geworden, in zwei Worten.
Hugo
Chávez.- Moralisch und deutlich.
Fidel
Castro.- ¡Moralisch und deutlich! Dies
nimmt mir jetzt nicht den Kopf. Denn es ist das erste Mal, dass ich
jemanden sehe, der versucht, diesen moralischen Kampf auf der Grundlage
der Eroberung des Wesens, des Herzens und des Geistes der Menschen zu
gewinnen.
Ich
weiss nicht, ob dir viel Raum dafür bleibt. Aber es wird angenommen, dass
du mit Ramirez gesprochen hast. Mir sagst du, was ich mache.
Hugo
Chávez.- Nein, morgen kann ich mit Ramirez
sprechen. Wir hören dir sehr glücklich zu. Wir sind sehr glücklich,
dich zu hören und von deiner Genesung zu erfahren. Erhole dich weiter,
vergiss nicht den „Tsunami“.
Fidel
Castro.- Nein.
Hugo
Chávez.- Erhole dich weiter.
Fidel
Castro.- Und eine Sache, die ich vergessen
habe. Dass hier die ganze Welt dir dankt, Nachrichten von mir zu haben,
weil ich spreche. Und ich mache Ruhe, völlige Veränderung, denn ich kann
nicht jeden Tag sprechen. Ich kann nicht die Gewohnheit hervorbringen, die
schlechte Gewohnheit, täglich Nachrichten zu haben. Ich bitte die ganze
Welt um Geduld und Ruhe. Und ich bin zufrieden, weil ich auf die ganze
Welt ruhig sehe. Und das Land marschiert voran, was wichtig ist. Und ich
bitte auch um Ruhe für mich, um meine neuen Aufgaben bis zu diesem Moment
erfüllen zu können.
Hugo
Chávez.- Ja, Fidel, ich habe mich verändert...
gut, du hast mich verändert in eine Art Emissär, oder Quelle. Der, der
weiss, wie es Fidel geht, denn er kommt dorthin, er ruft mich an, er
spricht mit mir. Und ich sage denen immer die Wahrheit, was gerade
geschieht: deine Genesung, dein Beispiel, deine Beständigkeit.
Du
hast gesagt, dass du mich nicht wirst begleiten können so bald dorthin
auf einer Reise. Aber da fehlt nichts, du bist immer mit uns. Und ich
erwarte, bald wieder nach Havanna zurückzukehren, damit wir weiter
miteinander sprechen, arbeiten und dazugewinnen Zeit für Zeit. Weil du
das gesagt hast, und es eine gute Überlegung für uns alle ist.
Hier
schicken dir Grüsse der Vizepräsident, die Volksmachtkommission,
Kommunalmachtkommission, die wir jetzt gleich versammeln, wenn das
Programm beendet wird. Alle Freunde, Teresita, Elenea, die Kollegen vom
venezolanischen Fernsehen, von Radio Nacional de Venezuela, und, gut so,
all die vielen Millionen, die uns gerade zuhören.
Weisst
du, wieviel Publikum die erste Stunde des Programms hat? 40 Prozent! Was,
wie du weisst, stratosphärisch ist, das Publikum von Hallo, Präsident.
Lass
uns Zeit gewinnen, Fidel, und wir werden den Kampf um das Leben gewinnen.
Fidel
Castro.-
Sehr gut.
Hugo
Chávez.-
Danke für deinen historischen Anruf.
Fidel
Castro.- Ein millionenfaches Dankeschön an
alle.
Hugo
Chávez.- Wir werden Fidel einen Aplaus
geben (Beifall). Ein guter Beifall, Bruder. Eine Umarmung, Kamerad,
Genosse. Und du weisst, dass ich dafür keine Komplexe habe, ich nenne
dich Vater vor der Welt.
Bis
zum endgültigen Sieg!
Fidel
Castro.- ¡Hasta la victoria siempre!
Hugo
Chávez.-
¡Venceremos!
Fidel
Castro.-
¡Venceremos!
Hugo
Chávez.-
Bravo! (Beifall und Ausrufe wie: „¡Bravo!“)
27.
Februar 2007
Quelle:
granma.cu
(auch
mit Original-Tonaufnahme des Gespräches der beiden Revolutionsführer)
Übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
(1)
ALBA, Solidarischer Vertrag zwischen Cuba-Venezuela-Bolivien
Cuba
und Venezuela machten es vor, nach der Wahl von Evo Morales in Bolivien
kam Bolivien dazu und im April 2006 wurde die 'Vereinbarung zur
Anwenundung der Bolivariansichen Alternative für die Völker unseres
Amerikas und der Handelvertrag der Völker' unterschrieben. Dieser Vertrag
will Vorbild sein für eine neue Weltwirtschaftsordnung, die auf Solidarität
und gegenseitigen Interessen basiert. So liefert z.B. Venezuela Cuba Öl
zu Preisen unter den Weltmarktpreisen, Cuba hingegen bringt Bildung und
ihre Erfahrungen im Gesundheitswesen nach Venezuela, indem cubanische Ärtzte
und Lehrer nach Venezuela in die Viertel der armen Bevölkerung bringen.
Bisher ist der Vertrag, der eine Vielzahl von Vereinbarungen enthält auf
die oben genannten Länder beschränkt, aber schon jatzt gibt es darüber
hinaus Elemente in Lateinamerika, die auch für den ganzen Kontinent neue
Beziehungen durch gemeinsame Projekte schaffen sollen, wie der gemeinsame
Fernsehsender 'Telesur' oder die 'Bank des Südens'. Wenn es nach Fidel
Castro und Hugo Chavez ginge, würden diese Ansätze auch in andere
Kontinente transferiert, wie dies bei dem letzten Treffen der
'Blockfreien' im Sommer 2006 in Havanna vorgeschlagen wurde. siehe: solidarische-oekonomie.de |