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Totgesagte leben länger - und diesem oft Totgesagten gönnen wir ein besonders langes Leben“

Wünschen der Übersetzer und die Redaktion Kommunisten-online

Übersetzung für Kommunisten-online: J.T. Bohlke, Brüssel

Die deutsche Übersetzung bringen wir exklussiv auf Kommunisten-online

Fidel spricht mit Chavez in „Hallo, Präsident“

Ich fühle mich kraftvoller, stärker

und habe mehr Zeit fürs Studieren

*32 Minuten besprachen beide Revolutionsführer verschiedene Themen

Hugo Chávez.- Mit wem spreche ich?

Fidel Castro.-   Hörst du mich?

Hugo Chávez.- Ich höre dich.

Fidel Castro.- Edler und geliebter Freund, wie geht es Ihnen?

Hugo Chávez.- Verdammt, das ist ja wirklich Fidel! (Beifall und Rufe „Fidel, Fidel, Fidel!“)

Fidel Castro.- Höre mal, ich höre dich gerade hier in Hallo, Präsident, mit all den Daten, die du in einigen Minuten da dargelegt hast. Mir scheint die Argumentation über das Wachstum, das Bruttoinlandsprodukt, über das Anwachsen der Beschäftigung sehr gut zu sein. Viele sehr interessante Dinge.

Hugo Chávez.- How are you, Fidel?

Fidel Castro.- Very well (Lachen).

Hugo Chávez.- Höre mal, du weisst gar nicht, welche Freude du uns machst, deine Stimme zu hören und  zu wissen, dass es dir gut geht.

Fidel Castro.- Vielen Dank.

Hugo Chávez.- Eine Umarmung, wir sind sehr überrascht, angenehm überrascht. Und wie fast immer haben wir gerade von dir gesprochen.

Fidel Castro.- Ich wusste, dass dies endete in einem Hallo, Präsident.

Hugo Chávez.- Jetzt ist jeden Tag.

Fidel Castro.- Nein, nein, nein, lass mich das nicht machen, denn ich habe hart zu arbeiten hier (Lachen), ich studiere viel, vor allem. Aber ich sehe, dass du die Bücher nicht fallenlässt. Um welche Uhrzeit gehst du schlafen?

Hugo Chávez.- Gut, im Morgengrauen schlafe ich ein wenig.

Fidel Castro.- Ein wenig.

Hugo Chávez.- Ich schlafe ein wenig, ich studiere viel, denn das ist eine Aufgabe jeden Revolutionärs. Und wir folgen deinem Beispiel.

Fidel Castro.- Ja, und du brauchst viel Zeit fürs Lesen und hast ein herausragendes Talent, alles zu behalten und dich an alles zu erinnern. Was du manchmal vergisst, das sind die Zahlen. (Lachen)

Hugo Chávez.- Gut, ich vergesse sie, nicht so oft.

Fidel Castro.- Aber du hast dort alles angestrichen, damit keine verlorengeht. Dir die Rechnung zu geben ist schwierig.

Hugo Chávez.- Weisst du, wieviel Hektar Mais wegfallen, um eine Million Barrels Äthanol zu produzieren?

Fidel Castro.- Beim Äthanol hast du, glaube ich, an einem anderen Tage von 20 Millionen Hektar gesprochen, irgendwie sowas (Lachen), aber erinnere mich daran.

Hugo Chávez.- Zwanzig Millionen. Nein, du bist derjenige, welcher das herausragende Gedächtnis hat.

Fidel Castro.- Aha, 20 Millionen.

Gut, und gleich dazu; die Idee, aus Nahrungsmitteln Brennstoffe zu produzieren, ist tragisch, ist dramatisch. Niemand hat Sicherheit, wohin die Preise für die Nahrungsmittel ansteigen werden, wenn die Soja in Brennstoff umgewandelt wird. Bei all dem Mangel an Soja, den dies bereitet in der Welt für die Produktion von Eiern, für die Produktion von Milch, für die Produktion von Fleisch. Und es ist eine weitere Tragödie unter den vielen Tragödien, die es in diesem Moment gibt.

Ich freue mich sehr, dass du die Fahne hochhältst, um die Gattung zu retten. Denn es ist hart, darum kämpfen zu müssen, die Gattung zu retten. Weil es neue Probleme gibt, die sehr schwierig sind. Und du bist wie ein katholischer Prediger. Wirklich ein grosser Prediger, der zum Verteidiger der Sache geworden ist, oder Verteidiger des Lebens der Gattung. Aus diesem Grunde beglückwünsche ich dich.

Ich sehe dich mit dem moralischen und deutlichen Programm kämpfen, um die Leute zu erziehen, damit sie begreifen. Und darüber gibt es einen Haufen Details, die ich jeden Tag lese und prüfe, und ich bin da sehr dran: Kriegsgefahren, Klimagefahren, Ernährungsgefahren. Denn, genau wie du schon in Erinnerung gerufen hast, es gibt Millionen Menschen im Hunger. Und das sind Realitäten.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Regierungen ist daran gegangen worden, über all dies nachzudenken. Dass sie vermögen und die moralische Autorität haben, um es zu tun. Und du bist eines dieser seltenen Beispiele.

Vor kurzem habe ich gelesen, dass Österreich sich als erstes Land der Welt ausgerufen hat, welches eine Energierevolution macht. Da handelt es sich um ein Projekt, welches in zwei oder drei Jahren zu realisieren ist. Man will darüber lachen, weil sie in zwei Monaten schon 34 Millionen Glühlampen eingesetzt haben, und in vier Monaten werden sie das erste Ziel beim Einbringen dieser Glühlampe erreicht haben. Einer Glühlampe mit sovielen Vorteilen für alle Haushalte. Klar, es gibt verschiedene Meinungen. Aber schon diskutieren einige, dass Australien da der erste Ort ist.

Es gibt weder in Europa noch einem anderen Teil der Welt auch nur ein einziges Land, welches heute nicht wegen diesem Problem besorgt ist.

Entschuldige, dass ich so ausführlich gewesen bin und dir die Hälfte deines Programmes geraubt habe.

Hugo Chávez.- Nein, was denn ausführlich, das macht nichts,. Es sind 7:49 Minuten dieses heutigen Tages. Wir haben uns gerade an dich erinnert. Denn du weisst ja, heute ist der 27. Februar. Und hier sagten sie uns vor 18 Jahren, dass du, als du hierher gekommen warst, eine der Ursachen für den Caracazo warst, 200 Agitatoren hier gelassen hast, die die Wiese zum Brennen brachten, wie man so sagt. Und wir analysieren gerade die Ursachen für das ganze Thema der Auslandsverschuldung, das Thema des schwarzen Freitags, die Ausplünderung des Landes, die Kapitalflucht, die Privatisierungen, die Inflation in Begleitung einer schrecklichen Rezession, die Arbeitslosigkeit, des Zerfalls bis hinein in die Mittelklasse.

Gut, wie sagte Einstein, was wir seit einer Minute gerade lesen, ich weiss nicht, ob du es gehört hast, als er über den Sozialismus nachdachte. Und Einstein schlussfolgerte, dass der Kapitalismus ein Chaos erzeugt.

So erinnern wir uns mit dem Caracazo an dich, Fidel. Und ich erinnerte daran, dass ich dich in jenen Tagen von weither gesehen habe, wie ich weiter an dich heranrückte, um dich zu begrüssen, auch wenn ich das nicht konnte. Aber wir schritten hier schon in der revolutionären Bewegung weiter. Und es soll von hier aus der Welt durch Hallo, Präsident, gesagt werden: Dich jetzt zu hören und mit dir jetzt zu sprechen, was für eine grosse Ehre, dass an jenem Tage sich ein Volk gegen den Neoliberalismus erhoben hat.

Der Caracazo war, Fidel du weisst es, die weltweit erste Antwort, mit einer enormen Schlagkraft, gegen den neoliberalen Plan. Als die Sowjetunion schon gefallen war, die Mauer von Berlin, und begonnen wurde zu sagen, man sei beim Ende der Geschichte angekommen und beim Einheitsdenken.

Und vom Caracazo aus kam dann der 4. Februar. Du weisst, dass diese Ereignisse, das eine ohne das andere, sich nicht verstanden hätten. Und danach dieser Weg, diese unsere Revolution, in der Kuba immer dabei ist, dabei gewesen ist und dabei sein wird, und zwar das Kuba mit dir an der Spitze. Soviele Dinge, um Dank zu bekunden, denn jene energische Revolution wäre ohne Kuba nicht möglich gewesen.

Jetzt machen wir weiter mit dir. Heute arbeitete gerade die VII. Beratung der Gemischten Kommission auf hohem Niveau dort in Havanna, wie du weisst. Und die Ergebnisse, die bei mir bisher angekommen sind, sind ausserordentlich, beim Voranschreiten von ALBA und der bilateralen Beziehung.

Ich muss dich informieren, du müsstest schon informiert sein, aber dir berichten, damit alle es erfahren, dass ich gestern Rafael Ramirez in das Amt einführte, den Minister, die Errichtung eines Mischunternehmens mit Vietnam. Und ich bat darum, es heute dort in Havanna zu projektieren. Denn wir Cuba-Vietnam-Venezuela können hier in Venezuela oder in Kuba, in beiden Republiken, eine Glühlampenfabrik aufmachen, um die Revolution weiter auszuweiten. Sparglühlampen und andere Elemente mehr, die fehlen,  um die Energierevolution zu vertiefen, die Solarpanelen, die Windkraft. Ich will, dass wir hier all diese Fabriken aufbauen, Fidel. Wir holen die Technologien her.

Was hältst du davon?

Fidel Castro.- All das scheint mir herrlich zu sein.

Vor drei Tagen weihten wir einen  Windradpark auf der Insel der Jugend ein. Noch klein, Luftgeneratoren von 275 Kilowatt. Aber sie dienen für die Prüfung, die wir dort machen werden. Und es gibt ein sehr wichtiges Gebiet im Osten des Landes, wo wir gerade all die Messungen durchführen, um andere Windradparks zu installieren, die Elektrizität mit weniger Investitionskosten erzeugen. Ihr habt einen Vorteil, den Ihr seid ein Land ohne Zyklone, während uns hier ständig Zyklone besuchen. Man muss Massnahmen ergreifen, um sie zu schützen, all dies in vielerlei Art. Manchmal Kräne verwenden, ihnen manchmal die Flügel abnehmen und letztendlich Lösungen finden. Die Solarenergie, die ihr dort in Caracas installiert habt, das ist eine Technologie, die sich lohnt, die hohen Nutzen hat, auch wenn die Investition kostenträchtig ist. Hinterher, wenn man sie im Lande fertigt, wird sie sehr viel wirtschaftlicher werden. Ihr werdet eine Fabrik für rostfreien Stahl aufmachen und dort die billige Energie nutzen, die heute verfügbar ist, und vor allem die Energie, die ihr einsparen könnt. Venezuela zählt ein Territorium von fast einer Million Quadratkilometer, wir sind eine Nussschale, die die Golfströmung sehr nahe an deine Freunde im Norden heranbrachte.

Hugo Chávez.- Our friends.

Fidel Castro.- Du sagst, dass ich englisch kann, aber ich konnte es in einer Zeit.

Hugo Chávez.- Hast du es vergessen?

Fidel Castro.- Das Trauma, welches sie mir später hinterliessen, hat mich vergessen lassen. Und darum habe ich nicht das herausragende Gedächtnis, welches du hast, die Fähigkeit zur Synthese, dein musikalisches Gehör, deine Fähigkeit der Erinnerung an jedwedes Lied. Denn ich kann nicht glauben, dass du soviel gefeiert hast, damit du dich erinnerst an alle die Lieder, die du in Hallo, Präsident, anstimmst. So beneide ich dich darum.

Hugo Chávez.- Nein, ich habe nicht gefeiert wie du. Ich ging nie wie du auf Feste, ich habe nie wie du gesungen.

Fidel Castro.- Nein, Mann, nein! Ich erinnere mich mehr oder weniger des Gehaltes der Ideen, aber du hast das exakte Wort. Wann immer ich dich beobachte, wie du es suchst, es wiederholst. Du suchst das exakte Wort.

Schliesslich und zuletzt, du wirst unter den grossen Schriftstellern dieser Hemisphäre sein. Und bedaure dies nicht, denn die Schriftsteller haben eine immer grössere Macht.

Hugo Chávez.- Ich wollte dich gerade etwas fragen.

Was hältst du von der Nachricht der letzten Stunde, die hier ankam? 67% der US-Amerikaner ist gegen die Politik von Bush in Irak. Du weisst ja, dass wir uns vorbereiten, Bush ein Willkommen in Südamerika zu bereiten.

Fidel Castro.- Aha! Ihr werdet ihn willkommen heissen.

Ja, ich habe einiges vom Sagen gehört. So dass ich glaube, dass es Massenorganisierungen geben wird, alles in einem sehr friedlichen und sehr respektvollen Geiste. Aber ich merke, dass du zwei neue Nachrichten von heute nicht kennst.

Hugo Chávez.- Sag mir, ich will sehen, gib mir einen Fanfarenstoss hierher in Hallo, Präsident.

Fidel Castro.- Zum Beispiel, die Börse von Shanghai fiel heute um 9%. Und die Börse von New York, die Königin, fiel heute um 4%. Das ist einer der grössten Rückgänge der letzten Jahre. Und dies bestätigt real, was wir denken.

Hugo Chávez.- Gut, diese Nachrichten habe ich nicht...

Fidel Castro.- Heute verloren sie dort 800 000 Millionen Dollars. Und das ist die Königin der Börsen. Und sie fiel mehr, als sie bei jener Krise dort in Südostasien gefallen ist.

Somit weiss ich nicht, was die Führer der Vereinigten Staaten mehr bewegen wird - gut, zu wem führen sich die Vereinigten Staaten des Eigennutzes?-, eben die Nachricht des Geschehens dort oder seine Rundreise durch Südamerika. Was denkst du?

Hugo Chávez.- Nein, ich sage dir, dass ich nicht diese Nachrichten hatte, von diesen Einbrüchen an der Börse von Shanghai und an der Börse von New York. Du musst wissen, denn du weisst das alles, dass der Währungsfonds in der Krise ist. Und ich sagte gestern und heute, dass sie bestenfalls ein Darlehen bei der Bank des Südens erbitten müssen. Der Währungsfonds kann nicht mal Löhne zahlen, sie verkaufen gerade die Goldbarren.

Fidel Castro.- Ja, es wird Gold verkauft. Es ist das Einzige, was jetzt was wert ist. Was verkauft werden muss, sind Papiere. Die Papiere, mit denen die Vereinigten Staaten bezahlen. Jetzt Gold zu verkaufen ist ein Ding der Verrückten. Aber gut, die Bank des Südens ist eine seriöse Bank. Sie ist bestrebt, eine seriöse Bank zu sein.

Hugo Chávez.- Sie wird eine seriöse Bank sein.

Fidel Castro.- Der Internationale Währungsfonds war das nie, ab er er probt die Krise, er probt die Krise. Pass mal auf, dies wurde erzeugt zwei oder drei Tage vor diesem Einbruch der Börsen.

Hugo Chávez.- Es ist dieselbe Krise  - wie du gut weisst - , die Krise der Weltwirtschaft, jedoch von der Alternative. Auf nationaler Ebene hat jeder sein eigenes Modell: wir den Sozialismus, dort in Kuba, hier in Venzuela, mit seinen Besonderheiten. Und auf internationaler Ebene die ALBA (1), die wir gerade beschleunigen, Fidel, wie du gut weisst, gerade beschleunigen.

Alle Welt fragt nach dir. Wir fuhren durch Martinique, wir waren in Dominica und in San Vicente, - es senden dir viele Grüsse die Premierminister Roosevelt Skerrit, unser Freund, und der Premierminister von San Vicente und den Grenadinen. Wir sahen das Werk des Flughafenausbaus. Dort vollendete ich es mit den kubanischen Werktätigen und den venzolanischen, dem Ingenieurs-Corps der venezolanischen Armee. Wir weihten das erste Brennstofflager in Dominica ein sowie die Gasabfüllungsanlage in San Vicente mit Ralph Gonsalves.

Alle fragen mich nach dir. Und ich sage ihnen, was ich weiss. Von deiner Genesung, von deiner neuen Sierra Maestra, dieser grossen von dir da geschlagenen Schlacht, die du weiter schlägst, und in welcher wir dich tagtäglich begleiten. Wobei wir Gott bitten, wie du gesagt hast: „Hilf Chavez und seinen Freunden“, dass er dir weiterhelfen möge zu deiner vollen Genesung. Wir alle sind Millionen. Das weisst du, Fidel. Auf der Welt, die wir dich bald wieder voll genesen sehen wollen. Wie ich sicher bin, dass dies sein wird.

Gut, es kam Daniel Ortega vor drei Tagen. Wir sprachen einige Stunden. Wir hatten die Woche, wo die Beratung dort in Managua von der Gemischten Kommission kommt.

Es kam Kirchner, wie du weisst, zur Gegend des Orinoco. Und gut, Kirchner hat mich eingeladen. Ich nutze die Gelegenheit, dies öffentlich zu machen, durch deinen Anruf. Wir hatten das nicht öffentlich gemacht. Wir werden eine Beratung in Buenos Aires nächste Woche machen. Wir werden weiter vorankommen in der bilateralen Beziehung Argentinien-Caracas. Und dann folgt eine weitere Beratung in Bolivien. Wir werden Evo in dieser nächsten Woche besuchen. Vom strategischen Bündnis, der Achse Caracas-Buenos Aires, über Brasilien, die Achse mit La Paz, jetzt mit Correa. In Quito kam das erste Schiff an, was du schon wissen musst. Ich nutze nur die Gelegenheit deines Anrufs, alle diese Dinge wiederaufzufrischen, wie wir vorankommen und immer weiter vorankommen.

Und du, das Beispiel des Widerstandes und jetzt des Angriffs, Fidel. Ich will die Gelegenheit deines überraschenden Anrufes nicht vorübergehen lassen, denn dies motiviert uns so sehr, erfreut und so sehr, um unsere Völker weiter an den Wert des revolutionären Kubas und deinen Wert zu erinnern. Deinen Wert, dein Bewusstsein.

Wir haben uns erinnert, dass du hier warst 1959, als das sogenannte demokratische Experiment begann, welches rundweg gescheitert ist. Und dieses Scheitern führte zum Caracazo. Und vom Caracazo zum 4. Februar. Und vom 4. Februar zum heutigen Tage. Zu dem, was hier gerade geschieht. Aber du, Kuba und sein Beispiel von Würde, von Kampf, von Mut und von immerwährender unaufhörlicher Solidarität sind gewesen und werden weiterhin mit uns sein als Beispiel, Fidel.

Fidel Castro.- Höre, Hugo, ich wollte dir sagen, dass ich mich beraten habe mit dem Chef deiner Delegation. Wir haben miteinander gerade gesprochen, als die Nachrichten von dort eintrafen, so dass ich sehr zufrieden bin. Ich werde sehen, ob ich sage  - persönlich bin ich mit ihm -  mit einigen der Persönlichkeiten etwas weiter voran.

Hier arbeiten sie gerade sehr viel, mit grosser Begeisterung. Sie nutzen die wenige Zeit, die uns bleibt. Den Zeitfaktor darf man nicht vergessen, und nach meiner Meinung bleibt uns wenig Zeit. Und sie sind sich dessen offensichtlich sehr bewusst.

Ich danke dir sehr für alle deine Grüsse, deine Übermittlungen. Und vor allem will ich dir die Mikrofone zurückgeben, damit ich mich nicht so lautstark äussere wie du. Konkurrieren kann ich nicht, aber wetteifern schon ein wenig.

Auch will ich mich bedanken für die Grüsse der Venezolaner, dieses so heldenhaften, so geliebten Volkes, welches dich in die Verantwortungen gebracht hat, die du heute hast. Die Geschichte ist wieder einmal neu geschrieben worden. Aber vor 200 Jahren war alles ganz anders. Die Welt hat sich vor allem in den letzten 60 Jahren enorm verändert. Und dies ist die Zeit, die genutzt werden muss, und worüber viel nachgedacht werden muss. Ich widme dem viel Zeit. Und ich fühle mich wohl, denn ich glaube, dass es nichts Wichtigeres gibt. Und ich bin zufrieden, auch zu sehen, wie deine Leute arbeiten. Dazu habe ich dir schon einiges gesagt, - mit Begeisterung, mit Ernsthaftigkeit. Und ihnen allen danke ich für den Beweis ihrer Herzlichkeit und die Kraft, die sie mir geben. Jetzt, wo ich mich dieser Aufgabe widme.

Ich kann dir nicht versprechen, alsbald loszufahren dorthin und dich auf einer jener Reisen zu begleiten. Aber ja, ich gewinne schon Terrain. Ich fühle mich mit mehr Energie, mehr Kraft und mehr Zeit, um zu lernen. Ich bin wieder Student geworden, in zwei Worten.

Hugo Chávez.- Moralisch und deutlich.

Fidel Castro.- ¡Moralisch und deutlich! Dies nimmt mir jetzt nicht den Kopf. Denn es ist das erste Mal, dass ich jemanden sehe, der versucht, diesen moralischen Kampf auf der Grundlage der Eroberung des Wesens, des Herzens und des Geistes der Menschen zu gewinnen.

Ich weiss nicht, ob dir viel Raum dafür bleibt. Aber es wird angenommen, dass du mit Ramirez gesprochen hast. Mir sagst du, was ich mache.

Hugo Chávez.- Nein, morgen kann ich mit Ramirez sprechen. Wir hören dir sehr glücklich zu. Wir sind sehr glücklich, dich zu hören und von deiner Genesung zu erfahren. Erhole dich weiter, vergiss nicht den „Tsunami“.

Fidel Castro.- Nein.

Hugo Chávez.- Erhole dich weiter.

Fidel Castro.- Und eine Sache, die ich vergessen habe. Dass hier die ganze Welt dir dankt, Nachrichten von mir zu haben, weil ich spreche. Und ich mache Ruhe, völlige Veränderung, denn ich kann nicht jeden Tag sprechen. Ich kann nicht die Gewohnheit hervorbringen, die schlechte Gewohnheit, täglich Nachrichten zu haben. Ich bitte die ganze Welt um Geduld und Ruhe. Und ich bin zufrieden, weil ich auf die ganze Welt ruhig sehe. Und das Land marschiert voran, was wichtig ist. Und ich bitte auch um Ruhe für mich, um meine neuen Aufgaben bis zu diesem Moment erfüllen zu können.

Hugo Chávez.- Ja, Fidel, ich habe mich verändert... gut, du hast mich verändert in eine Art Emissär, oder Quelle. Der, der weiss, wie es Fidel geht, denn er kommt dorthin, er ruft mich an, er spricht mit mir. Und ich sage denen immer die Wahrheit, was gerade geschieht: deine Genesung, dein Beispiel, deine Beständigkeit.

Du hast gesagt, dass du mich nicht wirst begleiten können so bald dorthin auf einer Reise. Aber da fehlt nichts, du bist immer mit uns. Und ich erwarte, bald wieder nach Havanna zurückzukehren, damit wir weiter miteinander sprechen, arbeiten und dazugewinnen Zeit für Zeit. Weil du das gesagt hast, und es eine gute Überlegung für uns alle ist.

Hier schicken dir Grüsse der Vizepräsident, die Volksmachtkommission, Kommunalmachtkommission, die wir jetzt gleich versammeln, wenn das Programm beendet wird. Alle Freunde, Teresita, Elenea, die Kollegen vom venezolanischen Fernsehen, von Radio Nacional de Venezuela, und, gut so, all die vielen Millionen, die uns gerade zuhören.

Weisst du, wieviel Publikum die erste Stunde des Programms hat? 40 Prozent! Was, wie du weisst, stratosphärisch ist, das Publikum von Hallo, Präsident.

Lass uns Zeit gewinnen, Fidel, und wir werden den Kampf um das Leben gewinnen.

Fidel Castro.- Sehr gut.

Hugo Chávez.- Danke für deinen historischen Anruf.

Fidel Castro.- Ein millionenfaches Dankeschön an alle.

Hugo Chávez.- Wir werden Fidel einen Aplaus geben (Beifall). Ein guter Beifall, Bruder. Eine Umarmung, Kamerad, Genosse. Und du weisst, dass ich dafür keine Komplexe habe, ich nenne dich Vater vor der Welt.

Bis zum endgültigen Sieg!

Fidel Castro.- ¡Hasta la victoria siempre!

Hugo Chávez.- ¡Venceremos!

Fidel Castro.- ¡Venceremos!

Hugo Chávez.- Bravo! (Beifall und Ausrufe wie: „¡Bravo!“)

27. Februar 2007

Quelle: granma.cu

(auch mit Original-Tonaufnahme des Gespräches der beiden Revolutionsführer)

Übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

(1) ALBA, Solidarischer Vertrag zwischen Cuba-Venezuela-Bolivien

Cuba und Venezuela machten es vor, nach der Wahl von Evo Morales in Bolivien kam Bolivien dazu und im April 2006 wurde die 'Vereinbarung zur Anwenundung der Bolivariansichen Alternative für die Völker unseres Amerikas und der Handelvertrag der Völker' unterschrieben. Dieser Vertrag will Vorbild sein für eine neue Weltwirtschaftsordnung, die auf Solidarität und gegenseitigen Interessen basiert. So liefert z.B. Venezuela Cuba Öl zu Preisen unter den Weltmarktpreisen, Cuba hingegen bringt Bildung und ihre Erfahrungen im Gesundheitswesen nach Venezuela, indem cubanische Ärtzte und Lehrer nach Venezuela in die Viertel der armen Bevölkerung bringen. Bisher ist der Vertrag, der eine Vielzahl von Vereinbarungen enthält auf die oben genannten Länder beschränkt, aber schon jatzt gibt es darüber hinaus Elemente in Lateinamerika, die auch für den ganzen Kontinent neue Beziehungen durch gemeinsame Projekte schaffen sollen, wie der gemeinsame Fernsehsender 'Telesur' oder die 'Bank des Südens'. Wenn es nach Fidel Castro und Hugo Chavez ginge, würden diese Ansätze auch in andere Kontinente transferiert, wie dies bei dem letzten Treffen der 'Blockfreien' im Sommer 2006 in Havanna vorgeschlagen wurde. siehe: solidarische-oekonomie.de

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