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Venezuela/SIDOR:
Arbeiter und Präsident unterzeichnen kollektive Betriebsvereinbarung am
Kabinettstisch
HISTORISCHE
UNTERZEICHNUNG EINER HARTERKäMPFTEN BETRIEBSVEREINBARUNG
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas
,
6. Mai 2008, Tribuna Popular TP/ABN.- Der Präsident der
Republik, Hugo Chavez Frias, verkündete bereits die Einigung über die
kollektive Betriebsvereinbarung für die Arbeiter von SIDOR. So zeigte
die Nachrichtensendung des Regierungsfernsehkanals Venezolana de
Television (VTV) den Regierungschef im Treffen mit den Führern der
Gewerkschaft SUTISS im Regierungspalast Miraflores. Das Dokument selbst
wurde im Präsidentenpalast am Kabinettstisch feierlich mit
Symbolcharakter unterzeichnet, auf dass sich dort die Arbeiter beim
Aufbau des Sozialismus anwesend fühlen mögen. Der Regierungschef hob
hervor, dass die Einigung über die kollektive Betriebsvereinbarung
letztlich in Rekordzeit erzielt wurde. Er betonte, dass die Regierung
bestrebt ist, SIDOR zu einem venezolanischen Entwicklungsprojekt für
den Aufbau des wirtschaftlichen Sozialismus und die integrale
Entwicklung des Landes zu machen. Der Präsident sprach seine
Anerkennung für die Geduld und die Verstandnisbereitschaft der
SIDOR-Werktätigen und besonders die Person des Vorsitzenden der
Gewerkschaft SUTISS, Jose "Acarigua" Rodriguez, aus. Der
Gewerkschaftsvorsitzende war auf dem Treffen anwesend.
Aus
der Rede des Vorsitzenden der Gewerkschaft SUTISS:
"SIDOR
wird ein sozialer und menschenwürdiger Staatsbetrieb sein", sagte
Jose "Acarigua" Rodriguez. SIDOR müsse weiterhin
hochproduktiv sein, aber dabei tiefgreifend sozial und menschenwürdig.
Dies würde uns alle in diesen Momenten motivieren, so der Vorsitzende
von SUTISS. "Wir müssen dem Land sagen, dass wir 10 Jahre SIDOR in
einer Kolonialzeit durchlebten. Das war eine schreckliche Lage dort. So
starben 18 unserer Kollegen dort. Es gab Unterdrückung unserer
Interessen, d.h. eine Art Wolfskapitalismus, neoliberalen Kapitalismus,
seitens des Konsortiums."
Rodriguez
bekräftigte: "Wir als Arbeiterklasse sind in die Schlacht für die
Befreiung aus jenem Joch gegangen." Er anerkannte, das all dies ein
Sieg der venezolanischen Arbeiterklasse ist. "Wir setzen auf der
Wurzel dieses Sieges die Emanzipation der Arbeiterklasse im Lande gegenüber
dem neoliberalen Wolfskapitalismus durch, wie er derzeit in aller Welt
sein Unwesen treibt, und auch gegenüber dem Imperialismus, der
ebenfalls in aller Welt sein Unwesen treibt." Er sprach klar aus,
dass in den erwähnten 10 Jahren des Kampfes drei Generalstreiks und 500
einzelne Arbeitsniederlegungen, Misshandlungen, Verfolgung von Arbeitern
sich ereignet haben. "Aber wir liessen nicht nach und können heute
sagen mit viel Stolz, dass die Arbeiterklasse eine ausserordentliche
Demonstration für das Land und den Rest Lateinamerikas abgegeben
hat." Rodriguez führte aus, dass der neoliberale Kapitalismus sich
nicht nur in den Industriestaaten befindet, sondern in Lateinamerika und
Venezuela. "Das ist ein Problem des Denkens, nicht der nationalen
Zugehörigkeit. Wir unterdrücken niemals die argentinische Nation,
sondern kämpfen gegen ein kapitalistisches System, dass es hier bei uns
gibt, und welches vertreten wird von einem transnationalen Konzern. Wo
das Geld ins Ausland verbracht wurde, wo nichts etwas mit der
Entwicklung unseres Landes zu tun hatte."
Aus
der Rede des Präsidenten Hugo Chavez Frias:
"SIDOR
wird eines der führenden Weltunternehmen werden", betonte Präsident
Chavez und kündigte an, dass sich SIDOR entwickeln würde zu
"einem der führenden Unternehmen Venezuelas und der Welt".
Aus dem Regierungspalast Miraflores liess der Regierungschef verlauten:
"Ich habe hier im Herzen alle Gewissheit, dass wir SIDOR zu einem
der führenden Betriebe in Venezuela und sogar in der Welt machen
werden, so wie wir auch die PdVSA zum fünftgrössten Erdölkonzern der
Welt aufrüsten."
"Wir
beginnen gerade eine sehr wichtige Beratung mit der Führung der
Gewerkschaft SUTISS. Von hier aus schicke ich einen Gruss an alle
Arbeiter von SIDOR und einen Applaus an Euch alle für diesen
Kampf", sagte der Regierungschef.
In
der Beratung mit etlichen Leitungsmitgliedern der Gewerkschaft SUTISS
hob der Staatschef hervor: "SIDOR ist das Vermögen dieses
Landes." Aus diesem Grunde "stellt sich SIDOR jetzt in den
Dienst der nationalen Interessen. Wir müssen SIDOR umgestalten."
"Ich
bin sehr zufrieden. Und ich bin sicher, dass auch Ihr all diese Freude
teilt, mit der wir die Verantwortung übernommen haben, SIDOR zu
nationalisieren, die Kontrolle und das Management des Unternehmens
zusammen mit Euch Arbeitern zu übernehmen", so Chavez.
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org/ |